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(7.99/8)  1  Wolfsburg siegt auch in Braunschweig

Der VfL Wolfsburg bleibt in der Fußball-Bundesliga. Der Tabellen-16. der ersten Liga setzte sich in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig mit zwei Siegen 2017-05-29 21:29 1KB www.t-online.de

(6.46/8)  2  Polizei: Golf-Superstar Tiger Woods festgenommen

Jupiter (dpa) - Der frühere Golf-Superstar Tiger Woods ist in Florida kurzzeitig inhaftiert worden. Er werde verdächtigt, unter Alkohol- oder Drogeneinfluss Aut 2017-05-29 19:50 1KB www.t-online.de

(5.66/8)  3  Vieirinha verhindert Wolfsburgs Desaster

Im Rückspiel der Bundesliga-Relegation quält sich der VfL Wolfsburg zu einem 1: 0 gegen Braunschweig und schafft den Klassenerhalt. 2017-05-29 21:28 3KB www.sueddeutsche.de

(5.17/8)  4  Unwetter in Russland: Mehrere Tote durch Sturm in Moskau

Der heftige Sturm dauerte nur wenige Minuten, doch mehrere Menschen kamen in Russlands Hauptstadt und im Moskauer Umland ums Leben. Die Behörden gehen von einem Millionenschaden aus. 2017-05-29 21:09 2KB www.tagesschau.de

(5.10/8)  5  Macron und Putin: Im Gleichschritt

Macron empfängt Putin in Versailles. Doch das eigentliche Ereignis ist das neue deutsch-französische Einverständnis gegenüber den Großmächten Russland und USA. 2017-05-29 20:19 4KB www.zeit.de

(4.07/8)  6  Schwierige Gespräche: "Sonnenkönig" Macron trifft "Zar" Putin

Frankreichs Präsident Macron ist neu im Amt - doch auf der internationalen Bühne schlägt er schon Pflöcke ein. Im Syrien-Konflikt legte er beim Treffen mit Russlands Präsidenten Putin eine "rote Linie" seines Landes fest. Von Kerstin Gallmeyer. 2017-05-29 19:44 3KB www.tagesschau.de

(2.07/8)  7  70 Personen schwer verletzt: 13 Tote bei heftigem Sturm in Moskau und Umgebung

Bei einem schweren Sturm sind in Moskau und Umgebung am Montag 13 Personen ums Leben gekommen. 2017-05-29 20:40 1KB www.nzz.ch

(2.06/8)  8  Tiger beißt Tierpflegerin tot

London – Blutiges Drama in einem englischen Zoo: Ein weißer Tiger hat eine Tierpflegerin am Vormittag angefallen und getötet, wie die Polizei der Grafschaft Cambridgeshire mitteilte. Die Tiger-Attacke 2017-05-29 20:48 2KB www.bild.de

(2.04/8)  9  Bundesliga: Sandro Schwarz wird offenbar neuer Mainzer Trainer

Mit der U23 stieg er in dieser Saison ab. Trotzdem wird Sandro Schwarz laut Medienberichten Nachfolger von Martin Schmidt als Trainer der Mainzer Bundesligaprofis. 2017-05-29 19:18 2KB www.zeit.de

(2.04/8)  10  Das 300-Millionen-Euro-Spiel: Wagner und Huddersfield steigen in die Premier League auf

Bekloppter hätte es in diesem 300-Millionen-Euro-Spiel nicht laufen können: Huddersfield Town steigt nach einem Elfmeter-Krimi gegen den FC Reading in die Premier League auf. 2017-05-29 18:54 2KB www.sportbuzzer.de

(2.03/8)  11  Putin bei Macron: Russland und Frankreich wollen gemeinsam Terror bekämpfen

Als ersten Auslandsgast empfängt Emmanuel Macron Wladimir Putin. In vielem sind sie sich uneins, gemeinsamen Boden finden sie im Vorgehen gegen den Terrorismus. 2017-05-29 18:06 4KB www.zeit.de

(2.02/8)  12  Schulz: Müssen uns Trump mit allem in den Weg stellen

Berlin (dpa) - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat nach dem enttäuschenden G7-Gipfel alle Demokraten in Europa aufgerufen, US-Präsident Donald Trump seine Gre 2017-05-29 19:50 1KB www.t-online.de

(1.05/8)  13  Gesundheit: Smartphones können Kinder krank machen

Berlin (dpa) - Bei täglicher Smartphonenutzung steigt bei Kindern und Jugendlichen das Risiko von Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität. So ist das Risiko 2017-05-29 21:16 3KB www.t-online.de

(1.03/8)  14  Düker und Klocke neue Fraktionsvorsitzende der Grünen

Duisburg (dpa/lnw) - Die neue Fraktion der Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag geht mit einer Doppelspitze in die nächste Legislaturpe 2017-05-29 20:04 1KB www.sueddeutsche.de

(1.02/8)  15  Melanie Müller über Helene Fischer

Beim DFB-Pokalfinale wurde Helene Fischer minutenlang ausgepfiffen. Doch wie geht man mit so vielen Buhrufen eigentlich um? 2017-05-29 21:15 2KB www.t-online.de

(1.02/8)  16  Türkei: SPD drängt auf Bundeswehr-Abzug aus Incirlik

Der SPD reißt im Incirlik-Streit der Geduldsfaden: Sie will einen Beschluss zum Abzug der deutschen Soldaten vom türkischen Nato-Standort fassen. Nachrichten... 2017-05-29 20:40 37KB www.augsburger-allgemeine.de

(1.02/8)  17  Tischtennis: Jüngster WM-Spieler ist erst neun Jahre alt

Düsseldorf (dpa) - Der jüngste Spieler bei der Tischtennis-WM in Düsseldorf ist am ersten Tag dieses Turniers gerade einmal neun Jahre alt geworden: Iljas 2017-05-29 20:17 2KB www.t-online.de

(1.02/8)  18  Tennis: Witthöft sorgt für ersten deutschen Sieg bei French Open

Paris (dpa) - Der Bann ist gebrochen! Carina Witthöft hat bei den French Open für den ersten deutschen Sieg nach zuvor fünf Niederlagen gesorgt. Die 22 Jahre 2017-05-29 20:07 4KB www.t-online.de

(1.02/8)  19  Deutschland drohen nach Hitzerekord schwere Gewitter

Nach der Hitze drohen Blitz und Donner: In Teilen Deutschlands sollen Gewitter für leichte Abkühlung sorgen. 2017-05-29 20:01 3KB www.t-online.de

(1.02/8)  20  Verfahren eingestellt: Frau von Anton Schlecker zahlt 60.000 Euro

Sie ist die Frau an seiner Seite - Christa Schlecker erlebte, wie die Drogeriemarktkette ihres Mannes Anton zum Branchenriesen wurde. Und wie die kriselnde Firma 2012 zusammenbrach. Seit März stand sie gemeinsam mit ihrem Mann vor Gericht - damit ist nun Schluss. 2017-05-29 19:53 1KB www.tt.com

(1.02/8)  21  Fußball: Ernesto Valverde neuer Barcelona-Trainer

Der früherer Barca-Spieler und Bilbao-Coach wird Nachfolger von Luis Enrique, der Barca nach drei Jahren auf eigenen Wunsch verlassen hat. 2017-05-29 19:26 2KB diepresse.com

(1.02/8)  22  Frau mischte Chefin Abführmittel ins Wasser

Prag (Tschechien) – Jahrelang mischte die 55-jährige Juristin Věra Kubíčková (55) ihrer Chefin Abführmittel ins Trinkwasser. Jetzt ist die Frau in Tschechien zu drei Jahren Gefängnis verurteilt 2017-05-29 17:57 2KB www.bild.de

(1.00/8)  23  NDR.de - Nachrichten - Schleswig-Holstein

Laut Innenministerium hat sich die Zahl der "Reichsbürger" in Schleswig-Holstein seit Ende 2016 nahezu verfünffacht. Außerdem gibt es sechs "Reichsbürger", die eine waffenrechtliche Erlaubnis haben. 2017-05-29 20:57 3KB www.ndr.de

(1.00/8)  24  Wetter: Regen und Gewitter am Ende beenden Hitze-Tag

NRW hat am Montag den bislang heißesten Tag des Jahres erlebt. In der Region Köln-Bonn wurden 34,4 Grad gemessen. Heißer war es nur noch in Bad Kreuznach mit 34,6 Grad. Am Abend kam es zu Gewittern und Regenschauern in weiten Teilen von NRW. 2017-05-29 20:36 2KB www.rp-online.de

 25  Ausstellung in der Kunst-Werken: Der Schurke bist du!

„Feind der Sterne“: Die Kunst-Werke präsentieren eine trickreiche Schau von Ronald Jones. Der US-Künstler lässt seine Werke wie Museumskunst aussehen. 2017-05-29 23:00 5KB www.tagesspiegel.de

 26  Die Schwäche Amerikas könnte zur Schwäche Europas werden

Immer wieder haben die USA durch ihre Präsenz Europa in Konflikten beigestanden. Doch seit Trump Präsident ist, greift Misstrauen um sich. 2017-05-29 21:32 5KB www.sueddeutsche.de

 27  Jauch dreht am Rad

Eigentlich ist er keiner, der so schnell durchdreht. Bei der letzten „Wer wird Millionär?“-Doppelfolge vor der Sommerpause hatte Moderator Günther Jauch (60) am Montagabend aber keine Wahl. Kandidatin 2017-05-29 21:22 2KB www.bild.de

 28  Generalversammlung: Der FC Zürich mit 1,6 Millionen Franken Defizit

Ancillo Canepa, der Präsident und Mehrheitsaktionär im FC Zürich, verkündet an der Generalversammlung rote Zahlen. 2017-05-29 21:18 1KB www.nzz.ch

 29  Merkel emanzipiert sich von Amerika

Es ist keine Abkehr der Kanzlerin von den USA. Dafür ist ihr die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten viel zu wichtig. Aber sie löst sich von dem neuen Präsidenten - und will Europa stärken. Ein schwerer Gang. 2017-05-29 21:14 6KB www.t-online.de

 30  Nationalrat: Für die Wasserkraft, aber nicht so

«Schnellschuss», «gelackmeierte Endkunden»: Politiker von links bis rechts kritisieren die zusätzlichen Millionen zur Unterstützung der 2017-05-29 21:14 5KB www.nzz.ch

 31  Mehr Wohnungen fürs Personal

Das Seniorenheim an der Fasanenstraße will Pflegezimmer modernisieren und die Anlage ausbauen. Einigen Vaterstettener Gemeinderäten geht das zu weit 2017-05-29 21:10 4KB www.sueddeutsche.de

 32  Theater für Kinder

Mehr auf SZ.de 2017-05-29 21:10 1KB www.sueddeutsche.de

 33  Das andere Abi

An der FOS/BOS Erding starten die Abschlussprüfungen 2017-05-29 21:10 3KB www.sueddeutsche.de

 34  Strampeln für den Klimaschutz

Landkreis beteiligt sich erstmals an Aktion "Stadtradeln" 2017-05-29 21:10 3KB www.sueddeutsche.de

 35  Zuflucht in Zorneding

Die frühere Lehrerin Ingeborg Römer erzählt von ihrer Abschiebung aus Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg 2017-05-29 21:10 5KB www.sueddeutsche.de

 36  Früh übt sich

Manche wissen auch nach dem Abitur partout nicht, was sie einmal werden sollen. Andere sind mit zwei Jahren schon recht zielstrebig - nicht immer zur Freude ihrer Eltern 2017-05-29 21:10 2KB www.sueddeutsche.de

 37  Keine Hoffnung für Eltern

Laut Udo Ockel, Bürgermeister und Chef des Gemeindetags, können sich kleine Kommunen kostenlose Kitas nicht leisten 2017-05-29 21:10 3KB www.sueddeutsche.de

 38  Aus Liebe zum Steak

Peter Heimann junior aus Bruck ist nicht nur Metzgermeister, sondern Fleischsommelier. Als solcher hat er sich ganz der Qualität und der Nachhaltigkeit verschrieben 2017-05-29 21:10 8KB www.sueddeutsche.de

 39  Schlechte Karten

Ein 19-Jähriger muss sich vor dem Ebersberger Amtsgericht wegen 24-fachen Schwarzfahrens, Diebstahls sowie Bedrohung und Beleidigung verantworten. Dafür muss er nun 15 Monate ins Gefängnis 2017-05-29 21:10 4KB www.sueddeutsche.de

 40  Wie vergänglich doch Ruhm ist

Das ist bitter: Erst kürzlich wurden die Fußballer des TSV Eintracht Karlsfeld für ihren Aufstieg in die Landesliga geehrt - und prompt steigen sie wieder ab 2017-05-29 21:10 2KB www.sueddeutsche.de

 41  Geldstrafe für Exhibitionisten

18-jähriger Dachauer entblößt sich vor zwei Frauen 2017-05-29 21:10 3KB www.sueddeutsche.de

 42  Gelebte Integration

Haimhausen pflegt eine aufgeschlossene Politik, und deshalb nehmen an der Bürgerversammlung unter großem Zuspruch der Besucher auch die Flüchtlinge in der Gemeinde teil. Der Helferkreis informiert über seine Arbeit und lobt die pragmatische Haltung der Verwaltung 2017-05-29 21:10 6KB www.sueddeutsche.de

 43  Der Gärtner

Erdwegs Bürgermeister Georg Osterauer ist im Alter von 61 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben 2017-05-29 21:10 5KB www.sueddeutsche.de

 44  New Yorks Star-Museum in der Krise

Das Metropolitan Museum ist der Star der opulenten New Yorker Kunstszene. Seit fast 150 Jahren thront es am Central Park, beliebt bei Einheimischen und Touri... 2017-05-29 21:10 912Bytes www.haz.de

 45  Eine starke Gemeinschaft

Lu'krainians, Hound Dogs und Siedlerchor demonstrieren nicht nur die musikalische Vielfalt in Ludwigsfeld 2017-05-29 21:10 5KB www.sueddeutsche.de

 46  Dinauer verlässt Freie Wähler

Gemeinderätin zieht Konsequenzen aus Differenzen mit ihrer Fraktion 2017-05-29 21:10 2KB www.sueddeutsche.de

 47  Hinreißender Gesang

Die Chorgemeinschaft, Mitglieder des BR-Symphonieorchesters, sehr gute Solisten, eine brillante Judith Spiesser - und Mozart 2017-05-29 21:10 5KB www.sueddeutsche.de

 48  Die Einsamkeit des Reisenden

Songwriter Ryan M. Brewer auf der Suche nach etwas Glück 2017-05-29 21:10 3KB www.sueddeutsche.de

 49  Fantastische Stimmen, fremde Gäste

Gesungen wird beim Chorfestival perfekt. Eine ganz runde Sache gelingt dennoch nicht. Die Buben aus Dubna bleiben in Bad Tölz eher außen vor 2017-05-29 21:10 4KB www.sueddeutsche.de

 50  Tagesklinik bleibt das Ziel

Psychiatrische Versorgung im Landkreis soll besser werden 2017-05-29 21:10 2KB www.sueddeutsche.de

 51  Fertig machen zur Landung

Eigentümer müssen Drohnen-Flüge über ihren Grundstücken nicht weiter hinnehmen. Piloten brauchen künftig eine Erlaubnis. Profis wie die Wolfratshauser Marinus und Kilian Vogl sehen sich in ihrer Existenz bedroht 2017-05-29 21:10 4KB www.sueddeutsche.de

 52  Runder Tisch zum Seniorenstift

Das Projekt in Ambach ist Thema in der Bürgerversammlung 2017-05-29 21:09 2KB www.sueddeutsche.de

 53  Jobmesse rund um Pflegeberufe

Agentur für Arbeit lädt zu Gesprächen mit Unternehmen ein 2017-05-29 21:09 2KB www.sueddeutsche.de

 54  Wenn die Oma Flöte lernt

Wie Musik auch im Alter glücklich macht 2017-05-29 21:09 2KB www.sueddeutsche.de

 55  Publikation amtlicher Geheimnisse: Der Maulkorb wird etwas gelockert

Journalisten, die Geheimnisse im überwiegenden öffentlichen Interesse publizieren, sollen zwar straflos bleiben. 2017-05-29 21:07 4KB www.nzz.ch

 56  Gluthitze lässt Munitionskiste explodieren - Großeinsatz

Hennef (dpa) - Vermutlich durch die große Hitze ist in Hennef an der Sieg unerlaubt gelagerte Weltkriegsmunition in die Luft geflogen. Verletzt wurde niemand. D 2017-05-29 21:00 1KB www.t-online.de

 57  FDP: Lindner warnt vor Entfremdung zu den USA

FDP-Chef Christian Lindner hält in Berlin eine Rede über liberale Freiheit. Und plädiert für einen fortgesetzten Dialog mit Washington. 2017-05-29 20:59 3KB www.tagesspiegel.de

 58  Kleines Feuer geriet in Pettneu außer Kontrolle

95 Feuerwehrmänner und -frauen kämpften am Montag in Pettneu am Arlberg gegen einen Waldbrand. Bei Waldarbeiten waren Äste kontrolliert abgebrannt worden, doch... 2017-05-29 20:33 1KB www.tt.com

 59  Südafrika: Kapstadts Angst vor dem letzten Tropfen

Die südafrikanische Metropole leidet unter der schlimmsten Dürre seit mehr als 110 Jahren. Die Stadtverwaltung hat deshalb nun drastische Notverordnungen erlassen. 2017-05-29 20:25 5KB www.tagesspiegel.de

 60  Wetter in Berlin: Das wechselnde Wetter begünstigt Migräne

Die Hitzewelle verabschiedet sich. Gerade für junge Leute ist das Auf und Ab der Temperaturen anstrengend. Dafür gibt es eine medizinische Erklärung 2017-05-29 20:25 3KB www.tagesspiegel.de

 61  Verschärfte Asylgesetze zur Verhinderung von Migration

Es gibt sinnvolle Asylverschärfungen und solche, die Flüchtlinge pauschal zu potenziell Verdächtigen machen. Ein Kommentar. 2017-05-29 20:21 5KB www.tagesspiegel.de

 62  Polizei sucht jetzt nach diesem blauen Koffer

Manchester (England) – Eine Woche nach dem Selbstmord-Attentat auf Konzertbesucher in der Manchester-Arena (22 Tote, über 100 Verletzte) hat die britische Polizei ein neues Foto des Bombers Salman 2017-05-29 20:20 3KB www.bild.de

 63  Zwei Verletzte bei Unfällen mit Mofas

Ein 16-jähriges Mädchen fuhr am Montag gegen 15.30 Uhr mit ihrem Mofa auf einer Gemeindestraße in Pfons... 2017-05-29 20:20 1KB www.tt.com

 64  Vor Junckers Anhörung: Grüne werfen Luxemburg Schädigung anderer EU-Staaten durch Steuertricks vor

An diesem Dienstag muss EU-Kommissionspräsident Juncker vor dem Untersuchungsausschuss zu den Panama Papers aussagen. Zuvor warfen die Grünen seinem Heimatland Luxemburg vor, andere EU-Staaten geschädigt zu haben. 2017-05-29 20:18 2KB www.tagesspiegel.de

 65  Attacken auf Polizisten in Rigaer Straße: Opposition kritisiert das Verhalten von Rot-Rot-Grün

Nach den Attacken gegen Polizisten kritisieren Regierung und Opposition sich gegenseitig. Rot-Rot-Grün setzt auf Deeskalation in der Rigaer Straße. 2017-05-29 20:17 5KB www.tagesspiegel.de

 66  "Baywatch"-Premiere am Potsdamer Platz: Beachparty zum Film wurde abgesagt

Am Potsdamer Platz entstand für die „Baywatch“-Premiere ein Strandidyll. Doch mit Blick auf Manchester sagte der Verleih die Beachparty ab. 2017-05-29 20:16 4KB www.tagesspiegel.de

 67  Wer bringt uns hier in Wallung?

Achtung, das wackelt! Die Frau im sexy Leoparden-Bikini ist das derzeit erfolgreichste Plus-Size-Model der Welt. Und in ihrem neuesten Instagram-Video zeigt sie mit einer fulminanten Kurven-Show, dass 2017-05-29 20:14 1KB www.bild.de

 68  Sieben Nackt-Fragen an Moderatorin Milka

Ihre Nackt-Datingshow „Naked Attraction“ war der Überraschungserfolg der TV-Saison. Und ein TV-Comeback für Milka Loff Fernandes (36) . Am Montagabend läuft das Finale (RTL II, 22.15 Uhr) . Ein zweiter *** BILDplus Inhalt *** 2017-05-29 20:14 1KB www.bild.de

 69  Wie kriminelle Pflegedienste Versicherungen betrügen

Mit kranken und alten Menschen lässt sich viel Geld verdienen. Das machen sich offenbar immer mehr Betrüger zunutze. 2017-05-29 20:13 5KB www.sueddeutsche.de

 70  15-Jährige stirbt im Eisbach

Die Jugendliche verunglückt am Einstieg zur Surferwelle im Englischen Garten in München. Wie es zu dem Unfall am Eisbach kam, ist unklar. 2017-05-29 20:13 2KB www.sueddeutsche.de

 71  Spanien weist deutschen Stalker aus

Der Deutsche schoss mit einer Armbrust auf die Schauspielerin Sara Casasnovas. Sie erwiderte seine Liebe nicht. Er saß bis jetzt in Haft. 2017-05-29 20:12 4KB www.sueddeutsche.de

 72  iPhone 8 soll Sprache und Gesichter erkennen

Laut Bloomberg arbeitet Apple an einem 'Neural Engine' genannten Chip, der für Künstliche Intelligenz und Augmented Reality gestaltet wird. 2017-05-29 20:11 23KB www.t-online.de

 73  French Open: Alexander Zverev muss nachsitzen

Die Erstrunden-Partie von Alexander Zverev gegen den Spanier Fernando Verdasco ist beim Stand von 4: 6,6: 3 unterbrochen worden und wird Dienstag fortgesetzt. 2017-05-29 20:08 7KB www.t-online.de

 74  Kaum Fahrgäste: Ersatzfähre stellt Betrieb ein

Die Fähre "Falckenstein" sollte die kaputte Rendsburger Schwebefähre ersetzen und Menschen über den Nord-Ostsee-Kanal bringen. Doch Ende der Woche ist damit Schluss. 2017-05-29 20:08 3KB www.ndr.de

 75  Tagesschau-Aktion "Sag's mir ins Gesicht": "Ich bin ein Mensch, keine ARD-Marionette"

ARD-Journalistin Anja Reschke hat live im Netz den Dialog mit Kritikern gesucht. Viele Anrufer waren gemäßigt, manche wagten sich aus der Deckung. Reschke hofft, mit der Diskussion gezeigt zu haben, dass jeder Hasskommentar einen Menschen trifft. 2017-05-29 20:07 4KB www.tagesschau.de

 76  Die Ferrari-Dominanz folgt einem langen Plan

Nach dem Formel-1-Rennen in Monaco rätselt Mercedes, warum Sebastian Vettel so schnell ist. 2017-05-29 20:03 3KB www.sueddeutsche.de

 77  Kinder und das Internet

Eine halbe Million Menschen gelten in Deutschland als internetabhängig, viele davon sind minderjährig. Eine neue Studie legt negative Folgen für die kindliche Entwicklung nahe. Doch die Untersuchung ist umstritten. 2017-05-29 20:03 6KB www.rp-online.de

 78  Geldspielgesetz: Steuern für Lottomillionäre

Im Gegensatz zum Nationalrat will der Ständerat Gewinne aus Lotterien und Sportwetten ab einer Höhe von einer Million Franken weiterhin 2017-05-29 20:00 3KB www.nzz.ch

 79  Stützung der Wasserkraft: Sanieren kommt vor kassieren

Die Stromkonzerne wollen Subventionen für die Wasserkraft. Dem darf der Nationalrat nicht nachgeben. 2017-05-29 19:55 3KB www.nzz.ch

 80  Macht ein Räuber Jagd auf Senioren?

Binnen sechs Monaten sind drei ältere Menschen in Hannovers Norden in ihren Wohnungen überfallen worden. Eine Frau starb, eine andere liegt seit November im... 2017-05-29 19:55 1KB www.haz.de

 81  EZB informiert Bundesverfassungsgericht: Euro-Rettung könnte Deutschland bis zu 95 Milliarden kosten

Was passiert, wenn die Anleihen ausfallen, die EZB gerade kaufen lässt? Das wollte das Bundesverfassungsgericht wissen. 2017-05-29 19:53 6KB www.tagesspiegel.de

 82  Digitalfotografie: Die Kompaktkamera als Smartphone

Das Kodak Ektra ist eine vollwertige Kamera und zugleich ein Smartphone. 2017-05-29 19:52 2KB www.nzz.ch

 83  Leute-Newsletter: Von Turnern und Bastlern

An diesem Dienstag erscheint der "Leute"-Newsletter für Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Tempelhof-Schöneberg. Hier schon mal einige Themen. 2017-05-29 19:50 1KB www.tagesspiegel.de

 84  Passant findet Baby: Frau stirbt bei Geburt in Waldstück

In einem Waldstück bringt eine Frau in ihrem Auto alleine ein Kind zur Welt. Allerdings gibt es Komplikationen bei der Geburt. Ein Passant findet später die Leiche der 38-Jährigen. Neben ihr finden Helfer das Kind - lebendig. 2017-05-29 19:49 1KB www.n-tv.de

 85  Armut lässt sich nur durch Bildung verringern

Arm bleibt arm, so ist es schlimme Tradition - dabei sollte der Staat für Aufstiegschancen sorgen. Es muss endlich in Brennpunktschulen investiert werden. Ein Kommentar. 2017-05-29 19:48 5KB www.tagesspiegel.de

 86  Katy Perry will ihr Handy sonntags ausmachen

Sie hat bei Twitter mehr Follower als Donald Trump oder Justin Bieber. Dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - sagt Katy Perry, sie brauche Auszeiten von... 2017-05-29 19:45 1KB www.augsburger-allgemeine.de

 87  Beschäftigung in der Schweiz: Der Röstigraben am Arbeitsmarkt

Die Erholung am Schweizer Arbeitsmarkt setzt sich langsam fort. 2017-05-29 19:43 3KB www.nzz.ch

 88  Turbulenzen in Villacher SPÖ gipfeln im Verlust der Absoluten

Der rote Gemeinderatsklub schloss auf Betreiben des Bürgermeisters einen Mandatar aus. Dieser will den Schritt bekämpfen. 2017-05-29 19:43 3KB diepresse.com

 89  Hauptstadtfinanzierungsvertrag: Flughafen Tegel und die Bauakademie wechseln die Besitzer

Der Verkauf Tegels an das Land Berlin ist an die Eröffnung des BER geknüpft, so besagt es der Hauptstadtfinanzierungsvertrag. Und das ist nicht die einzige Bedindung. 2017-05-29 19:39 4KB www.tagesspiegel.de

 90  Gentherapie: Genschere schneidet auch ungezielt im Erbgut herum

Mit der „Crispr/Cas9“-Technik wollen Ärzte Genmutationen korrigieren. Doch das Werkzeug ist nicht so präzise wie erhofft. 2017-05-29 19:39 3KB www.tagesspiegel.de

 91  "Wer wird Millionär?" heute mit Doppelfolge

Fünf Kandidaten haben heute in einer Doppelfolge "Wer wird Millionär?" die Chance, eine Million zu gewinnen. Wie immer kann bei WWM 2017 vor dem TV mitgerätselt... 2017-05-29 19:39 1KB www.augsburger-allgemeine.de

 92  Merkel, Gabriel und Schulz bäumen sich gegen US-Präsident Trump auf

Donald Trumps Auslandsreise ist vorbei. Europa weiß nun: Gemeinsame Projekte mit den USA dürften in den kommenden Jahren schwierig werden. Alle News zum... 2017-05-29 19:37 36KB www.augsburger-allgemeine.de

 93  Noch ein Abgang: Flugwetter bei Notenstein La Roche

Nach einer Reihe von Abgängen verliert die Raiffeisen-Tochter auch Basil Heeb, Finanzchef und Stellvertreter von Notenstein-Chef Adrian 2017-05-29 19:36 2KB www.nzz.ch

 94  Zu nahe an Pistolenknall: Belgischer Premier in Behandlung

Premier Charles Michel erlitt beim Startschuss für einen Volkslauf in Brüssel einen Hörschaden. 2017-05-29 19:31 1KB diepresse.com

 95  Raumfahrt: Ein neuer „Horizont“ für Gerst

Der Astronaut Alexander Gerst wird 2018 für sechs Monate zur ISS reisen - und der erste deutsche Kommandant der Raumstation sein. 2017-05-29 19:31 2KB www.tagesspiegel.de

 96  Euklid Tsakalotos: Griechischer Finanzminister pocht auf Schuldenerleichterung

Der griechische Finanzminister zeigt sich entnervt ob der Uneinigkeit der europäischen Gläubiger. 2017-05-29 19:28 3KB www.nzz.ch

 97  Die Ewige Stadt verabschiedet ihren letzten König Francesco Totti

28 Jahre war Francesco Totti dem AS Rom treu. Nun bereitete der Klub ihm einen Abgang, wie ihn noch kein Spieler erlebt hat. Es war eine Liebesgeschichte, deren... 2017-05-29 19:28 3KB www.augsburger-allgemeine.de

 98  Syrien: Regierungstruppen übernehmen Kontrolle über fast ganz Damaskus

Assads Truppen haben die Hauptstadt nach eigenen Angaben wieder fast ganz unter Kontrolle. Gegen freies Geleit hätten die Rebellen einen weiteren Stadtteil aufgegeben. 2017-05-29 19:26 2KB www.zeit.de

 99  Mutter mit Schlägen ins Gesicht getötet? Staatsanwältin fordert Höchststrafe

Die Anklage sieht im Totschlag-Prozess eine "geschlossene Indizienkette", die Verteidigung "erhebliche Zweifel". Nun soll am Dienstag das Urteil fallen. 2017-05-29 19:26 5KB www.augsburger-allgemeine.de

 100  Robuste Entwicklungen in der Euro-Zone: Draghi sieht zu geringen Inflationsdruck

Die Konjunktur in der Euro-Zone läuft gut, und die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie zuletzt 2009. Für EZB-Chef Draghi ist dies noch 2017-05-29 19:25 2KB www.nzz.ch

 101  Nach G7-Gipfel: Sigmar Gabriel spricht den USA die Führungsrolle ab

Außenminister Sigmar Gabriel hat den USA unter Präsident Donald Trump die Führungsrolle in der westlichen Wertegemeinschaft abgesprochen. Der SPD-Politiker sprach am Montag in Berlin von einem 'Ausfall der Vereinigten Staaten als wichtige Nation'. 2017-05-29 19:19 4KB www.rp-online.de

 102  Jugendstraftäter: Jeder Vierte wird als Erwachsener rückfällig

Wer bereits als Jugendlicher mit dem Gesetz in Konflikt gerät, hat ein höheres Risiko, später wieder straffällig zu werden. 2017-05-29 19:18 4KB www.nzz.ch

 103  Helfer unterstützen „ihre“ Afghanen

Ablehnungen und Ausreiseanordnungen empören Flüchtlinge und ihre Betreuer. Eine Schule hat jetzt genug. 2017-05-29 19:18 4KB www.augsburger-allgemeine.de

 104  Urteil: Kritischer Arzt Gernot Rainer verliert gegen Stadt

Der Lungenfacharzt hatte auf Wiedereinstellung geklagt, da er das Auslaufen seines Dienstvertrags im Otto-Wagner-Spital als Folge seines gewerkschaftlichen Engagements ansah. 2017-05-29 19:17 3KB diepresse.com

 105  Stadt lässt türkische Extremisten tagen

Anhänger der Türkischen Arbeiter- und Bauernbefreiungsarmee (Tikko) haben sich zu einer Gedenkveranstaltung in der  Begegnungsstätte Herrenhausen getroff... 2017-05-29 19:17 994Bytes www.haz.de

 106  Fischer sitzt plötzlich mit Weißem Hai in einem Boot

Ein australischer Fischer schippert allein im Meer, da springt ein Tier in sein Boot: ein Weißer Hai. Der Raubfisch überlebt den Ausflug nicht. 2017-05-29 19:13 1KB www.augsburger-allgemeine.de

 107  Frankreich: Das Ende des Minderwertigkeitskomplexes?

In der Vergangenheit war das deutsch-französische Verhältnis oft belastet. Mit Emmanuel Macron scheint ein neues Kapitel der nachbarschaftlichen Emanzipation zu beginnen. 2017-05-29 19:12 7KB www.zeit.de

 108  Trotz Zweifeln: Hannover will die Fußball-EM

Während es anderen Städten zu heikel wird, will die Stadt Hannover weiterhin Spielort der Fußball-EM 2024 werden und hat ihre Bewerbung aufrecht erhalten. Di... 2017-05-29 19:04 1KB www.haz.de

 109  Das sollten sie nicht verjubeln

Die Recken haben in den letzten drei Saisonspielen eigentlich nur noch ein einziges Ziel: „Einfach wieder ein Spiel gewinnen“, sagt Trainer Jens Bürkle. Denn... 2017-05-29 19:00 1KB www.haz.de

 110  Showdown um Beschäftigungsbonus

Die SPÖ wird beim Ministerrat am morgigen Dienstag Klarheit von der ÖVP fordern, ob diese dem geplanten Beschäftigungsbonus zustimmt. Denn die Zeit für einen Beschluss wird immer knapper. 2017-05-29 18:56 2KB diepresse.com

 111  Deutsch-amerikanisches Verhältnis: Merkels Realpolitik im Umgang mit Trump

Die deutsche Kanzlerin Merkel hat sich für ein eigenständiges Europa eingesetzt und mit Aussagen zum transatlantischen Verhältnis für 2017-05-29 18:55 4KB www.nzz.ch

 112  Schutz amtlicher Dokumente: Sieg des obrigkeitlichen Denkens

Auch der Ständerat will den Strafrechtsartikel 293, der die Publikation behördlicher Geheimnisse ahndet, nicht abschaffen. 2017-05-29 18:51 3KB www.nzz.ch

 113  Methadon-Praxis in Neukölln: Arzt und Helfer Chaim Jellinek gestorben

Hausbesetzer, Drogenkonsument, dann Suchtmediziner - der bekannte Neuköllner Arzt Chaim Jellinek ist gestorben. 2017-05-29 18:48 2KB www.tagesspiegel.de

 114  Ikea will als Inkubator Tech-Startups fördern

Beim "Ikea Bootcamp" sollen keine Bücherregale zusammengeschraubt sondern Startups gefördert werden. Gründer können sich beim Möbelkonzern dafür jetzt bewerben. 2017-05-29 18:47 1KB www.heise.de

 115  Erste Verurteilung nach Verbot der Zeugen Jehovas in Russland

Ein dänisches Mitglied der Zeugen Jehovas muss wegen "Extremismus" für zwei Monate ins Gefängnis. 2017-05-29 18:44 2KB deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

 116  Diese bayerischen Bräuche gelten nun als Unesco-Kulturerbe

Georgiritt, Friedensfeste oder Feldgeschworenenwesen: Die Unesco-Kommission hat dreizehn bayerische Bräuche zum Kulturerbe erhoben. 2017-05-29 18:30 2KB www.augsburger-allgemeine.de

 117  Anzeige gegen Polizistin nach Fehlverhalten bei Notruf

Eine Privatperson hat Strafanzeige gegen die Polizistin gestellt, die Zweifel zeigte, als ein Student die Vergewaltigung seiner Freundin in der Siegaue bei Bonn meldete. Ein Strafverfahren wird es aber nicht geben. Es drohen jedoch Disziplinarmaßnahmen. 2017-05-29 18:29 3KB www.rp-online.de

 118  Reanimation am Tennisplatz: Frau rettete zum zweiten Mal ein Leben

Als ein Mann kollabiert, reanimiert Monika Kindlein ihn gemeinsam mit anderen Helfern. Für sie war es nicht die erste Ausnahmesituation, in der sie schnell und... 2017-05-29 18:12 4KB www.augsburger-allgemeine.de

 119  Shout Out Loud: Warum Emily Letts ihre Abtreibung filmte

Als die US-Amerikanerin 2014 von ihrer Schwangerschaft erfuhr, entschied sich die damals 25-Jährige für einen Abbruch vor laufender Kamera. ... 2017-05-29 18:01 1KB ze.tt

 120  Türkei: Kräftemessen im Feigengarten

Präsident Erdoğan nutzt die strategisch wichtige Lage der Türkei an der syrischen Grenze, um den Nato-Partnern zu drohen. Diese Strategie ist auch für ihn selbst riskant. 2017-05-29 17:58 3KB www.zeit.de

 121  DTV-Damen bleiben auf Aufstiegskurs

Mit diesem Durchmarsch hatten die Tennisdamen des DTV Hannover selbst nicht gerechnet – 8: 1 gegen den TC Moers, einer der ausgewiesenen Konkurrenten um den W... 2017-05-29 17:56 1KB www.haz.de

 122  Nach Straßensperrung: Entwarnung in Berlin

Nachdem die Polizei kurz vor einer Kennedy-Gedenkveranstaltung in Berlin-Schöneberg einen Abschnitt der Hauptstraße gesperrt hatte, gab sie nun Entwarnung. Bei den in einem Auto gefundenen verdächtigen Drähten handelt es sich offenbar um eine selbstgebastelte USB-Ladestation. 2017-05-29 17:51 3KB www.tagesschau.de

 123  Transatlantische Beziehungen: Wo Europa sich selbstständig machen kann

Auf die USA ist kein Verlass mehr? So weit muss man gar nicht gehen, um zu erkennen: Europa muss schnell handlungsfähig werden – auf drei entscheidenden Feldern. 2017-05-29 17:46 4KB www.zeit.de

 124  Xabi Alonso besucht Augsburg

Seine Karriere hat er beendet, nun hat er Zeit zum Feiern: Fußballstar Xabi Alonso war zu diesem Zweck in Augsburg zu Gast. 2017-05-29 17:41 2KB www.augsburger-allgemeine.de

 125  Journalisten-Gewerkschaftschef Bauer zieht sich 2018 zurück

Franz C. Bauer ist seit 2001 Vorsitzender der Journalistengewerkschaft. Im kommenden Jahr soll Eike-Clemens Kullmann seine Nachfolge antreten. 2017-05-29 17:37 1KB diepresse.com

 126  Kripo ermittelt nach Grillparty wegen Mordversuchs

Nach einer Messerattacke auf einem Grillfest sitzt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Wie es dem Opfer jetzt geht. 2017-05-29 17:30 3KB www.augsburger-allgemeine.de

 127  Spice-Girls-Erfinder sucht DICH für seine Band!

Er gibt deutschen Musik-Hoffnungen die Chance ihres Lebens. Erfolgsproduzent Simon Fuller (57) sucht gemeinsam mit BILD den deutschen Star für die neue Weltband Now United. Elf Künstler aus elf 2017-05-29 17:24 4KB www.bild.de

 128  Enteignung und alternative Fakten: Hitzige Debatte zur Urheberrechtsreform

Verleger sehen sich durch die geplante Urheberrechtsnovelle für die Wissenschaft "teilenteignet", Forscher können die Empörung nicht verstehen und fordern mehr Nutzerfreiheiten. Beide Seiten prallten bei einer Anhörung aufeinander. 2017-05-29 17:22 6KB www.heise.de

 129  Draghi: Lockere Geldpolitik weiter nötig

Draghi macht es weiter spannend: Vor der Zinssitzung im Juni betont er Notwendigkeit einer lockeren Geldpolitik im Euroraum. Experten erwarten, dass die EZB... 2017-05-29 17:21 923Bytes www.haz.de

 130  Warum Hartz IV keine wirkliche Alternative ist

Das Mindestsicherungssystem leidet immer mehr an Überdehnung. 2017-05-29 17:14 1KB diepresse.com

 131  Schwerer Schlag für Zivilisten: EU verlängert Syrien-Sanktionen

Die EU verlängert die weitreichenden Syrien-Sanktionen. Das ist ein schwerer Schlag für die Zivilbevölkerung, wie die UN erst kürzlich in einem Bericht dargelegt haben. 2017-05-29 17:13 10KB deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

 132  BMW-Werke warten weiter auf Teile von Bosch

Ein fehlendes Gussteil bringt die Fließbänder von BMW ins Stocken. Statt Autos zu bauen, machen die Beschäftigten Wartungsarbeiten oder Urlaub. Wie VW im ver... 2017-05-29 17:13 1002Bytes www.haz.de

 133  Wirtschaftsbeziehungen zu Indien: Markt mit Potenzial - und Problemen

Indiens Premierminister Modi ist zu Besuch in Berlin. Insbesondere die Wirtschaft hofft auf Fortschritte durch die deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Denn Indien ist für deutsche Unternehmen ein wichtiger, aber schwieriger Markt. Von Marion von Haaren. 2017-05-29 17:08 3KB www.tagesschau.de

 134  Glückwunsch, Internetphänomen! Das GIF wird 30 Jahre alt

Bunte Bilder, wenig Speicherplatz: GIFs gibt es für jeden Anlass, ein digitales Daumenkino sozusagen. Jetzt feiern die beliebten Animationen ihren 30. Geburtstag. 2017-05-29 17:06 3KB www.augsburger-allgemeine.de

 135  Steffen Hofmann, der Hütteldorfer „Fußballgott“

Beendet Steffen Hofmann nach dem Cupfinale gegen Salzburg und seinem 528. Pflichtspiel für Grünweiß seine Karriere, oder hängt der 36-Jährige noch eine Saison an? 2017-05-29 17:04 3KB diepresse.com

 136  EU-Mitgliedstaaten verschärfen Kfz-Abgastests

Abgaswerte neu zugelassener Autos sollen auch unter realen Fahrbedingungen überprüft werden. 2017-05-29 17:04 3KB diepresse.com

 137  Rot-Blau: Tiroler SPÖ fragt Mitglieder

Soll sich die SPÖ im Bund der FPÖ öffnen? Die Parteimitglieder im Bezirk Innsbruck-Land werden am 15. Juni dazu befragt. Die anderen Landesparteien wollen zunächst abwarten. 2017-05-29 17:04 4KB diepresse.com

 138  Aus für letztes EU-Raucherparadies

Mit dem Weltnichtrauchertag tritt ein generelles Rauchverbot in allen Lokalen des Nachbarlands in Kraft. Verstöße gegen das Gesetz werden mit hohen Strafen belegt. 2017-05-29 17:04 4KB diepresse.com

 139  Hasspostings: Facebook will nicht löschen

Der deutsche Justizminister, Heiko Maas, will mit einem Gesetz Hass im Netz verhindern und erntet dafür viel Kritik. Allerdings nicht nur von Facebook. 2017-05-29 17:04 4KB diepresse.com

 140  Tokio kündigt nach Nordkoreas Raketentest „Folgen“ an

USA und Japan drohen Pjöngjang, doch ihr Handlungsspielraum ist begrenzt. 2017-05-29 17:04 3KB diepresse.com

 141  Türkei: Ließ Erdoğan Putschisten gewähren?

Aussagen angeklagter Militärs werfen neue Fragen auf: Armee und Geheimdienst waren offenbar frühzeitig über Putschpläne informiert, schritten am 15. Juli 2016 zunächst aber nicht ein. 2017-05-29 17:03 4KB diepresse.com

 142  Der Sandplatzkönig, zurück auf seinem Thron

Rafael Nadal beherrscht seine Gegner auf Sand wieder wie in seinen besten Tagen. Der Körper des Spaniers ist nach langwierigen Problemen wieder sein Kapital, den Spielstil hat er adaptiert. Das erklärte Ziel: French-Open-Titel Nummer zehn. 2017-05-29 17:03 4KB diepresse.com

 143  Currentzis in Russland: Musik unter Wasser und bei Sonnenaufgang

Der extravagante Dirigent Teodor Currentzis hat aus dem Diaghilev-Festival ein Event der Extreme gemacht. 2017-05-29 17:03 1KB diepresse.com

 144  Europas Stahlbranche ruft um Hilfe

76 Konzern- und Verbandschefs warnen vor Verlust an Arbeitsplätzen. 2017-05-29 17:03 2KB diepresse.com

 145  Hau das Haus: Wurms Vorführung der Wut

Die große Halle ist voller kaputter Skulpturen, Häuser, Handys, Sofas mit Dellen und Löchern. Und das soll auch so sein. An den „Performativen Skulpturen“ hat Erwin Wurm seinen Zorn ausgelassen. Ab Freitag dürfen wir ihm das nachfühlen. 2017-05-29 17:03 5KB diepresse.com

 146  Cevapcici-Festival: 30.000 statt 5000 kamen

Eine Stunde warten vor dem Grill: Zum Cevapcici-Festival kamen mehr Besucher als erwartet. Die Veranstalter entschuldigen sich – und wollen 2018 nun vier Tage feiern. 2017-05-29 17:03 2KB diepresse.com

 147  EU: Konzerne werden ihre Steuern offenlegen müssen

Abgeordnete einigen sich auf Transparenzpflicht – auch für Steueroasen. 2017-05-29 17:03 4KB diepresse.com

 148  Notenbank-Tagung: Gutes Bargeld, schlechte Bitcoins

Auch die SPÖ stellt sich nun demonstrativ hinter das Bargeld. OeNB-Chef Ewald Nowotny warnt derweil vor Bitcoin. Die Notenbanken arbeiten schon an Alternativen. 2017-05-29 17:03 4KB diepresse.com

 149  Abschreiben gegen das Vergessen

Im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek illustriert eine kleine Sonderschau „Wege des Wissens“. Nur auf den ersten Blick ist das unspektakulär. 2017-05-29 17:03 4KB diepresse.com

 150  Mord in Schillerstraße: Polizei nimmt 15-Jährigen fest

Der Jugendliche hat zugegeben, auf den 64-Jährigen eingestochen und danach den Brand gelegt zu haben. Sein Opfer war nach einem Brand tot in seiner Wohnung... 2017-05-29 17:02 3KB www.augsburger-allgemeine.de

 151  Nach Mord an acht Menschen: Lincoln-Schütze hatte wohl Familie im Visier

Kurz nacheinander sterben im ländlichen Lincoln acht Menschen: Der Schütze sucht sie nachts in ihren Häusern auf - und schießt sie nieder. Nun kommen Details der Mordserie ans Licht. Offenbar hatte es der mutmaßliche Täter auf die Familie seiner Frau abgesehen. 2017-05-29 17:01 3KB www.n-tv.de

 152  Gibt’s bei der Arbeit Hitzefrei?

Konkrete gesetzliche Vorschriften über einzuhaltende Temperaturen am Arbeitsplatz bestehen nicht 2017-05-29 17:01 2KB www.bild.de

 153  Nach Rauswurf durch Apple: Entwickler-Tool Dash zurück im App Store

Die beliebte App, die API-Dokumentationen offline verfügbar macht, lässt sich nun wieder aus dem App Store herunterladen – kostenlos. Apple hatte den Account des Entwicklers vor gut einem halben Jahr wegen angeblich “betrügerischer Bewertungen” gesperrt. 2017-05-29 17:01 2KB www.heise.de

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DC5m Deutschland mix in german 153 articles, created at 2017-05-30 00:01

 

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Wolfsburg siegt auch in Braunschweig (7.99/8)

Der VfL Wolfsburg bleibt in der Fußball-Bundesliga. Der Tabellen-16. der ersten Liga setzte sich in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig mit zwei Siegen durch. Dem 1: 0-Hinspielerfolg am Donnerstag ließen die Wolfsburger im zweiten Duell am Montagabend einen weiteren 1: 0-Sieg folgen, der den Klassenerhalt sicherte. Der Portugiese Vieirinha (49.) erzielte im Auswärtsspiel das wichtige Tor für den Favoriten. Nach Gelb-Rot gegen Braunschweigs Maximilian Sauer in der 82. Minute war die Begegnung endgültig entschieden.
Am Ende einer völlig verkorksten Saison retteten die Wolfsburger im Niedersachsen-Duell gegen den Nachbarn aus Braunschweig gerade so die Erstliga-Zugehörigkeit. Trotz einer hoch motivierten Vorstellung verpassten die Braunschweiger vor 23 000 Zuschauern dagegen den vierten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga nach 1974,1981 und 2013.
Wolfsburg siegt auch in Braunschweig und bleibt in der Bundesliga
t-online.de
Relegation: Wolfsburg bleibt in der Bundesliga - Sieg in Braunschweig
welt.de
Bundesliga-Relegation: Braunschweig gegen Wolfsburg, Ordner am Boden
welt.de
VfL Wolfsburg gewinnt in Braunschweig und bleibt erstklassig
t-online.de
Fußball - Wolfsburger Kraftakt: VW-Club bleibt in der Bundesliga
t-online.de
Wolfsburg bleibt in der Fußball-Bundesliga
t-online.de
Relegation: Wolfsburg bleibt in der 1. Liga
tagesschau.de
Wolfsburger Kraftakt: VW-Club bleibt in der Bundesliga
sueddeutsche.de

 

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Polizei: Golf-Superstar Tiger Woods festgenommen (6.46/8)

Jupiter (dpa) - Der frühere Golf-Superstar Tiger Woods ist in Florida kurzzeitig inhaftiert worden. Er werde verdächtigt, unter Alkohol- oder Drogeneinfluss Auto gefahren zu sein, bestätigte das Büro des Sheriffs in Palm Beach County. Woods sei in der Nacht in ein Gefängnis gekommen, aus dem er am Vormittag wieder entlassen worden sei. Woods ist einer der erfolgreichsten Golfer der Geschichte und einer der bestverdienenden Sportler der Welt. Woods Karriereende schien zuletzt immer näher zu rücken, er sagte bei mehreren Turnieren Starts ab. Er hat gravierende Rückenprobleme.
Tiger Woods unter Alkohol- und Drogeneinfluss festgenommen
t-online.de
Ehemaliger Golf-Star: Tiger Woods wegen Alkohol am Steuer festgenommen
tagesspiegel.de
Golf-Star Tiger Woods in Florida festgenommen
tt.com
Golfer Tiger Woods in Florida festgenommen
diepresse.com
Golf-Superstar Tiger Woods festgenommen
haz.de
Golf: Tiger Woods verhaftet
nzz.ch
Alkohol oder Drogen am Steuer: Golfstar Tiger Woods in Florida verhaftet
nzz.ch

 

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Vieirinha verhindert Wolfsburgs Desaster (5.66/8)

Braunschweig hat Chancen, Wolfsburg macht das Tor: Im Rückspiel der Bundesliga-Relegation quält sich der VfL zu einem 1: 0 und schafft den Klassenerhalt. Ein Ordner wird durch Böller verletzt.
Ein fabulöses Tor des portugiesischen Europameisters Vieirinha (49.) hat den VfL Wolfsburg vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit bewahrt. Im Rückspiel der Relegation bei der tapfer und stolz kämpfenden Braunschweiger Eintracht erzielte der VfL am Montagabend einen 1: 0-Sieg (0: 0) , der den umstrittenen 1: 0-Hinspielerfolg vom Donnerstag in Gold ummünzte. Der VfL kann damit in wenigen Wochen seine nun schon 20 Jahre währende, ununterbrochene Erstligazugehörigkeit feiern, ohne komplett rot zu werden.
Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Wolfsburger bis zum Tor Vieirinhas von Glück reden konnten, dass die Braunschweiger sich in den ersten 45 Minuten vor dem gegnerischen Tor als völlig ineffektiv erwiesen hatten. Gleichwohl steht dem VfL nach einer desaströsen Saison ein Umbruch bevor, der eine Reihe von bisherigen Stammkräften aus der Stadt spülen dürfte - unter ihnen womöglich auch der umjubelte Vieirinha, dessen Treffer die Partie ein Stück weit auf den Kopf stellte.
Die Braunschweiger hatten nämlich in der ersten Hälfte die besseren Chancen gehabt. Sie hatten von Beginn an versucht, die elektrisierende Stimmung auf den Rängen des Stadions an der Hamburger Straße in Leidenschaft, Härte und Wagemut auf den Platz zu übertragen. Mit einigem Erfolg. Sie legten eine deutlich offensivere Mentalität und größere Kombinationsfreude an den Tag als noch am Donnerstag - und kamen auch zur ersten guten Chance einer weitgehend umkämpften wie unstrukturierten Begegnung voller erbitterter Zweikämpfe und Fehlpässen.
Es geschah, als es den Braunschweigern gelang, drei Pässe aneinanderzureihen. Sami Khelifi setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und steckte den Ball auf Maximilian Sauer durch, der den schwedischen Angreifer Christoffer Nyman bediente. Dessen Schuss aus sieben Metern parierte Wolfsburgs belgischer Tormann Koen Casteels mit einem Reflex.
Wolfsburg wiederum tat sich schwer, dem Braunschweiger Gesang an den rüden Arbeiterethos Fußball entgegenzusetzen. Der VfL setzte vor allem auf lange Bälle auf Mario Gomez, mit fatalen Folgen für den Spielaufbau. Yunus Malli und Daniel Didavi, die beiden potenziellen Spielmacher der VW-Werkself, waren nahezu inexistent. Es dauerte sage und schreibe bis zur 34. Minute, ehe sich die Wolfsburger eine nennenswerte Torgelegenheit erspielen konnten, dank Vieirinha, der da noch nicht wusste, dass er zum großen Hauptdarsteller des Abends werden würde.
Der Portugiese hatte erspäht, dass Yannick Gerhardt sich in den Rücken der Braunschweiger Abwehr schleichen konnte und bediente den linken Außenverteidiger mit einem feinen Außenristpass. Gerhardt aber scheiterte aus kurzer Distanz an Torwart Jasmin Fejzic. Kurz vor der Halbzeit hatte dann Braunschweig eine weitere Großchance, der sie wohl noch einige Jahre hinterhertrauern werden: Kapitän Ken Reichel erhielt auf der linken Seite einen Pass von Stürmer Nyman, konnte sich vor Casteels positionieren - schoss aber unkonzentriert über das Tor.
VfL Wolfsburg gewinnt in Braunschweig und bleibt erstklassig
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Wolfsburg quält sich zum Klassenerhalt
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Vieirinha-Hammer rettet Wolfsburg
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Unwetter in Russland: Mehrere Tote durch Sturm in Moskau (5.17/8)

Der heftige Sturm dauerte nur wenige Minuten, doch mehrere Menschen kamen in Russlands Hauptstadt und im Moskauer Umland ums Leben. Die Behörden gehen von einem Millionenschaden aus.
Bei einem schweren Sturm sind in Moskau und Umgebung 13 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen wurden Behördenangaben zufolge verletzt sowie Hunderte Bäume entwurzelt. Die Gesundheitsbehörden warnten, dass die Zahl der Toten noch steigen könne.
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von einer "beispiellosen" Tragödie. Dass es so viele Opfer gebe, sei darauf zurückzuführen, dass der Sturm am helllichten Tage gewütet habe. Die meisten der Todesopfer wurden offenbar von umstürzenden Bäumen und herumfliegenden Gegenständen getroffen.
Experten in Behördenkreisen schätzten den Schaden auf umgerechnet Hunderttausende Euro. Der russische Wetterdienst hatte ein Gewitter mit starken Windböen angekündigt. Nach ersten Angaben betrug die Windgeschwindigkeit mehr als 100 Kilometer pro Stunde. Dutzende Dächer wurden laut Behörden beschädigt. Der Wind war so heftig, dass er auch Müll auf den Straßen aufwirbelte. Nach dem starken Regen sammelten sich riesige Pfützen auf dem Asphalt der Moskauer Straßen und Innenhöfe. In Tausenden Haushalten in und um Moskau fiel der Strom aus, wie die Agentur Interfax berichtete.
Das Unwetter führte auch zu Verspätungen an den Flughäfen der russischen Hauptstadt. Bei den Vorstadtzügen kam der Verkehr vorübergehend zum Erliegen. Der Wetterdienst warnte überdies vor einem weiteren Sturm, der in der Nacht zum Dienstag über Moskau hinwegziehen könnte.
13 Tote bei heftigem Unwetter in Moskau
stern.de
Heftiger Wirbelsturm in Moskau: Umstürzende Bäume töten elf Menschen
n-tv.de
Mehrere Tote nach Orkan in Moskau
haz.de
- Mehrere Tote nach Sturm in Moskau
sueddeutsche.de
Sturm in Moskau: Elf Menschen von Bäumen erschlagen
diepresse.com

 

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Macron und Putin: Im Gleichschritt (5.10/8)

Die überwältigende Kulisse konnte nicht über den Pragmatismus des Augenblicks hinwegtäuschen. Der neue französische Präsident Emmanuel Macron empfing Wladimir Putin vor den Büsten französischer Kriegsführer in der berühmten Schlachtengalerie im Prinzenflügel des Schlosses von Versailles. Pompöser, martialischer ging es kaum. Dabei sahen sich Macron und der russische Präsident eine Ausstellung über Peter den Großen in Versailles an: Jener Zar, der Putins Heimatstadt Sankt Petersburg aufbaute und an gleicher Stelle in Versailles vor 300 Jahren die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich knüpfte. Putin verehrt ihn wie kaum einen anderen.
Und doch sollte der große historische Rahmen für das erste "Arbeitstreffen" des neu gewählten französischen Präsidenten mit seinem russischen Gegenüber praktisch keine Bedeutung haben: "Dialog und Anspruch" hatte Macron zur Begrüßung getwittert, um seine Distanz zu Putin deutlich zu machen. Der hatte erst wenige Tage zuvor unverblümt vom "gegenseitigen Misstrauen" gesprochen, das die Beziehungen zwischen Russland und Frankreich präge. Wird es dabei bleiben?
Aus deutscher Sicht fragt man sich natürlich immer, wenn Franzosen und Russen, die großen Nachbarn, sich treffen, ob sie etwas gegen Deutschland im Schilde führen. Und mit dieser Sorge der Deutschen spielen Paris und Moskau dann gern. Erstaunlich deshalb, wie die französischen Beobachter fast einhellig Macrons erste internationale Auftritte im Rahmen einer wiedergefundenen deutsch-französischen Allianz deuten. Erst sein langer, viel kommentierter Händedruck mit US-Präsident Donald Trump auf dem Nato-Gipfel, mit dem sich der junge Franzose "Respekt verschaffen wollte", wie er später selbst zugab. Nun die Begrüßung Putins im Schloss von Versailles: dieses Mal ohne langen Händedruck, aber auch ohne das typische Macron-Lächeln.
Es wirkt für die französischen Beobachter, als wolle sich Macron mit stets der gleichen Distanz zu den Großen dieser Welt bewegen wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Der diplomatische Gleichschritt, den er (Macron) mit Angela Merkel hinlegt, zeigt ein unübersehbares Savoir-faire", kommentierte sogar die Macron-kritische Pariser Tageszeitung Libération. Das Lob schloss die Kanzlerin ausdrücklich ein: In ihrer Münchener Bierzeltrede vom Wochenende hatte sie schließlich ihre neue Freundschaft zum jungen französischen Präsidenten nach ihrem Ärger mit Trump besonders betont.
Also wollte Macron keinesfalls im Gleichschritt mit Putin auftreten – so sehr sich die militärische Kulisse in Versailles dafür auch anbot. Die Aufgabe war eine leichte. Hatte nicht Putin noch mitten im französischen Wahlkampf im März Macrons Gegnerin Marine Le Pen im Kreml empfangen? Hatten die russischen Medien nicht monatelang Gerüchte über Macron gestreut, er sei schwul und auch ansonsten unberechenbar? Also durfte niemand von Macron Liebeserklärungen für Putin erwarten. Und umgekehrt. Aus deutscher Sicht durchaus beruhigend.
Entsprechend bedienten die Journalisten Macron auf der abschließenden Pressekonferenz genau mit den ihm genehmen Fragen: Ob es denn wirklich eine Erwärmung im französisch-russischen Klima geben könne nach den vielen Fauxpas mit Le Pen im Wahlkampf? "Ich spüre nur die Wärme dieses Saales", antwortete der junge Präsident wie ein alter. Der Rest sei Politik, die sich um die wirklichen Probleme kümmern müsse. Putin geriet dabei wie gewünscht in die Defensive: Denn er musste noch einmal über seinen Empfang von Le Pen im Kreml sprechen. Die habe sich schließlich immer um die russisch-französischen Beziehungen gekümmert. "Warum sollte ich Madame Le Pen also nicht empfangen?", fragte Putin.
Im Grunde waren das nun Nebensächlichkeiten. Man hätte gern genauer gewusst, was Putin und Macron über Syrien vereinbarten. Immerhin soll es da jetzt eine französisch-russische Arbeitsgruppe geben. Zur Ukraine aber war ihre Botschaft klar: Man wolle das Gespräch mit Berlin und Kiew im sogenannten Normandie-Format zu viert gern fortsetzen. Als gäbe es darüber ohne Deutschland nichts zu sagen. Und Macron erklärte auch noch schnell, dass er nach seinem Treffen mit Putin in Versailles gleich die Kanzlerin anrufen werde, um sie zu informieren. Als meinte er es wirklich ernst mit dem Gleichschritt.
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Schwieriges erstes Treffen von Macron und Putin in Versailles
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Treffen mit Putin in Versailles: Macron zieht eine «rote Linie in Syrien
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Versailles: Macron bereitet Putin überraschend freundlichen Empfang
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Schwierige Gespräche: "Sonnenkönig" Macron trifft "Zar" Putin (4.07/8)

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Frankreich: Der umstrittene Gast aus Moskau
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Treffen mit Putin in Versailles: Macron zieht eine «rote Linie in Syrien
nzz.ch

 

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70 Personen schwer verletzt: 13 Tote bei heftigem Sturm in Moskau und Umgebung (2.07/8)

(afp/dpa) Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte laut der Nachrichtenagentur Interfax, 70 Personen seien schwer verletzt worden. Er sprach von einer beispiellosen Tragödie. Dass es so viele Opfer gebe, sei darauf zurückzuführen, dass der Sturm am helllichten Tage gewütet habe. Die meisten der Todesopfer wurden offenbar von umstürzenden Bäumen und herumfliegenden Gegenständen getroffen.
Die Agentur Interfax berichtete, rund 7000 Moskauer Haushalte seien von Stromausfällen betroffen. Die Sicherheitskräfte teilten mit, dass auch das Dach eines Polizeireviers beschädigt worden sei.
Das Unwetter führte auch zu Verspätungen an den Flughäfen der russischen Hauptstadt. Der Wetterdienst warnte überdies vor einem weiteren Sturm, der in der Nacht zum Dienstag über Moskau hinwegziehen könnte.
13 Tote bei heftigem Unwetter in Moskau
stern.de
Heftiger Wirbelsturm in Moskau: Umstürzende Bäume töten elf Menschen
n-tv.de

 

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Tiger beißt Tierpflegerin tot (2.06/8)

London – Blutiges Drama in einem englischen Zoo: Ein weißer Tiger hat eine Tierpflegerin am Vormittag angefallen und getötet, wie die Polizei der Grafschaft Cambridgeshire mitteilte.
Die Tiger-Attacke ereignete sich demnach im Raubkatzen-Gehege im Hamerton Zoo Park in Huntingdon in Mittelengland.
Das Raubtier sei in das Gehege eingedrungen, als sich die Wärterin dort aufhielt, teilte die Polizei mit. Die Frau sei noch vor Ort an ihren Verletzungen gestorben. Augenzeugen berichteten laut BBC von lauten Schreien.
Offenbar war die Zoowärterin in das Gehege gegangen, um einem ihrer Kollegen zu helfen.
Andere Zoo-Angestellte sollen noch versucht haben, den Tiger mit Fleisch abzulenken – vergebens.
Nach dem tödlichen Angriff hieß es zunächst, dass der Tiger ausgebrochen sei. Dem war jedoch nicht so.
Der Zoo wurde evakuiert und für die Öffentlichkeit geschlossen. Eine Gefahr für Besucher bestand aber offenbar nicht. „Das Tier ist zu keinem Zeitpunkt aus dem Gehege gekommen“, hieß es von der Polizei. Auch die Zooverwaltung versicherte, Besucher seien „zu keinem Zeitpunkt in Gefahr“ gewesen.
Es handle sich um einen „außergewöhnlichen Unfall“. Es wurden Ermittlungen eingeleitet. Am Dienstag bleibt der Zoo geschlossen.
Schon 2008 sorgte der Zoo für Schlagzeilen, als ein Schimpanse ausbrach und von einem neunjährigen Jungen im Hinterhof seines Zuhauses gefunden wurde.
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Tierpflegerin in britischem Zoo von Tiger getötet
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Tiger tötet Tierpflegerin in britischem Zoo
stern.de

 

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Bundesliga: Sandro Schwarz wird offenbar neuer Mainzer Trainer (2.04/8)

Der Bundesligist FSV Mainz 05 hat einen neuen Trainer: Sandro Schwarz wird der Nachfolger von Martin Schmidt. Das berichten übereinstimmend die Deutsche Presse-Agentur und die Bild. Offiziell verkünden will der Verein die Personalie am Mittwoch.
Vor gut zwei Jahren hatte Schwarz die Mainzer U23-Mannschaft übernommen. Der bisherige Trainer Schmidt kam daraufhin zur ersten Mannschaft. Nach dem diesjährigen Saisonabschluss auf dem 15. Tabellenplatz trennte sich Mainz von seinem Cheftrainer. Nun übernimmt Schwarz zum zweiten Mal einen freigewordenen Posten von Schmidt.
Der 38-jährige Schwarz ist in dieser Saison mit der Mainzer U23 aus der dritten Liga abgestiegen. Innerhalb des Vereins genießt er dennoch ein hohes Ansehen. In den vergangenen Jahren hatte der FSV häufiger auf interne Kandidaten bei der Trainerwahl gesetzt. So war es neben Schmidt etwa bei dem jetzigen Dortmunder Trainer Thomas Tuchel, der erst die U19 und dann die Mainzer Profis von 2009 bis 2014 trainiert hatte. Jürgen Klopp, derzeit Trainer bei Liverpool, war bei Mainz vom Spieler zum Trainer aufgestiegen.
Auch der in Mainz geborene Schwarz hatte früher für den FSV gespielt. Von 1997 bis 2004 lief er für Mainz auf, danach folgten Stationen bei Rot-Weiß Essen und SV Wehen Wiesbaden. Dort startete er 2009 seine Trainerkarriere. Mit dem 1. FC Eschborn gelang ihm 2012 der Aufstieg in die Regionalliga. Ein Jahr später übernahm er die Mainzer U19,2015 dann die U23.
Mit der Profimannschaft führt Schwarz nun ein Team an, das eine schwierige Saison hinter sich hatte. Von 34 Spielen gingen 17 verloren – erst mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt am vorletzten Spieltag konnten die Mainzer verhindern, auf dem Relegationsplatz zu landen. Die darauffolgende Trennung von Trainer Martin Schmidt begründete der Manager Schröder so: "Wir brauchen einen neuen Impuls." Schmidt habe aber einen "tollen Job" gemacht und den Verein geprägt.
Sandro Schwarz wird neuer Bundesliga-Trainer in Mainz
stern.de
Schwarz neuer Mainz-Trainer!
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Das 300-Millionen-Euro-Spiel: Wagner und Huddersfield steigen in die Premier League auf (2.04/8)

*Wahnsinn! *
Der deutsche Trainer David Wagner hat mit dem englischen Fußball-Zweitligisten Huddersfield Town den Aufstieg in die Premier League geschafft.
Die Terriers siegten im Championship-Playoff-Finale gegen den FC Reading mit 4: 3 (0: 0) nach Elfmeterschießen, machten damit nach 45 Jahren den Aufstieg in Englands höchste Spielklasse perfekt und sorgten für grenzenlose Euphorie bei den mitgereisten Anhängern.
Vor 76 682 Zuschauern im Londoner Wembley Stadion verwandelte Christopher Schindler den entscheidenden Elfmeter für Huddersfield, dessen Torwart Danny Ward einen Schuss von Jordan Obita pariert hatte. Bei Huddersfield spielten mit Schindler, Michael Hefele, Chris Löwe, Elias Kachunga und Collin Quaner, der für Kachunga kam, gleich fünf Deutsche im Playoff-Finale.
Als dritter Aufsteiger folgt Huddersfield den über die Championship-Tabelle direkt aufgestiegenen Clubs Newcastle United und Brighton and Hove Albion.
Der Aufstieg von der Championship in die Premier League könnte Huddersfield in den kommenden drei Jahren 338 Millionen Euro einbringen - sollte Huddersfield nicht nach der ersten Saison wieder absteigen. Das berichtet der Independent. Laut einer Rechnung des britischen Telegraph beläuft sich die Summer immerhin noch auf 237,5 Millionen Euro.
Englischer Fussball: Huddersfield steigt in die Premier League auf
nzz.ch
Klopp-Kumpel Wagner
steigt mit Huddersfield auf
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Putin bei Macron: Russland und Frankreich wollen gemeinsam Terror bekämpfen (2.03/8)

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit russischen und französischen Vertretern zu gründen, um gegen den Terrorismus zu kämpfen. Die Gruppe solle sich in Moskau und Paris treffen, sagte Macron nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin in Versailles. Die Zusammenarbeit zwischen Paris und Moskau müsse verstärkt werden, um der Bedrohung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" gerecht zu werden. Putin sagte, er habe Macron die gemeinsame Arbeitsgruppe vorgeschlagen.
Macron warnte außerdem vor weiteren Chemiewaffeneinsätzen in Syrien. Frankreich werde für jede derartige Aktion Vergeltung üben. Ein weiterer Chemiewaffeneinsatz sei eine "rote
Linie" für Frankreich.
Der
Westen wirft der syrischen Armee vor, im Bürgerkrieg Giftgas eingesetzt
zu haben. Die Regierung in Damaskus und ihr Verbündeter Russland
bestreiten das. Syrien bezeichnet praktisch alle bewaffneten Rebellen
als "Terroristen".
Putin sagte, in manchen Punkten zum Syrien-Konflikt stimmten Frankreich
und Russland überein. Dies sei eine Grundlage, die Zusammenarbeit
zwischen den beiden Ländern intensiver zu gestalten.
Syrien ist nicht das einzige Thema, das Verhältnis zwischen Frankreich und Russland belastet. Auf die schwierige Beziehung angesprochen, sagte Macron: "Wir teilen einige Meinungsverschiedenheiten. Aber wenigstens teilen wir sie." Er unterstrich die Notwendigkeit eines ehrlichen Dialogs als Basis für eine Zusammenarbeit. Sonst erreiche man überhaupt nichts, weder in Syrien, noch in der Ukraine.
Auch für die krisengeschüttelte Ukraine streben Frankreich und Russland laut Macron ein baldiges Treffen an – im sogenannten Normandie-Format. In dieser informellen Gruppe sind neben Russland und Frankreich auch Deutschland und die Ukraine vertreten.
Es gebe den Willen, im Rahmen der Friedensvereinbarung von Minsk zu einer Deeskalation des Konflikts zu kommen, sagte Macron. Der Plan wurde im Februar 2015 unter Vermittlung von Macrons Amtsvorgänger François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel ausgehandelt.
Weder die mehrfach erklärte Waffenruhe noch der Abzug von schwerem Kriegsgerät sind aber bisher umgesetzt. Seit mehr als drei Jahren bekämpfen sich Regierungseinheiten und von Moskau unterstützte Separatisten. Nach UN-Schätzungen sind etwa 10.000 Menschen getötet worden.
Eines der großen Streitpunkte zwischen Frankreich und Russland in den vergangenen Wochen war eine mögliche Einmischung Russlands in den französischen Wahlkampf. Hacker hatten am Freitag vor der Wahl interne E-Mails des Wahlkampfteams von Macron veröffentlicht. Der Vorgang ähnelte dem in der US-Wahl, für den US-Behörden Russland verantwortlich machen. Putin sagte, es sei nicht bewiesen, dass russische Hacker
versucht hätten, die Wahl in Frankreich zu beeinflussen. Deshalb gebe es
nichts zu kommentieren.
Außerdem hatten russische Medien wie Sputnik und RT France wiederholt unwahre Gerüchte über Macrons Privatleben verbreitet. Sein Wahlkampfteam schloss diese Medien später von seinen Konferenzen aus. In Versailles nannte Macron diese "Propagandaorgane". Im Falle von Sputnik gehe es nicht um Meinungsfreiheit, sondern um die Verbreitung von Unwahrheiten. Deshalb werde sich am Ausschluss dieser Medien auch in Zukunft nichts ändern, betonte Macron. Die Mehrheit der ausländischen, auch russischen, Medien habe natürlich weiterhin Zugang zu seinen Pressekonferenzen.
Putin rechtfertigte derweil den Empfang für die rechte Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen im Kreml kurz vor der Wahl. Das sei keine Einflussnahme auf die Wahl gewesen, sagte er nach dem Treffen mit Macron. Le Pens Eintreten für den Erhalt nationaler Identitäten in Europa habe seine Berechtigung, sagte Putin. Die Chefin der Front National sei mehrfach in Moskau gewesen, sie sei stets für ein enges Verhältnis zu Russland eingetreten. "Warum hätten wir ihr absagen sollen?", fragte Putin.
Treffen mit Putin in Versailles: Macron zieht eine «rote Linie in Syrien
nzz.ch
Versailles: Macron bereitet Putin überraschend freundlichen Empfang
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

 

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Schulz: Müssen uns Trump mit allem in den Weg stellen (2.02/8)

Berlin (dpa) - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat nach dem enttäuschenden G7-Gipfel alle Demokraten in Europa aufgerufen, US-Präsident Donald Trump seine Grenzen aufzuzeigen. Europa sei der beste Schutz für die Demokratie, für die Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt: «Deshalb ist das Gebot der Stunde, sich diesem Mann mit allem, was wir vertreten, in den Weg zu stellen, übrigens auch seiner fatalen Aufrüstungslogik, die er uns aufzwingen will», sagte Schulz bei einer SPD-Veranstaltung in Berlin. Zuvor war Kanzlerin Angela Merkel auf Distanz zu den USA gegangen.
Schulz will sich Trump in den Weg stellen
t-online.de
Trump sieht seinen Trip als Erfolg - und steht damit nicht allein
stern.de

 

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Gesundheit: Smartphones können Kinder krank machen (1.05/8)

Berlin (dpa) - Bei täglicher Smartphonenutzung steigt bei Kindern und Jugendlichen das Risiko von Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität.
So ist das Risiko von Konzentrationsstörungen bei täglichem Smartphonegebrauch von mehr als einer halben Stunde bei 8- bis 13-Jährigen sechs Mal höher als üblich. Das geht aus einer in Berlin vorgestellten Studie hervor, bei der mehr als 5500 Kinder und Eltern zum Thema befragt wurden.
Motorische Hyperaktivität ist bei 2- bis 5-Jährigen bei einer Smartphone-Nutzung von mehr als einer halben Stunde pro Tag 3,5 mal häufiger als normalerweise. Mehr als 16 Prozent der 13- und 14-Jährigen gaben an, Probleme zu haben, die eigene Internetnutzung selbstbestimmt zu kontrollieren. Aber auch schon für die Kleinsten kann ein Smartphone laut der Studie zum Problem werden.
Wenn die Mutter während des Stillens oder der Betreuung von Säuglingen parallel digitale Medien nutzt, gibt es demnach messbare Hinweise auf Bindungsstörungen. "Kinder trinken nicht richtig, sie schlafen schlecht", sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) bei der Vorstellung der Daten.
Mortler mahnte Eltern, mehr auf die Mediennutzung ihrer Kinder zu achten. Experten gingen von etwa 600.000 Internetabhängigen und 2,5 Millionen problematischen Internetnutzern in Deutschland aus. "Sechs Prozent der 12- bis 17- Jährigen in unserem Land sind definitiv behandlungsbedürftig", sagte Mortler.
Uwe Büsching vom Vorstand des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte sagte, Kinder sollten vor dem 12. Geburtstag kein Smartphone bekommen. Ähnlich wie im Straßenverkehr brauche es so für die Mediennutzung klare Regeln. Vor dem Kauf eines Handys für Minderjährige sollten Eltern mit ihren Kindern einen Vertrag über Grenzen der Nutzung abschließen. Wichtig sei, dass Kinder nicht unbeaufsichtigt im Internet surften und dass es eine automatische Abschaltfunktion nach einer bestimmten Dauer gebe.
Studienautor Rainer Riedel, Direktor des Instituts für Medizinökonomie und medizinische Versorgungsforschung Köln, plädierte zudem dafür, dass Eltern etwa bei Klassenchats per Smartphone mitlesen. Das könne die Minderjährigen vor Mobbing schützen. Gut seien auch handyfreie Zonen etwa am familiären Esstisch. Neben der Nutzung digitaler Medien sollten auch Freiräume etwa zum Klettern, Malen oder Schwimmen bestehen. "Kicken statt Klicken" könne etwa das Motto lauten, wenn Kinder gern Fußball spielen.
Mortler riet Eltern, auf die wahren Bedürfnisse ihrer Kinder zu achten. "Das Kind schreit nach der Milch der Mutter und der Liebe der Mutter, aber es hat mit Sicherheit keinen Durst nach Smartphones."
Smartphones können Kinder krank machen
sueddeutsche.de
Wie Risiken vermindert werden können
sueddeutsche.de

 

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Düker und Klocke neue Fraktionsvorsitzende der Grünen (1.03/8)

Duisburg (dpa/lnw) - Die neue Fraktion der Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag geht mit einer Doppelspitze in die nächste Legislaturperiode. Die 14 Abgeordneten wählten am Montag bei einer Klausurtagung in Duisburg Monika Düker und Arndt Klocke zu neuen Fraktionsvorsitzenden, wie ein Sprecher mitteilte. Klocke habe 13 Stimmen erhalten, für Düker hätten neun Abgeordnete gestimmt. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Mehrdad Mostofizadeh war nach der Niederlage der Grünen bei der Landtagswahl nicht mehr für den Chefposten angetreten. Er wurde aber zu einem der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. Weitere Fraktionsvize ist Josefine Paul. Zur Parlamentarischen Geschäftsführerin wurde Verena Schäffer gewählt.
NRW-Grüne: Düker und Klocke zu neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt
rp-online.de
Vertauschter Listenplatz - FDP-Politikerin nimmt Mandat an
sueddeutsche.de

 

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Melanie Müller über Helene Fischer (1.02/8)

Kein Auftritt sorgte in letzter Zeit für so viel Furore wie der von Schlagerqueen Helene Fischer. Beim DFB-Pokalfinale wurde die "Atemlos"-Interpretin während ihres Halbzeit-Auftritts minutenlang ausgepfiffen. Doch wie geht man mit so vielen Buhrufen eigentlich um? Wir haben bei jemandem nachgefragt, der es wissen muss: Ballermannstar Melanie Müller.
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Als Bachelor-Kandidatin wurde sie bekannt, als Dschungelkönigin berühmt. Seitdem kämpft sich Melanie Müller von Show zur Show, landete letztendlich als Sängerin am Ballermann. Dort ist das Publikum so hart wie nirgendwo sonst.
Seit vier Jahren tritt Melanie regelmäßig auf Mallorca auf, das Partyvolk hat sie mittlerweile akzeptiert. Doch gerade zu Beginn ihrer Karriere hatte es die werdende Mama schwer. Die 28-Jährige wurde ausgebuht. Eine Situation, die auch Helene Fischer jetzt zum ersten Mal am eigenen Leib erfahren musste.
"Man sucht die Fehler bei sich", verrät Melanie im Interview mit t-online.de. "Dabei sind das meist immer nur Betrunkene oder ziemlich primitive Leute, die sich dann komischerweise doch ihr Bild und Autogramm nach der Show abholen!"
Heute ist das anders, mittlerweile hat sie sich am Ballermann einen Namen gemacht. "Ich mache mir da nicht mehr so viele Gedanken. Vereinzelte wird es immer geben, die das nicht gut finden, was man macht." Bei 3000 Menschen im Publikum fallen ihr die zwei, drei Pfiffe gar nicht auf, so die Blondine.
Einen Rat für Helene hat sie nicht. "Ich kann und will so einem Megastar wie Helene keine Tipps geben!", sagt Melanie. "Sie macht ganze Stadien voll. Ich glaube kaum, dass sie das ansatzweise interessiert hat, was da gelaufen ist. Und das ist auch gut so!"
Ausgepfiffen: Ach Helene, die Welt kann ganz schön grausam sein
augsburger-allgemeine.de

 

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Türkei: SPD drängt auf Bundeswehr-Abzug aus Incirlik (1.02/8)

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei sitzen inzwischen mehr als 50.000 Verdächtige wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung in Untersuchungshaft. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Sonntagabend unter Berufung auf das Justizministerium, unter diesen 50.136 Untersuchungshäftlingen seien 8816 Polizisten, 6982 Soldaten (davon wiederum 167 Generäle) , 2431 Richter und Staatsanwälte sowie 23 Provinzgouverneure.
Nach 7112 Verdächtigen werde gefahndet. Die Regierung macht die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli vergangenen Jahres verantwortlich.
Die Türkei erlaubt eine konsularische Betreuung der inhaftierten deutschen Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu. Wie der Sprecher Auswärtigen Amts, Martin Jäger, am Montag sagte, gibt es eine mündliche Zusage der türkischen Behörden. Das "Drängen" der Bundesregierung auf einen Haftbesuch sei "positiv beschieden" worden. Als möglicher Termin sei der 2. Juni im Gespräch.
Tolu soll nach türkischen Angaben für eine linksgerichtete Nachrichtenagentur gearbeitet haben. Sie wurde Ende April unter dem Vorwurf der "Terrorpropaganda" festgenommen. Im Gegensatz zu dem seit Monaten inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel hat sie nur die deutsche Staatsbürgerschaft - die Bundesregierung hat also einen völkerrechtlichen Anspruch auf die Betreuung.
Yücel wird seit Februar in der Türkei gefangen gehalten. Er erhält bereits konsularische Betreuung. Yücel wird wegen seiner Berichte über den Kurdenkonflikt und den Putschversuch vom Juli 2016 Volksverhetzung und Terrorpropaganda vorgeworfen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete ihn zudem als deutschen Spion und Agenten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) . Die Bundesregierung hat scharfe Kritik an dem Verfahren geäußert und dringt auf die Freilassung Yücels.
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Niels Annen, hat eine schnelle Entscheidung über ein Ende der Stationierung von Bundeswehrsoldaten in der Türkei gefordert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei mit leeren Händen vom Nato-Gipfel zurückgekommen, sagte Annen der Süddeutschen Zeitung (Montagsausgabe) . "Wir können nicht zulassen, dass die türkische Regierung noch länger ihre Spielchen treibt."
Entweder beschließe das Bundeskabinett nun den Abzug vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik oder, "wenn das nicht der Fall ist, muss der Bundestag eine Entscheidung treffen", sagte Annen dem Blatt. Die Türkei hat Bundestagsabgeordneten wiederholt die Reise zum Luftwaffenstützpunkt Incirlik verweigert. Von dort aus beteiligt sich die Bundeswehr mit Aufklärungs-Tornados und Tankflugzeugen am Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) .
Die Union im Bundestag erwartet innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Entscheidung über den Abzug der deutschen Soldaten vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik. "14 Tage darf die diplomatische Mühle jetzt noch arbeiten", sagte der außenpolitische Fraktionssprecher Jürgen Hardt der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn sie in 14 Tagen keine klaren, eindeutigen Signale aus Ankara hat, was das Besuchsrecht angeht, dann muss die Bundesregierung die 'Tornados' verlegen."
Die Türkei hat Bundestagsabgeordneten den Besuch der rund 260 deutschen Soldaten in Incirlik verboten, weil Deutschland türkischen Soldaten Asyl gewährt hat. Die Regierung in Ankara wirft ihnen Beteiligung am Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 vor. Die Bundeswehr unterstützt von Incirlik aus den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) .
Im Streit um Abgeordneten-Besuche auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik setzt die Bundesregierung "Spiegel Online#2 zufolge Ankara eine Frist: Sie gebe der türkischen Regierung noch zwei Wochen Zeit - dann solle der Abzug der deutschen Tornados aus der Türkei angeordnet werden, berichtete das Nachrichtenportal am Samstag. Das Auswärtige Amt wollte den Bericht nicht kommentieren.
Bundestagsabgeordnete wurden bei einem kurzfristig anberaumtem Treffen am Freitagabend von ranghohen Beamten des Auswärtigen Amts und des Verteidigungsministerium über die Pläne informiert, wie "Spiegel Online" berichtete. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte das Treffen. Die Federführung habe beim Auswärtigen Amt gelegen.
Laut "Spiegel Online" will die Bundesregierung erneut mit der türkischen Regierung reden und erst dann über den Abzug aus Incirlik entscheiden. Die Gespräche sollen demnach offenbar von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) geführt werden. Intern machten sich jedoch weder die beiden Ministerien noch das Kanzleramt Hoffnung, dass mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine Lösung gefunden werden könne.
Erstmals seit fast acht Monaten dürfen Bundestagsabgeordnete wieder deutsche Soldaten in der Türkei besuchen. Die Fachleute aller Fraktionen wurden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vom Auswärtigen Amt und vom Verteidigungsministerium darüber informiert, dass die türkische Regierung keine Einwände gegen eine Reise zum Nato-Stützpunkt Konya habe. Für den Luftwaffenstützpunkt Incirlik gibt es weiterhin keine Besuchserlaubnis.
Seit dem gescheiterten Putschversuch im vergangenen Juli sind in der Türkei mehr als 4000 Richter und Staatsanwälte entlassen worden. Justizminister Bekir Bozdag sagte am Freitag, inzwischen sei der gesamte Justizapparat auf mögliche Anhänger des in den USA im Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen überprüft worden, der von der Regierung in Ankara für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird.
Den mehr als 4000 entlassenen Richtern und Staatsanwälten würden Verbindungen zum Gülen-Netzwerk zur Last gelegt, sagte Bozdag. "Es gibt keinen Richter und Staatsanwalt mehr, der nicht überprüft wurde." Gülen hatte den Vorwurf der türkischen Regierung zurückgewiesen, hinter dem Putschversuch vom 15. Juli zu stecken.
Wegen mutmaßlicher Beteiligung an dem Putschversuch wurden einschließlich anderer Berufsgruppen mehr als 100.000 Menschen entlassen und mehr als 47.000 festgenommen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) warf der Türkei am Montag "willkürliche" Entlassungen vor und forderte die Regierung auf, den Betroffenen Berufungsmöglichkeiten einzuräumen.
In dem Schreiben des Gerichtshofs an den Anwalt Veysel Ok heißt es demnach, der Fall Yücels solle "vorrangig behandelt" und "in kürzest möglicher Zeit untersucht werden".
Yücel wird seit Februar in der Türkei gefangen gehalten. Ihm werden wegen seiner Berichte über den Kurdenkonflikt und den Putschversuch vom Juli 2016 Volksverhetzung und Terrorpropaganda vorgeworfen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete ihn zudem als deutschen Spion und Agenten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) .
Die Bundesregierung hat scharfe Kritik an dem Verfahren geäußert und dringt auf die Freilassung Yücels. Das machte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Angaben eines Regierungssprechers auch noch einmal bei einem Gespräch mit Erdogan am Rande des Nato-Gipfels in Brüssel am Donnerstag deutlich.
Hintergrund der Haftstrafe ist ein Titelblatt des Magazins vom 2. November 2015, dem Tag nach der bislang letzten Parlamentswahl. Das Magazin zeigte dort Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan - dessen AKP die Wahl gewonnen hatte - mit der Aufschrift: "Montag, 2. November, Beginn des türkischen Bürgerkrieges".
Unmittelbar vor dem Nato-Spitzentreffen gewinnt der Streit um Besuche von Bundestagsabgeordneten in der Türkei an Schärfe. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) warf der Regierung in Ankara am Mittwoch vor, ein "Einreiseverbot" gegen Parlamentsvizepräsidentin Claudia Roth und drei weitere Abgeordnete verhängt zu haben. Dies sei ein "schwerwiegender Vorgang".
Der Konflikt um einen lange geplanten Türkei-Besuch von vier Bundestagsabgeordneten bedeutet nach Worten von Parlamentsvizepräsidentin Claudia Roth "eine neue Eskalationsstufe" in der Krise der deutsch-türkischen Beziehungen. Durch extremen Druck aus Ankara sei eine kurzfristige Absage der Reise unausweichlich gewesen, sagte die Grünen-Politikerin, die selbst mitfahren wollte, am Mittwoch in Berlin.
Von "allerallerallerhöchster türkischer Stelle" sei den Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU, SPD und Grünen vermittelt worden, dass der Besuch von Donnerstag bis Sonntag in Ankara, Diyarbakir und Istanbul "nicht opportun" sei. Roth nannte den türkischen Vize-Außenminister als Überbringer der negativen Botschaft - dahinter stehe für sie aber eindeutig Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Offizielle Gespräche wären ebenso unmöglich gewesen wie ein Besuch des Parlaments, auch eine Sicherheitsbegleitung hätte es nicht gegeben. "De facto kommt dies einer Absage an den politischen Dialog gleich. Man könnte auch sagen: Rote Karte für den Deutschen Bundestag", sagte Roth. Dies sei inakzeptabel. Sie erwarte eine sehr klare Reaktion der Bundesregierung und "keinen Schlingerkurs".
Eine für diese Woche geplante Reise mehrerer Bundestagsabgeordneter in die Türkei ist abgesagt worden. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Parlamentskreisen in Berlin. Die Delegation, die von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) geleitet werden sollte, wollte sich über die Situation nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei informieren. Gründe für die Absage wurden zunächst nicht genannt, am Mittwoch soll es dazu eine Pressekonferenz geben.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den tödlichen Anschlag auf ein Popkonzert in Manchester scharf verurteilt. "Als Türkei teilen wir das Leid des englischen Staates und des englischen Volkes", sagte Erdogan am Dienstag in einer Ansprache in Istanbul. "Ich will hier auch anbringen, dass wir im Kampf gegen Terrororganisationen auf der Seite Englands stehen, so wie bei allen anderen Ländern auch." Die Türkei wird immer wieder zum Ziel schwerer Anschläge vor allem der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.
Nach Angaben aus dem Bündnis hat die Türkei Partnerschaftsprogramme mit österreichischer Beteiligung blockiert. Betroffen waren auch die anderen Länder, die daran teilnehmen wollten. Die Nato beschloss nun, die Zusammenarbeit mit den Partnerstaaten aus Europa, Afrika und Asien auf eine neue Grundlage zu stellen. Demnach werden Trainings- und Ausbildungsprogramme künftig für jedes Land einzeln und nicht mehr für alle Partnerstaaten vereinbart. Ziel der Reform sei es, "das Risiko von Blockaden" aufgrund von Konflikten zwischen einzelnen Nato- und Partnerländern "deutlich zu verringern", sagte ein Nato-Vertreter.
In der Türkei hat am Montag ein neuer Massenprozess gegen mehr als 200 mutmaßliche Beteiligte des gescheiterten Militärputsches vom 15. Juli 2016 begonnen. Den 221 Angeklagten, unter ihnen 26 Generäle, wird die "Ermordung von 250 Menschen", "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" und "Verletzung der Verfassung" vorgeworfen, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete.
Fünf Wochen nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei ist Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wieder zum Vorsitzenden der Regierungspartei AKP gewählt worden. Als einziger Kandidat für den Vorsitz kam Erdogan am Sonntag beim Sonderparteitag in Ankara auf mehr als 96 Prozent der Delegiertenstimmen, wie die AKP mitteilte.
Erdogan gehörte 2001 zu den Mitbegründern der AKP, die er bis zu seiner Wahl zum Staatspräsidenten im August 2014 angeführt hatte. Zu dem Parteitag am Sonntag erwartete die AKP nach eigenen Angaben rund 100.000 Besucher aus allen 81 Provinzen der Türkei. 1565 Busse sollten die Teilnehmer nach Ankara bringen. Außerhalb der Ankara-Arena, in der Parteitag stattfindet, wurden Zelte und Bildschirme für die Besucher aufgebaut.
Videomitschnitte der Ausschreitungen vom Dienstag zeigen, wie Sicherheitsleute am Rande des Besuches von Erdogan in Washington brutal auf Demonstranten eintreten. In einem Video ist zu sehen, dass Erdogan persönlich Zeuge der Ereignisse wird, sich aber nicht ins Geschehen einmischt.
It seems Erdogan (inside the car) ordered his security detail to beat up protesters in Washington D. C. (v @voanews) pic.twitter.com/8dIli00xNV
Zwei türkische Sicherheitsbeamte wurden nach den Auseinandersetzungen kurzfristig von den US-Behörden festgehalten, wenig später aber wieder entlassen. Elf Menschen wurden bei den Handgreiflichkeiten verletzt, neun davon mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die US-Polizei hatte die Gegend um die türkische Botschaft abgeriegelt. Das US-Außenministerium äußerte offiziell Besorgnis über die Vorfälle.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält eine Verlegung des Bundeswehr-Kontingents aus dem türkischen Incirlik nach Jordanien für machbar. "Mein erster Eindruck von der Al-Azrak-Airbase hier in Jordanien ist positiv", sagte die Ministerin am Freitag nach einem Besuch auf einem Luftwaffenstützpunkt, der als Alternativ-Standort im Gespräch ist.
Der organisatorische Aufwand für eine Verlegung wäre zwar sicherlich enorm. Nach einer "gewissen operativen Umzugspause" könnte die Bundeswehr aber auch von diesem Stützpunkt aus die Aufträge der Koalition für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erfüllen.
Vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen trifft der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am kommenden Donnerstag die Spitzen der EU. Der Staatschef kommt in Brüssel mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionschef Jean-Claude Juncker zusammen, wie die EU am Freitag mitteilte. Themen des Treffens dürften die festgefahrenen Gespräche über den EU-Beitritt der Türkei, die türkischen Pläne zur Wiedereinführung der Todesstrafe und die Zukunft des Flüchtlingsabkommens mit Ankara sein.
Erdogan befindet sich am Donnerstag wegen des Nato-Gipfels in der belgischen Hauptstadt. Die Beitrittsgespräche seines Landes mit der EU liegen wegen des massiven Vorgehens gegen türkische Regierungsgegner seit dem Putschversuch vom vergangenen Juli de facto auf Eis. Die EU hat bereits klar gemacht, dass die von Erdogan erwogene Wiedereinführung der Todesstrafe automatisch das Ende der Beitrittsverhandlungen bedeuten würde.
Der deutsche Generalkonsul in Istanbul hat am Donnerstag zum zweiten Mal Zugang zum inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel erhalten. Georg Birgelen habe Yücel "über eine Stunde lang in der Haft besuchen und ein längeres Gespräch mit ihm führen" können, verlautete aus dem Generalkonsulat in Istanbul. Dabei habe er sich "einen Eindruck von Haftbedingungen und Gesundheitszustand" gemacht.
Das Auswärtige Amt hatte am Mittwoch mitgeteilt, Birgelen habe von der türkischen Justiz zum zweiten Mal die Erlaubnis erhalten, den "Welt"-Korrespondenten in der Istanbuler Haftanstalt Silivri zu treffen. Trotz des Dringens der Bundesregierung auf eine dauerhafte konsularische Betreuung durfte Birgelen erst ein Mal Anfang April zu dem deutsch-türkischen Journalisten.
Die Türkei hat die Absetzung des US-Sonderbeauftragten für die Koordination der internationalen Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, gefordert. McGurk unterstütze die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans PKK und die syrische Kurdenmiliz YPG, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag dem privaten türkischen Fernsehsender NTV. "Es wäre hilfreich, wenn diese Person ersetzt würde", sagte er mit Blick auf McGurk.
Washington und Ankara streiten bereits seit längerem über die Unterstützung der USA für die YPG-Miliz in Syrien, welche die Türkei wegen ihrer engen Verbindung zur PKK als Terrorgruppe bezeichnet. Ankara befürchtet, dass Waffen für die YPG letztlich in den Händen der PKK landen und gegen die Türkei verwendet werden könnten.
Die US-Regierung schätzt hingegen die YPG-Miliz als schlagkräftigen Verbündeten im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) . Ankara befürchtet vor allem auch, dass die Kurden an der türkischen Grenze in Syrien ihr eigenständiges Gebiet mehr und mehr ausweiten.
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel setzt im Streit mit der Türkei über das Besuchsverbot für Parlamentarier auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik auf die Hilfe der USA. Der SPD-Politiker bat US-Außenminister Rex Tillerson am Mittwochnachmittag (Ortszeit) bei einem Gespräch in Washington, auf den gemeinsamen Nato-Partner einzuwirken. "Ich glaube, dass die Amerikaner auch ihre Möglichkeiten nutzen werden, um mit der türkischen Seite darüber zu sprechen, dass wir ein anderes Verhältnis miteinander haben müssen als derzeit", sagte er anschließend.
Die türkische Regierung hatte Mitgliedern des Verteidigungsausschusses diese Woche einen Besuch in Incirlik verweigert, weil zuvor türkischen Soldaten in Deutschland Asyl gewährt worden war. Ankara wirft den Soldaten vor, in den Putschversuch vom Juli 2016 involviert gewesen zu sein.
Die Bundesregierung erwägt jetzt erstmals den Abzug der rund 260 Soldaten, die sich von Incirlik aus mit "Tornado"- Aufklärungsflugzeugen am Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) beteiligen. Der favorisierte Alternativ- Standort liegt in Jordanien. Außerdem sind im türkischen Konya Soldaten stationiert, die sich an den Aufklärungsflügen der Nato mit "Awacs"-Maschinen beteiligen.
Nächste Woche findet ein Nato-Gipfel in Brüssel statt, bei dem es zu einem Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kommen könnte.
Das US-Außenministerium hat die Angriffe von mutmaßlichen Sicherheitsleuten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf Demonstranten in Washington scharf verurteilt. "Wir unterstützen das Recht der Menschen auf Meinungsfreiheit und friedlichen Protest", mit Gewalt darauf zu reagieren, sei "niemals angebracht", sagte Sprecherin Heather Nauert am Mittwoch. Zuvor war bekannt geworden, dass Erdogans Leibwächter an Prügeleien zwischen dessen Anhängern und Gegnern beteiligt waren.
Zeugenberichten zufolge griffen Erdogans Sicherheitsleute am Dienstag vor der Residenz des türkischen Botschafters in Washington Demonstranten an, die Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) trugen. Die Zusammenstöße ereigneten sich nach einem mit Spannung erwarteten ersten Treffen Erdogans mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Anschließend fuhr Erdogan zur Residenz des türkischen Botschafters, wo sich anlässlich des Besuchs Anhänger wie Gegner versammelt hatten.
Im Streit um das Besuchsverbot für Abgeordnete auf dem türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik will die Bundesregierung jetzt Konsequenzen ziehen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll an diesem Wochenende mit dem jordanischen König Abdullah II. darüber sprechen, ob die Bundeswehr ihren Beitrag zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat künftig von Jordanien aus leisten könnte. "Ich werde in Jordanien einerseits mir ein Bild vor Ort machen, aber andererseits auch Gespräche mit dem König führen. Das sind jetzt erste Sondierungsgespräche, die notwendig sind", sagte die CDU-Politikerin.
Bereits am Dienstag sei ein Erkundungstrupp in das arabische Land aufgebrochen, um die Möglichkeiten einer Verlegung auszuloten. Als zweiter möglicher Standort sei Zypern im Gespräch, sagte von der Leyen. "Ich möchte allerdings auch in diesem Zusammenhang sehr deutlich darauf hinweisen, dass Gespräche mit der türkischen Regierung noch geführt werden." Der Bundestag soll in der nächsten Sitzungswoche über die Ergebnisse der Gespräche informiert werden.
Von der Leyen wäre an diesem Wochenende ohnehin in Jordanien gewesen. Sie nimmt am Weltwirtschaftsforum für Nahost und Nordafrika teil.
Zum zweiten Mal seit seiner Festnahme erhält der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel Besuch vom deutschen Generalkonsul in Istanbul. Wie das Auswärtige Amt am Mittwoch in Berlin mitteilte, soll die Begegnung am Donnerstag stattfinden. Das Auswärtige Amt begrüßte die Genehmigung, bekräftigte aber zugleich die Forderung, Yücel freizulassen.
Dem Journalisten werden Volksverhetzung sowie Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die von Ankara geächtete Gülen-Bewegung vorgeworfen. Er war im Februar festgenommen worden.
Die andauernde Haft sei umso unverständlicher, weil Yücel bereit sei, sich einem Prozess in der Türkei zu stellen, sagte Außenamtssprecher Martin Schäfer. "Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund für eine Untersuchungshaft."
Am Rande des ersten Treffens von US-Präsident Donald Trump mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan hat es Zusammenstöße in Washington gegeben. Wie Zeugen am Dienstag (Ortszeit) berichteten, griffen Sicherheitsleute Erdogans vor der Residenz des türkischen Botschafters Demonstranten an, die Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) trugen. Die Polizei stellte rasch die Ordnung wieder her, jedoch wurden nach Angaben von Rettungskräften neun Menschen verletzt. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht. Einer von ihnen befand sich demnach in kritischem Zustand.
Bei dem Gespräch Erdogans mit Trump waren zuvor die Differenzen hinsichtlich des Vorgehens in Syrien deutlich zutage getreten. Erdogan nannte es "absolut nicht akzeptabel", die syrische Kurdenmiliz YPG als Partner für den Anti-Terror-Kampf in Betracht zu ziehen. Die US-Regierung will die Miliz mit Waffen versorgen.
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat mit scharfer Kritik auf das von der Türkei ausgesprochene Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete reagiert. Wenn nun "auch noch das deutsche Parlament erpresst werden soll, ist die Grenze des Erträglichen erreicht", sagte Gabriel der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Ich kann nur hoffen, dass die türkische Regierung ihre Meinung in den kommenden Tagen ändert", sagte der Minister. "Sonst wird der deutsche Bundestag sicher die Soldaten nicht in der Türkei lassen."
Gabriel sprach sich dafür aus, nach Alternativen für den von der Bundeswehr genutzten türkischen Stützpunkt Incirlik zu suchen. "Wenn eine vernünftige Arbeit von Incirlik aus nicht mehr möglich ist - und dazu gehört nun einmal auch, dass die Bundestagsabgeordneten ihre Soldaten besuchen können -, dann müssen wir Alternativen ins Auge fassen."
Neben dem Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete in der Türkei sorgt auch das Asyl für türkische Soldaten in Deutschland zunehmend für Ärger zwischen Berlin und Ankara. Ministerpräsident Binali Yildirim forderte Deutschland am Dienstag auf, sich zwischen der Freundschaft zur Türkei und der Unterstützung von Putschisten zu entscheiden. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) wies die Kritik der türkischen Seite an den Asylentscheidungen zurück.
Yildirim kritisierte bei einer im Fernsehen übertragenen Fraktionssitzung der Regierungspartei AKP, dass Deutschland mehreren türkischen Soldaten Asyl gewährt hat, die von der Türkei wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den Umsturzversuch vom 15. Juli gesucht werden. In der Türkei wird die Bewegung Fethullah Gülens für den gescheiterten Militärputsch vom Juli 2016 verantwortlich gemacht.
"Deutschland muss sich entscheiden: Wenn es seine Beziehungen zur Türkei weiter verbessern will, (...) muss es sich der Türkischen Republik zuwenden und nicht den Separatisten" der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) oder den Gülen-Anhängern, sagte Yildirim. Ankara beschuldigt Deutschland seit Monaten, PKK-Sympathisanten und Gülen-Anhängern Zuflucht zu gewähren.
Kauder wies die Kritik "ausdrücklich" zurück. Asylanträge würden in Deutschland in einem klar festgelegten rechtsstaatlichen Verfahren gestellt und entschieden, sagte er. "Und an diesem rechtsstaatlichen Verfahren gibt es keine wirklich begründete Kritik."
Im Streit mit Deutschland setzt die türkische Regierung weiter auf Eskalation. Ministerpräsident Binali Yildirim forderte Deutschland am Dienstag auf, sich zwischen der Freundschaft zur Türkei und der Unterstützung von Putschisten zu entscheiden. Angesichts des von Ankara ausgesprochenen Besuchsverbots für deutsche Abgeordnete bei der Bundeswehr in Incirlik wird weiterhin eine Verlegung der deutschen Tornados nach Jordanien diskutiert.
Yildirim kritisierte bei einer im Fernsehen übertragenen Fraktionssitzung der Regierungspartei AKP, dass Deutschland mehreren türkischen Soldaten Asyl gewährt hat, die von der Türkei wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den Umsturzversuch vom 15. Juli gesucht werden. In der Türkei wird die Bewegung Fethullah Gülens für den gescheiterten Militärputsch vom Juli 2016 verantwortlich gemacht.
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages, Wolfgang Hellmich (SPD) , hält einen Abzug der Bundeswehr aus dem türkischen Incirlik für zwingend. Er verwies auf eine Protokollnotiz zum Mandatsbeschluss des Bundestages, in der ein Besuchsrecht für deutsche Abgeordnete für unabdingbar erklärt werde. "Das heißt im Umkehrschluss, dass wir unsere Soldaten verlegen müssen", sagte Hellmich am Dienstag im Bayerischen Rundfunk.
Die türkische Regierung hatte zuvor erneut deutschen Bundestagsabgeordneten einen geplanten Besuch bei den deutschen Soldaten verweigert. Hellmich forderte nun, umgehend die Verlegung der Soldaten an einen Alternativstandort vorzubereiten. Favorisiert werde dabei ein Stützpunkt in Jordanien. "Ich gehe davon aus, dass wir binnen zwei Wochen mit Ergebnissen, die entscheidungsreif sind, rechnen können", sagte Hellmich. Eine Truppenverlegung sei auch ohne Zustimmung der Nato möglich.
Deutschland beteiligt sich von Incirlik aus mit Aufklärungs-Tornados und Tankflugzeugen am Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) . Eine Delegation des Verteidigungsausschusses des Bundestages wollte eigentlich am Dienstag zu den Bundeswehrsoldaten auf der südtürkischen Luftwaffenbasis reisen. Auch die Bundesregierung kritisierte am Montag das türkische Besuchsverbot und verwies ebenfalls auf die Möglichkeit eines Abzugs. Allerdings legte sich die Regierung in dieser Frage bislang nicht fest.
Deutsche Bundestagsabgeordnete empören sich über das Besuchsverbot auf dem türkischen Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik. "Wir müssen klare Kante zeigen und der Türkei sagen, dass es so nicht geht", sagte der Verteidigungsexperte Karl Lamers (CDU) dem "Mannheimer Morgen" (Dienstag) . Der Verteidigungsexperte der Grünen, Omid Nouripour sprach von einem "Riesen-Affront dauerhafter Art". Die Zuverlässigkeit des Nato-Partners Türkei stehe derzeit in Frage, sagte er der "Heilbronner Stimme".
Lamers betonte, Abgeordnete müssten jederzeit grundsätzlich das Recht haben, die Truppe zu besuchen. "Alles andere dürfen wir uns nicht gefallen lassen." Wenn die Türkei bei ihrem Verbot bleibe, müsse sich Deutschland ernsthaft mögliche andere Standorte anschauen, Jordanien zum Beispiel. "Es hat schon Vorgespräche gegeben, eine Verlagerung der Truppe wäre möglich. Diese würde ungefähr acht bis neun Wochen dauern." In dieser Zeit wäre der Kampf gegen den IS leider eingeschränkt, sagte er.
Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold, hält nun einen schnellen Abzug für unausweichlich. "Unsere Soldaten können nicht länger in Incirlik bleiben. Sie sollten so schnell wie möglich abgezogen und an einen anderen Standort verlegt werden." Selbst wenn die Türkei nun doch einen Besuch genehmigen würde, dürfe es kein Zurück mehr geben, erklärte Arnold.
Insgesamt fordert die Staatsanwaltschaft lange Haftstrafen für 19 Mitarbeiter der Zeitung. Ihnen wird unter anderem Unterstützung oder Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, der linksextremistischen DHKP-C oder der Gülen-Bewegung vorgeworfen, die türkische Regierung für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich macht.
Nach dem erneuten Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik droht die Bundesregierung mit dem Abzug der dort stationierten Bundeswehrsoldaten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, Berlin werde sich weiter um eine Besuchsmöglichkeit bemühen, gleichzeitig aber auch "Alternativstandorte ins Auge fassen". Das Auswärtige Amt nannte die Haltung der Türkei "absolut inakzeptabel".
Kanzlerin Merkel hat das erneute türkische Verbot eines Besuchs von Bundestagsabgeordneten auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik kritisiert. "Das ist misslich", sagte Merkel am Montag nach Gremiensitzungen ihrer Partei in Berlin über die Entscheidung der türkischen Regierung. Dies sei Ankara auf verschiedenen Kanälen klar gemacht worden. Die Gespräche mit der türkischen Regierung würden fortgesetzt, parallel werde die Bundesregierung aber weiter nach Alternativen für Incirlik suchen.
Die Türkei hat mehreren Bundestagsabgeordneten einen Besuch bei den deutschen Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik untersagt. Darüber informierte das Auswärtige Amt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag die Obleute des Verteidigungsausschusses. Die Bundesregierung erwägt nun nach Angaben aus dem Ausschuss den Abzug der deutschen Soldaten. Die Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen verschärft sich damit weiter.
Mit seinem Besuch bei Donald Trump will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eigentlich "eine neue Seite" in den Beziehungen zu den USA aufschlagen. Das Verhältnis der Nato-Partner war zuletzt durch den Streit um die Auslieferung des islamischen Predigers Fethullah Gülen und die Unterstützung Washingtons für die syrische Kurdenmiliz YPG sehr angespannt. Ob es in diesen Fragen bei dem Treffen am Dienstag einen Durchbruch geben wird, erscheint aber zweifelhaft.
"Auf politischer Eben dürfte außer freundlicher Rhetorik über Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus und das für Erdogan innenpolitisch wichtige Signal internationaler Anerkennung wenig zu holen sein", sagt Magdalena Kirchner, Fellow bei der Mercator Stiftung in Istanbul. Weder zu Gülen noch zu Syrien hätten Ankaras Unterhändler in Washington im Vorfeld positive Signale erhalten.
So habe die Bundesregierung berichtet, dass sie nicht über die Festnahme Mesale Tolus informiert worden sei. Ebenso hätten die türkischen Behörden bislang nicht auf die Bitte reagiert, zwecks konsularischer Betreuung Zugang zu Frau Tolu zu gewähren. Weiter schreibt Wolf: "Sollte es zutreffen, dass Frau Tolu das Recht auf konsularischen Beistand im Strafprozess verweigert wird, wäre das nicht hinnehmbar. Ich appelliere daher an die Verantwortlichen, Frau Tolu die ihr zustehenden Rechte zu gewähren." Der Brief endet mit den Worten: "Ich wäre Ihnen dankbar, wenn ich Sie in dieser Frage um ein persönliches Gespräch ersuchen dürfte".
Die Festnahme der aus Ulm stammenden Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu in der Türkei stößt in Deutschland auf scharfe Kritik. Die Bundesregierung fordere von der Türkei Zugang zu der inhaftierten 33-Jährigen, sagte Sprecher Martin Schäfer.
Das Auswärtige Amt bestätigte, dass Tolu am 30. April von türkischen Sicherheitskräften in Polizeigewahrsam gebracht wurde. Man gehe davon aus, dass Tolu nur die deutsche und nicht auch die türkische Staatsbürgerschaft besitze, sagte Schäfer. Damit steht ihr die Betreuung durch das deutsche Konsulat zu.
Die Türkei habe die Bundesregierung nicht über die Verhaftung Tolus informiert, sagte Schäfer. Es sei "bedauerlich", dass die Türkei ihrer völkerrechtlichen Verpflichtung nicht nachgekommen sei.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die türkische Justiz aufgefordert, die deutsche Übersetzerin Mesale Tolu sofort auf freien Fuß zu setzen. Die in Istanbul lebende Frau, die für eine linksgerichtete Agentur arbeitet, war unter dem Vorwurf der Terrorpropaganda festgenommen worden. Der DJV erklärte, ihr werde vorgeworfen, als Berichterstatterin an der Beerdigung kommunistischer Politiker teilgenommen zu haben. "Das ist ein neuer, besonders dreister Willkürakt der türkischen Autokratie gegen die freie Presse", erklärte der DJV-Vorsitzende Frank Überall am Freitag.
Überall rief das Auswärtige Amt auf, sich mit Nachdruck für die Freilassung der Deutschen einzusetzen. Er erinnerte daran, dass 150 Journalisten in der Türkei inhaftiert seien, weil sie "nicht als Höflinge" des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan berichteten. Auch das Schicksal des inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel bleibe ungeklärt. Mehr dazu lesen Sie hier.
In der Türkei ist eine für eine linksgerichtete Nachrichtenagentur arbeitende deutsche Übersetzerin Medienberichten zufolge festgenommen worden. Die 33-Jährige Mesale Tolu wurde bereits am 30. April festgesetzt, wie die ARD am Donnerstag berichtete. Demnach drang eine Anti-Terror-Einheit gewaltsam in die Wohnung ein. Seit dem 6. Mai sitze Tolu im Istanbuler Frauengefängnis. Ein Richter erließ dem Bericht zufolge Haftbefehl wegen Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation. Tolu arbeitete für die Agentur Etha als Übersetzerin, wie die Firma mitteilte.
Tolu wurde in Ulm geboren. 2007 hatte sie die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und die türkische daraufhin abgegeben. Das türkische Nachrichtenportal Diken berichtete, Tolu sei im Zuge einer Razzia gegen 16 Personen festgenommen worden, die für die Agentur und linke politische Organisationen arbeiten - offenbar vor den Protesten zum 1. Mai. Mehr dazu lesen Sie hier.
Trotz zunehmendem Druck auf Medien in der Türkei können ausländische Journalisten nach Ansicht von EU-Minister Ömer Celik problemlos ihrer Arbeit nachgehen. "Natürlich ist die Türkei ein sicheres Land für ausländische Journalisten", sagte Celik auf die Frage einer Reporterin nach einem Treffen mit dem Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, am Donnerstag in Straßburg.
Das gelte für "echte Journalisten und jene, die sich für journalistische Aktivitäten in der Türkei aufhalten wollen." Nicht aber für solche, die "unter dem Deckmantel des Journalismus kommen und sich in Aktivitäten mit Terrororganisationen mischen". Gegen diese würden "natürlich die nötigen Maßnahmen ergriffen", sagte Celik.
Die Türkei hat die Ankündigung der US-Regierung scharf kritisiert, den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) im Norden Syriens schwere Waffen für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu liefern. Waffenlieferungen an die Kurdenmiliz seien "inakzeptabel", sagte Vize-Regierungschef Nurettin Canikli dem Fernsehsender A Haber am Mittwoch. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) , denen die YPG-Miliz angehört, begrüßten dagegen die Entscheidung.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Washington aufgerufen, die Entscheidung zur Lieferung schwerer Waffen an die syrische Kurdenmiliz YPG zurückzunehmen. "Mein innigster Wunsch ist, dass dieser Fehler ohne Aufschub korrigiert wird", sagte Erdogan am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Ankara. Die türkische Opposition forderte die Absage von Erdogans Besuch bei US-Präsident Donald Trump in Washington am kommenden Dienstag.
Erdogan kündigte an, "unsere Sorgen" bei seinem Gespräch mit Trump anzusprechen. Er hoffe, "dass unsere Alliierten an unserer Seite bleiben und nicht an der Seite von Terrororganisationen", sagte Erdogan mit Blick auf die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) . Eine Terrorgruppe mit einer anderen zu bekämpfen, sei ein Fehler.
Seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei haben mehrere Türken mit Diplomatenpass in Deutschland Asyl bekommen. Nach Medienberichten gehören dazu türkische Soldaten und ihre Familien. WDR, NDR und die "Süddeutsche Zeitung" berichteten, es handele sich um Nato-Soldaten, die vor ihrer Entlassung aus der türkischen Armee in Deutschland stationiert gewesen seien. Sie besäßen in der Regel einen Diplomatenpass. Das Bundesinnenministerium erklärte, zu Einzelfällen gebe man grundsätzlich keine Auskunft. Eine Sprecherin bestätigte lediglich, dass mittlerweile "in einigen Fällen" die Asylanträge von türkischen Bürger mit Diplomatenpässen positiv entschieden worden seien.
Nach dem Putschversuch im Juli 2016 hatten in Nato-Einrichtungen stationierte türkische Soldaten in Deutschland Asyl beantragt. Die türkische Regierung geht seit dem gescheiterten Putsch massiv gegen mutmaßliche Anhänger des Predigers Fethullah Gülen vor, den sie für den Umsturzversuch verantwortlich macht. Neben vielen anderen wurden in der Folge auch Tausende Soldaten festgenommen.
Erdogan steckt 50 136 Gegner in den Knast
bild.de

 

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Tischtennis: Jüngster WM-Spieler ist erst neun Jahre alt (1.02/8)

Düsseldorf (dpa) - Der jüngste Spieler bei der Tischtennis-WM in Düsseldorf ist am ersten Tag dieses Turniers gerade einmal neun Jahre alt geworden: Iljas Allanazarow aus Turkmenistan, eine genauso talentierter wie auch privilegierter Junge.
Denn sein Vater Agamurat Allanazarow ist Präsident des Tischtennis-Verbandes in dem zentralasiatischen Land. Auch das mag ein Grund dafür sein, dass der kleine Iljas schon im Kindesalter zum zweiten Mal für eine WM nominiert wurde. Bereits bei der Mannschafts-WM 2016 in Kuala Lumpur war er dabei.
In Düsseldorf war sein erstes Match aber auch gleichzeitig schon sein letztes: Denn Iljas Allanazarow und sein Doppelpartner Didar Schaimanow schieden in der Qualifikationsrunde glatt mit 0: 3 Sätzen gegen Richard Gonzales und Jann Mari Nayre von den Philippinen aus. "Das macht nichts", sagte sein Vater Agamurat. "Überhaupt bei so einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, ist für ihn das größte Geburtstagsgeschenk. Wir sind hierher gekommen, um zu lernen, uns vieles abzugucken und dadurch besser zu werden."
Iljas Allanazarow stand schon im Alter von drei Jahren an der Platte. "Wir sind eine Tischtennis-Familie", sagte sein Vater. Der ältere Bruder ist ebenfalls aktiv. Die älteste Spielerin dieser WM könnte übrigens schon Iljas Großmutter sein. Sie heißt Ni Xialian, ist 53 Jahre alt, frühere Europameisterin und spielt für Luxemburg.
Jüngster WM-Spieler ist erst neun Jahre alt
sueddeutsche.de

 

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Tennis: Witthöft sorgt für ersten deutschen Sieg bei French Open (1.02/8)

Paris (dpa) - Der Bann ist gebrochen! Carina Witthöft hat bei den French Open für den ersten deutschen Sieg nach zuvor fünf Niederlagen gesorgt.
Die 22 Jahre alte Hamburgerin rang in Paris die an Nummer 25 gesetzte Lauren Davis aus den USA mit 2: 6,6: 3,6: 3 nieder und zeigte dabei eine kämpferisch starke Leistung. Nach 1: 53 Stunden machte Witthöft den Erfolg auf Platz fünf im Stade Roland Garros perfekt. Sie trifft nun gegen die Französin Pauline Parmentier.
Deutschlands Tennis-Hoffnung Alexander Zverev befindet sich dagegen in der Warteschleife. Die Partie der Nummer zehn der Welt gegen den Spanier Fernando Verdasco wurde am Abend beim Stand von 4: 6,6: 3 aus Sicht von Zverev wegen Dunkelheit und leichtem Regen abgebrochen. Sie wird nun an diesem Dienstag als zweites Spiel nach 11.00 Uhr auf dem Centre Court fortgesetzt.
Zverev, der seit dem Titel in Rom mit großen Ambitionen in die französische Hauptstadt gereist war, hatte sich gegen Verdasco lange Zeit sehr schwer getan und nie wirklich zu seinem druckvollen Spiel gefunden. Nach verlorenem ersten Satz lag der Hamburger auch im zweiten Abschnitt bereits mit einem Break hinten, kämpfte sich dann aber in die Partie. Immerhin schaffte er kurz vor der Unterbrechung noch den Satzausgleich.
Zuvor hatten die deutschen Tennisprofis ihre Niederlagenserie auch am zweiten Tag des mit 33,8 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Events fortgesetzt. Nach den Niederlagen von Angelique Kerber, Julia Görges und Florian Mayer zum Auftakt am Sonntag schieden nun auch Mischa Zverev und Andrea Petkovic gleich in der ersten Runde aus.
Petkovic unterlag der Amerikanerin Varvara Lepchenko mit 4: 6,6: 3,3: 6. Petkovic, die 2014 mit dem Einzug ins Halbfinale von Paris ihr bislang bestes Resultat bei einem Grand-Slam-Turnier erzielt hatte, wehrte sich gegen Lepchenko zwar 1: 51 Stunden gegen das Aus, am Ende konnte sie ihre sechste Erstrunden-Niederlage in Serie aber nicht verhindern.
Dennoch war Petkovic nicht unzufrieden. "Auf dieser Leistung kann ich definitiv aufbauen. Das war wieder die alte Kämpferin Petkovic auf dem Platz", sagte die 29-Jährige. Ihre positive Entwicklung führt sie auch auf eine neue Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen zurück. "Ich mache das seit drei Wochen und bislang tut es mir gut."
Mischa Zverev musste sich dem Italiener Stefano Napolitano mit 6: 4,5: 7,2: 6,2: 6 geschlagen geben. Der Davis-Cup-Profi hatte noch am Samstag beim Turnier in Genf im Finale gestanden und dort nur ganz knapp gegen den Schweizer Stan Wawrinka verloren. Gegen Napolitano erwischte er eigentlich einen guten Start und holte sich nach 42 Minuten den ersten Satz. Doch dann ging ihm mehr und mehr die Kraft aus. Nach 2: 42 Stunden war das Aus des an Nummer 32 gesetzten Zverev besiegelt. "Ich war nach der Woche in Genf einfach müde und habe deshalb nicht gut gespielt", sagte Zverev nach seinem Ausscheiden.
Die Favoriten gaben sich dagegen keine Blöße. Titelverteidiger Novak Djokovic und Topfavorit Rafael Nadal marschierten mühelos in die zweite Runde. Beim ersten Auftritt mit seinem neuen Coach Andre Agassi gewann Djokovic gegen den Spanier Marcel Granollers klar mit 6: 3,6: 4,6: 2. Nadal, der in Paris seinen zehnten Titel anstrebt, setzte sich gegen den Franzosen Benoit Paire mit 6: 1,6: 4,6: 1 durch.
Bei den Damen meistere Titelverteidigerin Garbiñe Muguruza ihre erste Aufgabe ohne große Mühe. Die Spanierin setzte sich gegen Francesca Schiavone aus Italien mit 6: 2,6: 4 durch. Die an Nummer zwei gesetzte Karolina Pliskova gewann gegen Saisai Zheng aus China mit 7: 5,6: 2. Frankreichs Hoffnungsträgerin Kristina Mladenovic rang die Australierin Jennifer Brady mit 3: 6,6: 3,9: 7 nieder.
Witthöft sorgt für ersten deutschen Sieg bei French Open
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Deutschland drohen nach Hitzerekord schwere Gewitter (1.02/8)

Sonne satt und tropische Temperaturen - Sommerwetter lockt an die Badeseen. Dabei steigt die Waldbrandgefahr und die Ozonwerte erhöhen sich. Am Dienstag bleibt es heiß und gewittrig.
In Koblenz wurde der Hitzerekord dieses Jahres nach nur einem Tag gebrochen - dort meldete der DWD 34,6 Grad. Auf Platz zwei und drei kamen am Montag Stationen in Köln: Am Flughafen Köln-Bonn wurde es 34,4 Grad heiß, an der Station Köln-Stammheim 34,3 Grad.
Nach der Hitze drohen nun Blitz und Donner: In einigen Teilen Deutschlands sollen Gewitter für leichte Abkühlung sorgen. Schwülwarme Luft breitet sich über den Südwesten und die Landesmitte aus, die mitunter auch Hagel und Starkregen bringen kann.
In Baden-Württemberg erwarteten Experten zum ersten Mal in diesem Jahr einen erhöhten Ozonwert. Nach Angaben der zuständigen Landesanstalt könnte die Belastung örtlich über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft steigen. Bei einer solchen Ozonbelastung müsse die Bevölkerung informiert werden. Die Behörde riet vom Dauerlauf ab und empfahl, Kinder nicht unbedingt draußen toben zu lassen.
Laut Bettina Biesel von der MeteoGroup wird es auch am Dienstag wieder heiß und schwül in Deutschland. Besonders im Osten werden Temperaturen von 34 Grad erreicht. Den ganzen Tag über muss landesweit mit teils heftigen Hitzegewittern gerechnet werden.
Während es besonders am Vormittag in Westdeutschland krachen kann, verlagern sich die Gewitterzellen in Richtung Osten. Zum Abend lassen die Gewitter dann bundesweit nach.
Mit der Kehrseite der Hitze haben auch Förster zu kämpfen: Für Teile Bayerns rief der DWD die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 aus. Die Regierung von Unterfranken ordnete deshalb vorsorglich die Beobachtung der Wälder aus der Luft an, wie Sprecher Johannes Hardenacke sagte.
In der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus (Brandenburg) brach auf Grund der hohen Temperaturen ein Großbrand aus. Am Nachmittag standen rund 30 Hektar Wald und Heide in Flammen, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel. Die Löscharbeiten seien wegen der vermuteten alten Munition auf dem ehemaligen Militärgelände schwierig. Feuerwehrleute könnten die Flammen nur von außen eindämmen, sagte Engel. Daher sei damit zu rechnen, dass sich das Feuer noch weiter ausdehne.
Viele Menschen zog es bei dem hochsommerlichen Wetter an Strände, Seen und in Freibäder. Dabei kam es auch zu schweren Unfällen. In Baden-Württemberg ertranken zwei Männer. Ein 27 Jahre alter Student starb nach Polizeiangaben am Sonntag in einem Mannheimer Badesee, nach dem er von einem Steg gesprungen war.
Bereits am Samstag war im Breitenauer See nahe Heilbronn ein 36-Jähriger ums Leben gekommen. In Thüringen starb ein 52 Jahre alter Mann in einem Badesee bei Krölpa.
Schwitzen zum Wochenstart: Hitzerekord des Jahres gebrochen
sueddeutsche.de

 

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Verfahren eingestellt: Frau von Anton Schlecker zahlt 60.000 Euro (1.02/8)

Sie ist die Frau an seiner Seite - Christa Schlecker erlebte, wie die Drogeriemarktkette ihres Mannes Anton zum Branchenriesen wurde. Und wie die kriselnde Firma 2012 zusammenbrach. Seit März stand sie gemeinsam mit ihrem Mann vor Gericht - damit ist nun Schluss.
Verfahren gegen Frau von Anton Schlecker eingestellt
haz.de

 

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Fußball: Ernesto Valverde neuer Barcelona-Trainer (1.02/8)

Ernesto Valverde wird neuer Chefcoach des spanischen Fußball-Spitzenclubs FC Barcelona. Der bisherige Bilbao-Trainer habe einen Vertrag für zwei Saisonen unterschrieben, sagte Vereinspräsident Josep Maria Bartomeu am Montagabend. Bereits seit Wochen gab es entsprechende Gerüchte. Valverde tritt die Nachfolge von Luis Enrique an, der Barca nach drei Jahren auf eigenen Wunsch verlassen hat.
Der 53-jährige Valverde begann seine Trainerkarriere 2003 in Bilbao und coachte danach Espanyol Barcelona, Olympiakos Piräus, Villarreal und Valencia, bevor er 2013 wieder bei Athletic Bilbao anheuerte. Mit den Basken holte er 2015 den spanischen Supercup.
"Willkommen Ernesto Valverde! Als Trainer hat er reiche Erfahrung in Spanien und im Ausland gesammelt", hieß es in einer Mitteilung auf der Barcelona-Webseite. "In seiner Karriere hat er nicht weniger als sechs Trophäen geholt, fünf für Olympiakos und eine mit Athletic Club." Ebenso wie Enrique, der Barcelona seit 2014 trainiert hatte, und dem früheren Coach Pep Guardiola hat Valverde zudem in seiner aktiven Zeit selbst als Stürmer für den Club gespielt - von 1988 bis 1990.
Das Barcelona-Starensemble um Superstar Lionel Messi hatte sich am Wochenende gegen Deportivo Alaves den Cupsieg gesichert. In der Primera Division beendeten die Katalanen die Saison hinter Meister Real Madrid jedoch nur auf Platz zwei, nachdem sie in den beiden vorherigen Spielzeiten den Titel geholt hatten. In der Champions League kam im Viertelfinale gegen Juventus Turin das Aus.
(APA/dpa)
Primera Division: Ernesto Valverde wird neuer Trainer des FC Barcelona
nzz.ch

 

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Frau mischte Chefin Abführmittel ins Wasser (1.02/8)

Prag (Tschechien) – Jahrelang mischte die 55-jährige Juristin Věra Kubíčková (55) ihrer Chefin Abführmittel ins Trinkwasser. Jetzt ist die Frau in Tschechien zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, muss außerdem eine Million Kronen (knapp 38 000 Euro) zahlen.
Der Fall: Wie die tschechische Zeitung „Bravo“ auf ihrer Website berichtet, hatte die Chefin erstmals im Mai 2013 bei Ärzten über unerklärliche gesundheitliche Probleme geklagt. Die Symptome: Durchfall und Erbrechen, heftige Bauchschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Gliederschmerzen.
In der Regel tauchten diese Beschwerden vor wichtigen Terminen und Tagungen auf. Jahrelang konnten die Ärzte der Frau nicht helfen.
Dem Opfer fiel eines Tages auf, dass das Wasser seltsam schmeckte. Der Frau kam der Verdacht, dass ihr jemand im Büro etwas in ihre Trinkflaschen gemischt haben könnte. Sie ging zur Polizei, die Flüssigkeiten in den Wasserflaschen zur Analyse ins Labor schickte.
Die Prüfung ergab, dass das Wasser in den PET- Flaschen das Abführmittel Laxigalu enthielt – in 13 Mal höherer Menge als der empfohlenen Dosis.
Nachdem eine versteckte Kamera im Büro installiert worden war, konnte die Täterin überführt werden. Die Aufnahmen zeigten den Angaben zufolge, wie die Mitarbeiterin ihrer Chefin eine große Dosis Abführmittel aus einer kleinen Flasche ins Wasser mischte und mit einem Stift umrührte.
Ein paar Tage später verhaftete die Polizei die Beschuldigte direkt am Arbeitsplatz. Sie hatte zwei Flaschen des Abführmittels Laxigalu dabei. Über das Motiv bisher zu wenig bekannt – Kubíčková verweigert bisher die Aussage.
Weil die Angeklagte kein Geständnis abgelegt und keine Reue gezeigt habe, hielt die Richterin eine Bewährungsstrafe nicht für ausreichend und verurteilte sie zu mindestens drei Jahren Haft. Dabei kam die Täterin damit noch glimpflich davon, denn für schwere Körperverletzung kann man in Tschechien bis zu zehn Jahre Haft erhalten.
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Frau mischt ihrer Chefin jahrelang Abführmittel ins Wasser
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NDR.de - Nachrichten - Schleswig-Holstein (1.00/8)

Sie leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland, geben Ihre Personalausweise ab und behaupten die BRD sei eine GmbH. Sogenannte "Reichsbürger" sind keine neue Bewegung, doch seitdem einer von ihnen im Oktober 2016 in Georgensgmünd (Bayern) einen Polizisten erschossen hatte, sind sie in aller Munde. Und sie werden anscheinend immer mehr. Wie das Innenministerium mitteilt, gibt es in Schleswig-Holstein derzeit 240 Menschen, die der "Reichsbürger"-Bewegung zugerechnet werden. Das sind gut fünf Mal so viele wie Ende des vergangenen Jahres.
Von den 240 sind laut Ministerium 140 eindeutig als "Reichsbürger" identifiziert, bei den restlichen 100 handelt es sich um "registrierte Verdachtsfälle, bei denen eine weitere Sachverhaltsaufklärung erforderlich ist", so das Ministerium. Die Daten stammen aus der Antwort auf eine kleine Anfrage von Angelika Beer. Das Schreiben liegt dem NDR vor. Beer ist derzeit noch Landtags-Abgeordnete der Piratenpartei, wird dem kommenden Parlament aber nicht angehören.
Verfassungsschutz-Chef Dieter Büddefeld begründet den Anstieg der Zahlen mit der Dunkelfeld-Aufhellung. Die Szene wird erst seit 2015 durchleuchtet, mittlerweile ist sie ein festes Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes. Außerdem seien die Mitarbeiter der Behörden, die tagtäglich in Kontakt mit "Reichsbürgern" stehen, mittlerweile aufmerksamer und sensibilisiert. Die Frage, ob die Anzahl an "Reichsbürgern" tatsächlich zugenommen habe oder die Behörden nur aufmerksamer seien, ist nicht leicht zu beantworten, sagt Büddefeld. "Auf jeden Fall treten die Reichsbürger mittlerweile offensiver auf. Im Internet, aber auch gegenüber den Institutionen unseres Staates."
Die Piratenabgeordnete Beer ist dagegen der Meinung, dass der Verfassungsschutz bislang das Problem mit "Reichsbürgern" vernachlässigt habe. "Die Behörde war auf dem Reichsbürger-Auge blind", sagte sie dem NDR. Mit der Aufklärung der Szene sei der Verfassungsschutz jetzt schlichtweg überfordert, "Die Zahlen werden noch weiter ansteigen", sagt Beer. Tatsächlich fällt es dem Verfassungsschutz derzeit nicht leicht, die genaue Anzahl zu bestimmen. "Viele Reichsbürger agieren nur in ihrem kleinen 'eigenen Reich'", erwidert Büddefeld. "Nach dem den tödlichen Schüssen in Georgensgmünd hat die Szene aber eine Art Boom erlebt."
In der Antwort auf die kleine Anfrage von Angelika Beer heißt es außerdem, dass von den 140 bestätigten "Reichsbürgern" immerhin sechs eine waffenrechtliche Erlaubnis haben. Derzeit werde geprüft, ob die Namen den zuständigen Waffenbehörden weitergegeben werden können, damit diese die waffenrechtliche Erlaubnis widerrufen können. Eine abschließende rechtliche Bewertung liege zu diesen sechs Fällen aber noch nicht vor.
NDR.de - Nachrichten - Niedersachsen - Hannover/Weser-Leinegebiet
ndr.de

 

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Wetter: Regen und Gewitter am Ende beenden Hitze-Tag (1.00/8)

Die Meteorologen warnten für den Zeitraum zwischen 20 und 21 Uhr vor Gewitter mit Starkregen, Hagel und Windböen. Die Unwetter zogen anschließend in Richtung Süden ab. Von größeren Schäden war zunächst nichts bekannt.
Tagsüber war das südliche Rheinland das Epizentrum der Hitze in Deutschland. An der Wetter-Station Köln-Bonn erreichte das Quecksilber die Marke von 34,4, in Köln-Stammheim kletterte das Thermometer auf 34,3 Grad. Die Spitzentemperaturen wurden zwischen 16 und 17.30 Uhr erreicht.
Deutschlandweit noch heißer war es nur im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach, wie der DWD unserer Redaktion am Abend sagte. Bad Dürkheim spielte mit 34,3 Grad auch noch ganz oben in der Temperatur-Liga mit.
"Die Gelegenheit zum Durchatmen"
Auch Düsseldorf taucht ganz weit oben auf. "In Düsseldorf und im Rheinland wurden Temperaturen zwischen 32 und 34 Grad gemessen", sagt DWD-Meteorologe Hoffmann. Düsseldorf sei "eine der heißesten Ecken Deutschlands" gewesen. "Und dabei ist ja eigentlich noch Frühling".
In den kommenden Tagen wird es etwas kühler. "Die Spitze der Hitzewelle wurde am Montag erreicht", sagt Meteorologe Hoffmann. Das Hoch, das uns die heißen Temperaturen beschert hat, zieht schon in der Nacht nach Osteuropa weiter.
Ihm folgen Tiefs vom Atlantik und von der Nordsee, die Temperaturen rund um Düsseldorf am Dienstag auf angenehme 25 bis 26 Grad sinken lassen. "Die Gelegenheit zum Durchatmen", sagt Hoffmann.
Hinweis: In einer älteren Version dieses Textes schrieben wir, dass am Abend nicht mit Gewittern zu rechnen sei. Wir hatten uns dabei auf eine Prognose des DWD bezogen, die unsere Redaktion am Nachmittag eingeholt hatte. Es kam dann anders.
Warnung vor Gewitter und Regen im Rheinland
rp-online.de

 

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Ausstellung in der Kunst-Werken: Der Schurke bist du!

Eine Reihe Esstische, zwei Blumenvasen mit Sträußen und vier Skulpturen, die von Constantin Brancusi stammen könnten – derart „Retro“ sah die Halle der Kunst-Werke noch nie aus. Setzt der neue künstlerische Leiter Krist Gruijthuijsen jetzt wider Erwarten auf Klassische Moderne und Design? Überhaupt nicht. Im Zentrum der Schau „Enemy of the Stars“ steht der Künstler und Kritiker Ronald Jones, der seine Werke wie „Museumskunst“ aussehen lassen will. „Ich stelle mir meine Arbeit als eine Art Computervirus vor, der sich einschleicht und dabei stets so wirkt, als gehöre er hierher“, erklärt der 1952 geborene US-Amerikaner.
So entpuppen sich die Keramikvasen als Design von Albert Speer für Hitlers (nie fertiggestellte) Neue Reichskanzlei in Berlin. In den Vasen stecken hochgiftige Pflanzen: Efeu, Spathiphyllum, Bromelien, Anthurium. Bei den Pseudo-Brancusis handelt es sich um HIV-Viren oder Krebszellen, in Bronze vergrößert und auf Sockel gestellt – fertig ist die museal wirkende Skulptur.
Die Werke sind zwischen den 80ern und frühen 90ern entstanden. Danach schuf Jones keine weiteren Objekte mehr, obwohl er als Künstler gefragt war. Er schrieb eine Oper, entwarf mehrere Stadtparks. Bis heute lehrt er an verschiedenen Hochschulen und publiziert in Kunstmagazinen. Vielfalt als Prinzip: „Dass ein Künstler sich allein in bildkünstlerischen Werken ausdrückt, ist doch eine verengte Sicht der Dinge“, sagt Jones. „Sprengt die Spezialisierung“, schrieb Wyndham Lewis 2014 im „BLAST“-Manifest. Der Ausstellungstitel „Enemy of the Stars“ ist einem Lewis-Theaterstück entlehnt. In seinem Manifest listete der britische Autor und Künstler Dinge auf, die entweder „gesegnet“ (to bless) oder „gesprengt“ (to blast) werden sollten.
„Die Widersprüche und Inkonsistenzen aus einer bestimmten historischen Perspektive interessieren uns“, so Gruijthuijsen. Bereits 2014 hatte er eine Jones-Soloschau im Grazer Kunstverein organisiert, gemeinsam mit dem Künstler Jason Dodge, der bei Jones studiert hat und auch diesmal als Ko-Kurator beisteht. Auf Jones sei man bereits vor sechs Jahren gekommen, erzählt Gruijthuijsen: „Wir diskutierten darüber, wie sich Politik in zeitgenössischer Kunst zeigt“, was bei Jones besonders raffiniert der Fall sei.
Wie „Geschichte zum Medium von Kunst wird“ (Dodge) sieht man an einer etwa zwei Quadratmeter großen Fußbodenplatte in der Ausstellung. Wie immer bei Jones, der die Autonomie des Kunstwerks infrage stellt, erklärt der Titel den politischen Kontext: Das Holz könnte aus dem Verhörraum stammen, in dem der südafrikanische Anti-Apartheid-Aktivist Steve Biko 1977 mutmaßlich zu Tode gefoltert wurde. Mit dem Holzmaterial eröffnet der Künstler noch eine weitere Ebene. „Pink Ivory“ war in der Stammestradition von Biko heilig, die Ausfuhr ist nach wie vor verboten. Gesetzesübertretung und Kunstwerk fallen zusammen, mit dem Thema der Ausbeutung wendet sich der Künstler direkt ans Publikum.
Nicht ganz zufällig sieht sich der Betrachter in den Quecksilberspiegeln, auf denen sich langsam zersetzende Porträts von Akteuren der Spanischen Inquisition abgebildet sind. Der Schurke späterer Geschichtsschreibung – könntest theoretisch du sein. Als wären Jones’ Werke nicht schon anspruchsvoll genug, soll die Veranstaltungsreihe „Addendum“ die Schau und ihre Auseinandersetzung mit den Themen Macht, Einfluss, Verantwortung ergänzen, „verkomplizieren“, wie die Ausstellungsmacher zugeben.
Diese angekündigten Interventionen, Performances und Film-Screenings scheinen indes sinnvoller als die Erweiterung der Jones-Präsentation zur Gruppenschau. Gruijthuijsen und Dodge haben ihre zweite Jones-Ausstellung nämlich ins „Dialogische“ erweitert. Eine 1935/36 entstandene Porträtserie des Schweizer Fotografen Helmar Lerski, zwei fotografische Werke der Appropriation-Künstlerin Louise Lawler und eine Monitor-Installation von Julia Scher zu Überwachungs- und Sicherheitstechnologie sind mit Ronald Jones’ Werken quasi verflochten. Die beiden US-Künstlerinnen sind mit Jones befreundet. Ausstellungsästhetisch ist das Zusammentreffen derart gut gelöst, dass einem erst später aufgeht, dass die Gegenüberstellungen sich inhaltlich kaum befruchten.
Was wäre an einer reinen Berliner Jones-Retrospektive auszusetzen? „ Ich wünsche mir eine Institution, die durch die Künstler spricht und nicht durch den Kurator“, hat Gruijthuijsen gesagt, als er in den Kunst-Werken antrat. Bei „Enemy of the Stars“ sprechen die Stimmen gehörig durcheinander.
KW, Auguststr. 69, bis 6.8.; Mi bis Mo 11–19, Do 11–21 Uhr

 

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Die Schwäche Amerikas könnte zur Schwäche Europas werden

Immer wieder haben die USA durch ihre Präsenz Europa in Konflikten beigestanden. Doch seit Trump Präsident ist, greift Misstrauen um sich.
Angela Merkel und Donald Trump sind so etwas wie intellektuelle und kommunikative Antipoden. Was der eine denkt und sagt, käme der anderen nicht mal in den Sinn, geschweige denn, dass sie darüber reden würde. Während Trump durch sein inflationäres Gebrabbel das Wort entwertet, verhält es sich bei Merkel gerade umgekehrt: Mit jedem weiteren Tag im Amt geht es ihr wie einem Notenbankchef, bei dem schon ein Huster an der falschen Redestelle ausreicht, um einen Wechselkursrutsch auszulösen. Merkel weiß, was ihre Worte bewegen können, und deswegen geht sie sorgsam mit ihnen um.
"Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei ..., und deshalb kann ich nur sagen, wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen." Das war Merkels Bierzeltsatz, der nun das transatlantische Verhältnis erschüttert, wie es vielleicht nicht mal die Enthüllungen Edward Snowdens vermocht hatten. Der Satz muss mit Fußnoten gelesen werden. Erstens fiel er während einer Wahlveranstaltung. Er galt also vor allem Wählern, denen die Worte auch eine Art Immunschutz gegen antiamerikanische Infizierung verpassen sollten.
Merkel und mehr noch Edmund Stoiber wissen aus dem Wahlkampf 2002, dass mit der antiamerikanischen Karte (die damals Gerhard Schröder zog) ein Stich zu holen ist. Den macht diesmal Merkel selbst, indem sie die Europäer an die eigene Verantwortung erinnert. Der kaum zitierte, versöhnlichere Teil der Rede lautet, dieses Schicksal "in Freundschaft mit den Vereinigten Staaten" in die Hand zu nehmen.
Zweitens ist Merkel Wiederholungstäterin. Den Niedergang der politischen Kultur in den USA beobachtet sie schon seit Jahren mit Enttäuschung und Sorge. Seitdem Trump Präsident ist, hat sie die Europäer wiederholt zu Eigenständigkeit ermahnt. "Europa hat sein Schicksal selbst in der Hand" ist so ein Merkel-Satz, hinter dem sich ein kompletter Kosmos aus Überlegungen und Ableitungen eröffnet. Geäußert hat sie ihn zum Beispiel im Februar vor dem Großmeisterpalast der Malteser in Valletta.
Drittens aber ist Merkel keine Spielerin, die mal eben das transatlantische Verhältnis für einen schnellen Wahlkampf-Applaus opfert. So wie sie beim türkischen Präsidenten oder beim Brexit allen populistischen Versuchungen widersteht, so spielt sie auch nicht mit den USA. Die Vereinigten Staaten sind eine Konstante in Merkels Weltenplan, eine geografische und historische Selbstverständlichkeit, markiert in derselben Farbe wie Europa.
Jetzt aber spricht sie den USA die Verlässlichkeit ab, ein ungeheurer Beleg des Misstrauens zwischen Verbündeten. In der Tat wechselt das Trump-Amerika seine Farbe wie ein Chamäleon. Diese Unberechenbarkeit macht Amerika und mithin auch seine Verbündeten schwächer. Mindestens drei Mal hat Trump während seiner Tage in Europa den mentalen Bündnisbruch vollzogen: Als er den G 7 seine Klima-Entscheidung per Twitter in Aussicht stellte; als er die versammelte Nato-Allianz antreten ließ und abkanzelte; und als er die Beistandsgarantie für das Bündnis verweigerte, obwohl eine entsprechende Redepassage ausgehandelt war.
Transatlantizismus war nie Selbstzweck, sondern immer eine Übung in Eigennutz. Amerika projiziert seine Stärke auf Europa und festigt damit seine globale Vormacht. Europa borgt sich Stabilität, die es alleine niemals hätte erzeugen können. Geben und Nehmen - allerdings waren die USA in diesem Spiel schon immer ein schwieriger Verbündeter, weil die politischen Schwankungen Washingtons in Europa viel stärker zu spüren sind als etwa in Kentucky oder Ohio. Das merkte man schon bei einem George W. Bush wie bei einem Jimmy Carter.
Zweimal haben die USA einen von Deutschland ausgehenden Weltbrand gelöscht, einmal hat dieses Amerika durch seine schiere Präsenz einen kriegerischen Konflikt verhindert. Uneigennützig war die Hilfe nie, aber zwingend geboten war diese Investition in Europa auch nicht, wenn man etwa aus Kentucky oder Ohio über den Atlantik schaute.
Nun sind plötzlich die Rollen vertauscht. Die Schwäche Amerikas könnte zur Schwäche Europas werden. Trump hat binnen vier Monaten so viele Schwankungen ausgelöst, dass ein kluger Selbstschutz mehr als angemessen ist. Mit ihrer Analyse bricht Merkel noch nicht mit den USA. Aber sie fällt ein vernichtendes und schmerzhaftes Urteil: Amerika ist nicht mehr verlässlich. Dieses Urteil ist wuchtig, und es kostet einen Preis, den weder Deutsche noch Europäer kennen. Die Kanzlerin nutzt dafür gerne den Begriff Schicksal. Auch der ist bewusst gewählt.

 

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Jauch dreht am Rad

Eigentlich ist er keiner, der so schnell durchdreht.
Bei der letzten „Wer wird Millionär?“-Doppelfolge vor der Sommerpause hatte Moderator Günther Jauch (60) am Montagabend aber keine Wahl. Kandidatin Friederike Rebecca Schindler (32) aus Amöneburg (Hessen) brachte ihr Rhönrad mit in die Show.
Und das war natürlich kein Zufall: Die Ärztin (schon dreimal in der Show, jetzt aber zum ersten Mal auf dem Ratestuhl) ist achtfache Weltmeisterin – und forderte Jauch zur Mutprobe heraus.
Das Rhönrad ist ein Sportgerät: Es besteht aus zwei großen Reifen, in die eine erwachsene Person stehend passt, die durch sechs Sprossen parallel miteinander verbunden sind. Der Turner – hier Günther Jauch – steckt seine Füße in zwei Schlaufen, hält sich mit den Händen an zwei Griffen fest und steht so in den Rädern. Mit dem Körper holt er Schwung und beginnt zu rollen – kopfüber, dann rollen die Füße Richtung Boden, dann geht’s wieder kopfüber…
Der Moderator nach seiner Rhönrad-Runde zu BILD: „Ich war froh, dass ich nicht aus dem Rad gefallen bin.“
Und auch die Rhönradturn-Weltmeisterin war froh, denn sie nahm 32 000 Euro mit nach Hause.
Nach der Sendung ist jetzt erst mal Pause. Traditionell müssen die Rate-Fans im Sommer ohne die Millionär-Show auskommen, in den vergangenen Jahren ging es im September wieder weiter. So wird es wohl auch 2017 sein.
So richtig Urlaub hat Günther Jauch aber nicht. Er moderiert auf RTL „500 – Die Quiz-Arena“, die ab dem 12. Juni für zehn Folgen ausgestrahlt wird.
Mehr Promi-News gibt’s auf BILD Facebook – jetzt folgen!

 

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Generalversammlung: Der FC Zürich mit 1,6 Millionen Franken Defizit

(sda) Ancillo Canepa, der Präsident und Mehrheitsaktionär im FC Zürich, musste am Montag im «Weissen Saal» des Zürcher Volkshauses bei der Generalversammlung rote Zahlen verkünden. Die Betriebsrechnung 2016 schloss nach Abschreibungen mit einem Verlust von 1,6 Millionen Franken ab. 2015 hatte sich das Defizit noch auf 3,4 Millionen Franken belaufen.
Vor allem in Sachen Transfererlös (minus 2 Millionen Franken) hat sich der Abstieg in die Challenge League negativ ausgewirkt. Canepa betonte, dass der FCZ nach dem sofortigen Wiederaufstieg regelmässig einen Europacup-Platz anvisiert, im Nachwuchsbereich weiter zu nationalen Spitze gehören und den Frauen-Fussball weiter fördern will. Zudem sagte Canepa, der Bewilligungsprozess für ein neues Fussball-Stadion in der grössten Stadt der Schweiz sei auf gutem Wege, und «etwas optimistisch gesehen» könne schon im Jahr 2021 darin gespielt werden.
Zwei Mitglieder wurden an der Generalversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt: Der nach 31 Jahren zurücktretende Verwaltungsrat Hugo Holenstein und der Kult-Masseur Hermann Burgermeister, der am kommenden Samstag im letzten Saisonspiel gegen Wohlen nach 42 Jahren letztmals offiziell für den FCZ tätig sein wird.

 

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Merkel emanzipiert sich von Amerika

Es ist keine Abkehr der Kanzlerin von den USA. Dafür ist ihr die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten viel zu wichtig. Aber sie löst sich von dem neuen Präsidenten - und will Europa stärken. Ein schwerer Gang.
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Von diesem Traum erzählt Angela Merkel immer wieder: Im Rentneralter wollte sie unbedingt zu allererst nach Amerika. Da war die Physikerin noch jung, eine recht brave DDR-Bürgerin und hinter einer Mauer eingesperrt. Die Vereinigten Staaten waren für sie der Inbegriff von Freiheit. Für Meinung, Religion, Presse, Reisen, einfach alles. Ihr Traum wurde viel früher wahr. Die Mauer fiel, die Naturwissenschaftlerin kämpfte sich in der Politik nach ganz oben. In Deutschland, Europa, in der Welt. Washington als wichtigster Partner an der Seite. Doch jetzt geht Merkel einen neuen Weg.
"Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei, das habe ich in den letzten Tagen erlebt." Merkel hat das am Sonntag in einem Bierzelt in München gesagt, wenige Stunden nach Ende des für den Zusammenhalt der westlichen Industrienationen desaströsen G7-Gipfels auf Sizilien. Ernüchtert, desillusioniert, verstimmt. Nicht über den großen Freund und Partner USA im Ganzen, sondern über den neuen Präsidenten Donald Trump. Und auch ein wenig über Großbritannien, das der Europäischen Union den Rücken kehrt - und in ihrer Mitte doch so sehr gebraucht würde.
Merkel weiß um die vielen Stimmen in den USA, die sie nach der Wahl von Trump im vorigen Herbst als letzte Retterin der liberalen westlichen Werte auserkoren hatten. "Völlig absurd" nannte Merkel das damals. Aber inzwischen arbeitet sie an diesem Ruf - ob gezielt oder automatisch. Vertrauen, Berechenbarkeit - das ist der Kitt, der Partner zusammenhält, auch wenn es mal kracht und scheppert. Aber wenn für Merkel auch nur "ein Stück vorbei" ist, wird es ernst.
Sie hat die USA trotz mancher Hindernisse wie in der Finanzkrise mit US-Präsident George W. Bush oder mit der Abhöraffäre zu Zeiten Barack Obamas immer unbeirrt als wichtigsten Partner bezeichnet. Weil die Bundesrepublik nach denselben Werten strebt, nach Freiheit, Gleichheit, Menschenrechten, Gerechtigkeit. Aber auch, weil Deutschland auf die Hilfe der USA bei Sicherheit, Verteidigung und Geheimdiensten angewiesen ist. Daran will Merkel sicher nichts ändern. Regierungssprecher Steffen Seibert betont am Montag: "Da hat eine zutiefst überzeugte Transatlantikerin gesprochen." Gerade weil die transatlantischen Beziehungen so wichtig seien, sei es auch richtig, Differenzen ehrlich zu benennen. Aber das tut eben weh.
In den jüngsten Wochen hat Merkel auffallend oft betont, man müsse in Jahren, wenn nicht Jahrzehnten rechnen. In der DDR hätten viele an den Mauerfall geglaubt und seien belächelt worden. Und nach 28 Jahren sei es so gekommen. Sie könnte auch sagen: Die Amtszeit eines US-Präsidenten ist spätestens nach acht Jahren zu Ende.
SPD-Generalsekretärin Katarina Barley wirft Merkel vor, ihre Kritik an den USA inszeniert zu haben. "Es ist keine Kunst, im Bierzelt über Donald Trump zu schimpfen", sagt sie. Das hätte Merkel beim G7-Gipfel tun sollen. Aber die kurze Passage in Merkels Wahlkampfrede bei der CSU von Horst Seehofer in München wird schnell von Medien in den USA und auch in Großbritannien verbreitet. Als hätte Merkel eine Brandrede gehalten. Es gibt lange Berichte, Analysen, Fragezeichen, was Merkel, die wohl mächtigste Frau der Welt, damit nun bewegen wird. Wird Europa Amerikas Platz als wichtigster Partner einnehmen? Wird Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron nun der international engste Verbündete Merkels, die große Hoffnungen in ihn bei Wirtschaftsreformen und der Weiterentwicklung der EU setzt. Wo sind die neuen großen Linien - mit China für den Klimaschutz?
Merkel dürfte sich der Brisanz ihrer Worte im Münchener Stadtteil Trudering bewusst gewesen sein. Zwar ist sie natürlich längst im Wahlkampf für die Bundestagswahl am 24. September. Aber sie gilt nicht als Zockerin. Sie würde das deutsch-amerikanische Verhältnis kaum derart auf die Probe stellen, sähe sie nicht eine Gefahr in Trumps Verhalten, an internationale Errungenschaften zu rütteln, gegen Verbündete zu poltern und zugleich Deals mit Autokraten bei Gold und Pomp wie in Saudi-Arabien zu machen. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) spricht gar von einem "Ausfall der Vereinigten Staaten als wichtige Nation" und einer "Veränderung im Kräfteverhältnis in der Welt". Sein Fazit: "Der Westen wird gerade etwas kleiner."
Also Europa. Merkels gar nicht neue, jetzt aber um so drängendere Botschaft ist eben: Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Das wird aber eine riesige Herausforderung: Vor allem für die Sicherheit, die Verteidigung und die Nachrichtendienste. Ohne die USA läuft da wenig. Sie haben Deutschland und Europa durch ihre Kenntnisse und Fähigkeiten oft vor Schlimmeren bewahrt. Die Deutschen müssen sich dann wohl darauf einstellen, dass die Bundeswehr aufgerüstet werden und ihre Soldaten häufiger in einen Krieg ziehen müssen. Etwas, was die Bürger gar nicht schätzen und etwas, was die SPD gegen Merkel im Bundestagswahlkampf aufbringen wird.
Die Liebe vieler Menschen in den EU-Staaten zu Kommission und Parlament hält sich auch schwer in Grenzen. Ebenso die Unterstützung in jenen Ländern, die Merkel wie südliche EU-Staaten schwere Fehler in der Bewältigung der Finanzkrise (zu harte Reformen für verschuldete Länder) und wie Ungarn Fehler in der Flüchtlingskrise (zu weiche Haltung gegenüber Migranten) vorhalten. Russland wird versuchen, Profit aus der ganzen Verunsicherung zu schlagen.
Dennoch, Merkel werde mitten im Wahlkampf mit dieser internationalen Aufmerksamkeit wieder zur Hochform auflaufen, heißt es in ihrer CDU. Es werde das Augenmerk auf die außenpolitischen Spannungen gerichtet und von den innenpolitischen abgewendet. Ein Christdemokrat sagt ein bisschen zynisch: "Trump muss durchhalten."

 

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Nationalrat: Für die Wasserkraft, aber nicht so

Ganz so einfach ist der Griff nach Subventionen dann doch nicht. Die Stromwirtschaft wollte – mit Unterstützung der Bergkantone – mehr Geld für ihre Unternehmen. Verkauft wurde dies als Förderung der Wasserkraft. Die Energiekommission des Nationalrats ist im April darauf eingestiegen und wollte den Produzenten für ihren Wasserstrom eine Abnahmegarantie zu den Gestehungskosten inklusive Marge gewähren. Das heisst, für die Produzenten würden hier keine Defizite mehr anfallen. Die Mehrkosten von geschätzten 500 Millionen Franken müssten die privaten Haushalte und die KMU tragen. Diese gefangenen Kunden können im Unterschied zu den Grosskunden auf dem liberalisierten Strommarkt ihren Stromversorger nicht frei wählen.
Der Entscheid in der Kommission fiel deutlich mit 17 zu 5 Stimmen. In der Zwischenzeit hat die Stimmung jedoch gedreht. Die SVP, die in der Kommission noch hinter den Subventionen stand, will die Sache nun nochmals gründlich prüfen. Zusammen mit FDP, BDP, GLP, Teilen der CVP und einzelnen Stimmen der SP steht jetzt eine solide Mehrheit hinter dem Antrag von Christian Wasserfallen (fdp., Bern) , die umstrittene Wasserkraft-Förderung an die Kommission zurückzuschicken. Damit würde die Vorlage aufgeteilt, und der Rat befände vorerst nur über den Um- und Ausbau der Stromnetze. Der Entscheid dazu fällt am Dienstag.
Der Vorschlag der Kommission wurde am Montag mit deutlichen Worten bedacht. Auf Anhieb klinge der Vorschlag zwar sympathisch, sagte Christian Imark (svp., Solothurn) . Doch niemand kenne die Kostenauswirkungen auf den kleinen Konsumenten. «Das ist einfach keine seriöse Politik.» Hans Grunder (bdp., Bern) sprach von einem «Schnellschuss». Es gebe bessere Lösungen.
Der Genfer Freisinnige Benoît Genecand rief die Branche dazu auf, sich neu aufzustellen. Stromversorger mit wenig Eigenproduktion und einem grossen Anteil an gefangenen Kunden seien in einer sehr lukrativen Situation. Stark betroffen von den tiefen Strompreisen seien hingegen Versorger, die ihre Eigenproduktion im freien Markt absetzen müssten. Bevor die Konsumenten erneut zur Kasse gebeten würden, solle zuerst die Branche selber für einen Ausgleich sorgen, sagte der Genfer Nationalrat.
Energieministerin Doris Leuthard sprach von einem «absolut grossen Markteingriff». Die «Gelackmeierten» seien die privaten Haushalte und die KMU. Der Eingriff sei höchst ungerecht und führe zu Problemen im Vollzug. So sei unklar, welche Folgen die Bestimmung für die Photovoltaik-Anlagen hätte. Auch den Zeitpunkt hält Leuthard für falsch. Bevor die mit der Energiestrategie 2050 beschlossenen 120 Millionen Franken pro Jahr für die Wasserkraft überhaupt flössen, solle jetzt bereits der nächste Schritt kommen.
Die Befürworter des Markteingriffs erinnerten daran, dass Wasserkraftwerke in Bedrängnis seien. Konkurse seien nicht ausgeschlossen. Die finanziellen Auswirkungen der Kommissionslösung auf die Konsumenten seien minim, sagte Bastien Girod (glp., Zürich) . Die Abstimmung über die Energiestrategie hat laut Karl Vogler (cvp., Obwalden) gezeigt, dass die Bevölkerung einheimische erneuerbare Energie wolle.
Ausgelöst hat die Diskussion der Ständerat mit dem umstrittenen Entscheid im Dezember 2016, die Durchschnittspreismethode aus dem Stromversorgungsgesetz zu streichen. Diese sieht vor, dass die Stromversorger die Preisvorteile des günstig auf dem liberalisierten Markt eingekauften Stroms den gefangenen Kunden weitergeben müssen. Zuvor hatte das Bundesgericht diese Methode in einem Urteil gestützt.
Die Debatte über die Wasserkraft stahl dem eigentlichen Thema der Vorlage – der Netzstrategie – die Show. Sie ist das Regelwerk zur längerfristigen Entwicklung des Stromnetzes. Der zunehmend dezentral und witterungsabhängig produzierte Strom stellt neue Anforderungen an das Stromversorgungssystem. Der Um- und Ausbau des Stromnetzes steht im Kontext der Energiestrategie 2050. Eine Erneuerung der grossteils aus der Mitte des letzten Jahrhunderts stammenden Infrastruktur ist aber ohnehin notwendig.
Ein Bremsfaktor sind die langen Bewilligungsverfahren. Projekte dauern laut Leuthard 10 bis 30 Jahre bis zur Realisierung. Die Verfahren, die heute bis zu 13 Jahre Zeit in Anspruch nehmen, sollen auf 4 bis 8 Jahre verkürzt werden. Zu einem zügigeren Ausbau der Stromleitungen trägt auch bei, wenn diese auf grössere Akzeptanz in der Bevölkerung stossen und dadurch die Zahl der Beschwerden abnimmt. Bund und Kantone sollen künftig breiter über Projekte informieren. Zudem soll das Verteilnetz grundsätzlich im Boden verlegt werden, sofern dies technisch und betrieblich möglich ist und die Mehrkosten gegenüber einer Freileitung nicht zu hoch sind. Die Differenz legt der Bundesrat fest. Im Gesetz verankert ist eine Obergrenze: Die Erdleitung darf höchstens dreimal mehr kosten als die Freileitung. SVP und FDP forderten vergeblich eine tiefere Obergrenze. Abgelehnt hat der Rat auch einen Antrag der FDP, wonach Leitungen der höchsten Spannungsebene nur ausnahmsweise im Boden verlegt werden sollten.
Am Dienstag führt der Nationalrat die Beratungen weiter.

 

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Mehr Wohnungen fürs Personal

Das Seniorenheim an der Fasanenstraße will Pflegezimmer modernisieren und die Anlage ausbauen. Einigen Vaterstettener Gemeinderäten geht das zu weit
Über den Wert des Alters ist schon viel philosophiert worden, um den Wert von Altenheimen ging es nun im Bauausschuss Vaterstetten. Genauer über den Wertzuwachs, den ein Altenheim erfährt, wenn es zusätzliche Mitarbeiterwohnungen baut. Um deren Genehmigung hatte das Gremium nun zu entscheiden, nicht alle Mitglieder waren damit einverstanden.
Die zusätzlichen Mitarbeiterwohnungen sind nur Teil eines umfangreichen Ausbau- und Erweiterungsprogramms. Die Einrichtung an der Fasanenstraße hat erst Anfang des Jahres den Betreiber gewechselt, die neue Firma Carecon hat bereits bei der Übernahme größere Modernisierungen angekündigt. Konkret geplant ist nun, zwei der Gebäude an der Fasanenstraße aufzustocken. Die Wände sollen dabei gut zwei, die Firsthöhesoll aber nur um etwa einen Meter wachsen, da die Dachneigung etwas geringer ausfällt als bisher. Ein drittes Gebäude soll Dachgauben erhalten. Der zusätzliche Platz soll für neue Personalwohnungen genutzt werden, insgesamt 64 davon will das Altenheim nach dem Umbau seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellen können. Außerdem werden im Erdgeschoss eines der Gebäude Anbauten für die neue Intensivpflege entstehen, in einem anderen soll die Fassade versetzt werden, um die bestehenden Pflegezimmer auf den aktuellen Stand bei den gesetzlichen Mindestgrößen zu bringen.
Die meisten dieser Arbeiten sollen im laufenden Betrieb erfolgen, erläuterte Bauamtsleiterin Brigitte Littke auf Nachfrage von Stefan Ruoff (Grüne) . Dazu sei geplant, die neuen Stockwerke bereits zu einem großen Teil vorzufertigen. Diese Gebäudeteile sollen dann einfach aufgesetzt werden. Baubeginn soll im Herbst diesen Jahres sein, die Bauzeit nicht mehr als drei Monate betragen.
Manfred Schmidt (FBU/AfD) sprach sich gegen den Bauantrag aus. Wenn in dem Altenheim zusätzliche Wohnungen entstehen, bedeute dies eine Wertsteigerung der Immobilie, so Schmidts Argument. Von dieser solle sich die Gemeinde einen Anteil sichern, wie man es in anderen Kommunen in solchen Fällen über die sogenannte "sozialgerechte Bodennutzung" auch täte. Dabei müssen Bauherren etwa Nutzungsrechte oder Flächen an die Gemeinde abgeben, die diese dann für soziale Zwecke einsetzen kann. Unterstützung in der Sache kam von Herbert Uhl (FW) . Man müsse sich bei solchen Projekten schon auch immer fragen, "was hat die Gemeinde davon?"
Zum Beispiel bessere Pflegebedingungen für ihre Bürger, meinte Ruoff, schließlich "sind das doch auch Vaterstettener, die da wohnen", und für diese habe es schon Vorteile, wenn es im Altenheim mehr Personal gebe. Grundsätzlich sei die sozialgerechte Bodennutzung ja eine gute Sache, so Ruoff, aber man brauche nicht unbedingt bei diesem Projekt damit anzufangen. Zweiter Bürgermeister Martin Wagner (CSU) erinnerte daran, wie man sich in der Gemeinde immer bemüht habe, dass Alten- und Pflegeeinrichtungen sich ansiedelten. Wenn diese nun weiter bestehen und noch ausgebaut werden könnten, habe die Gemeinde den Wertzuwachs. Zumal dieser sich bei Mitarbeiterwohnungen für deren Eigentümer eher in Grenzen halte, merkte Dritter Bürgermeister Günter Lenz (SPD) an. Schließlich würden die Personalwohnungen wohl kaum auf dem freien Markt zu entsprechenden Preisen vermietet.
Dies werde man sich sogar schriftlich geben lassen, sagte Littke. In einem städtebaulichen Vertrag mit dem Altenheimbetreiber sollen die Wohnungen ausdrücklich als für Personal und nicht zur allgemeinen Vermietung festgelegt werden. Gegen die Stimme Schmidts wurden die Umbauten genehmigt.

 

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Theater für Kinder

In einer liebevollen Inszenierung zeigt "Das Bilderbuchtheater" von Donnerstag, 1., bis Montag, 5. Juni, in Vaterstetten "Mascha und der Bär". Diese für Kinder lehrreiche Geschichte basiert auf einem russischen Märchen: Die kleine Mascha lebt mit ihrem Freund, dem Bär, im Wald. An einem wunderschönen Tag hat der Bär Geburtstag. Klar, dass Mascha ihm eine Torte backen möchte. Doch wie immer ist das Mädchen ziemlich zerstreut und bringt einiges durcheinander. Zum Beispiel nimmt sie versehentlich ein Ei an sich, aus dem bald ein kleines Küken schlüpfen soll. Der nervös wartende Hahn und seine Henne sind über Maschas Verhalten entsetzt, auch dem gierig umherschleichenden Fuchs passt es gar nicht, dass Mascha zum Backen alle Eier verbraucht. Aber hinterlistig, wie er ist, hat er schon längst einen Plan. Und in dem ganzen Durcheinander verschlingt auch noch ein Schwein die Geburtstagstorte für den Bär... Das Stück ist geeignet für Kinder ab drei Jahren. Gespielt wird in einem Theaterzelt am Reitsberger Hof, Baldhamer Straße 99, Donnerstag bis Samstag jeweils um 16, Sonntag um 14 und Montag um 11 Uhr. Karten gibt es jeweils 30 Minuten vor Beginn an der Kasse. Der Eintritt kostet acht Euro.

 

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Das andere Abi

An der FOS/BOS Erding starten die Abschlussprüfungen
544 Schülerinnen und Schüler müssen diese Woche alles geben: Die Abiturprüfungen an der Fachoberschule und Berufsoberschule (FOS/BOS) Erding stehen an. Am Montag, 29. Mai, hat es mit Deutsch begonnen, an diesem Dienstag wird Englisch geprüft, am Donnerstag Mathematik und am Freitag folgen die sogenannten Profilfächer wie Technik, Wirtschaft und Sozialwesen. Die mündlichen Gruppenprüfungen in Englisch fanden bereits Anfang Mai statt. Deren Ergebnisse werden zu einem Drittel in die Englisch-Abiturnote einfließen.
Sowohl die Fachabiturienten als auch die Abiturienten werden in dieser Woche geprüft - gleichzeitig, aber räumlich getrennt. 483 Schüler treten für das Fachabi an, 106 für das allgemeine oder fachgebundene Abi. Das sind etwas mehr als in den vergangenen Jahren. "Wir wachsen zwar nicht exponentiell, aber stetig", sagt Schulleiter Gottfried Wengel. Das zeigen auch die Gesamtschülerzahlen der FOS/BOS, die dieses Jahr auf über Tausend stiegen.
Die FOS/BOS bietet neben dem Gymnasium einen zweiten, gleichwertigen Weg zur Hochschulreife an. Die Fachoberschule baut auf einem mittleren Schulabschluss auf, die Berufsoberschule zusätzlich auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung beziehungsweise Berufserfahrung. Sowohl an der FOS als auch die BOS kann man nach der 12. Klasse sein Fachabi (auch: Fachhochschulreife) machen, mit dem man anschließend an der Fachhochschule studieren kann. Für das Studium an der Universität braucht man das allgemeine oder fachgebundene Abi, das man nach der 13. Klasse an der FOS/BOS erlangen kann. Voraussetzung für das allgemeine Abitur sind Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache. Beim fachgebundenen Abitur kann man nur bestimmte Fächer an Hochschulen studieren.
Da die FOS/BOS Erding dieses Jahr 24 Abschlussklassen zählt, werden viele Räume für die Prüfungen benötigt: Neben sieben Klassenräumen und der Aula im Gebäude der BOS stehen auch die Aula der benachbarten Berufsschule sowie deren Turnhalle zur Verfügung. Nimmt man die Absolventen der Erdinger FOS und BOS zusammen, machen die meisten ihren Abschluss im Profilfach Wirtschaft, gefolgt von Technik und Sozialwesen.
In den Pfingstferien müssen die Lehrer 2176 Prüfungsklausuren in Erst- und Zweitkorrektur durchsehen. Denn in der Woche nach den Pfingstferien erfahren die Absolventen ihre Ergebnisse. Ende Juni folgen die mündlichen Prüfungen. Am 7. Juli können die Absolventen ihre Zeugnisse bei der Abschlussfeier in der Aula der BOS entgegen nehmen. Aufgrund der großen Anzahl von Abiturienten und Gästen wird es wie im letzten Jahr vier separate Veranstaltungen geben.

 

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Strampeln für den Klimaschutz

Landkreis beteiligt sich erstmals an Aktion "Stadtradeln"
Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr hat sich einiges vorgenommen: Drei Wochen im Juli will er sein Auto in der Garage lassen und gänzlich aufs Fahrrad umsteigen. Das ist schon deshalb recht beachtlich, weil er von seinem Wohnort Glonn bis zu seinem Arbeitsplatz im Ebersberger Landratsamt ja einige Hügel zu überwinden hat. Doch damit nicht genug: Auch zu einer wichtigen Veranstaltung in Straubing wird er mit dem Fahrrad fahren, das sind immerhin mehr als 130 Kilometer - einfach. Allerdings muss er sich nicht ganz auf seine eigene Muskelkraft verlassen, er erlaubt sich elektrische Unterstützung. Gröbmayr und die übrigen Mitarbeiter in der Ebersberger Energieagentur hoffen darauf, dass möglichst viele Ebersberger sich ihrem Beispiel anschließen und ebenfalls im Juli noch häufiger in die Pedale treten als sonst. Erstmals nämlich beteiligt sich der Landkreis Ebersberg an der deutschlandweiten Aktion "Stadtradeln".
Vom 1. bis zum 21. Juli können sich alle Interessierten - Privatpersonen ebenso wie Schulklassen oder Firmenteams - an dem Wettbewerb beteiligen und vielleicht beweisen, dass die Menschen im Landkreis Ebersberg kräftigere Wadeln und mehr Kondition haben als in anderen Regionen Deutschlands: Jeder Fahrradkilometer wird registriert, das ist möglich im Internet, auf Formularen per Hand oder sogar mit einer speziellen App, die man sich herunterladen kann und die automatisch jeden geradelten Kilometer misst.
Einige Gemeinden im Landkreis sind besonders motiviert und werden als eigene Teams an den Start gehen, wie Bärbel Zankl von der Energieagentur verrät: Oberpframmern, Glonn und Aßling haben bereits ihre Teilnahme erklärt, andere haben noch bis Mittwoch die Chance, ihre Zusage zu übermitteln. In Oberpframmern war man als erste Gemeinde begeistert dabei, und wenn alle so in die Pedale treten wie der Bürgermeister, sollten die Gewinnchancen zumindest auf Landkreisebene bestens stehen: Andreas Lutz ist begeisterter Triathlet, er startet demnächst wieder beim Wettbewerb im österreichischen Fuschl und versucht, wöchentlich mindestens 70 bis 100 Trainingskilometer zu absolvieren. Andere Gemeinderäte seien aber ähnlich sportlich, erzählt er, deshalb werde es sicher ein ganz beachtliches Teilnehmerfeld. Ohnehin sei es wichtig und erwünscht, dass viele Kommunalpolitiker sich an der Aktion beteiligten, erläutert Zankl. Sie entdecken dann vielleicht schneller, wo ein Fahrradständer fehlt oder wo ein Radweg wichtig wäre. Nähere Informationen und die Möglichkeit, sich für die Teilnahme zu registrieren, gibt es im Internet unter www.stadtradeln.de/landkreis-ebersberg/

 

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Zuflucht in Zorneding

Die frühere Lehrerin Ingeborg Römer erzählt von ihrer Abschiebung aus Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg
Deutscher sein in Österreich, damit verbinden die meisten Wandern, Skifahren und gemütliche Hotels mit gutem Essen. In der unmittelbaren Nachkriegszeit indes bedeutete dies oft: Abschiebung. In Jeeps und Viehwaggons wurden Deutsche aus Österreich abtransportiert. Eine, der dies passierte, ist Ingeborg Römer. Bei einer Veranstaltung des Heimatkundekreises im Gasthof Neuwirt erzählte sie nun von ihrem Leben während des Zweiten Weltkriegs, ihrer Deportation aus Österreich nach Kriegsende und wie sie ihr Leben Mitte der 1960er Jahre in Zorneding wieder aufbaute.
Es ging nicht um die furchtbaren Gräueltaten im Dritten Reich, nein, diesmal nicht. Es ging um das Leben eines jungen Mädchens, das 1931 in München geboren wurde. "Ich bin fröhlich aufgewachsen, zwar sparsam und schlicht, aber ich war glücklich", erzählte Römer. Als sie sechs Jahre alt war zog sie mit ihrer Familie nach Berlin, ein Jahr später nach Wien. Hitler war zu dem Zeitpunkt bereits seit vier Jahren an der Macht, doch damals hatte noch keiner an ihm gezweifelt, erinnerte sie sich bedrückt. 1940 kamen die Bombenangriffe auf große Städte dann immer näher. In der Schule lernten sie, wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie in einem Bunker sind - nicht reden, sonst geht der Sauerstoff zu schnell aus - und wie Klopfzeichen zu geben sind. "Der Boden hat so stark gewackelt, obwohl die Bombe nicht im Haus über dem eigenen Kopf eingeschlagen ist. Ich wusste nicht, dass Beton so stark wackeln kann", erzählte Römer.
Ingeborg Römer schaffte es mit ihren Erzählungen, alle Anwesenden in ihren Bann zu ziehen. Als wäre man selbst dabei gewesen, so intensiv schilderte sie ihre Angst, ihre Hoffnung und Details einer schrecklichen Zeit. Etwa, dass Kinder Kettchen mit ihren darauf eingravierten Personalien tragen mussten, um ihre Leichen im Notfall identifizieren zu können.
Als der Krieg endlich ein Ende fand, besetzten die Amerikaner Österreich. Römers Familie fing an, sich ein neues Leben aufzubauen. Doch dann kam die erste schlimme Nachricht, berichtete Römer mit gefasstem Gesichtsausdruck. Ein amerikanischer Oberst wollte mit seiner Familie in ihr Haus einziehen und sie waren gezwungen es binnen 24 Stunden zu räumen. Im Rathaus wurden sie neu zugeteilt und mussten bei Fremden auf dem Wohnzimmerboden schlafen. "Dann die zweite schlimme Nachricht": Sie wurden ausgewiesen, nach München. Würden sie dem Aufruf nicht folgen, hätten sie die Wohnung und ihre Lebensmittelkarten verloren, erklärte Römer. Sie, als Immigranten, würden Österreicher Essen und Wohnungen wegnehmen, erzählte Römer kopfschüttelnd, so hatte es der Kurier damals ausgedrückt. Das fehlende Mitgefühl und mangelnde Bemühen, Immigranten zu integrieren, schockiere sie auch heutzutage.
Zusammen mit anderen Frauen und Kindern mussten sie auf die Ladefläche von Jeeps steigen, doch wider Erwarten wurden sie nicht nach München gebracht, sondern in ein ehemaliges Gefangenenlager. Erst nach Tagen, ohne Betten oder richtige Duschen oder Toiletten, ging es in Viehwaggons weiter Richtung München. Der Anblick der völlig zerstörten Stadt war schockierend, erinnert sich Ingeborg Römer und zeigte dem Publikum Fotos, wie die Stadt nach dem Krieg ausgesehen hatte. Heute ist München ganz in Trümmern unvorstellbar, die Anwesenden nickten beklommen bei den Bildern. Durch diese und vor allem durch die Erzählungen der Referentin, kam die Verwirrung und die Angst, die alle Betroffenen damals verspürt haben müssen, deutlich heraus. Als sie nach Tagen endlich in München ankamen, sollten sie in einem Flüchtlingslager in Moosach unterkommen. Doch Römer und ihre Mutter flohen in Laim, um zu ihrer Großmutter zu gelangen.
Noch während der Schulzeit lernte sie ihren Ehemann Anton Römer kennen, den sie 1951 heiratete, er starb bereits im Jahr 1994. Gemeinsam zogen sie drei Kinder groß. 1965 bekam sie dann die Chance, wie viele andere Altabiturienten, zu studieren, welche sie mit dem Einverständnis ihres Mannes ergriff und so Lehrerin wurde. Zur gleichen Zeit bauten sie sich ein Haus in Zorneding - an der dortigen Hauptschule war Ingeborg Römer lange Jahre Lehrerin - und sich ein neues Leben einrichteten. "Mein Leben hat sich eigentlich immer in 20 Jahres-Schritten abgespielt", erzählte Römer, "1931 geboren, 1951 geheiratet, 1971 Lehrerin geworden und 1991 in Rente, um meinen Mann zu pflegen."
Sie sei dankbar dafür, sich hier in Zorneding ein so tolles Leben aufgebaut haben zu können, berichtete sie. Auch heute noch ist sie sehr aktiv, hat vor sechs Jahren ihr Studium in mittelalterlicher isländischen Literatur abgeschlossen und ist begeisterte Islandreisende - sie war bereits 16 Mal auf der nordischen Insel, vor allem um ihre Reitkünste zu verbessern.
Ihre interessante Lebensgeschichte hatte Ingeborg Römer aber bislang nur ihren Kindern und Enkeln erzählt. Auf die Idee dies auch vor Publikum zu tun, sei sie im vergangenen Jahr beim Besuch einer Fotoausstellung des Heimatkundekreises gekommen. Eine sehr spontane Entscheidung sei dies gewesen, sagt Ingeborg Römer, "wie die Jungfrau zum Kind, kam ich zu diesem Vortrag".

 

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Früh übt sich

Manche wissen auch nach dem Abitur partout nicht, was sie einmal werden sollen. Andere sind mit zwei Jahren schon recht zielstrebig - nicht immer zur Freude ihrer Eltern
Eltern, die einen Abiturienten zuhause haben, kennen das: Da ist die Schule nach zwölf, manchmal auch nach 13 Jahren plötzlich zu Ende und der Nachwuchs kennt zwar den Gauß-Jordan-Algorithmus und kann das Gram-Schmidtsche Orthogonalisierungsverfahren anwenden, hat aber null Ahnung, wie es nach dem Abschluss weitergehen soll. Kein Wunder, die Auswahl wird ja immer größer.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung listet mehr als 260 Ausbildungsberufe aus. Noch härter trifft es künftige Studierende: Insgesamt gab es im Wintersemester 2016/2017 an den Hochschulen in Deutschland 18 467 Studiengänge, davon waren 16 829 Bachelor- oder Masterstudiengänge. Hinzu kommen freilich noch eine ganze Menge anderer Möglichkeiten, die Zeit nach dem Abitur als eine Art Selbstfindung in Richtung Zukunft zu verbringen. Da wirbt ein Institut mit einem "Auslandsjahr in über 40 Traum-Reisezielen", es gibt Freiwilligenarbeit, Work & Travel, Au pair und noch so vieles mehr.
Dass aber längst nicht alle auf der langen Leitung stehen, wenn es um die Berufswahl geht, hat am Montagmorgen ein gerade mal zwei Jahre alter Bub in Egmating unter Beweis gestellt. Wie die Ebersberger Polizei berichtet, kletterte der Knirps gegen 2.30 Uhr aus seinem Gitterbett, schnappte sich Kuscheltier und Trinkflasche und spazierte aus dem Haus - geradewegs in Richtung seiner heiß geliebten Dorf-Feuerwehr. Sein Ziel erreichte er allerdings nicht, denn einem aufmerksamen Verkehrsteilnehmer fiel der Ausreißer auf. Trotz seiner gerade mal zwei Jahre konnte der kleine Mann die verständigten Beamten der Polizeiinspektion Ebersberg zurück zu seinem Elternhaus lotsen. Dort wurde er seinen schockierten Eltern übergeben. Der Junge ist in seiner Berufswahl nunmehr zwischen Feuerwehr und Polizei hin- und hergerissen.

 

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Keine Hoffnung für Eltern

Laut Udo Ockel, Bürgermeister und Chef des Gemeindetags, können sich kleine Kommunen kostenlose Kitas nicht leisten
Krippe, Kindergarten Hort: In München könnten Kitaplätze bald kostenlos sein. Jedenfalls plant das SPD-geführte Rathaus, die Beiträge der Eltern zu übernehmen - in der Hoffnung, dass der Freistaat bald nachzieht. Den Kommunen im Münchner Umland könnte dadurch freilich enormer Druck entstehen. Laut Udo Ockel, Bürgermeister von Kirchseeon und Vorsitzender des Ebersberger Gemeindetags, dürfen sich die Eltern im Landkreis jedoch kaum Hoffnungen machen.
SZ: Herr Ockel, was halten Sie von der Münchner Idee der beitragsfreien Kitaplätze?
Udo Ockel: Das wäre sehr schön. Der Gedanke, dass Kitas - wie Schulen und Universitäten - zur Bildung gehören und damit eine staatliche Aufgabe sind, hat ja auch durchaus etwas für sich. Und wäre die Entlastung der Familien für die Kommunen kostenlos, wäre ich auch sofort dabei. Doch andernfalls weiß ich leider nicht, wie die Finanzierung funktionieren sollte.
Die Landeshauptstadt scheint sich diese Initiative leisten zu können. Gilt das für kleinere Kommunen nicht?
Naja, es gibt wohl schon einzelne Gemeinden, die genügend Einnahmen haben, etwa aus der Gewerbesteuer, um so etwas stemmen zu können. Doch aus dem Landkreis weiß ich da leider keine.
Ist die Idee unter den Ebersberger Bürgermeistern denn schon einmal diskutiert worden?
Nein. Und ich kenne auch keinen Kollegen, der darüber nachdenkt.
Bei Ihnen in Kirchseeon sind kostenlose Kitaplätze undenkbar?
Ja, auf jeden Fall. Bei uns belaufen sich die Elterngebühren insgesamt auf gute 600 000 Euro im Jahr. Das sind keine Peanuts, das zu übernehmen können wir uns schlicht nicht leisten. Wir sind keine reiche Kommune. Zumal die Elternbeiträge ja ohnehin nicht kostendeckend sind: Kitas werden immer von Freistaat und Kommune gefördert. Hinzu kommt, dass wir immer wieder Defizite von Einrichtungen übernehmen müssen.
Aber fürchten Sie nicht, dass das Münchner Vorbild erhebliche Ansprüche bei den Eltern im Umland wecken könnte?
Doch, das mag schon sein, dass da eine Wunschkulisse losgetreten wird. Und dann viele Familien versuchen, in München, wo sie vielleicht arbeiten, einen Platz zu bekommen. Aber das ändert nichts daran, dass kleine Kommunen wie wir da keine Chance haben. Doch es ist gut, wenn darüber diskutiert wird, vielleicht gibt es ja bald tatsächlich auf höherer Ebene eine positive Entscheidung dazu.
Gäbe es in Kirchseeon nicht die Möglichkeit, anderswo Geld einzusparen oder einzutreiben?
Ich wüsste nicht, wo. Das Problem ist die alte Verteilungsdiskussion: Wenn wir zum Beispiel einfach die Grundsteuer anheben würden, um die Familien zu entlasten, empfänden das sicher viele andere Bürger als ungerecht. Das wäre politisch nicht zu verkaufen. Zumal ich nicht glaube, dass wesentlich mehr Kinder angemeldet würden, wenn die Plätze kostenlos wären. Denn wenn sich jemand die Betreuung tatsächlich nicht leisten kann, gibt es meines Wissens nach diverse Möglichkeiten der Unterstützung. Bei der Kinderbetreuung hapert es meiner Erfahrung nach also eher nicht am Geld.

 

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Aus Liebe zum Steak

Peter Heimann junior aus Bruck ist nicht nur Metzgermeister, sondern Fleischsommelier. Als solcher hat er sich ganz der Qualität und der Nachhaltigkeit verschrieben
"Unser Fleischsommelier empfiehlt" prangt in großen weißen Lettern auf einer schwarz glänzenden Tafel in der frisch renovierten Filiale der Metzgerei Heimann in Grafing. Darunter hat jemand eine durchaus üppige Auswahl aus dem Sortiment geschrieben - von der hauseigenen Salami über Krustenbraten bis hin zu diversen Steakvarianten. Diesen nämlich gilt die Leidenschaft von Peter Heimann junior, der mit gerade einmal 21 Jahren einer von bislang etwa 40 in Deutschland ausgebildeten Fleischsommeliers ist. Das Bildungszentrum des Fleischerhandwerks in Augsburg bietet für Metzgermeister neuerdings eine solche Fortbildung an, Heimann hat gleich den allerersten Kurs besucht, der zweite läuft derzeit.
Im Gegensatz zu seinen Kollegen aus der Weinbranche arbeitet Fleischsommelier Heimann jedoch nicht in der Gastronomie, sondern in der Metzgerei seiner Familie, die aus Bruck stammt. In deren Betrieb nämlich kann er das neu erworbene Wissen wunderbar einsetzen. Gerade hat der Junior eine Broschüre erarbeitet, die Kunden in die Welt der Steaks - "ein Traum für Pfanne und Grill" - einführt. Darin räumt Heimann auch gleich mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: "Fleisch ist nicht besser, je frischer es ist", sagt er, denn direkt nach der Schlachtung sei es tatsächlich zäh und ungenießbar. Erst mit der Zeit "brechen fleischeigene Enzyme die harten Muskelfasern auf und machen das Fleisch mürbe", heißt es in der Broschüre. Die Reifung geschehe bei der Metzgerei Heimann in zwei Verfahren: "Wet Age" und "Dry Age", also entweder wie üblich vakuumverpackt oder unter kontrollierten Bedingungen an der Luft. Danach müsse zwar leider die äußerste, vertrocknete Schicht entfernt werden, sagt der Junior, was sich auch beim Preis bemerkbar mache, doch "das Ergebnis ist fantastisch".
Neu dürften für den ein oder anderen Kunden auch die Spezialitäten sein, die der Fleischsommelier in dem Heft präsentiert: Vom Schwein empfiehlt er zum Beispiel das Kachelfleisch, das oberhalb des Schlossknochens im Hinterschinken sitzt. In Deutschland werde dieses Stück traditionell für die Wurstherstellung verwendet - doch zu Unrecht, schreibt Heimann, da das auch Deckelchen oder Fledermaus genannte Stück ähnlich zart sei wie Filet. "Entfernt man vor der Zubereitung die Fettschicht, ist es ideal zum Kurzbraten." Ebenfalls kaum bekannt sei hierzulande das Hanging Tender vom Rind, auch Nierenzapfen genannt, ein Stück, das in Frankreich unter dem Namen Onglet weit verbreitet sei. Kein Wunder, "ist es doch an Geschmack und Zartheit kaum zu übertreffen". Es gehört zu den wenigen Teilen, die es pro Tier nur einmal gibt: Es wird aus dem Zwerchfell geschnitten.
Menschen beim Thema Fleisch für Unbekanntes zu begeistern, das ist Heimanns Antrieb. "Wenn jeder immer nur auf den Grill legt, was er eh schon kennt - das ist doch langweilig", sagt der Sommelier. Seinem Ideal hingegen entspräche eher ein "Herrenabend" mit vier Gängen, bestehend aus unterschiedlichen Steakspezialitäten, sagt er und lacht.
Schließlich gehören für Heimann die Zubereitung und das Essen zu seinem Handwerk unbedingt dazu. "Eigentlich wollte ich Koch werden", erzählt er, doch ein Praktikum habe ihn eines Besseren belehrt und schnell die Entscheidung für den Familienbetrieb herbeigeführt. "Als Koch arbeitet man vormittags und dann später noch mal bis in den Abend hinein, das wollte ich nicht", erzählt Heimann junior. Da habe er es nun als Metzger schon besser: Zwar fange sein Tag um drei Uhr morgens an, ende dafür aber auch schon mittags. "Da bleibt also viel Zeit für andere Dinge." Seine Arbeit in der Produktionsstätte im Grafinger Gewerbegebiet Haidling, laut Heimann einer der modernsten Betriebe Südbayerns, folgt festen Abläufen: Montag zum Beispiel ist Schweinetag, der Donnerstag ist dem Rohschinken gewidmet. Sieben Metzger und drei Lehrlinge arbeiten hier zusammen.
Die Ausbildung zum Fleischsommelier war für Heimann nun "das Tüpfelchen auf dem i": Die Inhalte reichten von der Kulturgeschichte des Fleisches über Tierhaltung und Schlachtkunde bin hin zu Mikrobiologie, Ernährungskunde und Zubereitung. "Es geht um eine nachhaltige Produktion von A bis Z", sagt der 21-Jährige, "um die Veredelung von Fleisch". Was das genau für ihn bedeutet? "Das Beste aus dem kompletten Körper rauszuholen und nichts wegzuschmeißen." Das nämlich sei nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch eine Frage des Respekts - dem Tier gegenüber. Zur Nachhaltigkeit gehöre aber auch, den Bedarf an Fleisch mit den Bauern sorgfältig zu planen. "Es muss ja wieder immer wieder was nachwachsen", sagt der Metzger und lacht.
Die Qualität fängt laut Heimann freilich schon bei der Auswahl der Zulieferer an: Der Grafinger Familienbetrieb bezieht sein Fleisch - Färsen, Ochsen, Schweine und Schafe - von lokalen Bauern in bis zu 20 Kilometern Entfernung, die ihren Tieren nur bestes Futter, genügend Auslauf und im Stall einen strohbedeckten Boden bieten. "Man braucht kein Steak aus den USA, wir haben hier vor Ort beste Qualität", sagt der 21-Jährige, der Fleisch nicht erst probieren muss, um es zu beurteilen. Allein Marmorierung, Geruch und Farbe verraten dem Sommelier, ob er da ein gutes Stück vor sich hat oder nicht.
Stolz ist der Juniorchef auch darauf, dass die Produktion bei Heimann ein "geschlossener Kreislauf" ist: "Wir holen die Tiere selber ab, schlachten sie, dann lagern, zerlegen, verarbeiten und verkaufen wir das Fleisch." 98 Prozent der Ware in den Theken der drei Filialen stamme demzufolge aus eigener Herstellung. Und die Verkäuferinnen seien auch in der Fleischzubereitung bestens unterrichtet, dank Grillseminar vom Sommelier.
Doch Heimann kann sich auch ärgern, zum Beispiel über die vielen Vorurteile, die seiner Zunft entgegengebracht werden. "Früher war das ein sehr angesehener Beruf, da ist der Metzger ganz selbstverständlich in seinem blutigen Gwand ins Wirtshaus gegangen - machen Sie das heute mal!" Dabei bestehe sein Beruf doch aus viel, viel mehr als dem Schlachten. Das stehe nur dienstags auf dem Programm, sagt Heimann. "Und natürlich ist das nicht schön, aber notwendig, und da mache ich es lieber selber, mit möglichst wenig Stress für die Tiere." Die Nacht zuvor verbrächten sie in einem Wartestall mit allen Raffinessen wie einer Berieselungsanlage, die bei Bedarf für Abkühlung sorge, noch im Halbschlaf setze man dann Bolzenschuss oder Elektrobetäubung an. "Ich war schon mit drei Jahren auf dem Schlachthof in München", sagt Heimann, er sei den Umgang mit Fleisch gewohnt und kenne daher keinen Ekel. "Aber das Wichtigste ist wohl, dass man das Thema nicht zu emotional sieht, sondern als den Kreislauf der Natur."
Das aber gelingt wohl den wenigsten Menschen - ein Grund, warum es auch den Metzgern an Nachwuchs fehlt. "Ich finde, die Lebensmittelproduktion sollte in der Schule viel mehr Thema sein", sagt Heimann, "schon in der Grundschule sollte man Bauern und Handwerker besuchen." Denn nur dann bekämen die Menschen ein realistisches Bild. Selbst die eigene Schwester, die lange nichts vom elterlichen Betrieb habe wissen wollen, arbeite mittlerweile voller Begeisterung mit. "Sie hat irgendwann ein Praktikum gemacht und dabei gesehen, dass alles ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hatte."
Aber auch der Trend zu vegetarischer Ernährung macht den Metzgern freilich zu schaffen. "Heute wollen sich viele Menschen ganz besonders gesund ernähren, aber für mich gehört da auf jeden Fall auch ein bisschen Fleisch dazu", sagt Heimann, nur auf Qualität solle man dabei eben achten. Trotz alledem ist der 21-Jährige, der plant, den Betrieb der Eltern irgendwann zu übernehmen, zuversichtlich. Zuversichtlich, dass sein Handwerk nicht ausstirbt und sich das Bewusstsein für eine regionale, nachhaltige Erzeugung durchsetzt. Erst kürzlich konnte der Junior bei einer Berufsmesse in Kirchseeon mehrere Praktikanten gewinnen - worüber er sich sehr freut. "Landwirte und Metzger sind doch unentbehrlich, wir sind die Rockstars von morgen", sagt er und lacht.

 

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Schlechte Karten

Ein 19-Jähriger muss sich vor dem Ebersberger Amtsgericht wegen 24-fachen Schwarzfahrens, Diebstahls sowie Bedrohung und Beleidigung verantworten. Dafür muss er nun 15 Monate ins Gefängnis
Sich beim Schwarzfahren erwischen zu lassen kann teuer werden: Für eine Fahrt in die Stadt sind dann 60 Euro statt 5,20 Euro zu zahlen, das ist schon ein ziemliches Ärgernis. Wer sich dann auch noch ein zweites oder gar ein drittes Mal erwischen lässt, kauft vielleicht doch lieber eine Monatskarte, das kommt doch billiger. Normalerweise haben die Betroffenen diese Lektion nach mehrmaligem unerfreulichen Kontakt mit dem Fahrkartenkontrolleur gelernt - aber eben nicht jeder. Ein 19-Jähriger musste sich nun vor dem Ebersberger Amtsgericht wegen Schwarzfahrens verantworten - ganze 24 Mal war er dabei erwischt worden.
Der Angeklagte saß ganz in schwarz gekleidet vor seinem Verteidiger und schaute etwas verunsichert durch den Gerichtssaal. Sein Rechtsanwalt, die Staatsanwältin und der Jugendgerichtshelfer wirkten alle eher verzweifelt. "Es wurden bereits alle erzieherischen Möglichkeiten ausgeschöpft, doch auch ein Haftbefehlsverfahren hat ihn nicht beeindruckt", erklärte die Staatsanwältin. Wenn diese ihn überhaupt erreicht haben. Denn bei der Jugendgerichtshilfe hatte er sich auch nicht mehr gemeldet, dort wurde er zuletzt 2014 gesehen. Wenig beeindruckt hatte sich der junge Mann offenbar auch von den Fahrkartenkontrollen gezeigt. Laut Anklage war er nämlich nicht nur ohne Ticket unterwegs, er soll auch falsche Personalien angegeben und einen Kontrolleur mit körperlicher Gewalt bedroht sowie beleidigt haben.
Dass bereits diverse Strafanträge in seinem Erziehungsregister vorzufinden sind, sowie mehrere richterliche Weisungen und drei Jugendarreststrafen sprachen definitiv nicht für den Angeklagten. Frühere Straftaten waren neben immer wieder Schwarzfahren auch Diebstahl sowie der Besitz von Marihuana. 2016 passte er mit seiner Freundin auf das Haus eines Bekannten auf, als dieser verreist war, und entwendete diesem dabei Goldschmuck im Wert von 1500 Euro. Er räumte vor Gericht ein, dass ihm dieses Vergehen besonders leid täte, da es auch ein großer Vertrauenbruch war. Sein Versuch den verkauften Schmuck wiederzubeschaffen sei damals leider vergeblich gewesen.
Auch beruflich steht es beim angeklagten nicht zum Besten: Nach seinem Hauptschulabschluss brach der 19-Jährige dreimal die Ausbildung zum Mechatroniker ab und arbeitet inzwischen als Hilfskraft in einem Kleidungsdiscounter. Seine Schulden belaufen sich mittlerweile auf mehrere tausend Euro, die er, wie er eifrig bezeugte, abzuarbeiten versucht.
Aufgrund der vielen Vorstrafen, dem Vertrauensmissbrauch, den einschlägigen Straftaten, der schnellen Rückfallgeschwindigkeit und der Vielzahl an Straftaten sah Richterin Vera Hörauf und die Staatsanwältin eine schädliche Neigung gegeben. Aufgrund dessen erklärte die Staatsanwältin, dass sie eine Haftstrafe nach dem Jugendgesetz von zwölf bis 18 Monaten ohne Bewährung für angemessen und notwendig ansehe. Eine Einschätzung, welche die Richterin folgte: Wegen der ungefestigten beruflichen und familiären Situation des Angeklagten stimmte Hörauf dem Verzicht auf eine Bewährung zu.
Der 19-Jährige wurde zu einer Einheitsjugendstrafe von 15 Monaten ohne Bewährung verurteilt.
Hörauf legte ihm im Anschluss ans Herz seine Schulden abzuzahlen, sich um eine Ausbildung zu kümmern und diese Gerichtsverhandlung als seine letzte anzusehen und einen Schlussstrich zu ziehen. Der Angeklagte nickte nur, sein Geständnis, seine Entschuldigung bei den Zeugen und die versuchte Schadenswiedergutmachung kamen ihm beim Urteil entgegen, wenn auch nur im geringen Maß. Der 19-jährige verließ leicht bedrückt den Gerichtssaal, nachdem ihn auch die Staatsanwältin freundlich verabschiedete und er daran erinnert wurde auf dem Rückweg mit gültigem Fahrausweis zu fahren.

 

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Wie vergänglich doch Ruhm ist

Das ist bitter: Erst kürzlich wurden die Fußballer des TSV Eintracht Karlsfeld für ihren Aufstieg in die Landesliga geehrt - und prompt steigen sie wieder ab
Das Glück ist eine haarige Angelegenheit. In Niccolo Macchiavellis berühmten Werk "Il Principe", das zahlreiche Adaptionen erfahren hat - unter anderem für Manager, für Frauen und für Golfspieler - wird das Glück als Dame vorgestellt: Fortuna heißt sie, und sie trägt das lange Haar über der Stirn; da muss man sie packen wie den Stier bei den Hörnern, sonst zieht sie von dannen auf Nimmerwiedersehen. Ihr Hinterkopf ist nämlich kahl geschoren.
Die Fortuna ist das Gegenteil des Vokuhila, der in den Achtzigern bei Fußballern so populär war. Vokuhila heißt: vorne kurz, hinten lang. ("Das da vorn, was aussieht wie eine Klobürste, ist Valderrama", kommentierte einst Sportmoderator Bela Rethy ein Spiel mit dem kolumbianischen Fußball- und Haarwunder Carlos Alberto Valderrama Palacio.) Fortuna aber ist ein Volahuki und Namensgeberin von Fortuna Düsseldorf, einem Arbeiterverein, der sich wacker in der zweiten Bundesliga schlägt, während die Landkreis-Mannschaften im fußballerischen Untertagebau schwitzen. Der 1. FC Pipinsried, der zumindest in der Rasenpflege dank Greenkeeper Konrad Höß Weltklasse ist, könnte mit viel Glück noch in die Regionalliga aufsteigen. Der TSV 1865 kann das nicht mehr schaffen, die 65er haben es schon vergeigt.
Eine Etage tiefer, in der Landesliga, kickt der ASV Dachau, und noch weiter unten steht seit diesem Wochenende die Elf der Eintracht Karlsfeld. Das ist bitter, denn erst kürzlich wurde die Herrenmannschaft bei der Sportlerehrung der Gemeinde Karlsfeld für ihren Meistertitel 2016 in der Bezirksliga gefeiert inklusive Aufstieg in die Landesliga - aus der sie sich nun - neues Spiel, neues Pech - wieder verabschieden muss. Aber was aufsteigt, steigt auch wieder ab, das sind die ewigen Schicksalkräfte, und nur wenige können ihnen dauerhaft widerstehen. Die einzige Ausnahme bildet vielleicht der FC Bayern. Dessen Präsidenten Uli Hoeneß nannte die Zeit vor einigen Jahren auch fachkundig den "Machiavelli von der Isar".

 

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Geldstrafe für Exhibitionisten

18-jähriger Dachauer entblößt sich vor zwei Frauen
Die Frauen ahnten nichts Böses, als ein Mann sie mit der üblichen Floskel "Entschuldigen Sie" aus seinem parkenden Auto heraus ansprach. Durch das geöffnete Seitenfenster ergab sich ihnen dann aber ein ekelhafter Anblick. Der 18-jährige Dachauer manipulierte an seinem entblößten Glied und stellte abstoßende Fragen. Einen Mann, der ihn zur Rede stellen wollte, fuhr er später beinahe mit seinem Wagen über den Haufen. Am Montag musste sich der 18-Jährige deshalb nicht nur wegen exhibitionistischer Handlungen, sondern auch wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr vor dem Dachauer Amtsgericht verantworten.
Der Vorfall ereignete sich am 30. September 2016 im Garchinger Gewerbegebiet. In der Dieselstraße und in der Lilienthalstraße rief der Angeklagte jeweils eine Frau zu seinem Auto. Zufällig handelte es sich nacheinander um Schwiegermutter und Schwiegertochter in spe. Beide arbeiten im Gewerbegebiet. Ihre Mittagspause entwickelte sich zum blanken Horror. "Ich war total geschockt", blickt die 31-jährige Zeugin vor dem Amtsgericht zurück. Über den Exhibitionisten sagt sie: "Er hat den Eindruck gemacht, als würde er sich wie im Film befinden. Es war ihm nicht peinlich und nicht unangenehm." Noch Wochen später habe die junge Frau den Vorfall nicht aus ihrem Kopf bekommen. "Ich habe mich danach voll dreckig gefühlt", sagt sie. Ein ähnliches Erlebnis aus ihrer Kindheit sei fortan wieder präsent gewesen. Und sie habe jedes Mal ein "mulmiges Gefühl" auf dem Weg zur Arbeit verspürt.
Die junge Frau merkte sich an jenem Tag das Kennzeichen des Wagens und verständigte die Polizei. Und sie rief ihren angehenden Ehemann um Hilfe. Der 37-Jährige arbeitete etwa 100 Meter entfernt. Als er loslief, um den Mann zu stellen, begegnete er zunächst seiner Mutter, ohne zu wissen, dass auch sie Opfer des Exhibitionisten geworden war. An Ort und Stelle angekommen, raste der Wagen des Angeklagten auf ihn los. Er versuchte, ihn aufzuhalten, doch der 18-Jährige blieb auf dem Gas. Vermutlich nur durch einen beherzten Sprung zur Seite konnte der künftige Ehemann ausweichen und einen Zusammenstoß mit dem Auto verhindern. Die Zeugen sagten übereinstimmend: "Es war sehr knapp."
Der 18-Jährige gesteht die Taten erst nach eindringlichen Worten seines Verteidigers und des Richters. Er sei mit einem Arbeitskollegen eine Wette eingegangen und habe sich deshalb vor den Frauen entblößt. Später habe er einfach nur noch flüchten wollen. "Ich hatte nie die Absicht, den Mann umzufahren. Das würde ich mich niemals trauen. Das wäre unmenschlich", sagt der Angeklagte.
Amtsrichter Daniel Dorner und die Schöffen verurteilen den Auszubildenden zu einer Geldstrafe von 1200 Euro an die Stiftung Opferhilfe Bayern und verhängen ein drei Monate langes Fahrverbot. Die größte Strafe aber dürfte sein, dass sich der 18-Jährige nun in München bei einer Fachambulanz für Sexualstraftäter vorstellen muss. Dort werden die Experten entscheiden, ob der 18-Jährige eine Therapie nötig hat.

 

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Gelebte Integration

Haimhausen pflegt eine aufgeschlossene Politik, und deshalb nehmen an der Bürgerversammlung unter großem Zuspruch der Besucher auch die Flüchtlinge in der Gemeinde teil. Der Helferkreis informiert über seine Arbeit und lobt die pragmatische Haltung der Verwaltung
Die Gemeinde Haimhausen ist eben anders als andere Kommunen. Ein lebendiges Beispiel dafür lieferte die Bürgerversammlung in der Aula der Grund- und Mittelschule. Die Besucher wurden nicht nur musikalisch von zehn Flüchtlingen mit Sambaklängen begrüßt, sie konnten sich anschließend auch an Infoständen des örtlichen Helferkreises mit den Asylsuchenden unterhalten. Und das Angebot kam an, mindestens so gut wie der Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) , der vor allem über die finanzielle Situation der Gemeinde sprach. Ferner berichtete Felbermeier über die Gründung des Kommunalunternehmens Liegenschaften und über den Stand des Verkaufs von gemeindlichen Grundstücken im Baugebiet "Schrammergweg" einschließlich des neuen Haimhauser Baulandmodells, für das die Bewerbungsfrist noch bis zum 23. Juni läuft.
Ein erhöhtes Informationsbedürfnis bestand bei den Bürgern in Sachen Klubhaus des SV Haimhausen. Der ehemalige Gemeinderat Josef Westermaier wollte wissen, warum die Gemeinde das SVH-Klubhaus erwerben wolle. Felbermeier erläuterte, dass dieser Erwerb "pro forma" erfolge, um dem Sportverein die notwendigen finanziellen Eigenmittel zu beschaffen. Die benötige der Club, um als Bauherr des dritten Teils der Sporthalle (bei der Grund- und Hauptschule) auftreten zu können. Der Bayerische Landessportverband (BLSV) stellte für den Hallenbau bereits doppelt so hohe Zuschüsse in Aussicht, als die Gemeinde für das Klubheim bezahlen werde, sagte der Bürgermeister. Alfons Haaf hakte nach und wollte wissen, ob es sich die Gemeinde gerade zum jetzigen Zeitpunkt leisten könne, das Klubhaus des SV Haimhausen zu erwerben, wenn doch das "operative Geschäft" (Verwaltungshaushalt 2017 der Gemeinde) im laufenden Jahr ein Defizit von etwa 400 000 Euro aufweise? Felbermeier sagte, dass dieses Geschäft dem Vermögenshaushalt zuzuordnen sei und die Gemeinde sehr wohl über entsprechende Einnahmen beziehungsweise Rücklagen verfüge, um den Sportheim-Erwerb zu finanzieren und damit den Weg zum Bau des dritten Hallenteils freizumachen.
Bezüglich des angesprochenen Defizits im Verwaltungshaushalt verwies der Bürgermeister als wesentliche Ursache auf die vielfältigen freiwilligen Leistungen der Gemeinde. Besonders defizitär sei der laufende Betrieb der Kindertagesstätten. Das vom Freistaat Bayern angedachte Finanzierungsmodell gehe nicht auf. Vielmehr hätten alle Kommunen hier ein ständig steigendes Defizit, wenn sie die Elternbeiträge in sozial angemessener Höhe halten wollten. Felbermeier wies außerdem darauf hin, dass auch der Verwaltungshaushalt 2016 bei seiner Verabschiedung ein Defizit beziehungsweise eine Zuführung aus dem Vermögenshaushalt beinhaltet hatte. Wie die Jahresrechnung 2016 jedoch ergeben habe, schloss dieser letztendlich mit einem Überschuss ab; er gehe davon aus, dass die Finanzentwicklung 2017 vergleichbar verlaufe.
Breiteren Raum nahm das Projekt des Bayerischen Roten Kreuzes ein (BRK) , das im September einen "Waldkindergarten" einrichten möchte. Der Waldkindergarten ist organisatorisch ein Teil des BRK-Kindergartens "Tatü-Tata". Die Fachberaterin für Kindertagesstätten beim BRK, Ulrike Singer-Parzefall, und Anette Stiehler, Leiterin des BRK-Kindergartens Haimhausen, stellten das Projekt vor. Die Ausstattungskosten des dafür benötigten Bauwagens belaufen sich auf 50 000 Euro. Weil durch die neue Naturgruppe auch ein erhöhter Personalbedarf entstehe, würden sich für dieses Projekt auch die Gebühren um etwa 40 Euro monatlich erhöhen. Hier fragte Peter Wacker nach, ob nicht vielleicht abwechselnd alle Kinder, die den BRK-Kindergarten besuchen, in den Genuss des Naturgruppen-Betriebs kommen könnten. Die besondere Förderung, insbesondere das Naturverständnis, würde sicher allen Kindern gut tun.
Felbermeier verwies darauf, dass die Umsetzung der Naturgruppen-Konzeption dem BRK als Träger obliege. Das Angebot stehe erst vor seiner Erprobungsphase. Er sei zuversichtlich, dass es angenommen werde, aber die Erfahrung zeige auch, dass "Waldkindergärten" nicht überall akzeptiert würden.
Über die Arbeit des Haimhauser Helferkreises informierte dessen Sprecher Detlev Wiese, der auch grundsätzlich über die Thematik sowie die Einzelschicksale der Asylsuchenden informierte. Aktuell gebe es in Haimhausen rund 50 ehrenamtliche Helfer, die sich um die etwa 100 Flüchtlinge in den vielfältigen Lebenslagen bemühten. Die Helfer kämen aus allen Schichten der Gemeindebevölkerung und gehörten den unterschiedlichsten politischen Richtungen sowie Religionen an.
Wiese beschrieb die von ihm beziehungsweise von vielen Helfern in den vergangenen Monaten durchlebten "Phasen" bei der Flüchtlingshilfe, zu denen neben gutem Willen auch Frust, Erschöpfung und Enttäuschung zählten. Er informierte, dass sich die Ehrenamtlichen zusehends mehr überregional organisieren würden, um in der Gesellschaft und der Politik ein stärkeres Gehör zu finden. Wiese bedauerte, wie er sagte, die fehlende Professionalität deutscher Behörden - speziell im Umgang mit Asylsuchenden und deren Anträgen, insbesondere durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Das hätten er und die anderen Helfer vorher so nicht für möglich gehalten. Dem Landratsamt Dachau sowie der Gemeindeverwaltung bestätigte er dagegen "gute, pragmatische Arbeit" und bedankte sich dafür.

 

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Der Gärtner

Erdwegs Bürgermeister Georg Osterauer ist im Alter von 61 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben
Georg Osterauer ist tot. Die Nachricht wirkt wie ein Schock auf die Menschen in Erdweg und auch im Landkreis Dachau. Im Alter von 61 Jahren ist der Bürgermeister von Erdweg am Sonntag einer schweren Krankheit erlegen. Noch vor wenigen Wochen hegten die Erdweger die Hoffnung, Georg Osterauer könnte nach einer Herzoperation ins Amt zurückkehren. Dann, vor wenigen Tagen, eröffnete die Familie dem engen Kreis der Freunde das Ausmaß der tatsächlichen Erkrankung. Sie bittet, wie Osterauers Stellvertreter Christian Blatt darlegt, um Stillschweigen über die genaueren Umstände. Doch jetzt wussten seine politischen Weggefährten, dass Georg Osterauer nicht mehr ins Rathaus zurückkehren würde. "Aber dass es dann so schnell ging", sagt Christian Blatt, "damit haben wir nicht gerechnet."
Von Beruf ist Georg Osterauer Gartenbauingenieur gewesen. Er hatte ein Talent für das Gestalten. "Es gibt niemanden, der sich je über einen Garten beschwert hätte, den Georg angelegt hat." Aus den Worten von Monika Sedlatschek, der dritten Bürgermeisterin von Erdweg (Freie Wähler) , klingt Bewunderung durch. Ohne Übertreibung darf man von ihm wohl sagen, dass er die Politik als eine Art Gärtner betrieben hat. Sorgsam, mit Plan und einer Idee, wie die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Anliegen zusammenpassen könnten. Sie sagt: "Er hat einen neuen Stil des Miteinanders zu uns allen und in die Verwaltung gebracht." Osterauer hatte Sedlatschek für die Kommunalpolitik gewonnen.
Christian Blatt (Freie Wähler) sieht in ihm einen Politiker, "der das Gemeinwesen im Sinn hat" und nicht seine eigenen Ansprüche. Der also zurückstehen kann um der Sache willen. Es wäre allerdings ein Missverständnis, ihn deswegen als nachgiebig zu sehen. Tatsächlich ging er Konflikten nicht aus dem Weg. Aber er hörte zu. Wie vor wenigen Monaten in Langengern, als in dem Weiler der Streit um die Ausbaukosten der Durchgangsstraße zu eskalieren schien. Dort kam er mit dem E-Bike an, stellte sich unter die Leute und ließ sie erst mal reden. Er verwickelte sie in ein ernsthaftes Gespräch. Es endete mit dem Gefühl unter seinen Zuhörern, dass er ihnen ehrlicherweise nichts versprechen kann, aber dass er sie ernst nimmt.
Georg Osterauer selbst war bis zu seiner Wahl als Bürgermeister und Nachfolger von Michael Reindl bereits seit 24 Jahren Mitglied des Gemeinderats. Er gehörte der Fraktion der Freien Wähler an. Geboren in einer großbäuerlichen Familie mit neun Kindern in Niederroth, ist Osterauer im Jahr 1980 in den Erdweger Gemeindeteil Walkertshofen gezogen. Dort lebte er bis zu seinem frühen Tod. Er hinterlässt eine Frau mit drei erwachsenen Kindern. Seine erste Enkelin ist ein Jahr alt.
Der zweite Bürgermeister Christian Blatt erinnert stellvertretend für die gesamte Gemeinde an das große Engagement Osterauers. Sei es als Vorsitzender des Gartenbauvereins, sei es als Mesner und Lektor der Kirche Mariä Himmelfahrt an seinem Heimatort Walkertshofen, sei es für den neu gegründeten Kulturverein oder eben direkt in der Kommunalpolitik.
Sein Vorgänger im Amt, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Kreistag, Michael Reindl, zeigt sich "sehr betroffen über den allzu frühen Tod". Reindl kondoliert: "Die Kreistagsfraktion nimmt Abschied von einer Persönlichkeit und einem sehr geschätzten Kollegen, dessen kommunalpolitisches Wirken für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises insbesondere durch hohe Einsatzbereitschaft, Pflichtbewusstsein und Mitmenschlichkeit geprägt war." Er fügt hinzu: "Unsere herzliche und aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie." Landrat Stefan Löwl (CSU) würdigt Osterauer als "engagierten Kommunalpolitiker": "Ich trauere um einen geschätzten Kollegen und Freund, der mir mit seinem Humor, seiner Bodenständigkeit und seiner Offenheit in Erinnerung bleiben wird und bin in Gedanken bei seiner Familie."
Am Montag hatten sich sämtliche Bürgermeister zur turnusmäßigen Besprechung getroffen. "Wir sind bestürzt", sagt ihr Sprecher Stefan Kolbe (CSU) aus Karlsfeld. Dabei hätten sie alle gehofft, dass er wiederkommt. Schon wegen "seiner liebenswürdigen Art". Kolbe sagt: "Wir werden ihn vermissen."
Im Foyer des Rathauses Erdweg liegt ein Kondolenzbuch aus. Die Beisetzung findet am Mittwoch, 31. Mai, 18 Uhr, in Walkertshofen statt. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung beginnt am Donnerstag, 1. Juni, um 14 Uhr in der Pfarrkirche in Walkertshofen.

 

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New Yorks Star-Museum in der Krise

Das Metropolitan Museum ist der Star der opulenten New Yorker Kunstszene. Seit fast 150 Jahren thront es am Central Park, beliebt bei Einheimischen und Touristen. Doch jetzt hat es Schulden, der Direktor muss gehen – das „Met“ steckt in der Krise.

 

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Eine starke Gemeinschaft

Lu'krainians, Hound Dogs und Siedlerchor demonstrieren nicht nur die musikalische Vielfalt in Ludwigsfeld
Nein, die Besucher sitzen nicht am Rande der Kiewer Altstadt hoch über dem Dnjepr bei einem ukrainischen Familienfest. Sie lauschen vielmehr am Dachauer Schlossberg im Schatten des Wasserturms dem beeindruckenden Gesang eines Chors aus der nahen Siedlung Ludwigsfeld, die schon multikulti war, als es das Wort noch gar nicht gab. Menschen aus 32 verschiedenen Nationen lebten in den einfachen, zu Beginn der Fünfzigerjahre errichteten Wohnblocks. Eine der größten Gruppen in diesem Völkergemisch bildeten nach dem Zweiten Weltkrieg Gestrandete aus der Ukraine, die sich bis heute in der mittlerweile dritten und vierten Generation durch ein besonders starkes Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Ludwigsfelder Gemeinschaft auszeichnen.
Das musikalische Ensemble der Volksgruppe, das im Rahmenprogramm der Ausstellung "Vom KZ-Außenlager zur Siedlung Ludwigsfeld" auftritt, singt und spielt schon seit Jahrzehnten zusammen, naturgemäß aus Altersgründen in immer wieder wechselnder Besetzung. In Dachau wirken 14 Musiker und Sänger mit - und zwar generationenübergreifend. Ursprünglich habe man nach ukrainischer Tradition lediglich bei Familienfesten wie Hochzeiten oder an Feiertagen gesungen, die Kinder und Enkel seien einfach reingewachsen, erzählt der junge Chorleiter Maxym Gela. Er auf der Ziehharmonika, sein Vater Petro mit dem Tamburin, sein Bruder Toma (Gitarre) und Nazar Sochoronoczak (Ukulele) bilden den Kern der "Lu'krainians", die durch zehn Sängerinnen und Sänger ergänzt wurden. Und obwohl sie alle Amateure sind, die weder regelmäßig proben noch eine feste Besetzung haben, klingen ihre Lieder von Liebesfreud und Liebesleid, vom Hirtenleben und vom Tanzvergnügen wesentlich authentischer als die klischeebehafteten und stets kitschverdächtigen Gesänge der zahlreichen Don-Kosaken-Chöre, die regelmäßig vor allem in der Vorweihnachtszeit durch Deutschland touren. "Wir können nie eine Garantie geben, dass es perfekt ist, aber wir geben immer unser Bestes", sagt Maxym Gela. Man kann sehen, mit welcher Begeisterung alle dabei sind und wie viel Spaß ihnen der Auftritt macht. Oft ist es so schwungvoll, dass so mancher Zuhörer am liebsten aufspringen und ein flottes Tänzchen wagen würde. Musikalität und Lebensfreude bilden in den Liedern und den Instrumentalstücken eine Einheit, die das Publikum regelrecht mitreißt.
Da die Lieder alle in ukrainischer Sprache gesungen werden, gibt Oresia Poletko, die Tante des Chorleiters, die von Geburt an in der Siedlung Ludwigsfeld aufgewachsen ist, jeweils auf Deutsch kurze Inhaltsangaben. Da wird es auch schon einmal nachdenklich: "Roter Wein, wer soll dich trinken, wenn ich in den Krieg ziehen muss, aus dem ich vielleicht nicht zurückkehren werde", übersetzt sie. Und ein Blick auf die Texthefte lässt staunen, denn sie sind - auch bei den jüngsten Sängern - in kyrillischer Schrift. Oresia Poletko betont, dass Ludwigsfeld für die Displaced Persons nach dem Krieg und deren Nachkommen mehr als nur ein Wohnort geworden sei, eine neue Heimat, die sie geprägt habe. Doch allmählich beginne der Zusammenhalt zu bröckeln, wird sie später erzählen, denn seit der Bund die Siedlung an eine private Wohnungsgesellschaft verkauft hat, seien die Mieten für manche unerschwinglich geworden. Dennoch hat es immer wieder Zuzug gegeben, sei es von Rückkehrern, die es beruflich anderswohin verschlagen hatte, oder durch Einheirat in die Community am Münchner Stadtrand wie etwa bei dem Dachauer Michael Braun, der die Ausstellung organisiert hat. Er ist zusammen mit seiner Frau Esther eine der Gründer des Ludwigsfelder Chors, der das gelungene Freiluftkonzert eröffnet. Unter Leitung von Irina Abrahamjan bieten die Sänger eine überwiegend fröhliche musikalische Weltreise, die nach Südafrika und Armenien ebenso führt wie nach Griechenland oder Sibirien. Auch Deutschland, beispielsweise mit dem "Trinklied im Mai" von Franz Schubert, und Österreich mit "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern sind Stationen der Tour.
Dann die Hound Dogs: Die Auftritte der Brüder Nadir und Ekram Kurbanoglu (Schlagzeug und Bass) sowie Johann Riesz und Janis Bankavs (beide Gitarre) im einstigen Café Flori oder im Gröbenrieder Jagdhof sind legendär. Und auch jetzt, mehr als 50 Jahre nach der Gründung der Band sind sie alljährlich mit ihrem klassischen Rock auf dem Volksfest dabei mit Oldies von Creedence Clearwater Revival, den Beatles oder den Rolling Stones. Und damit haben sie trotz des DFB-Pokalendspiels viele, vor allem ältere Fans an diesem milden Abend an den Wasserturm gelockt. Nostalgie, aber gekonnt.

 

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Dinauer verlässt Freie Wähler

Gemeinderätin zieht Konsequenzen aus Differenzen mit ihrer Fraktion
Zur Mitte der Wahlperiode verlässt in Petershausen jetzt Gemeinderätin Inge Dinauer die Fraktion der Freien Wähler. Die Petershausenerin tritt aus der Wählervereinigung aus und will dem kommunalpolitischen Gremium künftig als parteiloses Mitglied angehören. "Das ist keine Spontanaktion, sondern Konsequenz der vergangenen Wochen und Monate", erklärt Dinauer. Wo genau die Differenzen zwischen ihr und den Freien Wählern gelegen haben, mag Inge Dinauer nicht näher erläutern. Allerdings hat die Architektin jüngst immer mal wieder im Gemeinderat eine andere Meinung vertreten als ihre Fraktion. So stimmte Dinauer beim Thema Edeka-Aussiedlung gemeinsam mit der CSU-Fraktion gegen das Konzept von Bürgermeister Marcel Fath (FW) .
In die Gemeindepolitik kam Dinauer 2013, als im Dorf der Streit um die Bebauung der Ortsmitte entbrannte. Die im Städtebau tätige Architektin, selbst von dem Vorhaben als Anwohnerin im Zentrum betroffen, trat damals den Freien Wählern bei und errang bei der Kommunalwahl 2014 sofort ein Mandat. Das Thema Ortsmitte ist inzwischen abgehakt, aber offenbar gibt es nun unterschiedliche Auffassungen zwischen Dinauer und den Freien Wählern. "Meinungsvielfalt, Meinungsfreiheit und eine konstruktive Diskussion sind für uns Freie Wähler im Gemeinderat Grundwerte, um die besten Lösungen für unsere Gemeinde zu entwickeln", schreibt Fraktionssprecherin Andrea Stang in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem FW-Vorsitzenden Josef Mittl. Dinauer habe "trotz beiderseitiger Bemühungen keine Möglichkeit für eine künftige Zusammenarbeit gesehen" und sich daher entschlossen, die Fraktion wie auch die Wählervereinigung zu verlassen.
Mit Dinauers Entscheidung ändern sich die Machtverhältnisse im Petershausener Rat nicht grundlegend. Zwar verliert die Fraktion von Bürgermeister Marcel Fath (FW) einen von bisher sieben Sitzen im Gremium. Aber selbst wenn sich Dinauer der CSU-Fraktion anschließen sollte, die bisher über acht Stimmen verfügt, wird weiterhin keine politische Gruppierung für sich alleine über eine eigene Mehrheit verfügen und damit Entscheidungen durchsetzen können.

 

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Hinreißender Gesang

Die Chorgemeinschaft, Mitglieder des BR-Symphonieorchesters, sehr gute Solisten, eine brillante Judith Spiesser - und Mozart
Es ist merkwürdig, dass sowohl Mozarts als auch Beethovens Komposition der aus den Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei bestehenden katholischen Messe für den ganz besonderen Anlass viel zu groß geraten ist. Beethoven hat seine für die Ernennung des Erzherzogs Rudolf zum Erzbischof von Olmütz komponierte "Missa solemnis" erst zwei Jahre nach den Krönungsfeierlichkeiten fertiggestellt, und Mozarts Große Messe in c-Moll, mit der er seine Frau Konstanze den Salzburgern und vor allem ihrem äußerst skeptischen Schwiegervater vorstellen wollte, wurde überhaupt nie fertig.
Auch Johann Sebastian Bachs aus evangelischer Hand für den katholischen Hof in Dresden geschriebene große h-Moll-Messe überstieg im Schwierigkeitsgrad jedes damals übliche Maß der Messenkomposition. Beethovens "Missa solemnis" ist selbst für große und sehr gut geschulte Laienchöre wie in Dachau die Chorgemeinschaft und die Liedertafel, nicht aufführbar, und auch der sogenannten Hohen Messe von Bach gehen sie aus dem Weg. (Der Kammerchor Dachau aber will es heuer im November wagen.) Mozarts gewaltigen Torso seiner Großen Messe c-Moll führte jetzt die Chorgemeinschaft Dachau unter der Leitung von Rudi Forche auf, und zwar mit Riesenerfolg.
Wenn man dieses Werk nicht kennt oder zumindest längere Zeit nicht gehört hat - das dürfte beim Großteil der Zuhörer im sehr gut besetzten Festsaal des Dachauer Schlosses der Fall gewesen sein - ist man überrascht, welche monumentale Wucht Mozart darin entwickelt hat, wie unerhört dicht jeder einzelne Satz komponiert ist, und welche außerordentlichen Schwierigkeiten den Sopran-Solistinnen, dem Chor und auch dem Orchester zugemutet sind.
Von den Solisten hat der Bass die undankbarste Rolle. Er sitzt fast eine Stunde lang unbeteiligt dabei und hat nur beim "Benedictus", dem letzten von Mozart für diese Messe komponierten Satz, einige wenige Einsätze. Dem für Christof Hartkopf eingesprungenen Bass Timo Janzen gelang die Partie souverän. Der Tenor hat etwas mehr zu singen, er tritt bereits bei dem Satz "Quoniam tu solus sanctus" innerhalb des von Mozart sehr groß angelegten "Gloria" zu den beiden Solosopranen. Bernhard Schneider war, wie erwartet, ausgezeichnet. Aber die großen Partien dieser Komposition sind die beiden Soprane, vor allem der erste. Mozart hat diese Partie für seine Frau Konstanze geschrieben, die eine brillante Sängerin gewesen sein muss und die hier alle Register ihrer Könnens ziehen durfte. Rudi Forche gewann für diese überaus anspruchsvolle Partie Judith Spiesser. Sie war glänzend. Am meisten beeindruckte sie im "Et incarnatus est" des "Credo", wo sie nach sehr schön gesungenem lyrischem Solo zusammen mit Oboe, Flöte und Fagott, geführt wie ein weiteres Blasinstrument, eine Aufsehen erregende Solokadenz zu gestalten hatte - hinreißend gesungen von allen vier Solisten.
Im großen Gegensatz zu den Kantilenen und den überaus reich und virtuos sprudelnden Koloraturen der Solosoprane - Desiree Brodka sang den von Mozart weniger brillant und dankbar geführten Zweiten Sopran - steht Mozarts oft kompakter Chorsatz. Geht er bei den Koloraturen im Wesentlichen von italienischer Gesangstechnik der neapolitanischen Oper aus, so klingen in den Chorsätzen barocke Traditionen nach. Dabei verlässt Mozart oft die übliche Vierstimmigkeit des Chorsatzes zugunsten von Fünfstimmigkei und verlangt beim "Sanctus" wie beim "Benedictus" achtstimmigen Doppelchor verlangt. Da war auch die Chorgemeinschaft Dachau mit ihren zur Zeit rund 70 Sängerinnen und Sängern aufs Äußerste gefordert.
Rudi Forche, der seinen Chor nun schon fast 40 Jahre lang leitet, ist ein sehr erfahrener Dirigent, der es versteht, Sängerinnen und Sänger optimal für alle anstehenden Aufgaben zu präparieren. So war die Chorgemeinschaft Dachau auch bei Mozarts c-Moll-Messe großartig. Selbst schwierige, in allen Stimmen stark bewegte Passagen gingen locker, wie selbstverständlich von den Lippen. Als Orchester hatte er ein aus Mitgliedern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks gebildetes Ensemble, und das gehört bekanntlich zur Weltspitze unter den Orchestern.
Es war also keine Frage, ob der sehr aufwendig gestaltete Orchestersatz von Mozarts c-Moll-Messe in seiner ganzen Pracht aufblühen würde. Das war selbstverständlich der Fall. Auch Mozarts A-Dur-Sinfonie KV 201, mit der Forche den Konzertabend ergänzte - das Messenfragment dauert "nur" eine Stunde -, erklang optimal. Zu Beginn des Abends führte Forche das "Regina coeli" des 15-jährigen Mozart auf, bei dem sich die beiden Sopran-Solistinnen und auch der Chor "einsingen" konnten. Dieser Mozart-Abend der Chorgemeinschaft Dachau war hinreißend.

 

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Die Einsamkeit des Reisenden

Songwriter Ryan M. Brewer auf der Suche nach etwas Glück
Ryan M. Brewer ist zum ersten Mal in Europa und sein Auftritt beim Dachauer Tollhaus e. V. markiert den Beginn einer Tour, die ihn in den nächsten Wochen quer durch Deutschland und die Niederlande führen wird. Warum seine Lieder überwiegend traurig klingen, hat ihn eine ältere Dame mal gefragt. Eine Antwort könnte darin liegen, dass seine Songs der archäologischen Ausgrabung einer zerbrochenen Beziehung vor langer Zeit gleichen. Sie sind Spuren einer zwischen Musikerleben und Alltag einer Intensiv-Krankenschwester gescheiterten Liebe. Und so kultiviert Brewer in seinen Songs die Melancholie der selbst gewählten Einsamkeit des Reisenden, den doch eine Sehnsucht treibt: "Build a house, make a home and never get lost again".
Die internationale Community der Singer-Songwriter, zu der nun auch Brewer gehört, zieht durch die Lande wie einst die Minnesänger. Sie touren zwischen Sizilien und Island, für eine Handvoll Euros Gage wenn es gut läuft, für ein warmes Essen, eine provisorische Übernachtung und etwas Kilometergeld, wenn es weniger gut läuft.
Die Globalisierung macht auch vor der Kleinkunst nicht halt. So romantisch die Vorstellung sein mag, mit dem Gitarrenkoffer das Ticket für eine Reise um die Welt in der Hand zu haben, zahlen die Künstler natürlich auch einen Preis für ihre vermeintliche Freiheit. Immerhin unterstützen einige Herkunftsländer ihre musikalischen Botschafter, sei es mit Flugtickets oder Toursubventionierung. Auch die Gastgeber leisten ihren Beitrag, wie die Stadt Dachau, die in Künstlerappartements und der Ruckteschell-Villa Übernachtungsmöglichkeiten anbietet.
Für Musikfreunde ist die Vielfalt der reisenden Künstler in jedem Fall ein Gewinn.
Ein so abwechslungsreiches und internationales Programm, wie es der Tollhaus e. V. in diesem Frühjahr präsentiert hat, könnte ein kleiner Verein sonst kaum stemmen. Die Bandbreite reichte in diesem Frühjahr von der skurrilen Tanzperformance des Duos Puhti aus Finnland über den warmen rockigen Sound des New Yorkers Steve Waitt bis zum verträumten Pop der libanesischen Postcards quer durch die Welt. Viele der Musiker kommen gerne immer wieder zurück, wie der Australier Tim McMillan. Der virtuose Gitarrist und erste Stipendiat in der Ruckteschell-Villa hat das bei seinem jüngsten Konzert mit seiner Partnerin, der Violinistin Rachel Snow, in der Dachauer Kulturschranne so ausgedrückt: "Keine Stadt hat soviel für meine musikalische Entwicklung getan wie Dachau." Ryan M. Brewers melancholischer Auftritt war, so gesehen, ein passender Saisonabschluss vor der Sommerpause des Tollhaus-Programms.

 

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Fantastische Stimmen, fremde Gäste

Gesungen wird beim Chorfestival perfekt. Eine ganz runde Sache gelingt dennoch nicht. Die Buben aus Dubna bleiben in Bad Tölz eher außen vor
Mit der Ausgestaltung der Sonntagsgottesdienste ist der musikalische Teil des Knabenchorfestivals zu Ende gegangen. Die Gäste aus Sankt Florian in Österreich und Dubna in Russland untermalten die katholische Messe in der Stadtpfarrkirche, während die Gastgeber, der Tölzer Knabenchor, den evangelischen Gottesdienst in der Johanneskirche mitgestalteten. Für die Knaben selbst ging es mit dem gemeinsamen Mittagessen und - ganz wichtig! - dem Fußballturnier der beteiligten Chöre weiter, bevor sich die Gäste allmählich auf den Heimweg begaben.
Die wirtschaftliche Bilanz des Festivals fällt durchwachsen aus. Susanne Frey-Allgaier, beim Tourismusbüro für die Kultur zuständig, hätte sich bei allen drei Konzerten mehr Besucher gewünscht. In den nächsten Tagen liegen die genauen Zahlen vor; dann wird man sehen. Unerwartete Zusatzkosten wie die Reparatur des Busses, mit dem der russische Chor angereist war, schlagen natürlich auch zu Buche. "Aber wir lassen uns nicht entmutigen", sagt die Tourismusdirektorin. Das nächste Knabenchorfestival ist schon in Planung. Aus künstlerischer Sicht sei vorsichtig die Frage gestellt, ob es wirklich eine gute Idee war, einen - geografisch wie kulturell - so nahen und einen so fernen Chor gemeinsam einzuladen. Zwischen den Gastgebern, dem Tölzer Knabenchor, und den Sankt Florianer Sängerknaben aus Österreich "funkte" es sofort, zumal es keine Sprachbarrieren gab. Der dritte Chor, der Knabenchor Dubna aus Russland, stand eher abseits.
Das machte sich während des Festivals immer wieder bemerkbar. Es waren eben nicht drei Chöre, die da miteinander musizierten, sondern zwei Chöre und daneben noch ein dritter. Das fing schon damit an, dass beim gemeinsamen Singen aller drei Chöre die Russen die vereinbarten deutschen Lieder nicht "draufhatten". Besonders beim Eröffnungskonzert war dies geradezu peinlich sichtbar; tags darauf beim Galakonzert wurden die russischen Sänger vorsorglich in den hinteren Reihen "versteckt". Nicht ganz verständlich, denn das Programm war lange vorher zwischen allen Beteiligten abgesprochen worden. Zum Vergleich: der Tölzer Knabenchor hatte ebenso wie die St. Florianer Sängerknaben das russische Lied "Moskauer Nächte" selbstverständlich vorab einstudiert, in russischer Sprache, und beide Chöre trugen es mit großer Begeisterung und Inbrunst vor.
Bei der Geistlichen Matinee am Samstagvormittag zogen die Tölzer und die Florianer Sängerknaben mit der größten Selbstverständlichkeit durch den Mittelgang in die Kirche ein; ebenso hielten es die Florianer allein beim Sonntagsgottesdienst. Der Knabenchor Dubna schlich sich beide Male durch eine Seitentür hinein. Das mag liturgische Gründe haben und mit der russisch-orthodoxen Konfession der meisten Sänger dieses Chors zu tun haben; schade war es allemal.
Mit der Geistlichen Matinee - also mit dem zweiten Konzert - hatte der russische Chor sein Pulver verschossen und beschränkte sich anschließend auf Wiederholungen. Beim Galakonzert und ebenso bei der Sonntagsmesse sangen die Russen ausschließlich bereits Gehörtes. An und für sich nicht schlimm: Die Musik ist so schön und der Gesang des Knabenchors Dubna ist so perfekt, dass man die Werke gerne ein zweites und drittes Mal hört.
Die Tölzer und Florianer hingegen präsentierten nicht nur beim Galakonzert ein komplett neues Programm, ohne Überschneidungen mit den vorangegangenen Konzerten, sie hatten darüber hinaus weitere Werke für die Gottesdienste vorbereitet. Am Sonntag sang der Knabenchor St. Florian in der Stadtpfarrkirche Teile einer Messe der französischen Komponistin Cécile Chaminade, während der Tölzer Knabenchor den evangelischen Gottesdienst mit Pfingstkantaten bereicherte.
Dennoch: Für alle Besucher war das Knabenchorfestival wieder einmal ein tolles Erlebnis mit wunderbarer Musik und vollendetem Chorgesang. Das Festival ist eine echte Bereicherung des Tölzer Kulturlebens, und vielen Einheimischen und Auswärtigen ist es ans Herz gewachsen, so dass sie es auch in Zukunft nicht missen möchten.

 

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Tagesklinik bleibt das Ziel

Psychiatrische Versorgung im Landkreis soll besser werden
Die CSU in Geretsried bleibt dran an der geplanten Psychiatrischen Tagesklinik des Bezirks an der Wolfratshauser Kreisklinik. Die Einrichtung sei unbedingt nötig, sagte die Stadt- und Kreisrätin Sabine Lorenz an die Adresse von Bezirksrat und Parteifreund Thomas Schwarzenberger, den die CSU zu ihrem politischen Stammtisch am Sonntag nach Geretsried eingeladen hatte. "Die Klinik in Agatharied ist nicht erreichbar", sagte Lorenz, "gerade für Menschen, die nicht viel Geld haben." Schwarzenberger, der zugleich Bürgermeister von Krün ist, konnte nicht mit Neuigkeiten aufwarten. Es bleibe jedoch das erklärte Ziel, die Ambulanz an die Kreisklinik anzubinden, um die wohnortnahe Versorgung zu verbessern.
Die Psychiatrische Tagesklinik ist seit Jahren im Gespräch. Zuletzt war der Anbau eines Gesundheitszentrums gebremst worden, weil Bürger gegen eine Fällung der riesigen Baumhasel im Klinikpark protestiert hatten. Schließlich war der Investor abgesprungen. Nun wollen die Kliniken des Bezirks Oberbayern (KBO) selbst bauen. Denn in der Behandlung psychisch kranker Menschen klafft eine geografische Lücke im Landkreis.
Dass der Bedarf nicht nur vorhanden ist, sondern sogar steigt, hatte Schwarzenberger zuvor ausgeführt. Soziales und Gesundheit seien die wichtigsten Themen für den Bezirk Oberbayern und den gewählten Bezirkstag, der als Verwaltungsebene zwischen den Landkreisen und dem Freistaat liegt, dessen Arbeit aber oft nicht wahrgenommen werde. Bis vor wenige Jahren habe es nur die Psychiatrien in Haar und Gabersee in Wasserburg am Inn gegeben. Mittlerweile habe der Bezirk die Behandlung in 15 Einrichtungen mit 5900 Mitarbeitern und 3000 Plätzen näher an die Patienten gebracht. Pro Jahr würden rund 100 000 Menschen behandelt. "Der Bedarf steigt", sagte Schwarzenberger. Insgesamt betrage der Haushalt des Bezirks 1,9 Milliarden Euro im Jahr, wovon aber 1,4 Milliarden als Sozialleistungen wie etwa Hilfen zur Pflege weitergereicht würden.

 

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Fertig machen zur Landung

Eigentümer müssen Drohnen-Flüge über ihren Grundstücken nicht weiter hinnehmen. Piloten brauchen künftig eine Erlaubnis. Profis wie die Wolfratshauser Marinus und Kilian Vogl sehen sich in ihrer Existenz bedroht
Für ihr Start-up Air Bavarian filmen die beiden Wolfratshauser Brüder Marinus und Kilian Vogl mit Hilfe von Drohnen aus der Luft. Sie machen Werbeaufnahmen, arbeiten für Immobilienunternehmen oder überprüfen Solaranlagen. Doch durch eine seit Anfang April gültige neue Verordnung zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten aus dem Bundesverkehrsministerium sehen sich gewerbliche Drohnen-Piloten wie die Vogls in ihrer Existenz bedroht: Sie müssen sich etwa den Überflug von Grundstücken ausdrücklich von den Eigentümern genehmigen lassen - es sei denn die zuständige Behörde erlässt eine Ausnahmegenehmigung.
Was für Privatleute mehr Rechte verspricht, lässt den 21-jährigen Marinus Vogl das Aus für sein junges Unternehmen befürchten. "Die Verordnung zerstört unser Start-up", sagt er. Mit der Kritik ist er nicht allein: Gegen die seit Anfang April gültigen Bestimmungen hat der Bundesverband der Copter-Piloten eine Online-Petition gestartet - knapp 2400 Unterstützer haben bisher unterschrieben.
Für Marinus Vogl gleicht die neue Verordnung einem "Berufsverbot". In einem Schreiben direkt an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erläutert er seine Kritik und fordert Lösungsvorschläge. Mit Air Bavarian machten er und sein zwei Jahre jüngerer Bruder zum Beispiel Luftaufnahmen, um Baustellen für Immobilienunternehmen zu dokumentieren oder Städte etwa für Kinofilme von oben zu zeigen.
Genehmigungen von allen Grundstückseigentümern der Nachbargrundstücken zu bekommen, sei beispielsweise in Großstädten wie München praktisch unmöglich. Dafür bräuchte es Ausnahmegenehmigungen. Doch das für den Süden des Freistaats zuständige Luftfahrtamt erteile solche derzeit praktisch kaum, klagt Vogl.
Diese Praxis bestätigt der Sprecher der Regierung von Oberbayern, Martin Nell. Er argumentiert, dass bisher noch nicht abschließend geklärt sei, unter welchen Voraussetzungen die Ausnahmegenehmigungen von Verboten nach der Luftverkehrs-Ordnung erteilt werden könnten. Eigens eingerichtete Arbeitsgruppen von Bund und Ländern diskutierten die Frage derzeit. "Ein Ergebnis wird nicht vor der zweiten Hälfte dieses Jahres erwartet", teilt Nell mit. Solange würden die bayerischen Luftfahrtbehörden Ausnahmen von den Verboten nur sehr restriktiv zulassen. Deshalb gebe es nur wenige Genehmigungen.
Ebenso kritisch bewertet Marinus Vogl nun die neuen Abstandsregelungen etwa bei Bundesfernstraßen oder Industrieanlagen. Für Aufnahmen mit Drohnen müsse ein Mindestabstand von 100 Metern eingehalten werden. Vor der Mahd von Feldern und Wiesen beauftragten viele Landwirte ihr Unternehmen, um Rehkitze und weitere junge Wildtiere aufzuspüren und dann retten zu können. Doch befänden sich die Felder und Wiesen in der Nähe einer Autobahn oder eines großen Unternehmens, bräuchte er für den Einsatz einer Drohne mit Wärmebildkamera eine Ausnahmegenehmigung. Weil die Landwirte nur bei günstigem, trockenem Wetter mähen könnten, bekäme er den Auftrag aber erst wenige Stunden vorher. So schnell bekomme er keine Genehmigung.
Vor ähnliche Schwierigkeiten stellt Marinus Vogl der Einsatz von Drohnen zur Inspektion von Solarfeldern. Auch diese Anlagen würden oft in der Nähe von Autobahnen oder Industriegebieten gebaut. Mittels Wärmebildkamera könnten defekte Zellen aus der Luft festgestellt werden. Funktioniere nur eine nicht, komme es zu großen Energieverlusten. "Die Betreiber der Anlagen beauftragen uns schnellstmöglich mit der Identifizierung der defekten Zelle", erklärt Vogl.
Das Bundesverkehrsministerium betont auf Nachfrage dagegen die klaren Vorteile der neuen Regeln für die gewerblichen Nutzer. Bisher hätten diese zum Betrieb von Drohnen eine Erlaubnis gebraucht. Jetzt gelte das nur noch für Geräte mit mehr als fünf Kilogramm. Das existierende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite werde aufgehoben. Landesluftfahrtbehörden könnten dies künftig für Geräte mit mehr als fünf Kilogramm erlauben. Unter bestimmten Bedingungen seien sogar Flüge mit Videobrille zulässig.

 

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Runder Tisch zum Seniorenstift

Das Projekt in Ambach ist Thema in der Bürgerversammlung
Gegen den von der Kommune geplanten Hochwasserschutz in Ammerland haben Anwohner geklagt, der Bau von sozial geförderten Wohnungen im Hauptort Münsing ist umstritten, ebenso das Projekt für ein Seniorenstift in Ambach: In Münsing steht derzeit viel zur Debatte. In der Bürgerversammlung an diesem Dienstag, 30. Mai, können sich die Einwohner zu Wort melden. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Gemeindesaal.
Auf der Tagesordnung stehen die Begrüßung und der Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Michael Grasl (FW) . Darauf folgen ein Grußwort von Landrat Josef Niedermaier (FW) und am Ende schließlich Wünsche oder Anträge der Bürger. Der Verwaltung liegen mehrere Anträge vor, auf die Bürgermeister Grasl in der Versammlung eingehen wird. Unter anderem will der Degerndorfer Fritz Noppes, dass sich der Gemeinderat für einen Runden Tisch zum geplanten Seniorenstift in Ambach einsetzt. Daran sollen der Planer und Betreiber "Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) , der Gemeinderat, die Initiative Ambach und der Ostuferschutzverband teilnehmen. Alternativ schlägt Noppes vor, einen beschränkten Architektenwettbewerb auszuloben. Aus Sicht des Münsinger Bürgermeisters besteht allerdings kein Termindruck. Wie Grasl schon vor der Versammlung erklärt, müsse die Kommune die nächsten Schritte abstimmen, um entweder mit einem Wettbewerb oder einer wettbewerbsähnlichen Variantenprüfung weiter zu planen.

 

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Jobmesse rund um Pflegeberufe

Agentur für Arbeit lädt zu Gesprächen mit Unternehmen ein
Nachdem der Asklepios-Konzern die geriatrische Fachklinik in Lenggries an Ostern geschlossen hatte, übernahm er lediglich einen Teil der Beschäftigten in der Tölzer Stadtklinik. Die anderen müssen sich seither nach einer neuen Stelle umsehen. Eine Gelegenheit dazu gibt es bei der Jobmesse für die Gesundheits- und Pflegebranche, die an diesem Dienstag, 30. Mai, von 9 bis 13 Uhr im Landratsamt stattfindet. Veranstaltet wird sie von der Agentur für Arbeit.
Der Arbeitsmarkt in der Region sei gut, meinen Udo Kohnen, Leiter der beiden Geschäftsstellen der Arbeitsagentur in Wolfratshausen und Bad Tölz, und Marinco Krstevski, Teamleiter des Arbeitgeber-Service. "Trotzdem standen und stehen immer wieder Arbeitnehmer vor einer ungewissen Zukunft, weil Betriebe umstrukturieren, Arbeitsplätze verlagern oder komplette Schließungen anstehen", erklären beide unisono. So sei es nun auch den Mitarbeitern der Asklepios-Klinik in Lenggries ergangen.
Die Jobmesse wird deshalb gezielt für Berufe rund um Gesundheit, Pflege und Hauswirtschaft veranstaltet. Eingeladen sind daher alle, die in diesen Berufsfeldern eine neue Herausforderung suchen. Ungefähr 15 Unternehmen aus der Region haben ihre Teilnahme zugesagt. "Sie haben einen bunten Strauß an offenen Arbeitsstellen dabei und freuen sich über entsprechende kurze Bewerbungsgespräche", teilt die Agentur für Arbeit mit. Die Besucher können ohne Anmeldung zur Messe kommen und sich informieren. Außerdem besteht die Chance, die Bewerbungsunterlagen mitzubringen und checken zu lassen.
Die Agentur für Arbeit ist ebenfalls mit einem Stand vertreten. Auch dort sind kurze Beratungsgespräche möglich, zum Beispiel über das Programm "Weiterbildung gering qualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen" - kurz: WeGebAU. Dabei handelt es sich um Fortbildungen, die im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses stattfinden, wobei der Lohn weitergezahlt wird. Die Voraussetzung: Sie müssen für den allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbare Kenntnisse vermitteln und für die Weiterbildungsförderung zugelassen sein.

 

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Wenn die Oma Flöte lernt

Wie Musik auch im Alter glücklich macht
Auch im höheren Alter noch ein Instrument lernen, in einem Chor mitsingen oder ein Konzertabonnement abschließen? Warum nicht, denn: Musik macht glücklich! Egal in welchem Lebensalter, gemeinsam singen, musizieren oder Musik hören hebt die Stimmung und erweitert den Horizont. Am Dienstag, 30. Mai, gibt Professor Hans Hermann Wickel an der Katholischen Stiftungsfachhochschule in Benediktbeuern einen Einblick in sein Fachgebiet. Der Vortrag findet von 19.30 Uhr an im Audimax des KSFH in Benediktbeuern statt.
Musik kennt kein Alter - aber das Alter kennt oft die Musik nicht mehr. Dabei kann das Musizieren auch älteren Menschen viel Erfüllung geben. Ob das Wieder- oder Neuerlernen eines Instruments oder der Besuch eines Chors: Professor Wickel möchte ältere Menschen ermutigen, Musik (wieder) zu einem Teil ihres Lebens werden zu lassen, denn "mit Musik lässt es sich im Alter erfolgreicher, zufriedener und mit mehr Qualität leben".
Auch Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz profitieren von Musik. Musikalische Bildung im Alter findet zunehmend neue Formate, die - manchmal auch generationenverbindend - über Rockbands und Popchöre bis zu Charity Flashmobs reichen. Wickel, Hochschullehrer für Sozialwesen der Fachhochschule Münster, Organist und Leiter diverser Chöre, forscht zu Fragen der Musik im Alter und ist Verfasser zahlreicher Bücher dazu.

 

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Publikation amtlicher Geheimnisse: Der Maulkorb wird etwas gelockert

Nach zwanzig Jahren hat der Ständerat am Montag einen vorläufigen Schlusspunkt hinter die Debatte gesetzt: Mit 32 zu 11 Stimmen bei einer Enthaltung hiess er eine Änderung des Artikels 293 des Strafgesetzbuches gut. Dieser besagt, dass sich strafbar macht, wer etwas «aus Akten, Verhandlungen oder Untersuchungen» veröffentlicht, die als geheim erklärt worden sind. Davon sind naturgemäss primär Journalisten betroffen. Heute kann ein Richter nur dann von einer Strafe absehen, wenn das publizierte Geheimnis «von geringer Bedeutung» ist. Nach dem Nationalrat hat sich nun auch der Ständerat dafür ausgesprochen, dass sich ein Journalist künftig nicht mehr strafbar macht, sofern kein «überwiegendes öffentliches oder privates Interesse» gegen die Publikation des Geheimnisses spreche. Ein Antrag der SP, den Artikel gänzlich aufzuheben, unterlag mit 15 zu 29 Stimmen.
Wenn der Staat und seine Geheimhaltung nicht funktionierten, sei es nicht die Aufgabe von Privaten, «die Lecks zu reparieren», argumentierte Daniel Jositsch (Zürich, sp.) . Selbst wenn man die Bestimmung lockere, bleibe ein Journalist nur dann auf «der sicheren Seite», wenn er auf eine Publikation verzichte, zumal er nicht vorher wissen könne, wie ein Richter nachträglich entscheiden werde. Artikel 293 sei eines freiheitlichen Staates nicht würdig, meinte sein grüner Ratskollege Robert Cramer (Genf) .
Andrea Caroni (Ausserrhoden, fdp.) sah hingegen keinen Grund, die Journalisten gänzlich aus der Pflicht zu nehmen. Schliesslich profitierten sie davon, wenn ihnen ein Geheimnis anvertraut werde und sie es veröffentlichen könnten. Sie seien sozusagen «Informations-Hehler». Der Vorschlag der Mehrheit bringe den Journalisten dennoch zwei «handfeste Vorteile», weil das Gericht eine umfassendere Interessenabwägung vornehmen müsse und es zu keiner Verurteilung komme, wenn die Veröffentlichung im überwiegenden öffentlichen Interesse gewesen sei. Immerhin sieben FDP- und vier SVP-Ständeräte wollten gar am Status quo festhalten. «Die heutige Lösung ist zwar nicht ganz befriedigend», sagte Martin Schmid (Graubünden, fdp.) , aber es könne auch nicht sein, dass ein Richter erst ex post beurteile, ob eine Strafbarkeit vorliege oder nicht.
Der Nationalrat hatte die Lockerung der Bestimmung im März noch einstimmig bei einer Enthaltung gutgeheissen. Auch der Bundesrat plädierte für diesen Kompromiss und wehrte sich gegen die Streichung des Artikels – anders als noch vor zwanzig Jahren. Damals war er es gewesen, der dem Parlament die Aufhebung beantragt hatte. «Der Bundesrat ist überzeugt: Da handelt es sich wirklich um einen alten Zopf», sagte 1997 der damalige Justizminister Arnold Koller (cvp.) im Nationalrat. Es sei «ein Faktum», führte er aus, dass Artikel 293 «schon heute» keine Wirkung habe und auch künftig keine Wirkung haben werde: «Diese Norm macht im besten Fall vielleicht einem Journalisten des ‹Walliser Boten› oder des ‹Appenzeller Volksfreund› noch Eindruck.» Den «grossen Medienkonzernen» hingegen sei eine «fuite» die Busse «natürlich» wert, die man dafür bezahlen müsse.
Das Parlament lehnte damals jedoch die Streichung des Artikels ab, und in den folgenden Jahren revidierte der Bundesrat seine Haltung. Die heutige Justizministerin Simonetta Sommaruga (sp.) begründete dies im Ständerat mit zwei Urteilen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, die seither die Verurteilung von Journalisten gestützt auf Artikel 293 geschützt hätten. Eines stammt vom letzten Jahr und betrifft einen Westschweizer Journalisten. Er war 2004 zu einer Busse von 4000 Franken verurteilt worden, nachdem er aus Einvernahmeprotokollen der Strafverfolgungsbehörden zitiert hatte. Der Gerichtshof gewichtete die Rechte des Angeschuldigten in diesem Fall höher als das öffentliche Interesse an der Publikation. Es gehe, sagte Sommaruga, bei Artikel 293 eben «nicht nur um Amtsgeheimnisse», sondern bisweilen auch «um das Privatleben von Angeschuldigten»; bei einer ersatzlosen Streichung gäbe es hier aber eine «Lücke».
Die NZZ und andere Medienorganisationen hatten sich 2015 in der Vernehmlassung für eine Streichung des Artikels ausgesprochen; den nun beschlossenen Kompromiss zog die NZZ gegenüber dem Status quo vor. Den neuen Anlauf zur Revision des Artikels hatte der grüne Alt-Nationalrat Joseph Lang (Zug) im Jahr 2011 initiiert.

 

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Gluthitze lässt Munitionskiste explodieren - Großeinsatz

Hennef (dpa) - Vermutlich durch die große Hitze ist in Hennef an der Sieg unerlaubt gelagerte Weltkriegsmunition in die Luft geflogen. Verletzt wurde niemand. Die Explosion führte zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr. Mehrere Häuser wurden geräumt. Die Einsatzkräfte waren wegen eines Explosionsgeräuschs zu einem Haus gerufen worden. Als sie dort ankamen, gab es weitere Detonationen, eine Garage brannte ab. Es stellte sich schließlich heraus, dass in einer großen Kiste Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg gelagert waren, die vermutlich durch die starke Hitze explodierten.

 

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FDP: Lindner warnt vor Entfremdung zu den USA

In Düsseldorf verhandelten am Montagabend die potentiellen Koalitionspartner aus CDU und FDP noch, als einer der wichtigsten Verhandlungsführer woanders sprach, im überfüllten Allianz Forum am Pariser Platz. Christian Lindner, noch Fraktionschef im Landtag von NRW, aber auch FDP-Parteichef und Spitzenkandidat für die Bundestagswahlen, sprach auf Einladung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung zur Freiheit, wie vor ihm Kardinal Lehmann, Peter Sloterdijk oder Joachim Gauck.
Lindner versuchte, „eine Grundierung liberaler Politik“ vorzunehmen und betonte, ihm sei aufgetragen worden, „keine Wahlkampfrede zu halten“. Er hielt sich nicht dran. Lindner begann mit versteckter Kritik an Kanzlerin Merkel. Er warnte zunächst davor, dass aus „aktuellen Irritationen über den US-Präsidenten keine dauerhafte Entfremdung zu den USA werden darf“. Um dann deutlicher zu werden: „Die Betonung der Stärkung Europas darf kein Gegensatz zur transatlantischen Beziehung sein.“ Es war Lindners Versuch, aus dem Aktuellen überzuleiten zum Grundsätzlichen. Liberalismus sei immer auch Dialog, sei Einladung zur Reflexion, habe den Zweck, den Menschen die Chance zu geben, ihren eigenen Lebensentwurf zu finden.
In Anlehnung an den liberalen Vordenker Ralf Dahrendorf und den Historiker Paul Nolte plädierte Lindner dafür, nicht nur die große, historische Freiheit in den Blick zu nehmen, sondern die „kleine, alltägliche Freiheit“. Dahrendorf wollte den Fortschritt einer Gesellschaft nicht allein am Bruttosozialprodukt messen, sondern an den Chancen der Menschen auf ihr Vorankommen. Der Diskurs diente Lindner dazu, auf das Wahlkampfthema der FDP zu kommen: Bildung. Sie sei „die Befähigung zur Freiheit, die Voraussetzung für gesellschaftlichen Fortschritt“.
Lindner forderte, dass Deutschland sich vornehmen müsse, wieder Bildungsspitze zu sein. Er plädierte für ein zweites Bildungssystem, das Menschen, wenn es notwendig ist, quasi nach dem ersten Abschluss nochmals qualifiziere. Er räumte ein, dass die Basis dafür immer die soziale Absicherung des Einzelnen sei und bekannte sich zur Verantwortung des Staates, einen Sozialstaat zu gewährleisten – aber: „Der real existierende Wohlfahrtsstaat ist darüber hinaus gewachsen.“
Er forderte gleichzeitig ein neues Wettbewerbs- und Kartellrecht für die digitale Ökonomie, um zu verhindern, dass Unternehmen wie Google die „Freiheit des Wettbewerbs gefährdet, indem es die Bedingungen des Geschäfts diktiert“. Auch das „Verwachsen von Staat und Markt“ etwa in der Finanzwirtschaft sei keine „soziale Marktwirtschaft, sondern die Perversion davon“.

 

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Kleines Feuer geriet in Pettneu außer Kontrolle

95 Feuerwehrmänner und -frauen kämpften am Montag in Pettneu am Arlberg gegen einen Waldbrand. Bei Waldarbeiten waren Äste kontrolliert abgebrannt worden, doch durch den Wind breitete sich das Feuer unkontrolliert auf einer Fläche von einem Hektar aus. Um 18.45 Uhr war der Brand gelöscht. (TT.com)

 

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Südafrika: Kapstadts Angst vor dem letzten Tropfen

Es regnet, endlich. Und das gleich mehrere Stunden. Doch am vergangenen Sonntagmorgen kommt die ernüchternde Erkenntnis: Wieder hat es nicht gereicht, um den Wasserpegel der ausgetrockneten Reservoirs auch nur annähernd anzuheben. Die Angst vor dem letzten Tropfen wird immer größer.
Die südafrikanische Region Westkap erlebt die schlimmste Dürre seit 113 Jahren. Bis August soll das Wasser in den fünf Auffangbecken rund um die Parlamentshauptstadt und Urlaubsmetropole Kapstadt noch reichen. Was geschieht, wenn der verbliebene Wasserrest durch die Leitungen laufen, das will sich am Kap derzeit niemand ausmalen. Die Ministerpräsidentin der Provinz Westkap, Helen Zille, erklärte die Region kürzlich zum Notstandsgebiet. „Dieser Status wird unserem Katastrophenschutz-Team helfen, Tag X zu verhindern, an dem die Wasserhähne trocken laufen“, gibt sie sich überzeugt. Wie ernst die Lage ist, haben die Südafrikaner spätestens erkannt, als selbst Meteorologen des US-Senders CNN über die Wasserpegel in Kapstadt berichteten.
Um die Bewohner zum Sparen zu bewegen, hatte Kapstadts Regierung im Frühjahr eine Liste der 100 größten Wasserverschwender veröffentlicht – allerdings bloß unter Nennung der Straßennamen. Der gewünschte Effekt blieb denn auch aus. Selbst ein halbes Jahr nachdem die Regierung verschiedene gesetzliche Sparmaßnahmen verkündete, verbrauchen Kapstadts 30 Top-Haushalte nach wie vor so viel Wasser, dass damit monatlich fünf 50-Meter-Schwimmbecken gefüllt werden könnten.
Tatsächlich endet ein Großteil des Trinkwassers in den Pools der Nobelvororte. Das Nachfüllen ist jetzt ab 1. Juni verboten. Auch dürfen Kapstädter ab Donnerstag weder ihre Gärten gießen noch ihre Autos waschen. Seit vergangenem Jahr sind die „Water Restrictions“ in Kraft, nun werden sie noch einmal verschärft. Die Wasserpreise haben sich mittlerweile verdoppelt. Und die Aufrufe der Regierung an die Bewohner klingen immer verzweifelter: „Spült eure Toiletten nur, wenn es unbedingt nötig ist. Beschränkt eure Duschzeit auf zwei Minuten oder benutzt einen Lappen“, sagte die für Wasser zuständige Stadträtin Xanthea Limberg.
Ursache für den Ausnahmezustand ist eine Mischung aus Überbevölkerung und Wetteranomalien. Nachdem mit Nelson Mandela 1994 die Demokratie in Südafrika begann, wuchs Kapstadts Bevölkerung schlagartig um die Hälfte.
Die Speicherkapazität der Auffangbecken stieg in derselben Zeit allerdings lediglich um 15 Prozent. Für den ausbleibenden Regen macht Kevin Winter, Ökologe an der Uni Kapstadt, den Klimawandel verantwortlich: „Im globalen Wettersystem hängen Temperatur und Luftdruck eng zusammen – störst du die eine, wirkt sich das auf anderen aus. Dieses globale System hat jetzt begonnen, uns zu beeinflussen.“
Kapstadts Hoffnung ruht auf dem jährlichen Winterregen. Allerdings enttäuschte schon dieser Herbst mit ungewöhnlich warmen Temperaturen und kaum Niederschlag. Dass es bis August ausreichend regnet, steht laut Stadträtin Limberg „ernsthaft in Frage“. Ihre Regierung hat nun Notmaßnahmen eingeleitet und plant, Grundwasser bei Krankenhäusern und Schulen sowie das natürliche Reservoir unter dem Tafelberg anzuzapfen. Darüber hinaus soll eine Entsalzungsanlage Meerwasser als Trinkwasser aufbereiten. Eine sehr kostspielige und umstrittene Methode.
Politische Auswirkungen könnte die Wasserkrise jetzt vor allem für die Stadtregierung der „Demokratischen Allianz“ (DA) haben. Ihr wirft der national regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) vor, zu langsam reagiert zu haben. Er rief die Staatsführung zur Intervention auf. Ebenso warnte der Südafrikanische Gewerkschaftsbund (Cosatu) Staatspräsident Jacob Zuma in einem offenen Brief vor „Krieg und Toten“ im Westkap. „Die Reichen haben Geld für Wasser in Flaschen. Aber die Armen werden die ersten sein, die verdursten. Das alles, weil es keinen Plan zur Notversorgung gibt, wenn die Wasserhähne Ende Juli austrocknen.“
Kapstadts Regierung erwartet, dass die Wasserversorgung zumindest über den Winter gewährleistet ist und arbeitet an einer neuen Wasserpolitik. Laut Bürgermeisterin Patricia De Lille ist Dürre der „neue Normalzustand“. Umgerechnet 22 Millionen Euro will sie in den nächsten drei Jahren investieren, um die Auswirkungen der zunehmenden Trockenheit für Bauern, Wirtschaft und Bewohner so gering wie möglich zu halten.
Außerdem will Kapstadt von anderen Städten lernen, die bereits seit Jahren erfolgreich gegen Dürren kämpfen, zum Beispiel Los Angeles oder Mexiko City. Die Pläne sind umfassend – jedoch ohne einsetzenden Regen zum Scheitern verurteilt. Die Stadtpolitikerin Gisela Kaiser hatte bereits Mitte Mai den Delegierten eines Wassergipfels in Kapstadt mitgeteilt, warte man jetzt auf ein „Wunder“.

 

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Wetter in Berlin: Das wechselnde Wetter begünstigt Migräne

Beim Spielzeug ist der Jojo-Effekt toll, bei Diäten ärgerlich und beim Wetter anstrengend: Am Himmelfahrtstag waren es kaum 20 Grad, am Sonntag und Montag dann 30, heute werden es wohl noch zwei, drei mehr – und Mittwoch wieder nur knapp über 20. Wer sich bei diesem Auf und Ab nicht wohlfühlt, kann sein Gejammer auch medizinisch begründen.
Pontus Persson, Professor am Institut für Physiologie der Charité, sagt: „Für viele junge Menschen, die Migräne haben, ist dieses Jojo-Wetter viel schlimmer als eine anhaltende Hitzewelle.“ Denn die „Weitstellung der Hirngefäße“, die hinter den Symptomen steckt, werde durch Wetterschwankungen begünstigt.
Generell werde die Haut bei Hitze wesentlich stärker durchblutet, um Wärme abzugeben – insbesondere an exponierten Stellen. Entsprechend steige die Belastung für den Kreislauf. Umso wichtiger sei nächtliche Abkühlung, weil auch der Körper seine „Kerntemperatur“ über Nacht herunterregle: von etwa 37 Grad tags auf 35,5 bis 36 Grad frühmorgens. In warmen Nächten schwitze man deshalb mehr – und müsse tagsüber entsprechend „nachfüllen“. Wobei Persson statt einer konkreten Trinkempfehlung lieber zwei Anhaltspunkte für die richtige Dosis nennt: Der Urin müsse klar sein und nicht zu intensiv gelb, und bei älteren Menschen komme das Durstsignal objektiv zu spät, sodass sie auch trinken sollten, wenn ihnen noch nicht danach sei. Wegen dieses Defizits seien lange anhaltende Hitzewellen für Senioren auch besonders gefährlich – und zwar lebensgefährlich, was für Jüngere so nicht gelte.
Bisher haben weder Feuerwehr noch Charité viele hitzebedingte Notfälle registriert. Der Dienstag soll allerdings anstrengender werden als die Tage zuvor: Dennis Dalter vom Wetterdienst Meteogroup prophezeit einen sonnigen Tagesstart, der aber – sofern es in der Nacht schon geschauert hat – sehr drückend sein kann. Die Schwüle nimmt über den Tag bei 33 bis 34 Grad weiter zu und entlädt sich vielleicht schon nachmittags in ersten Gewittern. Am Abend soll es dann häufig blitzen, krachen und stürmen – nicht überall, aber lokal teils heftig. Die Kaltfront bläst die Schwüle weg und verschafft Berlin freundliche, windige Tage bei 22 bis 24 Grad. Am Pfingstwochenende soll es dann wieder etwas wärmer, aber auch durchwachsener werden.
Für den heißen Dienstag rät Persson, einen Ventilator zu nutzen, aber nicht auf Kopf und Hals zu richten. Dort ist wegen besonders vieler Rezeptoren auf der Haut zwar der Effekt subjektiv am größten – aber objektiv funktioniere die Abkühlung weiter unten ebenso gut. Außerdem vermeidet sie dort den steifen Hals, der in Wahrheit eine Verspannung lokal unterkühlter Muskeln ist.

 

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Verschärfte Asylgesetze zur Verhinderung von Migration

Es ist zu laut, zu eng, es gibt keine Küchen, dafür Ärger mit der Security und nun auch noch Bettwanzen! Die Flüchtlinge, die im ehemaligen Rathaus von Berlin-Wilmersdorf untergebracht sind, klagen über die dortige Wohnqualität.
Gemeldet wurde das unter anderem im Lokalteil dieser Zeitung, Fernsehteams waren auch vor Ort und haben die Frauen, Männer und Kinder gefilmt, die seit ein paar Tagen vor der Tür des Hauses campieren. Aus Protest gegen die Zumutungen.
Und, was denken Sie, wenn Sie das lesen? Vielleicht blitzt ein Gedanke auf, der schnell wieder unterdrückt wird, vielleicht bleibt er auch. Der Gedanke: „Wenn es hier so unerträglich ist, dann fahr’ doch nach Hause.“ Das Rummeckern von Geflohenen an den Modalitäten des Aufgenommenwordenseins kommt nicht gut an. Es steht im Verdacht des Undanks, der Dreistigkeit. Und vielleicht ist das nicht in jedem Fall falsch. Aber grundsätzlich richtig ist es deshalb auch nicht.
Die Stimmung in Sachen Flüchtlinge hat sich im Jahr 2016 dramatisch verändert, die Stichworte, die das benennen, müssen nicht wiederholt werden. Die neue Skepsis, der wachsende Überdruss, Angst- und Überforderungsszenarien bereiten einen fruchtbaren Boden auch für den politischen Umlenkungsprozess. Besichtigen lässt der sich beispielsweise in den Verschärfungen der Asylgesetze, von denen es in den vergangenen Monaten zahlreiche gegeben hat, und in den neuen Regeln, die das Abschieben erleichtern sollen.
Dazu kommen die am Donnerstag voriger Woche beschlossenen erweiterten Zugriffsrechte auf Flüchtlinge und abgelehnte Asylbewerber. Mit dieser letzten Verschärfung solle es nun erst mal genug sein, kündigte der zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an – „in dieser Legislaturperiode“. Die neuen Regeln umfassen die Fußfessel und Abschiebehaft, auch wenn keine Abschiebung innerhalb der nächsten drei Monate stattfindet – beides nur für Personen, die als gefährlich eingestuft werden –, und das Auslesen von Handys und anderen Datenträgern. Das betrifft potenziell alle.
Das Land, in dem nach den Übergriffen beim Kölner Silvesterfest 2015/6 die gesamte politische Klasse gegen Generalverdächtigungen von Flüchtlingen aufrief, hat nun letztlich diesen Generalverdacht zum Gesetz gemacht. Die Aufhebung oder zumindest Einschränkung des Rechts auf Privatsphäre ist eine Entrechtung aller Flüchtlinge, die in Deutschland sind. Das passt in die Logik, die seit dem verspäteten Erschrecken über den ungeordneten Flüchtingszustrom von 2015 das Handeln bestimmt. Flüchtlinge sind längst nicht mehr willkommen, das Streben ist, sie loszuwerden. Und die Methode, ihr Da-Sein wie auch ihr Kommen zu kriminalisieren.
Letzteres beklagen bereits seit Längerem private Hilfsorganisationen, die zu Seenotrettungszwecken auf dem Mittelmeer unterwegs sind. Sie wurden, wie berichtet, zuletzt auf eher spekulativer Basis von einem sizilianischen Staatsanwalt der Kooperation mit den libyschen Schlepperbanden verdächtigt. Und jetzt traten auch mehrere deutsche Anwälte, die sich mit Ausländerrecht beschäftigen, an die Öffentlichkeit und kritisierten die Kriminalisierung von Flüchtlingen und Fluchthelfern durch den Gesetzgeber.
Knapp 4600 Menschen wurden nach Angaben der Bundesregierung seit 2015 wegen Schleusungstätigkeiten festgenommen. Bei ihnen geht es vor allem um die im Paragraf 96 dargestellten Straftatbestände im Zusammenhang mit der illegalen Einreise von Ausländern. „Äußerst schlechtes Recht“ nennt das beispielsweise der Berliner Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck, der unter anderem als Ko-Vertreter von Edward Snowden Bekanntheit erlangte. Er plädiert dafür, die Schleuserparagrafen ganz abzuschaffen und die Straftaten im Zusammenhang mit illegalen Grenzübertritten in das bereits existierende Strafrecht einzugliedern.
Ebenso sieht es die seit 17 Jahren im Ausländerrecht tätige Berenice Böhlo, die mit Kaleck im Republikanischen Anwaltsverein organisiert ist. Ein Flüchtling könne nicht dafür bestraft werden, dass er illegal einreise, sagt sie, das widerspreche der Genfer Flüchtlingskonvention, deren Artikel 31 Straffreiheit für illegal eingereiste Flüchtlinge thematisiert. Es widerspricht darüber hinaus auch dem gesunden Menschenverstand. Nach Böhlos Erfahrung entpuppen sich vor Gericht viele Fälle von Schleuserkriminalität als Familiendrama: Wenn etwa Eltern Kinder über die Grenze holen und dabei erwischt werden.
Eine von der EU geförderten Studie zur vergleichenden Untersuchung der Asylsysteme in Deutschland, Österreich, Italien und Griechenland hat zudem ergeben, dass die Verschärfung der Strafen für Schleuserkriminalität keine Effekte erziele. Das spricht dafür, dass die Täter entweder zur Organisierten Kriminalität zu zählen sind, die sich von Gesetzen nicht beeindrucken lässt – oder dass es um Straftaten aus Fürsorge und Liebe geht, für die dasselbe gilt. „Wir sollen nicht Verhalten für strafbar erklären, dass jeder von uns in derselben Situation auch an den Tag legen würde“, sagt Berenice Böhlo – und sie hat recht.

 

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Polizei sucht jetzt nach diesem blauen Koffer

Manchester (England) – Eine Woche nach dem Selbstmord-Attentat auf Konzertbesucher in der Manchester-Arena (22 Tote, über 100 Verletzte) hat die britische Polizei ein neues Foto des Bombers Salman Abedi (22) veröffentlicht. Es wurde laut Ermittlern am Tattag von einer Überwachungskamera in Manchester aufgenommen – und zeigt Abedi mit einem blauen Reisekoffer.
Die Polizei will jetzt wissen: Wer hat Abedi in den Tagen vor der Attacke mit dem Koffer gesehen? Die Greater Manchester Police veröffentlichte außerdem ein Symbolbild des entsprechenden Gepäckstücks.
„Wir wissen, dass Abedi mit dem Koffer in der Nähe der Wilmslow Road in Manchester unterwegs war“, heißt es in der Polizeimeldung . „Wir wollen aber auch deutlich darauf hinweisen, dass es sich bei dem Koffer nach jetzigem Kenntnisstand nicht um das Gepäckstück handelt, mit dem die Bombe in die Manchester-Arena gebracht wurde.“
Die Ermittler hätten zwar keine Hinweise darauf, dass mit dem Koffer gefährliche Substanzen transportiert wurden, bitten aber um Vorsicht, sollte jemand den gesuchten Koffer finden.
Schwarze Kappe, Brille, Jeans, Turnschuhe – in diesem Outfit soll sich Abedi in die Luft gesprengt haben. Auf den Fotos ebenfalls zu sehen: Er trägt einen Rucksack.
Darin hat der Terrorist seine „dreckige Bombe“ mit Schrauben und Muttern in den Vorraum der Manchester-Arena transportiert. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen hatte der 22-Jährige seine Hand vermutlich schon am Zünder.
Wie die britischen Behörden wenige Tage nach dem Anschlag vom vergangenen Montag mitteilten, gehen die Ermittler von einem Terror-Netzwerk hinter dem Attentäter Salman Abedi aus.
Am Montagmorgen nahmen die Beamten in Shoreham-by-Sea in der Grafschaft West Sussex einen 23-Jährigen fest. Damit erhöhte sich die Zahl der Verdächtigen in Polizeigewahrsam auf 14.
In Manchester selbst sowie in der Gegend um Chester südwestlich der nordenglischen Metropole und in Pilsworth nördlich der Stadt durchsuchte die Polizei demnach drei weitere Häuser. Sie machte aber keine Festnahmen.
Aufgrund der Fortschritte bei den Ermittlungen hatte Großbritannien am Samstag seine höchste Terrorwarnstufe aufhoben. Experten senkten die Gefahreneinschätzung von „kritisch“ auf „ernst“. Bei der Terrorstufe „ernst“ ist ein Anschlag immer noch sehr wahrscheinlich, steht aber nach Einschätzung von Experten nicht unmittelbar bevor.
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Zwei Verletzte bei Unfällen mit Mofas

Ein 16-jähriges Mädchen fuhr am Montag gegen 15.30 Uhr mit ihrem Mofa auf einer Gemeindestraße in Pfons. Als sie einem entgegenkommenden Pkw ausweichen wollte, rutschte das Mofa vermutlich auf Rollsplit aus. Die 16-Jährige wurde unbestimmten Grades verletzt.
In Innsbruck kollidierte am Montag ein Mofa-Fahrer mit einem Leichtmotorrad. Der 18-Jährige bog gegen 14.30 Uhr von der Gemeindestraße Höttinger Rain in die Schneeburggasse ab. Der 61-jährige Lenker des Leichtmotorrades kam zu Sturz und verletzt sich. Er wurde in die Innsbrucker Klinik eingeliefert. (TT.com)

 

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Vor Junckers Anhörung: Grüne werfen Luxemburg Schädigung anderer EU-Staaten durch Steuertricks vor

Vor der Anhörung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Brüsseler Untersuchungsausschuss zur Panama-Affäre haben die Grünen die frühere Steuerpraxis seines Heimatlandes Luxemburg scharf kritisiert. Die Steuerpolitik in dem lange Zeit von Juncker regierte Großherzogtum habe "zu enormen Steuerausfällen in anderen EU-Ländern geführt", kritisierte der Finanzexperte der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold, am Montagabend. Alleine dem deutschen Fiskus seien dabei "vorsichtig gerechnet über 200 Millionen Euro" entgangen.
Giegold stützte sich auf ein Kurzgutachten, das die Grünen-Fraktion vor Junckers Anhörung im Ausschuss anfertigen ließ. Luxemburg habe jahrelang die europäische Steuerkooperation blockiert und Ausnahmen erwirkt und damit anderen europäischen Ländern geschadet, kritisierte Giegold.
Von Junckers Auftritt am Dienstag erwarte er Klarheit: "Jean-Claude Juncker muss vor dem Untersuchungsausschuss seine Rolle in der Luxemburger Steueroase erklären und die Verantwortung für seine Fehler in der Vergangenheit übernehmen", forderte Giegold.
Der derzeitige EU-Kommissionspräsident Juncker steht am Dienstag im Untersuchungsausschuss des Europaparlaments zur Affäre um Briefkastenfirmen in Panama Rede und Antwort. Dabei sollen auch die Praktiken seines Heimatlandes Luxemburg im Steuerbereich beleuchtet werden, wo Juncker lange Regierungschef und Finanzminister war.
Juncker war vor den Enthüllungen um die Panama-Briefkastenfirmen durch die sogenannte LuxLeaks-Affäre unter Druck geraten. Ende 2014 hatte ein Recherchenetzwerk über hunderte Fälle berichtet, in denen multinationale Konzerne in Luxemburg auf Kosten anderer EU-Länder Steuerzahlungen vermieden.
Juncker hatte im September 2015 vor einem Sonderausschuss des EU-Parlaments zur LuxLeaks-Affäre bestritten, er habe in dem Großherzogtum ein "System" für Steuerhinterziehung und -vermeidung geschaffen. (AFP)

 

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Attacken auf Polizisten in Rigaer Straße: Opposition kritisiert das Verhalten von Rot-Rot-Grün

Brutale Attacken gegen Polizisten in der Rigaer Straße haben eine neue Diskussion über den Problemkiez in Friedrichshain ausgelöst. Die Beamten nahmen dort am Sonntag drei Gewalttäter fest, nachdem Kollegen mit Pflastersteinen beworfen worden waren. 65 Polizeibeamte wurden eingesetzt, flankiert von einem Polizeihubschrauber.
Die Opposition warf Rot-Rot-Grün vor, linke Gewalt in Berlin zu verharmlosen. Innensenator Andreas Geisel (SPD) müsse sich „schützend vor seine Polizisten stellen und den Linksextremisten eine deutliche Abfuhr erteilen“, forderte der CDU-Fraktionschef Florian Graf am Montag. Die Rigaer Straße dürfe nicht zu einer „No-Go-Area“ werden. Geisel solle für den gesamten Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ein Konzept vorlegen. Dazu gehörten auch Strategien für die seit 2012 von Geflüchteten besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule und angrenzende Wohngebiete.
Der Senat lege einen „Schutzmantel über diese Chaosextremisten, wenn er gegen wilde Blumenbeete härter vorgeht, als gegen besetzte Häuser“, sagte FDP–Fraktionschef Sebastian Czaja. Rot-Rot-Grün dürfe in der Rigaer Straße, bei brennenden Autos oder der Gerhart-Hauptmann-Schule nicht länger wegsehen. Der AfD-Innenpolitiker Karsten Woldeit geht davon aus, dass der Senat die Gewalttäter „aus Furcht vor Ausschreitungen, aus Angst um den Koalitionsfrieden und den Verlust von Wählerstimmen aus dem linken Spektrum“ weitgehend gewähren lasse.
Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lässt an der Sicherheitspolitik der Regierungsparteien kein gutes Haar. „Im Koalitionsvertrag wird das Problem Linksextremismus mit keiner Silbe erwähnt – das ist nicht akzeptabel“, sagte Sprecher Benjamin Jendro. Viele Polizeibeamte überlegten es sich inzwischen „zwei- bis dreimal, ob sie in der Rigaer Straße aus dem Auto aussteigen“. Es könne nicht sein, dass der Senat erst handele, „ wenn unsere Kollegen schwer verletzt werden oder ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen“. Die GdP fordert härtere Strafen, will auch das Gespräch mit den friedlichen Bürgern suchen, nicht aber mit der autonomen Szene. „Wir verhandeln unseren Rechtsstaat nicht.“
Seit Februar erregen die Pläne der CG Gruppe für ein Neubauprojekt in der Rigaer Straße 71-73 die Gemüter auch der friedliebenden Anwohner. Bereits im vergangenen Jahr gab es in der Straße immer wieder schlimme Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Berliner Polizei.
Nach den Übergriffen am Wochenende äußerte sich Innensenator Geisel erst am Montag. „Wir werden nicht dulden, dass eine Minderheit einen ganzen Kiez in Angst und Schrecken versetz t“, teilte er mit. Die Gewalt der Linksextremisten sei sinnlos, menschenverachtend und unpolitisch. Der Senat werde nicht hinnehmen, dass rechtsfreie Räume entstehen. Dazu gehöre aber auch, verbal nicht weiter aufzurüsten.
Damit reagierte er auf die Aufforderung des CDU-Generalsekretärs Stefan Evers, der auf Facebook dazu aufforderte, „Linksfaschisten auszuräuchern“. Er bezeichnete die Autonomen in der Rigaer Straße als „widerwärtiges Gesindel“. Später änderte Evers seinen Facebook-Eintrag und schrieb: „Ich hoffe, der Innensenator erwacht endlich aus seinem politischen Koma und räuchert dieses Nest von Linksfaschisten mit allen Mitteln des Rechtsstaats aus.“
Mit dieser ungewöhnlichen Wortwahl waren SPD, Linke und Grüne gar nicht einverstanden. Evers solle sich schämen, „mit so einer Sprache an dunkelste Zeiten deutscher Geschichte anzuknüpfen“, sagte der Landeschef der Grünen, Werner Graf. Die Formulierungen des CDU-Politikers seien menschenverachtend und absolut inakzeptabel. Auch der SPD-Innenexperte Frank Zimmermann empfand die Kritik von Evers in dieser Zuspitzung als schädlich. Den Konflikt um die Rigaer Straße jetzt noch rhetorisch anzufeuern, sei wenig hilfreich.
Abseits dieses politischen Nebenkriegsschauplatzes bemühte sich die rot-rot-grüne Koalition am Montag darum, jeden Eindruck zu vermeiden, dass man die linksextremen Gewalttäter gewähren lasse. „Wir empfinden mit diesen Leuten weder Sympathie noch tun wir so, als könne man mit Kriminellen verhandeln“, sagte der Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux. Wenn es die Lage erfordere, seien auch Polizeigroßeinsätze nicht ausgeschlossen. Doch zuerst setze Rot-Rot-Grün auf Deeskalation.
Der Linken-Sicherheitsexperte Hakan Tas betonte ebenfalls, wie wichtig Prävention und Gespräche seien. Er schlug vor, für die Befriedung der Rigaer Straße und deren Umgebung einen neuen „Runden Tisch“ zu etablieren. Der Innensenator, Vertreter des Bezirks und Fachpolitiker sollten sich mit Bewohnern, Geschäftsleuten und Hauseigentümern zusammensetzen. „Alle, die das Gespräch suchen und Gewalt ablehnen, sind herzlich eingeladen.“ Die Regierungspolitiker räumen ein, nicht zu wissen, warum die Gewalt in der Rigaer Straße wieder eskaliert. Es sehe nach gezielter Provokation aus, sagte der SPD-Abgeordnete Zimmermann. „Das ist unerträglich, es geht um schweren Landfriedensbruch, die Polizei hat unsere volle Rückendeckung.“
Voraussichtlich wird sich der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses in seiner nächsten Sitzung am 19. Juni mit dem Problem befassen.

 

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"Baywatch"-Premiere am Potsdamer Platz: Beachparty zum Film wurde abgesagt

Es sollte „die größte Beachparty aller Zeiten“ werden, Premierenfieber vor malerischer Strandkulisse, an diesem Dienstagabend unterm Sony-Zelt am Potsdamer Platz. Doch am Vortag kam die Weisung aus den USA, von der Zentrale des Verleihs Paramount Pictures: Keine „Baywatch“-Party, kein roter Teppich – nur am Nachmittag eine Pressekonferenz mit den angereisten Stars, die sich dann am Abend im Kino vor den geladenen Gästen verneigen und ein paar Sätze sagen werden, anschließend die Filmvorführung und Schluss.
„Aufgrund der tragischen Ereignisse in Manchester und aus Respekt vor den Opfern und trauernden Angehörigen“ – so lautet die Begründung für die kurzfristige Rückführung der glanzvoll geplanten Europapremiere auf eine simple Filmvorführung. Umsonst auch die aufwändige Vorbereitung der Freifläche unterm Zeltdach: Knapp eine Woche ist es her, dass dort eine Art „Tropical Islands“ entstand. Badefreuden blieben dort zwar trotz Brunnenanlage verwehrt, aber Sand gab es genug, nicht einfach auf den nackten Boden gekippt, vielmehr auf ein zum Schutz ausgebreitetes Flies. Auch eine Art Strandsteg wurde aufgebaut, dazu ein Häuschen im Malibu-Stil für die Rettungsschwimmer, wie man es eben aus den einschlägigen Filmen und TV-Serien aus Übersee kennt. Aus „Baywatch“ vor allem, der Serie, die von 1989 bis 2001 in 243 Folgen die globale Badewelt beglückte, mit David Hasselhoff und Pamela Anderson in den Rollen als oberste Bademeister. Noch immer profitieren die beiden vom Ruhm der Serie.
Nein, Pamela ist nicht gekommen, aber „The Hoff“, der darin eine Nebenrolle spielt, wird am Abend im Kino dabei sein – eher ein Auftritt im Schatten des muskulösen Nachfolgers Dwayne „The Rock“ Johnson, t rotz Hasselhoffs Erfahrung als Berlin-Wall-Barde („Looking for Freedom“) .
Allerlei von der DLRG ausgeliehenes Rettungsgerät komplettierte die Beach-Szenerie, auch Strandliegen hatte man reichlich aufgestellt – eine jetzt überflüssig gewordene Kulisse für Johnson und seine Co-Stars: Kelly Parker, die Pamela Andersons frühere Rolle spielt, weiter Zac Efron, Alexandra Daddario, Priyanka Chopra, Jon Bass und Ilfenesh Hadera, dazu Regisseur Seth Gordon und die Produzenten Beau Flynn und Hiram Garcia. Gedreht wurde übrigens in Savannah im US-Bundesstaat Georgia und auf der nahen Insel Tybee Island – ein mit einem gewissen Gruselfaktor behaftetes Badeparadies. Dort ging 1958 beim Zusammenstoß eines Atombombers mit einem Jagdflugzeug eine Wasserstoffbombe verloren. Sie wurde nie gefunden.
Mit solchen Risiken ist in Berlin nicht zu rechnen. Blindgänger tauchen hier hin und wieder auf, nuklear sind sie nicht, und so konnte der berühmte Spinnenmann Peter Parker ganz entspannt am Brandenburger Tor auf- und niederhüpfen, als hier im vergangenen Oktober Szenen für „Spider-Man: Homecoming“ gedreht wurden, mit Tom Holland als aktuellem Superhelden. Auch ein BVG-Bus spielte dabei eine Rolle, wenn man so will, als Sprungbrett – sicher ein tolles Erlebnis, zu dem sich Holland gemeinsam mit Regisseur Jon Watts am 21. Juni in Berlin befragen lässt. Eine Premiere oder gar Party gibt es diesmal nicht, anders als bei „Spider-Man“ im Jahr 2002, noch mit Tobey Maguire in der Titelrolle, als die gesamte Fläche unterm Sony-Zelt, noch ausladender als jetzt bei „Baywatch“, zur Partyzone erklärt wurde.
Wie der Badespaß und das SpinnenDrama ist auch der dritte absehbare Blockbuster, der demnächst Stars in die Stadt spült, keine originäre Idee, sondern die Fortführung einer lange erprobten – wie derzeit üblich in Hollywood: Der „Planet der Affen“, erstmals 1968 als Filmstoff entdeckt, entfaltet wieder seinen Schrecken, diesmal in „Planet der Affen – Survival“. Am 23. Juni stellen Regisseur Matt Reeves und Andy Serkis, Darsteller des Primaten Caesar, den Film vor – wird sicher ein affenstarker Auftritt.

 

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Wer bringt uns hier in Wallung?

Achtung, das wackelt!
Die Frau im sexy Leoparden-Bikini ist das derzeit erfolgreichste Plus-Size-Model der Welt. Und in ihrem neuesten Instagram-Video zeigt sie mit einer fulminanten Kurven-Show, dass sie das ein oder andere Mager-Model in Sachen Hotness ganz locker vom Thron wackeln kann!
Nicht umsonst folgen ihr über vier Millionen Menschen auf Instagram, das aktuelle Instagram-Video wurde bereits über eine Million Mal angeklickt.
Die Dame im Leoparden-Bikini ist Ashley Graham (29) .
Bei 1,75 Meter Körpergröße bringt es die Amerikanerin auf um die 90 Kilo Körpergewicht.
Okay, an der Kameraführung könnte Ashley noch etwas arbeiten.
Dennoch: Wir haben jetzt eine Erfrischung nötig. Ab in den Pool!
Mehr Promi-News gibt’s auf BILD Facebook – jetzt folgen!

 

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Sieben Nackt-Fragen an Moderatorin Milka

Ihre Nackt-Dating-Show „Naked Attraction“ war der Überraschungserfolg der TV-Saison. Und ein TV-Comeback für Moderatorin Milka Loff Fernandes (36) .
Am Montagabend läuft das Finale (RTL II, 22.15 Uhr) . Ein zweiter Akt der Sendung – nicht ausgeschlossen!
Mit BILD sprach Milka (selbst glücklich liiert und zweifache Mutter) angekleidet über ihren hüllenlosen Erfolg. Lesen Sie mit BILDplus, wann sich Milka zuletzt nackt gefühlt hat, was sie immer schon mal nackt ausprobieren wollte und woran sie denkt, wenn sie sich selbst nackt sieht.
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Wie kriminelle Pflegedienste Versicherungen betrügen

Nach wie vor treiben in Bayern betrügerische Pflegedienste ihr Unwesen, die insbesondere die Pflegeversicherung um hohe Summen bringen. "Da geht es mit Sicherheit um Millionen", sagt Hermann Imhof, der Patienten- und Pflegebeauftragte der Staatsregierung. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung stehen derzeit mehrere "russische Pflegedienste" im Visier bayerischer Strafermittler. Pflegedienste also, deren Betreiber und Mitarbeiter einen "eurasischen Migrationshintergrund" haben. Allein bei der Staatsanwaltschaft München I sollen mehr als zehn solcher Fälle anhängig sein. Auch im nordbayerischen Raum sind die Ermittler Betrügern im Pflegebereich auf der Spur.
Die Zahl der Verdachtsfälle steigt nach Angaben der AOK Bayern aktuell in beachtlichem Ausmaß: "Bei uns kommen mit steigender Tendenz wöchentlich Meldungen über auffällige Abrechnungen von ambulanten Diensten rein", heißt es dort. Etliche davon beträfen Pflegedienste, die von Ukrainern, Russen und Kasachen betrieben würden. Unter diesen gebe es neben den seriösen eben auch solche, die "mafiös ausgeprägt" seien, sagt Imhof. Seine Einschätzung deckt sich mit jener des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, das Anfang Mai einen Bericht über deutschlandweit agierende kriminelle Netzwerke herausgegeben hat. In diesem "Abschlussbericht Curafair" ist von Anhaltspunkten "für das Bestehen einer gewerbs- und bandenmäßigen Begehungsweise" die Rede, in denen es um Geldwäsche, Betrugs- und Steuerdelikte im Pflegebereich geht.
Konkret heißt das: Es werden kostenintensive Pflegeleistungen abgerechnet, die nie erbracht wurden. Dazu werden Pflegedokumentationen, Leistungsnachweise, Tourenpläne und Atteste gefälscht - auch unter Mitwirkung "von Ärzten mit russischem Migrationshintergrund". Bisweilen setzten kriminelle Pflegedienste bei der Leistungserbringung "nicht qualifiziertes Personal inklusive gefälschter Ausbildungszertifikate" ein, um unberechtigt an viel Geld zu kommen. Oder es würden bei Personen Pflegeleistungen abgerechnet, die gar nicht pflegebedürftig sind.
"Das Pflegepersonal stammt wie die Haupttäter und die Leistungsempfänger sehr häufig aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, vor allem aber aus der Ukraine und Russland", heißt es in dem Bericht weiter. Bisweilen würden die Angehörigen sowie die Pflegebedürftigen bei dem Betrug sogar zu Mittätern. Sie würden dafür von den Pflegedienstbetreibern offenbar "mit bis zu mehreren Hundert Euro im Monat entlohnt", wie Berliner Ermittler herausfanden.
"Neben den Angehörigen der Pflegebedürftigen gibt es mit Sicherheit auch Betroffene, die von ihrem Pflegebett aus mitmachen", sagt der Pflegebeauftragte Imhof. Ohne solche Mittäter, da ist sich der CSU-Politiker sicher, würden die Haupttäter viel eher auffliegen - durch die Überprüfung verdächtiger Abrechnungen seitens der Krankenkassen. Indizien - festgehalten im Abschlussbericht Curafair - deuten darauf hin, dass die Mitarbeit durch Angehörige oder Pflegebedürftige bisweilen aber auch erzwungen wird. Bei der Sicherstellung von Beweismitteln unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wurden "zwei unbrauchbar gemachte Langwaffen, Typ Kalaschnikow, sowie zwei weitere halbautomatische Waffen mit entsprechender Munition" sichergestellt.
Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte am Montag: "Wir müssen mit allen Mittel gegen den Betrug vorgehen." Huml legt indes Wert auf die Feststellung dass der Abschlussbericht Curafair keine Vorkommnisse aus Bayern, sondern regionale Schwerpunkte in Nordrhein-Westfalen und Berlin nenne. Gleichwohl aber sei bekannt, das "leider auch" in Bayern Betrug im Pflegebereich - "teilweise auch als gewerbsmäßige Betrugshandlungen durch russisch-eurasische Pflegedienste" - erfolge. Dass daran kaum noch Zweifel bestehen können, zeigen nicht nur die Erkenntnisse des Justizministeriums in München, sondern auch eine überraschende Beobachtung bayerischer Kriminalbeamter.
Sie haben im Bereich der nach Bayern importierten Kriminalität eine Veränderung festgestellt: Viele Frauen aus Osteuropa würden nicht mehr als Prostituierte ins Land geholt, sondern hier systematisch in der Pflege eingesetzt. "In der Pflege kann viel mehr Geld auf sehr viel einfachere Weise generiert werden", sagt Dominik Schirmer, der bei der AOK Bayern für den Verbraucherschutz zuständig ist - also auch für die Bekämpfung betrügerischer Pflegedienste. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien 88 neue Fälle offenbar betrügerischen Vorgehens aufgefallen. "Da sind neben den sogenannten russischen Pflegediensten auch andere dabei, aber in einigen Fällen eben gerade solche."
Wie das Innenministerium bestätigt, hat Bayern im Februar dieses Jahres eine neue polizeiliche Arbeitsgruppe eingerichtet, die gegen kriminelle Pflegedienste tätig werden soll. Mitte dieses Jahres solle sie einen ersten Lageüberblick vorlegen sowie Vorschläge darüber, wie im komplizierten Umfeld des Pflegebetrugs die Polizeiarbeit verbessert werden kann.

 

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15-Jährige stirbt im Eisbach

Ein 15-jähriges Mädchen konnte am Montagabend nur noch tot aus dem Eisbach geborgen werden. Das Mädchen, das nach Angaben der Polizei zuletzt in Begleitung von Freunden am Montagnachmittag beim Einstieg zur Surferwelle am Eisbach gesehen wurde, war gegen 18 Uhr vermisst gemeldet worden. Unklar blieb zunächst, ob das Mädchen zuvor selbst ins Wasser gesprungen oder in den Eisbach gefallen war. Die Polizei hat die Ermittlungen zum Hergang aufgenommen, konnte aber noch keine genaueren Angaben dazu machen.
Über Notruf war gegen 18 Uhr eine "Person im Wasser" gemeldet worden, erklärte ein Polizeisprecher. Ein großes Aufgebot begann sofort mit der Suche nach dem vermissten Mädchen. Rund 70 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, darunter auch Taucher, suchten den Eisbach am Haus der Kunst und weiter flussabwärts ab.
Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Gegen 19.20 Uhr meldete die Polizei via Twitter, dass eine "leblose weibliche Person" gefunden worden sei. Wenig später bestätigte ein Polizeisprecher, dass die Leiche der jungen Frau auf Höhe des Tivoli-Kraftwerks gefunden worden sei.
Unter Surfern ist die Eisbachwelle besonders beliebt. Wegen der baulichen Gegebenheiten und der teilweise starken Strömungen gilt sie aber auch als gefährlich besonders für Anfänger. Immer wieder gab es an der Eisbachwelle und im Eisbach Tote und Verletzte. Jeden Sommer verletzen sich nach Einschätzung von Experten zehn bis 20 Menschen beim Surfen. Im September 2015 war ein 32-jähriger Münchner tot aus dem Eisbach geborgen worden, 2013 war ein 25-Jähriger nachts mit dem Kopf gegen sein eigenes Surfbrett geknallt, zwei andere Surfer retteten dem Bewusstlosen das Leben.

 

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Spanien weist deutschen Stalker aus

Er schoss in Madrid mit einer Armbrust auf die Schauspielerin Sara Casasnovas, weil sie seine Liebe nicht erwiderte und saß dafür acht Jahre in Haft. Wie gefährlich ist er noch?
Er saß die volle Strafe ab, um keinen einzigen Tag hatte Spanien seine Haft verkürzt. Jetzt, nach acht Jahren, kommt der Deutsche frei, der Armbrustschütze, der vor acht Jahren die spanische Schauspielerin Sara Casasnovas erst verfolgt hatte und sie am Ende, nach der Zurückweisung seiner Liebe, mit einem Pfeil töten wollte. Der 48-Jährige wird am Dienstag aus dem Gefängnis entlassen und in ein Flugzeug nach Deutschland gesetzt; in Spanien ist er persona non grata. Nur eine einzige Frage bleibt: Wie wollen die spanischen Behörden den Mann ohne Grenzkontrollen daran hindern, wieder in das Land zu kommen, in dem sein Opfer und Objekt seiner Obsession lebt?
Der Fall hatte 2009 in Spanien großes Aufsehen erregt. Der Deutsche hatte die damals 25 Jahre alte Schauspielerin in einer Serie über den spanischen Bürgerkrieg gesehen, sie wurde vom internationalen Programm des staatlichen Senders TVE ausgestrahlt. Sara Casasnovas spielte darin eine der Hauptrollen. Daraufhin schrieb ihr der Mann Liebesbriefe in exzellentem Spanisch, wie die Staatsanwaltschaft später bekannt gab. Eine Antwort bekam er nie.
Also fuhr der Deutsche mit dem Fernbus nach Madrid und mietete sich für eine Woche in einem Hostel für 38 Euro die Nacht ein. Er wusste, dass die Schauspielerin in einem Madrider Theater in Tennessee Williams' Drama "Die Nacht des Leguan" spielte, in dem es ironischerweise auch um zurückgewiesene Liebe geht.
An mehreren Abenden wartete er nach dem Ende der Vorstellung am Bühnenausgang auf sie und machte ihr Liebeserklärungen, aber auch Vorwürfe, warum sie nie auf seine Briefe geantwortet habe. Die Schauspielerin erklärte freundlich, aber bestimmt - so sagte sie später aus -, dass der Mann sich irre, wenn er sie für die Frau seines Lebens halte. Sie habe ihn nicht als bedrohlich empfunden, ihn allerdings zunehmend als lästig angesehen - er reiste ihr zu mehreren Terminen nach.
Am 7. Juni 2009 stand die letzte Vorführung der "Nacht des Leguan" auf dem Programm, der Deutsche saß im Publikum. Nach der Vorstellung sah Sara Casasnovas ihn wieder vor dem Eingang warten, er wirkte aufgewühlt, zum ersten Mal fühlte sie sich bedroht. Die Schauspielerin bat daher zwei Kollegen, sie zu begleiten. Als die kleine Gruppe aus dem Theater kam, stürzte sich der Deutsche auf die Frau. Er lasse sich, schrie er, nicht zurückweisen. Aus seinem Rucksack zog er eine Armbrust, legte einen Pfeil mit Widerhaken ein und legte auf das Gesicht der Schauspielerin an.
Einer der Begleiter fiel ihm in den Arm, einem hinzueilenden Mann durchbohrte der Pfeil das Jackett, verletzt wurde aber niemand. Nach einem heftigen Gerangel wurde der Stalker, der inzwischen auch mit Reizgas um sich sprühte, überwältigt. In seinem Rucksack fand die Polizei eine zweite Armbrust mit Pfeilen, sowie Schnüre und eine Fußfessel - offenbar wollte er seine Angebetete entführen. In seinem Zimmer im Hostel entdeckten die Ermittler später vier Dutzend Fotos der Schauspielerin und ein Feuerzeug, auf dem die Vornamen der beiden eingraviert waren, sowie einen Abschiedsbrief: Er wolle mit ihr in den Tod gehen.
In der spanischen Presse wurden daraufhin Fotos eines dicklichen Mannes mit schütterem Haar gedruckt. In der Haft unterzog sich der Verurteilte einer Psychotherapie. Doch ob die Therapie gewirkt hat, ist fraglich: Kürzlich sind in der Zelle des Mannes Fotos von Schauspielerinnen gefunden worden, die er aus Zeitungen ausgeschnitten hatte.
Sara Casasnovas selbst äußert sich nicht zu ihrem Stalker. Auf die Kinoleinwand hat es die Schauspielerin nicht geschafft, auf den spanischen Theaterbühnen hat sie aber durchaus Erfolg. Den einzigen Kommentar übermittelte ein Kollege: "Sie will ihre Ruhe haben."

 

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iPhone 8 soll Sprache und Gesichter erkennen

Laut Bloomberg arbeitet Apple an einem "Neural Engine" genannten Chip, der speziell für Künstliche Intelligenz und Augmented Reality gestaltet wird. Das Aufgabengebiet umfasst Spracherkennung für Siri, aber auch Gesichts- und Objekterkennung. Ob es der Chip ins iPhone 8 schafft, ist noch unklar.
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Die Signalverarbeitung aus einer Vielzahl von Sensoren sowie akustische und visuelle Daten fordern zunehmend ein spezielles Chipdesign. Sprach-, Gesichts- und Bilderkennung wurden lange Zeit in Server-Zentren berechnet, mit Apples Neural Engine sollen sie nun auch lokal auf mobilen Geräten möglich sein.
Laut einem ehemaligen Apple-Analysten werden Augmented Reality und selbstfahrende Autos zwei wichtige Säulen in Apples Zukunft, für beide brauche das Unternehmen Künstliche Intelligenz. Amazon und Google haben den anfänglichen Vorsprung bei der Spracherkennung durch Siri schnell aufgeholt und implementierten die Technologie aggressiv in alle Produkte. Deswegen will Apple mit einem eigenen Chip für Künstliche Intelligenz nachziehen.
Ein detaillierter Ausblick wird für die Entwicklerkonferenz WWDC am 5. Juni erwartet. Ob es Apples Neural Engine schon in das iPhone 8 schafft, ließ Bloombergs Quelle offen.
Die chinesische Zeitung Economic Daily News berichtet, dass das neue iPhone 8 komplett ohne Homebutton auskommen wird. Sie stützt sich dabei auf Quellen aus dem Halbleiter-Hersteller TSMC. Den Scanner für den Login mittels Touch-ID soll Apple dem Bericht zufolge direkt im Display verbauen.
Zudem liefert die Quelle der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) , welche für Apple den A11-Prozessor fertigt, dass das Display vom klassischen 16: 9-Verhältnis zugunsten eines 18,5: 9-Bildformats abweicht. Auf dem TSMC 2017 NA Technology Symposium war auch die Rede von weiteren radikalen Änderungen am diesjährigen iPhone hinsichtlich der Optik und Funktionalität. Eine davon wird ein Infrarot-Sensor, der die Kamera unterstützen wird und bei Augmented-Reality-Anwendungen eingesetzt wird.
Der für vergangene Leaks verantwortliche Twitter-Account von Benjamin Geskin hat ein neues Video einer angeblicher iPhone-8-Attrappe veröffentlicht. Die Quellen von Benjamin Geskin erteilen einem rückseitigen Fingerabdruckscanner allesamt eine Absage.
"Alle meine Quellen sagen, dass das iPhone 8 so nicht aussehen wird", erteilt iPhone-Leaker Benjamin Geskin dem Design mit rückseitigem Touch-ID unter dem Apple-Logo eine Absage. Sein iPhone-8-Dummy, eine nicht funktionsfähige Attrappe, trägt auch eine plane Glasrückseite:
Exclusive: #iPhone8 Dummy Hands-On Video pic.twitter.com/1Ro6umrdpT
In der Vergangenheit haben sich viele Vorabinformationen aus der Lieferkette für iPhones bewahrheitet, Apple wurde jedoch auch in manchen Fällen erwischt, wie das Unternehmen bewusst falsche Informationen und Modelle streute.
Das iPhone 8 soll das beste und teuerste iPhone aller Zeiten werden. Egal, wie teuer ein iPhone ist, Apple-Fans bleiben der Marke treu. Laut einer Umfrage der Bank Morgan Stanley würden über 90 Prozent der iPhone-Besitzer wieder ein iPhone kaufen. Apple ist somit sogar um sechs Prozent beliebter als im letzten Jahr.
Nicht selten werden erste Details über neue Apple-Hardware durch undichte Stellen bei den Zulieferern bekannt. Ob Informationen aus diesem Umfeld zutreffen, bleibt meist offen. Grund zu Spekulationen geben sie aber allemal. Nun tauchten einige Fotos auf der chinesischen Webseite Weibo.com auf und sorgten für Aufregung bei Fans. Immerhin ist darauf eine iPhone 8-Attrappe zu sehen, die sich mit der eigenen Größe zwischen 7s plus und 7s platziert. Auch die Anordnung der Kamera lässt sich bereits erkennen.
Morgan Stanley korrigiert den erwarteten Kursanstieg der Apple-Aktie deutlich nach oben. Dieses Jahr werde laut der Bank extrem erfolgreich. Grund für die positiven Aussichten sei eine außerordentliche Markentreue von Apple-Kunden. In einer Befragung gaben 92 Prozent der iPhone-Nutzer mit Kaufabsicht für ein neues Smartphone an, dass sie wieder zu Apple greifen werden. Bei Konkurrent Samsung lag dieser Wert nur bei 77 Prozent.
Apple will mit dem iPhone 8 alles besser machen. Experten sprechen bereits vom "besten iPhone aller Zeiten". Gerüchte zum Design und zur Hardware hören sich vielversprechend an. Kunden erwarten grundlegend neue Funktionen. Was allerdings sicher ist: das iPhone wird alle Preisgrenzen sprengen. Für den Preis gibt es sonst eher Handys mit Platin- und Goldauflage. Apple versucht, mit Technik zu begeistern. Doch wird das iPhone 8 wirklich einen Preis von rund 1000 Dollar wert sein? Mit der Vorstellung wird im September gerechnet. Das iPhone 7 Plus kostet in Deutschland bisher knapp 900 Euro. Es könnte nach der Einführung des neuen Top-Modells 100 Euro günstiger werden. Ein iPhone für über 1000 Euro gibt es übrigens schon: Das iPhone 7 Plus als "red-Produkt" kostet 1009 Euro - inklusive Spende für die AIDS-Forschung.
Der für Vorabinformationen berühmt-berüchtigte Twitter-Nutzer "@onleaks" veröffentlicht ein auf Basis angeblich echter 3D-Modelle erstelltes Computervideo des Apple iPhone 8. Es zeigt ein randloses Display unter gebogenem Glas und eine vertikale Kamera auf der Rückseite. Ein Home-Button wird vermisst.
Mit den Worten "So, das ist es... vermutlich" präsentiert @onleaks auf Twitter computergenerierte Bilder und ein 360°-Video des Apple iPhone 8. Als Vorlage sollen CAD-Modelle direkt aus einer der Produktionsstätten gedient haben.
So, this is it... I guess... #iPhone8 renders + 360° video + size (based upon factory CAD) on behalf of @GearIndia https: //t.co/cbggACbCh0 pic.twitter.com/FgNsoQfqRb
Die chinesische Zeitung "Economic Daily News" berichtet über die planmäßige Produktion der diesjährigen iPhones. Das widerspricht sowohl Spekulationen von JPMorgan Chase über einen Frühstart im Juni als auch Gerüchten über Verzögerungen bis ins nächste Jahr. Laut dem Bericht soll die Vorstellung im September und der Verkauf im Oktober stattfinden.
"Es wird keine Verspätung geben", lautet die Einschätzung der chinesischen Zeitung Economic Daily News. Die Zulieferer für Komponenten seien bereit, die Produktion von Akkus, Leiterplatten und Prozessoren rechtzeitig hochzufahren.
TSMC, die Taiwan Semiconductor Company, werde die Wafer für Apples A111-Prozessoren ab 10. Juni produzieren. In der ersten Julihälfte finden die Chips laut dem Bericht dann ihren Weg zu den Fertigern Foxconn, Winstron und Pegatron. Apple hat den Zusammenbau der iPhones auf diese drei Fertiger verteilen müssen, um das Risiko zu minimieren und die enormen Stückzahlen bieten zu können. Analysten rechnen allein in diesem Jahr mit 80 bis 120 Millionen verkauften iPhones.
Die Fertiger befänden sich bereits in der Rekrutierungs- und Ausbildungsphase, um ausreichend Mitarbeiter für die Massenproduktion vorhalten zu können.
Das iPhone 8 soll ein OLED-Display mit 5,85 Zoll Diagonale bekommen, welches sich im Stile des Galaxy S8 von Samsung randlos um die Seiten der Front schmiegt. Zudem wird über bessere Lautsprecher und AirPods im Lieferumfang spekuliert.
In seiner Prognose berichtet ein Analyst von JPMorgan sehr detailliert über das OLED-Display des kommenden Apple iPhone 8. Die Diagonale soll 5,85 Zoll betragen (5,5 Zoll beim iPhone 7 Plus) , das Edel-iPhone soll in der Jubuiläums-Ausgabe ein Design ohne seitliche Ränder erhalten.
Der Bericht liefert noch mehr Details: Das iPhone 8 soll angeblich mit AirPod-Kopfhörern im Lieferumfang verkauft werden. Einzeln kosten die drahtlosen Kopfhörer 180 Euro, was zum hohen Gesamtpreis des iPhone 8 beitragen soll. Dem Gerücht widersprechen aber mehrere andere Quellen. Relativ sicher ist aber, dass der Klang des iPhone 8 verbessert wird und das Gerät wahrscheinlich Stereo-Lautsprecher erhält.
Laut eines Finanzexperten der Bank JPMorgan Chase könnte Apple die iPhone-8-Familie schon im Juni auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC vorstellen. Das widerspricht nicht nur Branchengerüchten, sondern auch Apples Tradition. Das letzte iPhone, das im Juni vorgestellt wurde, war das iPhone 4 2010. Ein Analyst der Bank JPMorgan Chase sieht nun eine "hohe Wahrscheinlichkeit" für eine Vorstellung neuer iPhones auf Apples Konferenz WWDC am 5. Juni. Die Smartphones sollen, das iPhone 8 eingeschlossen, erst ab Herbst lieferbar sein. Als Begründung für den Schritt seitens Apple führt die Bank an, dass die lange Wartezeit vieler Käufer damit besser überbrückt werde.
Traditionsgemäß stellt Apple neue iPhones Anfang September vor. Auf der diesjährigen Keynote werden drei Geräte erwartet: Aufgepeppte Versionen des iPhone 7 und iPhone 7 Plus mit dem Zusatz "S" sowie eine Jubiläums-Edition in Form des iPhone 8. Quellen aus der Produktionslinie legten nahe, dass sich die Verfügbarkeit des iPhone 8, das zehn Jahre nach dem ersten iPhone präsentiert werden soll, in ins vierte Quartal 2017 oder bis ins nächste Jahr verschiebt. Einge Komponenten seien schwer lieferbar, heißt es als Begründung.
Neben iOS 11 zeigt Apple vermutlich neue Betriebssystem-Versionen für die Apple Watch, für Apple TV und von macOS für MacBooks und den Mac Pro. Dass ein Pendant für Amazons Echo, ein Lautsprecher mit Sprachassistent, kommen könnte, kursiert ebenfalls als Gerücht.
+++Berichte über Verspätungen beim iPhone 8 häufen sich+++
Neben der Vorstellung von iPhone 7S und 7S Plus wird anlässlich des 10-jährigen iPhone-Jubiläums eine Special Edition erwartet. Das iPhone 8 könnte es erst 2018 geben.
Apple bemüht für die Produktion seiner iPhones Auftragsfertiger wie Foxconn in China. Immer wieder dringen Informationen aus der Industrie an die Öffentlichkeit. Jüngste Gerüchte, angeblich von einer Quelle bei Foxconn, besagen, dass bisher nur Verpackungsmaterial für das iPhone 7S und das 7S Plus geordert wurde.
Apple stellt sich natürlich breit auf und könnte die Produktion auf einen anderen Fertiger verlagert haben, um das Beschaffungsrisiko zu minimieren. Die Deutsche Bank hat auf den Bericht reagiert und ihrerseits die Möglichkeit, dass es dieses Jahr kein iPhone 8 geben könnte, in ihre Analysen aufgenommen.
Der bezüglich Apple üblicherweise gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo berichtete ebenfalls von einer Verspätung des iPhone 8 wegen Lieferschwierigkeiten für Komponenten. Die Veranstaltung zur Vorstellung neuer iPhones seitens Apple findet traditionell Anfang September statt.
+++Ein neuer Prototyp ist aufgetaucht+++
Das neue iPhone 8 trägt mehreren Vorabveröffentlichungen nach auch auf der Rückseite gebogenes Glas. Der Dummy wirft die Frage auf, wo der Home-Button für Touch-ID ist. Wie viel Rahmen um das Display auf der Front ist, lässt sich leider auch nicht klar erkennen.
Auf Twitter sind Fotos eines Prototypen aufgetaucht, welche die Version des iPhone 8 mit Glasrückseite untermauern. Sowohl die Front als auch die Rückseite tragen laut dem Twitter-Nutzer Benjamin Geskin gebogenes 2.5D-Glas:
iPhone 8 Dummy (This is CNC model according to Foxconn) Back is 2.5D Glass. #iPhone8 #iPhoneX #iPhoneEdition pic.twitter.com/Z8mH7b7z4r
Laut dem japanischen Blog " macotakara.jp " werden bald drei Varianten des iPhone erscheinen, wobei das iPhone 8 angeblich zum iPhone Edition wird. Der Bildschirm soll fünf Zoll groß sein und das kurvige Glas aus sogenanntem "2,5D-Glas" bestehen. Das Ganze wird offenbar von einem Rahmen aus Edelstahl umrandet. Der verwendete Stahl soll besser als der Apple Watch sein. Außerdem sei geplant, eine Kamera mit vertikaler Ausrichtung an der Rückseite anzubringen. Damit wären Virtual Reality Aufnahmen, die Emergent VR Technik nutzen würden, nicht möglich.
iPhone 7S und iPhone 7S Plus sollen zeitgleich mit dem iPhone Edition erscheinen. Sie werden wohl etwas dicker sein als die aktuellen iPhone 7 und 7 Plus, sodass bisherige Schutzhüllen nicht passen werden.
Die Webseite "iDrop News " zeigt Modelle, wie das iPhone 8 aussehen könnte. Apple soll momentan an zwei Prototypen arbeiten. Der Bildschirm soll möglichst die ganze Vorderseite einnehmen. Deswegen wird überlegt, den Touch-ID-Sensor auf die Rückseite zu verlagern. Es scheint dabei technische Schwierigkeiten zu geben, die Front-Kamera und den Home-Button unter dem Bildschirm verschwinden zu lassen. Das berichtet ein Informant, der Mitarbeiter von Foxconn sein soll, gegenüber "iDrop News".
Eine neue Designstudie des iPhone 8 veröffentlicht Muhsin M. Belaal Auckburaully. Danach soll das iPhone 8 einen 5,5 Zoll QHD-Bildschirm mit abgerundeten Kanten ("Dual Edge") erhalten. Der eingebaute Speicher soll 128 Gigabyte (GB) und der Arbeitsspeicher 4 GB umfassen. Die rückwärtige Kamera soll eine Auflösung von 24 Megapixel und die Frontkamera von 13 Megapixeln bieten. Der Akku soll mit 4.000 Milliampere pro Stunde deutlich größer als beim Vorgänger ausfallen. Das iPhone 8 soll wasser- und staubabweisend werden, aber wohl nicht wasserdicht, berichtet " wccftech ".
Im September wird das neue Apple-Smartphone vorgestellt, die Bestellung der Bildschirme bei Samsung soll sich auf über 70 Millionen Stück belaufen. Marktbeobachter gehen von einer noch größeren Anzahl an georderten Displays aus, allein im ersten Quartal 2017 hat Apple über 80 Millionen iPhones verkauft.
Ein Designer hat alle Gerüchte über Apples iOS 11, welches im Juni 2017 erscheinen soll, in einem Video zusammengefasst.
Brancheninsider überzeugt: Apple wird den nächsten Paradigmwechsel einleiten! Das iPhone 8 mit Augmented-Reality-Funktionen an Board? http: //t3n.me/2nQ9vpM
Haupteinsatzgebiet der neuen Technik wird wohl zunächst die Gesichts- und Iris-Erkennung sein. Die dabei entstehenden 3D-Selfies könnten beispielsweise als Avatare für Spiele verwendet werden.
The hope is that adding augmented reality to its products will provide a much-needed new reason to stick with Apple. https: //t.co/NYqjHnNrqK
Aus Südkorea erreichen uns frische Gerüchte, dass das iPhone 8 einen Retro-Look erhalten könnte, der an das erste iPhone erinnern soll. Dies zitiert Heise.de aus der koreanischen "ET News". So soll die Rückseite des Gerätes leicht abgerundet sein. Der Bildschirm wird entgegen ersten Vermutungen vermutlich nicht gebogen sein.
Dank umgestalteter Platine sei mehr Platz im Gehäuse. Wie das Fachmagazin Mac & i unter Berufung auf den Analysten Ming-Chi Kuo berichtet, soll im normalen iPhone 8 soviel Platz für ein Akku sein wie im iPhone 7 Plus. Aufgrund des geringeren Platzbedarfs der übrigen Technik bliebe ein L-förmiger Raum für den Akku frei. Etwa 2700 mAh wären damit möglich. Zum Vergleich, das aktuelle iPhone 7 mit 4,7 Zoll hat nur eine 1960-mAh-Batterie.
Der Branchen-Informationsdienst „Digitimes“ gab am 10.01.2017 bekannt, dass Apple beim iPhone 8 auf einen Edelstahl-Rahmen setzen werde. Die daraus resultierende Kostenersparnis haucht anderen Gerüchten ebenfalls neues Leben ein.
Aufschwung erhält demnach das Gerücht, dass Apple beim iPhone 8 ein nahezu randloses Display verbauen soll. Der Homebutton soll dabei ins Glas integriert werden. Fingerabdrücke soll er dennoch erkennen. Ein weiterer Vorteil dieser Konstruktion ist die Option auf kabelloses Laden. Die nun bestätigte Glasrückseite soll es möglich machen.
Ein weiteres älteres Gerücht besagt, dass es in diesem Jahr nicht mehr wie in den vergangenen Jahren zwei, sondern gleich drei verschiedene iPhone-Modelle geben soll. Neben den bekannten Versionen mit 4,7 Zoll und 5,5 Zoll soll ein weiteres, noch größeres iPhone 8 mit 5,7 bis 5,8 Zoll erscheinen, das auf OLED-Technologie setzt. Der Analyst Min-Chi Kuo vermutet sogar erstmals ein gebogenes OLED-Display bei einem iPhone.
Sofern sich an Apples jahrelanger Praxis nichts ändert, erscheint das "iPhone 8" im Herbst, vermutlich im September. Von Insidern wird jedoch auch ein zweiter möglicher Termin gehandelt, der 29. Juni 2017, der Tag des zehnjährigen iPhone-Jubiläums: Die erste Generation des iPhone kam nämlich am 29. Juni 2007 in den US-Handel.
In einer gestern anlässlich der Vorstellung des ersten iPhones veröffentlichten Pressemitteilung verspricht Apples Marketingchef Philip Schiller, man sei gerade erst in Gang gekommen. Das steigert die Vorfreude.
Das iPhone 8 soll für Apple ein ganz großer Wurf werden, wird mit diesem Modell doch das zehnjährige Jubiläum des Smartphones gefeiert. Daher munkeln verschiedene Quellen von einem Gehäuse aus Glas und einem OLED-Display.
In den letzten Jahren war die typische "Taktung" der Apple-Smartphones stets dieselbe: Auf eine Versionsnummer wie beim iPhone 6 folgte im nächsten Jahr das nur leicht verbesserte iPhone 6s und zwei Jahre später der große Versionssprung auf das iPhone 7. Doch im Herbst 2017 wird Apple angeblich kein iPhone 7s, sondern das iPhone 8 vorstellen.
Das US-Wirtschaftsmagazin Bloomberg will zudem erfahren haben, dass Apple derzeit mit dem Hersteller Sharp über die Zulieferung eines OLED- Displays verhandelt. Gleiche Gespräche sollen auch mit LG und Samsung laufen. Apple will damit angeblich den Konkurrenzkampf der Zulieferer anschüren um bessere Preise zu bekommen.
Konkurrenten wie Samsung, HTC oder Huawei bauen OLED-Displays schon längst in ihre Premium-Smartphones ein. OLED-Displays bieten in der Regel einen deutlich höheren Kontrast und eine bessere Farbdarstellung als LCDs.
29. September 2016: Spekulationen über den Namen des "Jubiläums-iPhones", das 2017 kommt – zehn Jahre nach dem ersten iPhone – werden durch eine angebliche interne Quelle mit neuer Nahrung versorgt. Ein Mitarbeiter der Apple -Niederlassung in Israel soll aus dem Nähkästchen geplaudert haben.
Demnach heißt das für den Herbst kommenden Jahres erwartete Apple-Smartphone schlicht und ergreifend "iPhone 8". Damit würde Apple der Namens-Reihung treu bleiben. Das will das US-Wirtschaftsmagazin "Business Insider" von einer Person erfahren haben, die in einem Entwicklungszentrum von Apple in Herzliya in Israel arbeitet. Apple beschäftigt dort 800 Mitarbeiter, die sich mit Chipdesign befassen sollen.
Doch der Redakteur von "Business Insider" wertet diese Aussage nicht als Fakt, denn die Angestellten in diesem Standort würden eher interne Produktionsbezeichnungen statt des tatsächlichen Namens erfahren. Daher betrachtet er die Aussage des Informanten eher als dessen persönliche Vermutung.
19. September 2016: Besser spät als nie? Apple könnte das iPhone 8 endlich für die kabellose Ladung des Akkus auslegen. Das Knowhow dafür ist längst vorhanden, die Apple Watch nutzt diese Technik bereits. Aber Apple will eventuell mehr bieten: das Laden aus der Distanz.
Das könnte bedeuten, dass Apple für das im kommenden Jahr erwartete iPhone 8 eine Ladestation ähnlich der Apple Watch einführt. Die Patentschrift zeigt eine kreisrunde dicke Ladestation mit einem Anschlusskabel. Auch die Apple Watch wird über einen "Lade-Puck" geladen. Die Internetseite "Bloomberg Technology" mutmaßt, dass diese drahtlose Ladeschale schon 2017 marktreif sein könnte.
Das könnte für Apple aber nur der Anfang sein. Seit 2014 arbeitet Apple angeblich daran, Akkus sogar aus einer gewissen Distanz aufladen zu können. Ein entsprechendes Patent beschreibt dabei eine "Near Field Magnetic Resonance" (NFMR) genannte Technik, mit der Geräte auch über "mehrere Meter" geladen werden können.
Bereits 2010 meldete Apple ein Patent an, das den iMac als "Lade-Hub" für das drahtlose Laden von Akku-Geräten in einem Meter Umkreis um den Computer beschreibt. Auch "Bloomberg Technology" geht davon aus, dass Apple das anstrebt. Der Besitzer eines iPhones müsste das Smartphone dann nicht mehr auf eine "Ladematte" auflegen. Es würde genügen, wenn er sich mit dem Telefon in der Hosentasche in der Nähe aufhält.
Apple lässt sich vielleicht vom Samsung S6/S7 Edge "inspirieren", denn Display-Experte Raymond Soneira spekuliert auf ein "Um-die-Ecke-Display" beim iPhone 8.
Raymond Soneira ist Chef des Unternehmens "DisplayMate Technologies", das sich auf das Testen, Kalibieren und Optimieren von Displays spezialisiert hat. Ihm werden intime Kenntnisse der Branche und ihrer Entwicklung nachgesagt.
Er rechnet damit, dass Apple das iPhone 8 mit einem 5,8 Zoll großen Display ausstattet, das jeweils 7,25 Millimeter um die seitlichen Kanten des Gehäuses herum reicht. Damit würde die Vorderseite des Displays mit 5,5 Zoll die gleiche Größe des iPhone 6s Plus bieten, aber die Seiten wären ebenfalls als Display nutzbar, wie Samsung das bei seinen Edge-Modellen bereits anbietet.
14. Mai 2016: Für das 10-jährige iPhone -Jubiläum im Jahr 2017 entwickelt Apple angeblich ein radikal neues iPhone 8. Es soll unter anderem ein Display bekommen, das die komplette Vorderseite des Smartphones einnimmt.
Die Rückseite des iPhone 8 soll wie beim iPhone 4 und beim iPhone 4s wieder aus Glas bestehen: Das wäre der Abschied vom Aluminium-Body, den Apple mit dem iPhone 5 eingeführt hat.
Der Chiphersteller habe unlängst begonnen, das Design in ein produktionsfertiges Chip-Layout umzusetzen. Laut "Digitimes" soll der A11-Prozessor in 10-Nanometer-Technologie gefertigt werden. Der A9, der im iPhone 6s verbaut ist, baut auf 16-Nanometer-Layout auf. Der A11 wird damit also mehr Schaltkreise auf einer geringeren Fläche unterbringen und damit ein ganzes Stück effizienter und stromsparender sein.
Die 10-Nanometer-Technologie ist bei TSMC noch in der Entwicklung. Die Zertifizierung des Verfahrens steht für das vierte Quartal 2016 an, daher wird es beim iPhone 7, mit dem im Herbst gerechnet wird, noch nicht zum Einsatz kommen. Laut "Digitimes" soll die Produktion des A11 im zweiten Quartal 2017 im Probebetrieb anlaufen und im dritten Quartal in die Massenfertigung gehen. Das würde zum iPhone 8 passen, das vermutlich in der zweiten Jahreshälfte 2017 in den Handel kommt.
30. März 2016: Im kommenden Jahr wird Apple seine iPhone -Palette komplett erneuern – das erwartet der auf Apple spezialisierte Analyst Ming-Chi Kuo. Das übernächste Apple-Smartphone, vermutlich das iPhone 8, werde sich durch einen "vollständig neuen Formfaktor" auszeichnen, ein neues Display sowie neue biometrische Funktionen erhalten.
Gerüchte um ein solches Display gab es bereits beim iPhone 5, aber für 2017 ist der Analyst offenbar zuversichtlich. Amoled-Displays zeichnen sich durch hohe Kontraste, tiefe Schwarzwerte und satte Farben, aus. Sie brauchen weniger Akkuleistung, sind aber teurer in der Produktion. Bislang lässt Apple LCD-Displays verbauen.
Insgesamt werde das übernächste iPhone trotz des größeren Displays jedoch kleiner ausfallen als das iPhone 6s Plus (5,5 Zoll) , das wegfallen soll. Das 4,7 Zoll große iPhone bleibe erhalten.
Auch das oft herbeigewünschte drahtlose Aufladen soll mit dem iPhone 7s oder dem iPhone 8 umgesetzt werden. Desweiteren erwartet Kuo, dass Apple weitere biometrische Funktionen ergänzt, beispielsweise einen Iris-Scanner oder Gesichtserkennung.
Für das Gehäuse tippt der Analyst auf eine Vorder- und Rückseite aus Glas und Ränder aus Metall. Kunststoff sei für dünne und leichte Formen wenig geeignet und Keramik zu fehleranfällig in der Produktion, so seine Begründung. Die Materialien erinnern an das iPhone 4, aber das Design werde vollständig anders ausfallen. Kuo vermutet ein seitlich gebogenes Display mit schmalen Rändern und einer angenehmen Griffposition.

 

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French Open: Alexander Zverev muss nachsitzen

Die Sportmeldungen des Tages im News-Ticker von t-online.de.
+++ French Open: Zverev muss nachsitzen +++
Die Erstrunden-Partie von Alexander Zverev gegen den Spanier Fernando Verdasco ist unterbrochen worden. Beim Stand von 4: 6,6: 3 aus Sicht von Zverev wurde die Begegnung bei den French Open wegen Dunkelheit und Regen gestoppt.
Un orage sévit à Roland-Garros 🌩: le match entre A. Zverev et Verdasco a été interrompu. Et reprendra demain en 2e rotation sur le CC #RG17 pic.twitter.com/di74xCguUz
Das Match wird am Dienstag als zweites Spiel nach 11 Uhr auf dem Centre Court fortgesetzt. Zverev hatte sich gegen Verdasco lange Zeit sehr schwer getan und nie wirklich zu seinem druckvollen Spiel gefunden. Immerhin schaffte er kurz vor der Unterbrechung noch den Satzausgleich.
+++ Witthöft erste Deutsche in der zweiten Runde von Paris +++
Carina Witthöft ist als Erste aus dem deutschen Tennis-Aufgebot in die zweite Runde der French Open in Paris eingezogen. Die Nummer 73 der Welt sorgte beim 2: 6,6: 3,6: 3 in 1: 53 Stunden gegen die an Position 25 gesetzte Lauren Davis (USA) für eine kleine Überraschung.
"Es bedeutet mir eine Menge, ich bin froh und stolz, dass ich die erste Runde überstanden habe", sagte Witthöft bei "Eurosport": "Ich habe wegen der Adduktorenverletzung drei Tage fast überhaupt nichts gemacht, aber es ist mir gelungen, mich in das Spiel reinzukämpfen."
+++ Petkovic scheitert bei French Open an Auftakthürde +++
Andrea Petkovic ist zum ersten Mal in der Auftaktrunde der French Open ausgeschieden. Die Weltranglisten-79. verlor in 1: 51 Stunden mit 4: 6,6: 3,3: 6 gegen Varvara Lepchenko aus den USA (WTA-Nr. 68) .
+++ Fischer kritisiert Wolfsburg nach verschobener Ehrung +++
Die schwedische Fußball-Nationalspielerin Nilla Fischer von Double-Gewinner VfL Wolfsburg hat nach der Absage der offiziellen Ehrung in der VW-Stadt Kritik geübt. "Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es so gelaufen wäre, wenn die Konstellation anders herum gewesen wäre", sagte Fischer im schwedischen TV-Sender SVT.
Die Ehrung nach dem Pokalsieg gegen den SC Sand (2: 1) war aus Rücksicht auf die prekäre Situation der männlichen Kollegen auf den Saisonstart im September verschoben worden. "Es ist klar, dass wir traurig sind, weil wir nicht feiern können, wir haben elf Monate lang hart gearbeitet. Das ist schade für uns und für die Fans. Wir sind zwar ein Klub, aber zwei verschiedene Mannschaften", sagte Fischer.
+++ French Open: Mischa Zverev bereits ausgeschieden +++
Der Weltranglisten-33. verlor bereits in der ersten Runde gegen den Italiener Stefano Napolitano in vier Sätzen mit 6: 4,5: 7,2: 6 und 2: 6. Nach dem historischen Erstrunden-Aus von Angelique Kerber ist damit der nächste deutsche Teilnehmer ausgeschieden. Am Sonntag hatte es bereits den Bayreuther Florian Mayer erwischt. Zverevs jüngerer Bruder Alexander spielt am späten Nachmittag noch gegen den Spanier Fernando Verdasco.
+++ HSV könnte Fans ihre Dauerkarten wegnehmen +++
26.000 Menschen besitzen eine Dauerkarte des Hamburger SV. Einige von ihnen könnten bald eine böse Überraschung erleben. Der Klub will Besitzern, die nicht regelmäßig ins Stadion kommen, nämlich keine Verlängerung für die neue Saison gewähren.
Der Plan: Wer weniger als zwölf der 17 Heimspiele der abgelaufenen Bundesligasaison besucht hat, dem soll die Dauerkarte entzogen werden. Dies berichten Hamburger Medien übereinstimmend. Aktuell wären rund 600 Personen betroffen.
Sollten die häufig abwesenden Fans noch einen plausiblen Grund angeben können, besteht für sie womöglich die Chance auf einen Weiterbezug der Dauerkarte. Ansonsten könnten Teile der rund 1500 Anhänger auf der Warteliste profitieren.
+++ Ex-Bundesliga-Star kritisiert Absagen-Flut der DFB-Stars +++
Der ehemalige brasilianische Nationalspieler Lucio hat kein Verständnis dafür, dass zahlreiche Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft auf den Confederations Cup in Russland verzichten. "Ich hätte immer gespielt. So eine Trophäe ist immer von Bedeutung", sagte der frühere Bayern-Profi, der mittlerweile zum sogenannten Kreis der FIFA-Legenden gehört.
Auch sein Landsmann Cafú sieht den extra langen Sommerurlaub einiger DFB-Stars wie Mesut Özil kritisch: „Ich hätte gespielt. Die Ferien kommen danach.“ Gleichzeitig kann Cafú die Personalpolitik von Bundestrainer Joachim Löw aber auch nachvollziehen.
"Der Confederations Cup ist ideal, um neue, junge Spieler zu testen. Welche Qualifikation haben sie, wie kommen sie mit dem Druck zurecht und reicht die Physis?", sagte der Weltmeister von 1994 und 2002. Löw nominierte überwiegend junge und unerfahrene Akteure für den WM-Testlauf vom 17. Juni bis 2. Juli.
+++ Ex-Nationalspieler Beck Meister in der Türkei +++
Besiktas Istanbul hat den Titel in der Süper Lig verteidigt und sich am vorletzten Spieltag die 15. Meisterschaft gesichert. Die "Adler" gewannen bei Gaziantepspor mit 4: 0 (2: 0) . Mit nun 74 Punkten kann Besiktas vom Tabellenzweiten Basaksehir Istanbul (70) nicht mehr eingeholt werden.
Die Tore beim ungefährdeten Sieg der Schwarz-Weißen besorgten Ryan Babel (6.) , Oguzhan Özyakup (39.) und Anderson Talisca mit einem Doppelpack im zweiten Durchgang (66., 76.) . Für den ehemaligen Hoffenheimer Andreas Beck ist es die zweite Meisterschaft in seiner zweiten Saison in der Türkei. Der Rechtsverteidiger kam aber nicht zum Einsatz und saß über 90 Minuten auf der Bank.
Für Besiktas hat der Titel einen schönen Nebeneffekt: Da es in der Süper Lig für je fünf Meisterschaften einen Stern gibt, darf der Verein von nun an drei Sterne im Wappen tragen.
+++ Bis zu 250.000 Fans feiern den BVB +++
Die Fans in Dortmund haben den DFB-Pokalsiegern des BVB am Sonntag einen rauschenden Empfang bereitet. Mehrere Zehntausend BVB-Anhänger standen an den neuralgischen Punkten am Borsigplatz, Hansaplatz und Friedensplatz. Auch an der gesamten Wegstrecke des Trucks, auf dem die Spieler durch Dortmund fahren, jubelten zahlreiche Fans ihren Helden zu.
Nach zwei Ehrenrunden über den wartenden Fans am Borsigplatz war der BVB am Sonntag mit einer rund halbstündigen Verspätung in der Heimat gelandet. Der am Samstag durch einen 2: 1-Sieg gegen den Bundesliga-Rivalen Eintracht Frankfurt errungene Pokal stand während des Fluges EW1909 im Cockpit. "Wir reisen mit Handgepäck", schrieb der BVB unter ein entsprechendes Foto auf dem offiziellen Twitterkanal, der am Sonntag in "Pokalsieger 2017" umgetauft wurde.
Manager Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verbargen ihre Augen unter großen Sonnenbrillen. "Wir hatten erst ein gesetztes Bankett, dann sind wir direkt in den Feiermodus übergegangen. Kein Spieler ist nach Hause gekommen, als es noch hell war", berichtete Zorc im WDR.
Watzke schwärmte mit heiserer Stimme: "Ich liebe diesen Verein, ich bin stolz auf diesen Verein und bin glücklich. Und ich kann versichern: Das wird nicht der letzte Umzug in Dortmund gewesen sein." Zu Gesprächen über die Zukunft von Trainer Thomas Tuchel äußerte sich Watzke nicht: "Wir reden diese Woche." Siegtorschütze Pierre-Emerick Aubameyang erzählte, dass auch Tuchel groß gefeiert habe: "Ich habe den Trainer in sehr guter Form gesehen."

 

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Kaum Fahrgäste: Ersatzfähre stellt Betrieb ein

Sie kam als Ersatz und kostete viel Geld - nutzen wollte sie aber kaum jemand: Die "Falckenstein" übernahm im Juli 2016 den Job der Schwebefähre in Rendsburg, nachdem die mit einem Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) zusammengestoßen und ausgefallen war. Jetzt will die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) den Ersatzverkehr mit dem Hafenschlepper zum Ende dieser Woche einstellen.
Nach Angaben eines WSV-Sprechers sei der Betrieb nicht wirtschaftlich. Während täglich 1.700 Menschen den nahegelegenen Fußgängertunnel nutzen, fahren nur etwa 150 Fahrgäste mit der Ersatzfähre. Die Schwebefähre hatten bis zu ihrem Ausfall im Januar durchschnittlich 350 Fahrzeuge und 1.700 Fußgänger und Radfahrer pro Tag genutzt.
Der Einsatz der "Falckenstein" kostet laut WSV 2.200 Euro täglich. Die Betreiber hatten nach der Winterpause mit einem neuen festen Fahrplan versucht, mehr Fußgänger und Radfahrer an Bord zu locken. Bereits im vergangenen Jahr wollten zu wenig Menschen mitfahren. "Die Erwartungen sind nicht erfüllt worden", sagte WSV-Sprecher Dieter Schnell dem Schleswig-Holstein Magazin im April.
Doch auch ein Fahrplanwechsel half anscheinend nicht. Jetzt kommt das Aus für die "Falckenstein" in Rendsburg mit zwei Ausnahmen: Zur Landwirtschaftsmesse Norla Anfang September und zum Ruderevent SH Netz Cup im Oktober soll die Ersatzfähre wieder vorübergehend eingesetzt werden.
Die demolierte Schwebefähre soll durch einen Neubau ersetzt werden - voraussichtlich aber erst 2019.
Anfang Januar 2016 prallt die Schwebefähre in Rendsburg mit einem Frachter zusammen.
An Bord der Fähren befinden sich zwei Menschen.
Der Fährführer wird schwer verletzt, ein Fahrgast leicht.
Der an der Kollision beteiligte Maisfrachter ist ebenfalls schwer beschädigt.
Die Schwebefähre bleibt vorerst ...
... außer Betrieb.
Das gesamte Gefährt muss abmontiert werden: Zunächst wird die eigentliche Fähre ...
... abgeschleppt. Kurze Zeit später...
... folgt der sogenannte Oberwagen.
Arbeit in luftiger Höhe: Für die Demontage ...
... der Schwebefähre müssen alle Arbeiter schwindelfrei sein.
Inzwischen ist klar: Die alte Fähre hat ausgedient.
Sie ist so schwer beschädigt, ...
... dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt.
Die Schäden am Stahlkörper sind heftig.
Die Ersatzfähre sollte eigentlich solange fahren, bis eine neue Schwebefähre gebaut ist. Doch weil das Angebot zu wenig Menschen nutzen, wird der Betrieb eingestellt.

 

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Tagesschau-Aktion "Sag's mir ins Gesicht": "Ich bin ein Mensch, keine ARD-Marionette"

ARD-Journalistin Anja Reschke hat live im Netz den Dialog mit Kritikern gesucht. Viele Anrufer waren gemäßigt, manche wagten sich aus der Deckung. Reschke hofft, mit der Diskussion gezeigt zu haben, dass jeder Hasskommentar einen Menschen trifft.
tagesschau.de: "Arrogante Fresse", "bitch" - das sind Dinge, die Sie in sozialen Netzwerken zu hören bekommen. Warum haben Sie sich entschieden, in den persönlichen Dialog mit den Verfassern solcher Kommentare zu treten?
Anja Reschke: Ich fand es interessant, um klar zu machen: Wenn ihr Hasskommentare schreibt, dann trefft ihr damit auch einen Menschen - also ich bin auch ein Mensch. Damit kann man den Leuten das Gefühl geben, dass ich keine komische ARD-Marionette bin, die hinter dem Moderationstisch steht und den Leuten irgendetwas erzählt, sondern auch versuche zu diskutieren. Das liegt natürlich an dem Medium Fernsehen: Der eine Mensch - also ich - stehe da und rede mit Leuten, die selbst aber vor dem Fernseher sitzen. Und gerade wenn es um politisch-diskursive Themen geht, ist das schwierig.
tagesschau.de: Wie haben Sie heute den persönlichen Dialog mit den Usern erlebt? Was hat Sie überrascht?
Reschke: Grundsätzlich war das jetzt ganz gemäßigt. Es waren schon zwei, drei, die aus der Deckung kamen und die wahrscheinlich auch mal üble Kommentare schreiben würden. Einer hat auch mal ein ausfälliges Wort benutzt: Da denke ich dann, meine Erziehung verbietet es mir, es nochmal in den Mund zu nehmen. Der unterstellte dann ein bisschen chauvinistisch, dass man das jetzt lustig finden und locker wegstecken müsse - das war eine unangenehme Situation.
Schwierig war auch: Wenn Anrufer einem vorwerfen, dass eine andere Betrachtung - wie einer sagte, eine nationale, vaterlandsliebende, ausländerkritische Haltung - dass die nicht berücksichtigt wird. Dann hat der Mann natürlich insofern recht, als dass das nicht der Stil der deutschen Berichterstattung ist, weil das schon sehr stark an einen radikalen Rand abdriftet. Aber ich musste und wollte mich mit ihm unterhalten. Da fragt man sich, inwieweit man ihm etwas entgegensetzen muss. An dieser Stelle die Balance zu finden zwischen der Idee, miteinander zu reden und zugleich zu sagen, hier ist die Grenze und das nicht wieder als Zensurvorwurf zu kriegen - das fand ich schwierig.
tagesschau.de: Wie erklären Sie sich, dass der Hass im Netz so zugenommen hat und Menschen auch keine Hemmungen mehr haben, mit ihrem Klarnamen menschenverachtende Dinge von sich zu geben?
Reschke: Die Menschen haben gemerkt, dass sie dafür Applaus kriegen. Man sitzt vor seinem Rechner und ärgert sich oder ist wütend und schreibt das - und plötzlich kriegt man Applaus. Das ist tatsächlich wie der Stammtisch, aber damals war das in der kleinen Kneipe. Doch jetzt hängt man das ins Netz und bekommt 100 oder 50 Likes und Kommentare - und schon wird man wahrgenommen und findet sich gut. Und je härter der Kommentar ist, desto mehr Aufmerksamkeit kriegst Du, das ist ja auch wie ein Wettkampf. Wer den härtesten Kommentar macht, hat gewonnen.
tagesschau.de: Was war der schlimmste Kommentar, der je in sozialen Netzwerken an Sie gerichtet wurde und wie haben Sie darauf reagiert?
Reschke: Was der schlimmste war, kann ich gar nicht sagen - abgesehen von Morddrohungen. Aber es ist schon verletztend, wenn Kommentare kommen, bei denen sexuelle Gewaltfantasien bei dem Schreiber mit dabei sind. Das ist schon fies und eklig.
tagesschau.de: Was ist Ihr Fazit nach einer Stunde Live-Dialog?
Reschke: Man wird natürlich nicht dahin kommen, dass man Menschen überzeugt, aber vielleicht haben sie wahrgenommen, dass man eben doch ein Mensch ist. Vielleicht bringt das irgendetwas - aber es ist auch anstrengend.

 

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Die Ferrari-Dominanz folgt einem langen Plan

Unten am Hafen hängen in Monte Carlo die überlebensgroßen Transparente mit den Bildern der Grand-Prix-Sieger aus den vergangenen 75 Rennen. Stirling Moss in seinem Maserati. Graham Hill mit seinem Lotus. Alain Prost und der McLaren. Auch Nico Rosberg hängt dort. Der Weltmeister, der keine Lust mehr hatte auf Formel 1, und der jetzt lieber im Sakko durch die Startaufstellung in Monte Carlo läuft und seine ehemaligen Kollegen interviewt.
Das Bild vom Rennfahrer Rosberg baumelt gleich hinter dem Motorhome von Mercedes, in dessen Obergeschoss Toto Wolff sich ein gemütliches Büro eingerichtet hat. Ein flauschiger Teppich liegt dort auf dem Boden, es gibt eine kleine Sitzgruppe. Der Motorsportchef muss ja auch auf Reisen Gäste empfangen, weil viele von ihm erfahren möchten, warum Mercedes die Formel 1 nicht mehr dominiert. In jener Saison, die auf den Winter folgte, in dem der für die Entwicklungsarbeit zuvor nicht unwichtige Rosberg sein Team abrupt verlassen hatte.
Und wieso der SF70-H von Sebastian Vettel nach sechs Rennen, in denen die Formel 1 schon auf sehr unterschiedlichen Streckentypen unterwegs war, inzwischen überlegen erscheint. Erst Recht, nachdem die Scuderia in Monte Carlo den ersten Doppelsieg seit sieben Jahren feiern durfte und die Mercedes-Piloten Valtteri Bottas und Lewis Hamilton nur Vierter und Siebter wurden. Also, wieso? "Unseres Wissens hat Ferrari sehr früh mit der Entwicklung des Autos begonnen - im Dezember 2015", sagt Wolff. "Wir erst im März 2016. Ferrari hat damals schon über 50 Prozent seiner Ressourcen auf das neue Auto gesetzt."
Die Formel 1 durchläuft immer wieder mal Zyklen, in denen ein Team technisch so überlegen ist, dass es kaum zu besiegen ist. Oft werden diese Phasen jäh beendet, wenn sich die Rennserie ein neues Reglement verpasst. So wie in diesem Jahr. So war es schon bei Vettel und Red Bull 2013, als neue Motorenregeln eingeführt wurden, und bei Michael Schumacher und Ferrari 2004, als die Konkurrenz plötzlich auf überlegenen Reifen fahren konnte.
"Unter einem neuen Reglement ist die Lernkurve in den ersten Wochen natürlich extrem steil", sagt Wolff. "Ferrari hat vielleicht 16 Wochen Vorsprung. Und in dieser Zeit findest du Abtrieb, der in Summe vier, fünf Zehntel ausmachen kann. Das ist für uns die wesentliche Erklärung, dass Ferrari so gut ist wider Erwarten."
Wider Erwarten. Darüber, dass Ferrari so viel Abtrieb gefunden hat, schwingt bei Wolff kein Vorwurf mit. Im Gegenteil. Wenn er darüber redet, dass sich die Scuderia schon 2015 auf dieses Jahr konzentriert hat, sagt er: "Das haben wir vielleicht 2013 ähnlich gemacht, um uns auf 2014 vorzubereiten." Auf 2014 folgten für Mercedes drei Weltmeistertitel. Zwei gewann Hamilton, einen holte Rosberg.

 

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Kinder und das Internet

Nur mal schnell Whatsapp, Instagram und Facebook checken, bei Youtube das neueste Video auf dem Lieblingskanal anschauen, online für Referate recherchieren, die Hausaufgaben teilen oder Spiele zocken: Das Internet ist aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Die Nutzung digitaler Medien ist bei ihnen - ebenso wie bei den meisten Erwachsenen - allgegenwärtig und selbstverständlich. So sehr, dass jetzt die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und Ärzte warnen: Kinder und Jugendliche, die täglich das Smartphone nutzen, kämpfen deutlich häufiger mit Konzentrationsschwächen und Hyperaktivität.
Das ist eines der Kernergebnisse der Blikk-Medienstudie, die Mortler am Montag in Berlin vorgestellt hat. Blikk steht dabei für "Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz und Kommunikation". Das Institut für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung in Köln und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte führten die Studie durch. Ihren Erkenntnissen zufolge liegt das Risiko von Konzentrationsstörungen bei Acht- bis 13-Jährigen sechsmal höher als üblich, wenn sie das Smartphone täglich länger als eine halbe Stunde nutzen. So lange haben es auch 70 Prozent der Kita-Kinder pro Tag in der Hand. Motorische Hyperaktivität kommt bei diesen Zwei- bis Fünfjährigen dreieinhalbmal häufiger vor als normalerweise. Und mehr als 16 Prozent der befragten 13- und 14-Jährigen gaben an, Probleme zu haben, die eigene Internetnutzung selbst zu kontrollieren.
Probleme mit der Sprachentwicklung
Außerdem wies Mortler darauf hin, dass Kinder bis zum sechsten Lebensjahr bei intensiver Mediennutzung vermehrt Probleme mit der Sprachentwicklung hätten. Und selbst Säuglinge sind betroffen: Nutzt die Mutter etwa beim Stillen nebenbei das Smartphone, sehen die Studienautoren einen Zusammenhang zu Bindungsstörungen. "Kinder trinken nicht richtig, sie schlafen schlecht", sagte Mortler bei der Vorstellung der Studie und fügte nicht ohne Pathos hinzu: "Das Kind schreit nach der Milch der Mutter und der Liebe der Mutter, aber es hat mit Sicherheit keinen Durst nach Smartphones."
79 Arztpraxen nahmen an der Erhebung teil, wo mehr als 5500 Kinder und Eltern bei den Vorsorgeuntersuchungen Fragebögen ausfüllten. Mortler sprach angesichts der Vielzahl an Daten von einem "absoluten Novum"; die Studie zeige ganz klar, dass man bei allen Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung deren gesundheitlichen Risiken ernst nehmen müsse.
Tatsächlich ist die Warnung aber nicht neu, dass übermäßiger Konsum digitaler Medien (darunter fallen vor allem Smartphones, Computer, Spielekonsolen und Fernseher) zu gesundheitlichen oder sozialen Problemen führen kann. Erst im Januar sorgte eine Studie der walisischen Universität Cardiff für Aufsehen, wonach von 900 befragten Schülern zwischen zwölf und 15 Jahren jeder Fünfte angab, "fast immer" nachts aufzuwachen, um die Social-Media-Kanäle auf Neuigkeiten zu prüfen. Und immerhin jeder Dritte tat das eigenen Angaben zufolge mindestens einmal wöchentlich. Die Folge aus Sicht der Forscher am Wales Institute of Social and Economic Research Data and Method: Schlafmangel führt zu geringerem Wohlbefinden insgesamt. Eine ähnliche Untersuchung fand mit Erwachsenen in den USA statt. Das Ergebnis hier wie da: Regelmäßige Schlafstörungen - etwa hervorgerufen durch nächtliche Smartphone-Nutzung - erhöhen das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Depressionen, und zwar bei Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen.
Sorge vor den alten Reflexen
Das sind die Risiken, die jede Person direkt betreffen. Was aber ist mit den gesellschaftlichen Folgen insgesamt? Was macht es mit dem sozialen Gefüge eines Freundeskreises, einer Klasse, einer Stadt oder ganzen Region, wenn ein signifikanter Anteil ihrer Mitglieder und Bewohner abhängig von digitalen Medien zu sein scheint? Bedeutet das automatisch, dass sich solche Menschen mehr und mehr zurückziehen und sozial verkümmern? Die Forschung hat darauf bisher nur unzureichende Antworten, Untersuchungen sind Mangelware. Klar ist aber, dass das Suchtphänomen zunimmt: Experten sprechen von 600.000 Internetabhängigen in Deutschland sowie 2,5 Millionen Menschen mit problematischem Nutzungsverhalten.
Ist deswegen die weitere Verbreitung von Smartphones, Tablets und Computern etwa in Schulen und Kindergärten zu verteufeln? Mitnichten, findet Studienautor und Kinderarzt Uwe Büsching, auch wenn er mit Co-Autor Rainer Riedel vom Kölner Institut für Medizinökonomie Leitsätze wie "Kicken statt Klicken" oder "Paddeln statt Daddeln" formulierte. Wichtig sei vor allem, dass Kinder und Jugendliche von Eltern, Erziehern und Lehrern die Nutzung digitaler Medien beigebracht bekämen.
Dem pflichtet die Medienpsychologin Astrid Carolus von der Uni Würzburg bei. Sie wirft den Autoren der Blikk-Studie jedoch vor, von nachgewiesenen statistischen Zusammenhängen auf Ursache und Wirkung zu schließen. Die Daten würden nicht beweisen, dass intensive Mediennutzung Konzentrationsschwierigkeiten hervorrufen. Sie würden nur zeigen, dass beides überdurchschnittlich oft zusammen vorkomme, so Carolus. "Die Studie bedient bei manchen leider die alten Reflexe: In den 80er Jahren wurde das Privatfernsehen verteufelt, später war es der Gameboy, dann die Ballerspiele", sagte sie unserer Redaktion. "Ich plädiere dafür, bei allen richtigen Warnungen vor den Gefahren auch die positiven Effekte des Medienkonsums herauszustellen." Dazu gehören nach ihrer Auffassung ein sicherer Umgang mit digitalen Endgeräten und die damit einhergehende Informations- und Kommunikationskompetenz.

 

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Geldspielgesetz: Steuern für Lottomillionäre

Gewinne aus Lotterien und Sportwetten von mehr als einer Million Franken sollen auch künftig besteuert werden. Damit hat sich der Ständerat am Montag bei der Beratung des Geldspielgesetzes gegen den Nationalrat gestellt. Dieser wollte die Gewinne generell von der Steuer befreien. Beat Rieder (Wallis, cvp.) sagte, dies sei dem «Büezer», der sein Einkommen ganz normal versteuern müsse, nicht zu erklären.
Josef Dittli (Uri, fdp.) , seines Zeichens auch Verwaltungsratspräsident von Swisslos, argumentierte hingegen, durch die Besteuerung würden Leute vermehrt im Ausland spielen, womit Bund und Kantonen entsprechende Einnahmen für AHV und gemeinnützige Zwecke entgingen. Dies falle stärker ins Gewicht als die Steuerausfälle. Justizministerin Simonetta Sommaruga plädierte aus demselben Grund für die Steuerbefreiung. Der Rat folgte jedoch mit 30 zu 12 Stimmen der Argumentation Rieders. Weiterhin nicht besteuert werden sollen dagegen Gewinne, die in Kasinos aus Spielen wie Roulette, Poker oder Black Jack erzielt werden.
Festgehalten hat der Ständerat auch an der Begrenzung der Teilnehmerzahl bei privat organisierten Pokerturnieren. Der Nationalrat hatte diese gestrichen. Veranstalten dürfen sollen solche kleinen Pokerturniere gemäss Ständerat zudem nur juristische Personen und keine natürlichen Personen.
Auch in weiteren Punkten weicht der Ständerat vom Nationalrat ab. So sollen etwa Fernmeldeanbieter nicht für die Kosten entschädigt werden, die ihnen durch den Vollzug der bereits von beiden Räten beschlossenen Netzsperren entstehen. Mit den Netzsperren müssen Fernmeldeanbieter künftig den Zugang ihrer Kunden zu ausländischen Online-Spielen sperren. Sommaruga argumentierte, diese Kosten seien marginal; es müsse lediglich die Liste aktualisiert werden, welche die Anbieter bereits zur Sperrung kinderpornografischer Seiten verwendeten. Im Unterschied zu den Seiten von Online-Geldspielanbietern sind kinderpornografische Inhalte allerdings illegal und werden international bekämpft.
Der Aufwand zur Sperrung von legalen Seiten mit potenziell mehreren und wechselnden Domain-Namen ist gemäss Branchenvertretern ungleich grösser. Der Ständerat stellte sich in diesem Punkt allerdings taub, so wie er sich bereits bei der grundsätzlichen Frage nach der Wirksamkeit und der Verhältnismässigkeit von Netzsperren taub gestellt hatte.
Dass das Gesetz primär den Anliegen der Kantone und der Kasinos gerecht wird, zeigte sich auch darin, dass der Ständerat den Berg-Kasinos zusätzliche Ausnahmen beim Betrieb von Tischspielen bewilligen will. Immerhin fand eine weitere Forderung keine Mehrheit: Ursprünglich wollte der Ständerat den Rabatt für kleinere Berg-Kasinos bei der Spielbankenabgabe von heute maximal 33 Prozent auf 75 Prozent erhöhen. Das ging Bundesrätin Sommaruga aber «eindeutig zu weit». Die Erteilung einer Konzession sei an die Bedingung gebunden, das ein Kasino rentabel betrieben werden könne. Auch Andrea Caroni (Appenzell Ausserrhoden, fdp.) warnte davor, das Gesetz zur «Lex Berg-Kasinos» verkommen zu lassen. Der Ständerat lehnte den erhöhten Rabatt schliesslich knapp mit 23 zu 18 Stimmen ab und folgte damit dem Nationalrat.
Insgesamt bleibt das Geldspielgesetz eine «Lex Kasinos und Lotterien», was auch dem intensiven Lobbying der Kantone zu verdanken ist. Die Vorlage geht nun zurück in den Nationalrat. Dort dürfte insbesondere die Frage der Besteuerung noch einmal zu reden geben.

 

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Stützung der Wasserkraft: Sanieren kommt vor kassieren

Etliche Wasserkraftwerke sind in finanziellen Nöten, seit in Europa ein Überangebot an Produktionskapazitäten die Preise in den Keller gezogen hat. Lange hämmerten Kraftwerksbetreiber wie Axpo, Alpiq und Co. dem Land ein, die wichtigste Stütze der Schweizer Stromproduktion stehe auf dem Spiel und müsse gerettet werden. Die Politik ist alarmiert – und hat die Klarsicht verloren. Die Aufregung gipfelt im Vorschlag der nationalrätlichen Energiekommission, dass Stromunternehmen den im Monopol gefangenen Haushalten und KMU künftig ausschliesslich inländischen Wasserstrom liefern dürfen. Das würde für die Konzerne auf eine garantierte Abnahme des teuren Wasserstroms zu Gestehungskosten plus Marge hinauslaufen.
Der Vorschlag ist jedoch nicht durchdacht und gehört zurück an den Absender geschickt. Erstens haben solche Liefer- und Tarifierungsregeln nichts im jetzt diskutierten Gesetz über die Stromnetze verloren. Zweitens wurden die Umsetzung und die Kosten nicht seriös abgeklärt. Drittes würde ein solcher Markteingriff zusätzlich zu der bereits beschlossenen, befristeten «Marktprämie» von 120 Millionen Franken jährlich zugunsten der Wasserkraft ein neues Dauersubventionsregime unbekannten Ausmasses etablieren. Viertens ist nicht klar, wie sich ein solches Instrument ins vielbeschworene «Marktdesign» einfügt, an dem derzeit laboriert wird, noch, wie es sich zur geplanten Flexibilisierung des Wasserzinses verhält. Und fünftens wäre damit die längst überfällige und von der Fairness gebotene volle Liberalisierung des Strommarktes auf unabsehbare Zeit hinausgeschoben. Es ist vor diesem Hintergrund in keiner Weise zu rechtfertigen, weshalb die nach wie vor im Monopol gefangenen Kleinkunden allein die Wasserkraft retten sollen, während die Grossen nichts beitragen müssten.
Hinzu kommt aber noch ein grundsätzlicher Aspekt – nämlich dass die detaillierten wirtschaftlichen Verhältnisse der sich privat gebärdenden, aber überwiegend in Kantonsbesitz stehenden Stromkonzerne nicht transparent genug sind. Nicht «die Wasserkraft» als Ganzes ist gefährdet, viele Kraftwerke produzieren übers Jahr gesehen nach wie vor profitabel und machen mit Spitzenstrom gute Geschäfte. Und wenn es heisst, die Anlagen seien defizitär, so ist das wohl vor allem buchhalterisch zu verstehen, nämlich dass die Verzinsung schwieriger geworden ist, nicht aber unbedingt, dass Geld abfliesst. Subventionen nach dem vorgeschlagenen Muster wären dann nicht eine Stützung der Wasserkraft an sich, sondern würden dazu dienen, die Rechnungen der Stromkonzerne zu sanieren und gar indirekt die Atomkraft querzufinanzieren. Vor allem aber würden sie dazu dienen, dass weiterhin Dividenden, Wasserzinse und Steuern an die Kantone und Gemeinden flössen.
Bevor in Bern die hohle Hand gemacht wird, müssen alle Fakten auf den Tisch. Und zuallererst müssen die Kantone ihre Verantwortung als Eigentümer wahrnehmen. Jahrelang haben sie kräftig profitiert von den Einnahmen der Stromkonzerne. Jetzt, da es schwierig wird, sind sie gefordert. Sie müssen ihre Unternehmen sanieren, die überbewerteten Wasserkraftwerke abschreiben und notfalls Kapital einschiessen.

 

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Macht ein Räuber Jagd auf Senioren?

Binnen sechs Monaten sind drei ältere Menschen in Hannovers Norden in ihren Wohnungen überfallen worden. Eine Frau starb, eine andere liegt seit November im Koma und der Gesundheitszustand eines 96-Jährigen ist weiterhin kritisch. Die Ermittler prüfen, ob es einen Zusammenhang gibt.

 

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EZB informiert Bundesverfassungsgericht: Euro-Rettung könnte Deutschland bis zu 95 Milliarden kosten

Deutschland trägt über die Bundesbank einen erheblichen Teil des Risikos an den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) . Das geht aus Antworten der EZB auf Fragen des Bundesverfassungsgerichts hervor, die der Tagesspiegel einsehen konnte. Rechnet man die Risiken auf, könnte die Euro-Rettung Deutschland bis zu 95 Milliarden Euro kosten. Fällig würde dieser Betrag, wenn sämtliche Anleihen ausfallen sollten, die EZB und die nationalen Zentralbanken bis Jahresende kaufen. Zwar ist sehr unwahrscheinlich, dass gleich alle diese Papiere wertlos werden. Dennoch zeigt die Summe, was bei der lockeren Geldpolitik auf dem Spiel steht.
Bis Jahresende will die EZB teils selbst, teils über die nationalen Zentralbanken der Euro-Zone Papiere im Wert von 2,3 Billionen Euro erwerben. Das Bundesverfassungsgericht hat seinen Katalog mit 43 teils recht kritisch formulierten Fragen nun nicht ohne Grund an die EZB verschickt. Gleich mehrere Kritiker klagen derzeit gegen das aktuelle Anleihekaufprogramm der Zentralbank. Eine frühere Klage gegen das erste Anleihekaufprogramm OMT, das bislang gar nicht zum Einsatz gekommen ist, hatte das Bundesverfassungsgericht abgewiesen.
Aus den Antworten der EZB geht nun hervor, dass die Mitgliedstaaten zum einen für die Staatsanleihen haften, die EZB selbst kauft. Zum anderen müssen sie auch gemeinsam für Verluste aus Anleihen von internationalen Organisationen oder Entwicklungsbanken einstehen, die EZB oder Mitgliedstaaten erwerben. Beide Gruppen von Papieren stehen für 20 Prozent aller Anleihekäufe aus dem öffentlichen Sektor – und damit für Papiere im Wert von 380 Milliarden Euro. Weil Deutschland über die Bundesbank mit 25 Prozent der größte Anteilseigner der EZB ist, trägt die Bundesrepublik dabei das größte Risiko.
Milliarden pumpt die EZB über ihre Anleihekäufe in den Markt – und das monatlich. Die nationalen Notenbanken und damit die Mitgliedsstaaten tragen dabei jedoch ein nicht unerhebliches Risiko. Das geht aus Antworten der EZB auf einen Fragenkatalog des Bundesverfassungsgerichts hervor, die der Tagesspiegel am Montag einsehen konnte. Die Richter in Karlsruhe beschäftigen sich derzeit gleich mit mehreren Klagen gegen das laufende Anleihekaufprogramm.
Rechnet man auf Basis der EZB-Antworten die Risiken hoch, die allein Deutschland dadurch entstehen, kommt man auf einen Betrag von 95 Milliarden Euro. So viel könnte die Euro-Rettung also die Bundesrepublik im Zweifel kosten, sollten sämtliche Anleihen ausfallen. Nun ist der Fall, dass gleich alle Papiere wertlos werden, extrem unwahrscheinlich – die Rechnung zeigt aber dennoch, was bei der EZB-Politik auf dem Spiel steht.
Wer die Antworten der EZB liest, versteht etwas besser, wie sich die Mitgliedsstaaten die Risiken aufteilen. Wissen muss man dafür zunächst, dass die EZB selbst nur zehn Prozent der Staatsanleihen kauft – den Rest und damit den Großteil der Käufe übernehmen in ihrem Auftrag die nationalen Notenbanken, in Deutschland etwa die Bundesbank. Für die zehn Prozent der Anleihen, die EZB kauft, teilen sich die Mitgliedsstaaten das Risiko. Das Gleiche gilt für Anleihen von internationalen Organisationen und Entwicklungsbanken des Euro-Raums – werden sie nun von der EZB oder einer nationalen Zentralbank erworben. Auch für den Ausfall dieser Papiere haften die Mitgliedsstaaten gemeinsam.
Die EZB schreibt in ihrer Antwort: Das führe zu einer „Risikoteilung unter den nationalen Zentralbanken für 20 Prozent des Gesamtvolumens“ der Anleihekäufe aus dem öffentlichen Sektor. Auch wenn 20 Prozent erst einmal wenig klingen, steht dieser Anteil doch immerhin für Papiere im Wert von 380 Milliarden Euro. Weil Deutschland über die Bundesbank mit 25 Prozent der größte Anteilseigner der EZB ist, haftet die Bundesbank mit dem größten Batzen – eben mit jenen 95 Milliarden Euro.
Bleibt die Frage, was mit den 80 Prozent der Anleihen ist, die nationalen Zentralbanken kaufen. Der einfache Teil der Antwort: Verluste, die daraus entstehen, bleiben an dem Mitgliedsstaat hängen, dessen Zentralbank sie kauft. Die EZB schreibt, bei diesen Käufen finde „keine Risikoteilung statt“. Der kompliziertere Teil: Über einen Paragrafen in der Satzung der EZB könnten die anderen Mitgliedsstaaten doch zur Haftung herangezogen werden.
Demnach kann nämlich der EZB-Rat entscheiden, dass Länder „für spezifische Verluste“ aus „währungspolitischen Operationen“ entschädigt werden. Soll heißen: Fällt etwa eine Anleihe aus, die italienische Notenbank gekauft hat, kann der EZB-Rat entscheiden, dass die anderen Länder Italien einen Teil des Verlusts abnehmen.
Auch aufgrund dieser schwer durchschaubaren Risikoteilung ist das Anleiheprogramm der EZB umstritten. Markus C. Kerber, Professor an der TU Berlin und Verfahrensbevollmächtigter einer Klage gegen das QE vorm Bundesverfassungsgericht, der andere Professoren und Unternehmer beigetreten sind (darunter der neue Präsident des Verbands „ Die Familienunternehmer“, Reinhold von Eben-Worlée) , vergleicht die Euro-Zone mit einem Mietshaus, in dem sich einige Mieter danebenbenehmen und die anderen für den Schaden aufkommen müssen. Dass Deutschland im Zweifel mit 95 Milliarden Euro für die EZB-Politik haftet, hält Kerber für untragbar: „Der Umfang der Risiken, die Bundesbank tragen muss, steht in keinem Verhältnis zum angeblichen Ziel der Preisstabilität.“
Die EZB strebt eine Inflationsrate von nahe, aber unter zwei Prozent an. Eine Preissteigerung von null Prozent lehnt sie ab, da dann die Gefahr einer Deflation bestehen würde: In Erwartung weiter sinkender Preise, könnten Verbraucher wie Firmen sich mit Ausgaben zurückhalten, was die Wirtschaft in die Krise stürzen kann.
Allerdings ist umstritten, inwiefern die EZB die Wunsch-Inflation nahe zwei Prozent nicht schon erreicht hat. Zuletzt lag die Preissteigerung im Euro-Raum bei 1,9 Prozent. „Wir haben das Ziel also längst erreicht“, sagt Kerber. Die EZB argumentiert dagegen rein mit der Kerninflation: Das ist die Preissteigerung, die besonders schwankungsanfällige Güter wie Lebensmittel und Energie außen vor lässt. Sie lag zuletzt 1,2 Prozent.
Am Dienstag gibt das Statistische Bundesamt seine erste Schätzung für die Inflationsrate im Mai 2017 bekannt.
Lesen Sie hier Themen zur Euro-Krise.

 

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Digitalfotografie: Die Kompaktkamera als Smartphone

Reisezeit ist Fotozeit. Gut, wenn da ein Smartphone im Gepäck ist, das durch seine Kameraqualitäten urlaubstüchtig ist und ausgesprochen gute Ferienfotos schiessen lässt – oder anders herum: man nimmt eine Kamera mit, die auch die wichtigsten Smartphone-Funktionalitäten an Bord hat.
Das Kodak Ektra ist genau so ein Zwischending, das gerade auch das Urlaubsleben leichter machen kann. Auf den Markt gebracht hat das Hybrid-Gerät in Kooperation mit dem Kamera-Urgestein Eastman Kodak die britische Bullitt Group, von der etwa auch die robusten Outdoor-Handys der Marke Caterpillar («CAT») stammen.
Das Android-Smartphone will sich von anderen durch seine vollwertige Hauptkamera abheben, die mit 21 Megapixel, einer f/2.0-Blende und Phasenvergleichs-Autofokus protzt. Videos können in 4K-UHD-Auflösung gedreht werden.
Zudem hat das Kodak Ektra weitere Extras für Kamera-Liebhaber auf Lager, zum Beispiel einen Dual-LED-Blitz, optischen Bildstabilisator, zweistufige Auslöser-Taste und eine griffige Wölbung für sicheres Halten beim Fotografieren. Neben HDR, Nachtmodus, Panorama und Porträt und anderen üblichen Kamera-Modi hat der Hersteller auch an einen manuellen Modus für Foto-Enthusiasten gedacht. Die Frontkamera für Selfies oder Videotelefonie hat einen 13-Megapixel-Sensor und eine f/2.2-Blende. Anwender können ausserdem auf verschiedenste Foto-Apps und Filter – etwa für einen Super-8-Look – zurückgreifen oder die Bilder mit der integrierten Software bearbeiten. Der interne Speicher mit 32 Gigabyte ist erweiterbar per microSD-Karte.
Um dem Traditionsnamen Kodak alle Ehre zu machen, punktet das Smartphone nicht nur mit seinen technischen Kamera-Features, sondern kommt auch im Retro-Stil. Optisch erinnert es an das namengebende Kodak-Original, eine 35-mm-Kleinbildkamera aus den frühen 1940er Jahren. Dafür sorgen unter anderem rückseitig die grosse Linse sowie die klassisch lederartige Oberflächenstruktur.
Unter dem Retro-Gehäuse geht es mit einem Helio-X20-Zehnkern-Chip von MediaTek, der für die Bildverarbeitung optimiert ist, sowie 3 Gigabyte Arbeitsspeicher recht durchschnittlich zu. Der 5 Zoll grosse Touchscreen des Kamera-Handys liefert Full-HD-Auflösung. In den USA geht das Kamera-Smartphone nun mit 399 US-Dollar an den Start, hierzulande liegt der Preis bei rund 499 Euro. Aufnehmen muss es das Kodak Ektra mit Top-Modellen wie dem Samsung Galaxy S8, Google Pixel oder dem HTC U11.

 

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Leute-Newsletter: Von Turnern und Bastlern

Aus MARZAHN-HELLERSDORF meldet Ingo Salmen:
+++ ein Fitnessstudio als Mini-BER +++
+++ Tolle Väter gesucht +++
André Görke berichtet aus SPANDAU:
+++ 300 Turnfest-Veranstaltungen im Bezirk +++
+++ Neuer S-Bahnhof bei Ikea? +++
In TEMPELHOF-SCHÖNEBERG stellt Sigrid Kneist
+++ die Fliegerwerkstatt für Jugendliche vor +++
+++ Was der Bezirk für die Reinigung der Parks zahlt +++
Den „Leute“-Newsletter aus den Berliner Bezirken gibt’s gratis: www.tagesspiegel.de/leute

 

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Passant findet Baby: Frau stirbt bei Geburt in Waldstück

Eine 38 Jahre alte Frau hat in ihrem Auto in Sachsen alleine ein Kind zur Welt gebracht und ist danach gestorben. Wie die Polizeidirektion Dresden mitteilte, hatte ein Passant am vergangenen Mittwoch die leblose Frau am Funkenteich in einem Waldstück bei Weinböhla in dem Wagen entdeckt. Rettungskräfte konnten nur noch ihren Tod feststellen.
Zugleich entdeckten die Helfer im Auto das Neugeborene. Die Rettungskräfte brachten den kleinen Jungen sofort in ein Krankenhaus. Er ist wohlauf. Der Polizei zufolge hatte die Frau am Vorabend ihre Wohnung verlassen. Als sie auch am Morgen nicht zurückgekehrt war, meldete ihr Lebensgefährte sie als vermisst.
Bei einer Obduktion ist laut "MDR" festgestellt worden, dass die Todesursache Komplikationen bei der Geburt waren. Die Frau soll nach bisherigen Erkenntnissen das Kind alleine zur Welt gebracht haben. Es gibt keine Hinweise dafür, dass noch eine weitere Person beteiligt war. Allerdings gab die Polizei an, dass die Ermittlungen noch andauern.
Quelle: n-tv.de

 

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Armut lässt sich nur durch Bildung verringern

Auf dem Territorium der Armut machen Politiker selten Station. Es wohnen dort zwar Millionen, über deren Los die politische Klasse mitentscheidet, doch so richtig lohnend sind die Besuche in den Gefilden nicht. Was wäre da schon zu entdecken?
Wohnburgen mit Satellitenschüsseln an den Fassaden und wildem Müll an den Rändern der Straßen, viel Unmut, wenige, die wählen gehen, viele, viele Leute, die „Transferleistungen“ erhalten, manche seit Generationen. Besucht werden dort offiziell allenfalls ein paar Vorzeigeprojekte, mildtätige Suppenküchen oder schmucke Jugendzentren – soziale Reparaturwerkstätten en miniature.
„ Ich kann Ihnen sagen, ich weiß, wie Hochhaus riecht, denn ich bin dort aufgewachsen! “ So versicherte Nicola Beer, Generalsekretärin der FDP, Ende April auf dem Bundesparteitag. In Frankfurt am Main hat sie ein gutes Gymnasium besucht, Jura studiert, Parteikarriere gemacht. Na bitte, geht doch! Das sagt diese Karriere, in deren Lauf der Geruch sich verflüchtigen durfte. Na bitte! Leistung zählt, nicht Herkunft, Hochhaus, Hintergrund.
Die Statistiken allerdings verraten rasch, wie selten ihr Fall und wie häufig der andere Fall ist, die weitergereichte Armut.
Neuerdings wird oft auf Kinderarmut hingewiesen (worunter man früher verstand, dass wenige Kinder geboren werden) . Doch „Kinderarmut“ gibt es nicht. Es gibt arme Volljährige, die das Sorgerecht für Minderjährige haben, und „Kinderarmut“ ist nichts anderes, als die mit Kindern geteilte Armut von Erwachsenen. Bei der vertikalen Mobilität, also dem Aufstieg aus unteren in obere Milieus, liegt Deutschland laut OECD weit hinten, auf einer Höhe mit Portugal, auf Platz 21 in Europa.
Kinder können nichts dafür, ob sie in einem Brennpunktviertel wie Berlins Falkenhagener Feld zur Welt kommen, in Köln-Ehrenfeld, in Duisburg-Marxloh, in Billbrook in Hamburg.
Kinder können nichts für die Verhältnisse, in die sei hineingeboren werden. Sie können nichts dafür, dass die viel beschworene Gleichheit der Chancen von Tag eins ihres Lebens an inexistent ist. Denn es ist ein Unterschied, ob ein Sohn oder eine Tochter ein Zuhause mit Garten, Klavier und Bibliothek erlebt, Ferien am Meer, Diskussionen beim Abendessen, private Nachhilfe bei Schulschwächen, oder ob die Satellitenschüssel den Blick auf das Draußen verstellt, der Fernseher pausenlos läuft, in Wortfetzen geredet und Ferien auf dem verdreckten Spielplatz nebenan verbracht werden.
Solange die Milieus sich nicht nur finanziell, sondern atmosphärisch derart drastisch unterscheiden, hat staatlich finanzierte Bildung für die angestrebte Bedarfsgerechtigkeit den zentralen, den allerwichtigsten Auftrag in der Demokratie. Deshalb forderte der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement unlängst im Deutschlandfunk mindestens 20.000 zusätzliche Lehrer – und ein Ende des dysfunktionalen Bildungsföderalismus. Schulen, sagte er auch, sähen teils so aus, „dass man schon Depressionen bekommt, wenn man nur durch den Eingang geht“.
Kein Zweifel, so ist das. Auf der Bildungsbaustelle müssten die öffentlichen Ausgaben weit über die heute rund 130 Milliarden Euro im Jahr hinauswachsen. Doch allein das Kindergeld verschlingt jährlich mehr als 30 Milliarden Euro. Ob Eltern tausend oder achttausend Euro im Monat haben oder ob sie zu den 1,2 Millionen Millionären im Land gehören: Alle kassieren es. Stur schüttet es die Staatsgießkanne aus.
Kindergeld – wie in Kanada oder Australien – vom Einkommen abhängig zu machen, wäre vermutlich politisch im Moment kaum durchsetzbar. Doch nicht mal freiwilliges Ablehnen der Zahlung ist bisher möglich. Bürokratische Hürden seien unüberwindbar, berichtete einmal im persönlichen Gespräch ein sozialdemokratischer Unternehmer, der staatliche Leistungen für sein Kind nicht in Anspruch nehmen wollte. Er gab auf. Es ging nicht. So etwas war schlicht nicht vorgesehen.
Probieren ließe sich jedoch, mit minimalem Aufwand, ein Testlauf. Über einen simples Formular-Download von der Website des Bundesfinanzministeriums könnten Wohlhabende ihren Antrag zum Verzicht aufs Kindergeld stellen. Nach ein, zwei Jahren wüsste man, ob damit einige Milliarden gespart würden. Ein erster Schritt zur einkommensabhängigen Zahlung wäre damit versucht, und das an der Gießkanne Gesparte kann in Kitas und Schulen investiert werden, überall da, wo auch mäßig begabte oder hochbegabte Hochhauskinder fürs Leben lernen.

 

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Katy Perry will ihr Handy sonntags ausmachen

Perry, die neuerdings kurze blonde Haare trägt, hat mit 99 Millionen Followern bei Twitter mehr Anhänger als Justin Bieber, Donald Trump oder Barack Obama. Sie bekomme dort sowohl positive als auch negative Reaktionen, erzählte Perry. Manchmal seien ihre Tweets merkwürdig, manchmal lustig. Was sie poste, sei sehr menschlich. Deswegen folgten ihr wohl die Leute - weil sie kein Roboter sei.

 

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Beschäftigung in der Schweiz: Der Röstigraben am Arbeitsmarkt

Der Schweizer Arbeitsmarkt nimmt allmählich Fahrt auf. Im ersten Quartal hat sich die Zahl der Beschäftigten auf 4,88 Mio. erhöht; das sind 20 000 Stellen mehr als ein Jahr zuvor. Zudem sind die offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 14% auf 7200 gestiegen, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) am Montag mitteilte. Es zeigen sich jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den Grossregionen. So haben die offenen Stellen im Tessin gegenüber dem Vorjahr um fast einen Viertel zugenommen, während das Plus etwa in Zürich (+8%) unterdurchschnittlich ausgefallen ist. Nach wie vor sind jedoch in Zürich (Quote: 1,6%) mehr Stellen offen als im Tessin (0,7%) .
Dies passt zu den Arbeitslosenzahlen, die das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) monatlich veröffentlicht. Im April lag die Arbeitslosenquote in der Deutschschweiz bei 2,9%; im Tessin und in der Westschweiz zusammengenommen bei 4,3%. Die international vergleichbaren Erwerbslosenquoten, die aufgrund von Stichproben erhoben werden und im Gegensatz zu den Zahlen des Seco nicht nur die bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren registrierten Stellensuchenden erfassen, verdeutlichen den Röstigraben auf dem hiesigen Arbeitsmarkt ebenfalls. Laut den vergangene Woche revidierten Daten des BfS beträgt die Erwerbslosenquote im ersten Quartal 2017 in der Genferseeregion 8,2% und im Tessin 7,1%. Deutlich niedriger ist sie dagegen in der Zentralschweiz (3,1%) oder in Zürich (4,5%) .
Warum es diese grossen Unterschiede zwischen den Regionen in der Schweiz gibt, wurde bisher noch nie umfassend untersucht. Michael Siegenthaler, Arbeitsmarktexperte bei der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) , verweist jedoch auf vier Erklärungsansätze. Erstens könnte von Bedeutung sein, dass das Bildungssystem in der Deutschschweiz weniger akademisch und praxisorientierter ist, weshalb gerade Junge besser im Berufsleben Fuss fassen als in der übrigen Schweiz. Zweitens könnte es eine Rolle spielen, dass der Arbeitsmarkt in der lateinischen Schweiz stärker reguliert ist (z. B. kantonale Mindestlöhne) . Drittens ist es möglich, dass die Bildungszusammensetzung der Arbeitskräfte – gerade jene der Zugewanderten – im Tessin und in der Westschweiz unvorteilhafter ist als in der Deutschschweiz.
Viertens dürften auch kulturelle Unterschiede eine Rolle spielen. So gebe es zum Beispiel Hinweise darauf, dass sich Personen ohne Stelle in der Westschweiz weniger vom Arbeitsmarkt zurückzögen als in der Deutschschweiz, sagt Siegenthaler. Dies schlage sich in einer höheren gemessenen Arbeitslosigkeit nieder.
In den letzten sechs Jahren ist der Röstigraben am Arbeitsmarkt eher noch tiefer geworden. Während die Erwerbslosigkeit im Tessin und in der Genferseeregion gestiegen ist, hat sie sich in Zürich zurückgebildet. Auch zu dieser Entwicklung gibt es keine detaillierten Studien. Für Siegenthaler stehen jedoch zwei plausible Gründe im Vordergrund: Zum einen erscheint es möglich, dass die starke Aufwertung des Frankens das Tessin und die Westschweiz aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur stärker getroffen hat. Zweitens seien in den vergangenen Jahren vermehrt eher weniger gut qualifizierte Südeuropäer in diese Regionen zugewandert und – auch aufgrund der Attraktivitätssteigerung durch die Aufwertung des Frankens – viele neue Grenzgänger hinzugekommen. Dies könnte am Arbeitsmarkt zu einer gewissen Verdrängung der inländischen Arbeitskräfte geführt haben.

 

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Turbulenzen in Villacher SPÖ gipfeln im Verlust der Absoluten

Die Villacher SPÖ hat am Montag ihren Mandatar Richard Pfeiler aus dem Gemeinderats-Klub ausgeschlossen. Damit verliert die Sozialdemokratie in Kärntens zweitgrößter Stadt durch interne Turbulenzen die absolute Mehrheit. Bürgermeister und Stadtparteiobmann Günther Albel begründete den Schritt damit, dass Pfeiler ein Quertreiber bewesen sei und Intrigen gesponnen habe.
"Profilierungen auf Kosten der Partei" dürfe es in Zukunft keine mehr geben, sagte Albel. "Ich habe so einen Stil immer verweigert. Hackeln schmeißen und Intrigen spinnen ist nicht mein Stil." Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit, die sich auch bei der Klubförderung bemerkbar machen wird, will Albel nun mit den anderen Parteien Gespräche führen und "Sachkoalitionen" schmieden. Nach dem Ausscheiden Pfeilers sei die Villacher SPÖ nun geeint, meinte der Bürgermeister.
Die Entscheidung zum Ausschluss von Pfeiler fiel recht eindeutig. Bei 23 Stimmen für den Schritt gab es eine Enthaltung. Pfeiler selbst war bei der Abstimmung nicht mehr dabei. Er hatte die Sitzung keine halbe Stunde nach Beginn, nachdem er seinen Standpunkt klar gemacht hatte, verlassen. Pfeiler kündigte Widerstand gegen seinen Ausschluss an. "Ich werde alles unternehmen. Ich bin seit 1973 Parteimitglied", sagte er. Die Landes-SPÖ steht auf dem Standpunkt, dass die Villacher Turbulenzen Angelegenheit der Stadtpartei sind. Albel sagte, der Beschluss sei mit der Landespartei akkordiert.
Pfeiler war bis 2012 Vizebürgermeister und galt als potenzieller Nachfolger für Langzeit-Stadtoberhaupt Helmut Manzenreiter. Nachdem er alkoholisiert einen Verkehrsunfall verursacht hatte, trat er damals zurück. Albel nahm seine Stelle als Kronprinz ein und beerbte im Jahr 2015 Manzenreiter. Seither wird ihm immer wieder hartes Vorgehen gegen parteiinterne Kritiker nachgesagt. Dazu geriet er in anderen Angelegenheiten unter Druck - etwa als die neue Villacher Therme Millionenzuschüsse aus dem Stadtbudget brauchte, um überhaupt weiter betrieben werden zu können. Ob Albel mit dem Rauswurf Pfeilers aus dem Gemeinderatsklub ein Befreiungsschlag gelungen ist, bleibt abzuwarten. Die Absolute ist dahin und eine wechselseitige Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen werden sich diese entsprechend vergelten lassen.
Zudem befindet sich Albel im Visier der Justiz. Nachdem er im Prozess um die Aufhebung der Bundespräsidentschaftswahl vor dem Verfassungsgerichtshof Fehler bei der Auszählung zugegeben hatte, ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauch gegen Albel. Außerdem läuft bei der Klagenfurter Strafverfolgungsbehörde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn. Unter anderem geht es um eine Budget-Gemeinderatssitzung, die wiederholt werden musste, weil ein unliebsamer Ersatz-Gemeinderat möglicherweise absichtlich nicht eingeladen wurde. Vertuschungsversuche folgten. Albel ist der Ansicht, dass von den Vorwürfen am Ende nichts übrig bleiben werde.
(APA)

 

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Hauptstadtfinanzierungsvertrag: Flughafen Tegel und die Bauakademie wechseln die Besitzer

Es ist ein deutliches Signal: Der Verkauf der bundeseigenen Grundstücke des Flughafens Tegel ans Land Berlin wird an die Bedingung geknüpft, dass der innerstädtische Airport geschlossen wird. Das geht aus dem Hauptstadtfinanzierungsvertrag hervor, der am 8. Mai von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) unterschrieben wurde, aber erst jetzt im Wortlaut vorliegt.
„Die Parteien streben an, den Verkauf der Grundstücke des Flugplatzes Tegel nach dem Inkrafttreten der Aufhebung der Betriebsgenehmigung und der Planfeststellung als Flughafen vorzunehmen“, steht im Vertrag. Wobei man wissen muss, dass die Betriebsgenehmigung für Tegel schon im November 2005 erloschen ist und der Flughafen drei Monate später planrechtlich entwidmet wurde. Die Betriebspflicht für Tegel endet allerdings erst, wenn der neue Großflughafen BER eröffnet wird. Das könnte noch gut zwei Jahre dauern.
Erst danach werden die Bundesimmobilien dem Land Berlin verkauft – und bevor die riesige Fläche von 325 Hektar den Eigentümer wechselt, muss der Senat noch ein „verbindliches Nutzungskonzept“ für die ehemalige Flughafenimmobilie vorlegen. Nach den seit 2013 vorliegenden Plänen sollen dort ein Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien (Urban Tech Republic) , ein Kiez mit 5 000 städtischen Wohnungen (Schumacher-Quartier) und ein von Wald und Wasser geprägter Landschaftsraum (Tegeler Stadtheide) entstehen.
Die mehrfache Verschiebung der Eröffnung des Großflughafens BER hat allerdings dazu geführt, dass diese Pläne immer noch in der Schublade liegen. Außerdem wird es am 24. September einen – von der FDP initiierten – Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens Tegel geben. Vieles spricht dafür, dass diese Volksabstimmung erfolgreich sein wird. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Civey für den Tagesspiegel sprechen sich 58 Prozent der Berliner dafür aus, dass der City-Airport auch nach der Eröffnung von BER in Betrieb bleibt. Der Volksentscheid ist zwar nicht rechtlich bindend, könnte aber starken politischen Druck auf den Senat ausüben.
Die BER-Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund sind sich trotzdem einig, dass der Flughafen Tegel in jedem Fall stillgelegt wird. Der neue Vertrag zur Hauptstadtfinanzierung soll offenbar helfen, diesen festen Willen zu unterstreichen. Es handelt sich, genau genommen, um einen Grundstückstausch, wobei die Immobilien nicht zeitgleich den Eigentümer wechseln müssen. Der Bund gibt die Flughafenflächen ab und erhält im Gegenzug das Grundstück der Bauakademie am Werderschen Markt in Mitte.
Es geht um 2 179 Quadratmeter, die an diesem Standort teuer sind. Mit einem Kaufpreis von schätzungsweise 40 Millionen Euro wird der Bund, der den zerstörten Schinkel-Bau an dieser Stelle neu errichten will, rechnen müssen. Ein gemeinsames Verkehrswertgutachten wird aber erst noch erstellt. Das gilt auch für die 325 Hektar Flughafenfläche, für die der Senat voraussichtlich sehr viel mehr als 40 Millionen Euro zahlen muss. Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag ist wahrscheinlich.
Demnach sieht es so aus, als wenn Berlin bei diesem „Grundstückstausch mit Wertausgleich“, wie es im Hauptstadtfinanzierungsvertrag heißt, im Saldo kräftig draufzahlen wird. Zumal ein sogenannter Besserungsschein verabredet wurde. Demnach kann der Bund, befristet auf 15 Jahre, eine Nachzahlung zum Kaufpreis fordern, wenn die Liegenschaft wegen einer „bauplanungsrechtlich zulässigen höherwertigen baulichen Nutzbarkeit“ im Wert steigt. Wobei sich die Nachforderung auf 50 Prozent der realisierten Wertsteigerung beschränkt. Von der geplanten Nachnutzung des Flughafens für Wohnungen und Gewerbe wird also auch der Bund profitieren.

 

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Gentherapie: Genschere schneidet auch ungezielt im Erbgut herum

Ob eine Genmutation nun Sichelzellenanämie auslöst oder Krebs – mit der Genschere „Crispr/Cas9“ wollen Forscher künftig defektes Erbgut in den Zellen reparieren. Keine fünf Jahre nach Entdeckung der Technik haben chinesische Forscher sogar schon das erste Experiment am Menschen gewagt: Ende 2016 behandelten sie einen Krebspatienten mit Immunzellen, deren Erbgut mit einer Crispr-basierten Gentherapie verändert wurde. In den USA soll 2018 die erste klinische Studie mit Crispr starten. Gentherapie-Spezialisten wie Carl June von der Universität Pennsylvania in Philadelphia, USA, haben bereits ein „Sputnik“-Rennen zwischen China und den USA ausgerufen, wer die viel versprechende Technologie zuerst zur Zulassung bringt.
Doch angesichts der Euphorie warnen Kollegen von der Uniklinik der Columbia-Universität in New York nun im Fachblatt „Nature Methods“, dass die Genschere nicht nur an der gewünschten Stelle im Erbgut schneidet, sondern „Hunderte von ungeplanten Mutationen im Genom“ auslösen kann.
Die Wissenschaftsgemeinschaft müsse die potenziellen Gefahren solcher „Off-Target“-Effekte der Genschere berücksichtigen, sagt Stephen Tsang. Crispr könne sowohl Mutationen in einzelnen Erbgutbausteinen verursachen als auch Regionen des Erbguts verändern, in denen keine Geninformationen liegen. Denn obwohl das Crispr-Werkzeug im Vergleich zu anderen Gentechniken außergewöhnlich zuverlässig und präzise eine anvisierte Erbgutsequenz erkennt und schneidet, sind Fehlschnitte wohl doch häufiger als bislang angenommen.
Üblicherweise suchen Forscher vor allem jene Regionen im drei Milliarden Bausteine großen Erbgut nach solchen Fehlern ab, die der Zielsequenz laut Computeranalyse besonders ähnlich sind. „Diese Vorhersagealgorithmen leisten gute Arbeit, wenn Crispr in Zellen oder Geweben im Labor eingesetzt wird“, sagt Alexander Bassuk von der Universität Iowa, Mitautor der Studie. Überprüfte sein Team aber das komplette Erbgut von Mäusen, bei denen sie ein Blindheit auslösendes Gen mit Crispr repariert hatten, dann entdeckten sie, dass sich 1500 Erbgutbausteine geändert hatten und an mehr als 100 Stellen DNS fehlte oder eingefügt worden war. Gängige Computeralgorithmen hatten diese Abschnitte im Erbgut nicht als besonders anfällig für Off-Target-Effekte vorhergesagt.
Zwar waren die Mäuse gesund. Aber Tsang warnt, dass wichtige Mutationen womöglich nicht erkannt werden, wenn nach einer Crispr-Behandlung nicht das gesamte Erbgut sequenziert wird: „Selbst die Veränderung eines Erbgutbausteins kann große Folgen haben.“

 

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"Wer wird Millionär?" heute mit Doppelfolge

Günther Jauch lädt am Montagabend zu einer weiteren Doppelfolge "Wer wird Millionär?" auf RTL ein. Dabei haben stets fünf Kandidaten in einer Auswahlrunde die Gelegenheit, sich für den heißen Stuhl zu qualifizieren. Wer am schnellsten ist, darf sich anschließend Günther Jauchs Fragen stellen. Günther Jauch empfängt seine Kandidaten nach einer Bewerbung, bei der sie auch eine spezielle Fähigkeit oder ein außergewöhnliches Attribut angeben müssen. Je kurioser, desto besser.
Die jeweils zuletzt ausgestrahlte Folge ist auf TV Now gratis zu sehen. Für ältere Folgen ist ein Abonnement nötig, was nach einer 30-tägigen Testphase mit 2,99 Euro im Monat zu Buche schlägt.
In der RTL-Quizsendung "Wer wird Millionär?" können Kandidaten zwischen vier Jokern wählen.
"Wer wird Millionär?": Jauch von zwei besonderen Gästen gerührt
Anke Engelke gewinnt bei Jauch eine halbe Million

 

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Merkel, Gabriel und Schulz bäumen sich gegen US-Präsident Trump auf

Nach den weitgehend gescheiterten Gipfeln von G7 und Nato bäumt sich Deutschland gegen US-Präsident Donald Trump auf. Die Bundesregierung und die Spitzen aller im Bundestag vertretenen Parteien traten am Montag für eine Emanzipation Europas von den USA ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte Trump indirekt vor einem Weg in die Isolation: "Wer sich heute nationale Scheuklappen aufsetzt und keinen Blick mehr für die Welt um sich herum hat, verläuft sich (...) letztlich ins Abseits."
Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach den USA die Führungsrolle in der westlichen Wertegemeinschaft ab. Die Oppositionsparteien Linke und Grüne liegen mit der Regierung ausnahmsweise auf einer Linie. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dringt auf mehr Eigenständigkeit und Geschlossenheit der Europäer.
Bei den Gipfeltreffen waren massive Differenzen zwischen Trump und seinen Verbündeten bei Militärausgaben, Klimaschutz oder auch in der Flüchtlingspolitik deutlich geworden. Merkel hatte anschließend gesagt: "Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen." Die Zeiten, in denen man sich auf andere völlig verlassen könne, seien "ein Stück weit vorbei".
Gabriel sieht eine Verschiebung der weltweiten Machtverhältnisse. Er sprach von einem "Ausfall der Vereinigten Staaten als wichtige Nation". Es habe sich am Wochenende nicht nur um einen missglückten G7-Gipfel gehandelt. "Das ist leider ein Signal für die Veränderung im Kräfteverhältnis in der Welt", sagte der SPD-Politiker. "Der Westen wird gerade etwas kleiner."
Trumps Slogan "America first" sei nicht nur ein Angriff auf das Prinzip des freien Handels. ""America first" heißt in der Trump'schen Logik auch: Abschied von der mühsam ausgehandelten Pariser Klimaschutzvereinbarung, Demontage der Vereinten Nationen, politische Erpressung statt internationale Diplomatie."
Europa müsse mit Realismus, vor allem aber mit Selbstbewusstsein auf Trump reagieren, forderte Schulz. "Wir Europäer dürfen uns der Aufrüstungslogik eines Donald Trump nicht unterwerfen. Wir dürfen unser Ziel, die Globalisierung fair zu gestalten, nicht aufgeben." Schulz rief die Staats- und Regierungschefs dazu auf, das Pariser Klimaabkommen auf dem G-20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli gegen Trump zu verteidigen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich nach dem enttäuschenden G7-Gipfel nicht mehr auf die USA als Partner verlassen. "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei. Das habe ich in den letzten Tagen erlebt", sagte Merkel am Sonntag in einer Bierzeltrede in München-Trudering. "Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen."
Merkel bezog sich mit ihren Worten auf die neue US-Regierung von Donald Trump, sie bezog aber auch den bevorstehenden Brexit Großbritanniens mit ein. Es müsse natürlich bei der Freundschaft zu den USA und Großbritannien bleiben. "Aber wir müssen wissen, wir müssen selber für unser Schicksal kämpfen." Dabei gab sie einem guten Verhältnis zu Frankreich unter dem neuen Präsidenten Emmanuel Macron eine besondere Bedeutung.
Die großen Industrienationen haben bei ihrem ersten G7-Gipfel mit US-Präsident Donald Trump ein Scheitern in letzter Minute abgewendet. Kurz vor Schluss des Treffens in Taormina auf Sizilien am Samstag gaben die USA ihren Blockadekurs in Sachen Freihandel auf und ermöglichten eine leichte Annäherung. Dagegen stand Trump in der Klimapolitik völlig isoliert da. Die sechs anderen Staats- und Regierungschefs appellierten an die Vereinigten Staaten, dem Klimaabkommen von Paris treu zu bleiben.
Trump will nächste Woche über den Verbleib entscheiden, wie er erst nach den Beratungen mit seinen Kollegen über Twitter bekannt gab. Die G7 rangen sich zumindest zu einer Formulierung zum Kampf gegen den Protektionismus durch. So konnte der Handelsstreit entschärft und ein schweres Zerwürfnis mit den USA abgewendet werden. Dies war nach dem Blockadekurs des US-Präsidenten bis zuletzt fraglich gewesen.
Für das FBI prüft Robert Mueller als Sonderermittler die Frage, ob das Trump-Lager in Verwicklungen mit der russischen Regierung verstrickt war. Kushner hatte sein Treffen mit Kisljak zunächst nicht pflichtgemäß angegeben, dies jedoch später nachgeholt. Das FBI hält ihn nach Medienberichten inzwischen in der Russland-Frage für eine wichtige Person.
Angesichts der zunehmenden Spannungen mit Nordkorea wollen die USA das Abfangen einer Interkontinentalrakete testen. Wie das Pentagon am Freitag mitteilte, ist der Test für den kommenden Dienstag geplant. Die Interkontinentalrakete wird demnach von den Marshallinseln im Pazifik aus abgefeuert. Abgefangen werden soll sie durch das Abwehr-System auf der US-Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien.
Nordkorea hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Mittelstreckenraketen getestet. Die Regierung in Pjöngjang arbeitet zudem an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben zudem fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr.
Mit den Tests verstößt Nordkorea gegen Sanktionen des UN-Sicherheitsrats. Die Spannungen in der Region haben deshalb deutlich zugenommen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Freitag am Rande des G7-Gipfels in Sizilien jedoch zuversichtlich, dass der Konflikt mit Nordkorea gelöst werden könne.
Die US-Regierung hat beim G7-Gipfel eine Lockerung ihrer wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen gegen Russland ausgeschlossen. "Wir schwächen unsere Sanktionen gegen Russland nicht ab", sagte der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Gary Cohn, am Freitag bei dem Gipfel im italienischen Taormina. "Wenn überhaupt würden wir wahrscheinlich prüfen, härter gegenüber Russland zu werden", fügte er hinzu.
Auf Druck der USA haben Gastgeber Italien und andere G7-Länder umfassende Pläne für eine bessere Bewältigung der Flüchtlingskrise zurückziehen müssen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag am Rande des Gipfels der sieben großen Industrienationen in Taormina auf Sizilien erfuhr, bestanden die US-Unterhändler darauf, stattdessen nur zwei Paragrafen in die Abschlusserklärung aufzunehmen, die Grenzsicherung und Sicherheitsaspekte hervorheben.
Gastgeber Italien hatte dagegen eine Erklärung zu den positiven Aspekten und Chancen der Zuwanderung gemeinsam mit den G7-Partnern verabschieden wollen. Dabei sollte es auch um Rechte von Flüchtlingen und Schutz vor Ausbeutung gehen. Es war neben einer ebenfalls schon gescheiterten Initiative zur Ernährungssicherheit der zweite Kernpunkt der G7-Präsidentschaft Italiens, das besonders von dem Flüchtlingsproblem betroffen ist.
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat bestätigt, dass sich US-Präsident Donald Trump über den deutschen Handelsüberschuss beschwert hat. Juncker gab am Freitag vor dem G7-Gipfel in Taormina auch indirekt wieder, dass dazu die Worte "bad, very bad" gefallen seien. Allerdings sei das von Trump in keiner Weise aggressiv vorgetragen worden. "'Bad' heißt nicht böse", sagte Juncker. Die Atmosphäre sei konstruktiv gewesen.
Juncker bezeichnete diese Übersetzung als übertrieben. "Man muss das richtigstellen", sagte er. "Ich bin kein Spezialist im Englischen, wie man weiß, aber: Bad heißt nicht böse, schlecht reicht." Juncker fügte hinzu: "Er hat nicht gesagt, die Deutschen benehmen sich schlecht. Er hat gesagt, wir haben ein Problem." Trump hat sich bereits mehrfach über den Handelsüberschuss beklagt.
Donald Trump hat auf seiner Reise so viel Spott auf sich gezogen wie kein US-Präsident zuvor. Nicht nur die politische Klasse wirkt oft entgeistert, wenn sie es mit Trump zu tun hat. Einige Trump-Momente der vergangenen Tage:
EU-Ratspräsident Donald Tusk wollte die Äußerung Trumps gar nicht kommentieren. "Ich will nicht Teil dieser neuen politischen Kultur des ständigen Durchstechens sein", sagte er. "Die heutige Diplomatie benötigt ein professionelles Klima statt indiskreter Diplomaten."
Kushners Anwältin Jamie Gorelick erklärte dem Nachrichtensenders ABC, ihr Mandant habe dem US-Kongress bereits angeboten, in Bezug zu den Treffen Rede und Antwort zu stehen. "Er wird dasselbe tun, wenn er im Zusammenhang mit einer anderen Untersuchung dazu aufgefordert wird." Die Demokraten forderten die Aussetzung von Kushners Status als Geheimnisträger, bis das FBI seine Untersuchungen abgeschlossen habe. "Die Russland-Ermittlungen des FBI erreichten Trumps Hinterhof, jetzt sind sie in seinem Haus", hieß es in einer Erklärung.
Rüde hat sich Donald Trump bei einem Fototermin seinen Weg gebahnt. Auf einem Nato-Treffen der Staats-und Regierungschefs in Brüssel schob er den Premierminister von Montenegro Dusko Markovic rabiat zur Seite, um sich in die vorderste Reihe zu stellen. Dort rückte er demonstrativ sein Sakko zurecht. In sozialen Medien fing sich der US-Präsident dafür reichlich Spott ein.
Nach der weiteren Niederlage vor Gericht steht nun fest: Donald Trumps umstrittener Einreisestopp wird den Supreme Court der USA beschäftigen. Justizminister Jeff Sessions teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, seine Behörde werde den entschiedenen Kampf für die Verteidigung der Macht und der Pflichten der Regierung fortsetzen - deswegen der Gang vor das Oberste Gericht. Einen Zeitpunkt für eine Befassung oder Verhandlung gibt es noch nicht.
An dem Treffen am Donnerstag hatten zunächst nur EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker teilgenommen, später wurde die Runde erweitert. Die Sprecher beider Präsidenten versicherten auf Anfrage, ihnen sei dieses Zitat des US-Präsidenten nicht bekannt.
Im Streit um die von ihm angestrebten Einreiseverbote für Bürger aus muslimischen Ländern hat US-Präsident Donald Trump eine weitere Niederlage vor Gericht erlitten. Ein Bundesberufungsbericht in Richmond im US-Bundesstaat Virgina entschied am Donnerstag, dass das entsprechende Dekret des Präsidenten weiterhin außer Kraft bleibt. Der Erlass sieht vor, dass Bürger aus sechs mehrheitlich muslimischen Ländern für 90 Tage nicht in die USA einreisen dürfen, außerdem soll ein mindestens 120-tägiger Einreisestopp für Flüchtlinge gelten.
Beim ersten Treffen von US-Präsident Donald Trump mit führenden EU-Politikern sind die unterschiedlichen Ansichten zu Klimawandel, Handelspolitik und Russland deutlich geworden. "Mein Gefühl ist, dass wir uns auf vielen Gebieten einig sind", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk in einer kurzen Stellungnahme nach dem Treffen. "Aber einige Fragen bleiben offen - wie Klima und Handel", fügte er hinzu. Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatten am Donnerstag in Brüssel gut eine Stunde lang mit Trump über aktuelle politische Fragen gesprochen. Zu den Handelsfragen soll ein gemeinsamer Aktionsplan erarbeitet werden.
Über die Haltung beider Seiten zu Russland sagte Tusk: "Ich bin nicht hundertprozentig sicher, dass wir - das heißt, der Präsident und ich - heute sagen können, dass wir eine gemeinsame Position, eine gemeinsame Meinung zu Russland haben. Obwohl es beim Ukraine-Konflikt so scheint, dass wir auf der gleichen Linie liegen." Für Trump ist Russland ein äußerst heikles Thema. In den USA untersucht mittlerweile ein Sonderermittler mögliche Verstrickungen seines Wahlkampfteams mit Russland.
Von den Gebieten, auf denen sich Trump und die EU-Spitze einig seien, nannte Tusk "zu allererst den Kampf gegen den Terrorismus". Bei dem Gespräch sei es um Fragen der Außenpolitik, der Sicherheit, des Klimas und der Handelsbeziehungen gegangen. EU-Kommissionspräsident Juncker trat einem Behördensprecher zufolge bei dem Treffen für eine Intensivierung der Handelsbeziehungen ein. "In diesem Zusammenhang hat man vereinbart, die Arbeit an einem gemeinsamen Aktionsplan zum Handel aufzunehmen", sagte der Sprecher.
Auch die Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, kam bei dem Treffen nach Angaben aus EU-Kreisen zur Sprache. Dabei habe die US-Seite die Sorge geäußert, im Zuge des Brexit könnten in den USA Arbeitsplätze verloren gehen.
Im Laufe des Treffens waren auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani zu der Runde gestoßen. Später stand ein Mittagessen mit Frankreichs neuem Präsidenten Emmanuel Macron auf dem Programm des US-Präsidenten. Am Nachmittag wird Trump beim Nato-Gipfel in Brüssel erwartet.
Parlamentspräsident Tajani erklärte, die EU und die USA müssten enge Partner bleiben, um ihre Bürger vor Terrorismus zu schützen und Wachstum und Jobs für künftige Generationen zu fördern. Tusk sagte, für Europa und Amerika müssten Werte und Prinzipien wie Freiheit, Menschenrechte und Menschenwürde an erster Stelle stehen: "Die größte Aufgabe ist heute die Stärkung der gesamten freien Welt rund um diese Werte und nicht nur Interessen."
Erstmals seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump haben die USA militärische Stärke im Streit um Gebiete im Südchinesischen Meer gezeigt. Wie US-Medien am Donnerstag berichteten, durchquerte ein US-Kriegsschiff Gewässer in der Nähe der Spratly-Inseln, die zum Teil künstlich von China aufgeschüttet wurden. Der Zerstörer "Dewey" habe während einer Routine-Patrouille die Zwölf-Meilen-Zone um das Mischief-Riff durchquert. China sieht diese als Hoheitsgewässer an, obwohl es laut eines Urteils des Schiedsgerichtshof von Den Haag keinen Anspruch besitzt. Während Peking solche Manöver in der Vergangenheit immer wieder als illegal bezeichnete, sehen die USA darin keinen Rechtsbruch.
Etwa 6000 Menschen haben nach Polizeiangaben am Mittwoch gegen den Besuch von US-Präsident Donald Trump in Brüssel protestiert. Ihr Demonstrationszug durch die Innenstadt unter dem Motto "Trump not welcome" begann friedlich. Die Demonstranten blieben dabei in sicherer Entfernung zum streng abgeschirmten Königspalast, wo der US-Präsident seinen ersten offiziellen Termin in der belgischen Hauptstadt hatte.
Einige Trump-Gegner waren auch aus dem Ausland angereist, doch zählte die Polizei weniger Teilnehmer als die erwarteten 10.000 Menschen. Etliche Teilnehmerinnen liefen als Freiheitsstatuen verkleidet mit. Am Abend sollten Kundgebungen und Konzerte die Protestveranstaltung abschließen.
US-Präsident Donald Trump ist am Mittwochvormittag zu seinem Besuch bei Papst Franziskus eingetroffen. Zusammen mit seiner Frau Melania, die einen schwarzen Schleier trug, im Vatikan angekommen. Begrüßt wurden sie vom deutschen Präfekt des Päpstlichen Hauses, Georg Gänswein. Es war das erste Treffen zwischen dem 70-jährigen Republikaner und dem Oberhaupt der Katholiken. Vor allem was Themen wie Migration und Umweltschutz angeht, unterscheidet sich die Haltungen der beiden wesentlich.
Überall in Rom waren die Sicherheitsvorkehrungen extrem hoch. Am Petersplatz sammelten sich zahlreiche Touristen, die auf Einlass zur mittwochs üblichen Generalaudienz warteten. "Wir sind hoffnungsvoll, hoffnungsvoll ist das Stichwort", sagte Andria aus der Nähe von Boston. "Hoffentlich gibt der Papst Trump eine gute Botschaft mit auf den Weg." Anders sah das ein weiterer Tourist aus Amerika. "Es ist eine gute Übung für Europa und auch für den Papst, von Trump zu hören", sagte Lee aus Alabama. Und seine Frau fügte hinzu: "Der Papst beschwert sich darüber, dass Trump eine Mauer bauen will. Dabei hat der Papst selbst eine Mauer."
Nach seinem Treffen mit dem Papst hat Donald Trump sich beeindruckt geäußert. "Eine Ehre fürs Leben, seiner Heiligkeit Papst Franziskus zu begegnen. Ich verlasse den Vatikan mehr denn je entschlossen, nach Frieden in unserer Welt zu streben", twitterte Trump zum Abschluss seines Rom-Aufenthalts am Mittwoch.
Honor of a lifetime to meet His Holiness Pope Francis. I leave the Vatican more determined than ever to pursue PEACE in our world. pic.twitter.com/JzJDy7pllI
Anschließend reist US-Präsident Donald Trump nach Brüssel weiter. Am späten Nachmittag wird Trump in der belgischen Hauptstadt erwartet und dort von König Philippe empfangen. Am Donnerstag nimmt Trump an einem Spitzentreffen der Nato teil, bevor er am Abend wieder nach Italien zurückkehrt, um an dem Gipfel der G7-Gruppe in Sizilien teilzunehmen. Mit dem Treffen am Freitag und Samstag in Taormina schließt Trumps seine erste Auslandsreise ab.
Der frühere CIA-Chef John Brennan hat weiteres Öl ins Feuer der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump gegossen. Ihm seien Informationen bekannt, wonach Mitglieder des Trump-Wahlkampfteams Kontakte zu russischen Regierungsstellen hatten, sagte Brennan am Dienstag vor dem Geheimdienstausschuss des US-Abgeordnetenhauses in Washington. Auf die Frage, ob den vorliegenden Informationen zufolge Trump persönlich in die Russland-Kontakte verstrickt sei, sagte Brennan, das könne er öffentlich nicht sagen.
Nach dem Nahost-Besuch von US-Präsident Donald Trump zeichnet sich keine neue Friedensinitiative ab. Der US-Präsident zeigte sich am Dienstag in Jerusalem zwar überzeugt, dass ein "Deal" zwischen Israelis und Palästinensern möglich sei. Konkrete Vereinbarungen zur Wiederaufnahme der seit 2014 festgefahrenen Gespräche gab es aber nicht.
Trump sagte zum Abschluss seines Israel-Besuchs in Jerusalem, es sei "nicht einfach", ein Nahost-Abkommen zu schließen. "Aber mit Entschlossenheit, einem Kompromiss und dem Glauben, dass Frieden möglich ist, können Israelis und Palästinenser sich einigen", betonte er bei einer Ansprache im Israel-Museum, der auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beiwohnte. Beide zeigten sich anschließend noch einmal demonstrativ Seite an Seite den Fotografen.
Nur wenige Sekunden lang ist die Szene, die Bände zu sprechen scheint: Kurz nachdem Donald Trump und seine Ehefrau Melania in Israel am Flughafen Ben Gurion gelandet sind, werden sie von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seiner Ehefrau Sara über den roten Teppich geführt. Netanjahu und seine Gattin gehen Hand in Hand. Doch als der US-Präsident es ihnen gleichtun will und seine Hand nach hinten in Richtung seiner Ehefrau streckt, kassiert er eine brüske Abfuhr. Mit einer raschen Drehung aus dem Handgelenk schlägt Melania Trump die Hand ihres Gatten weg.
Well this is embarassing https: //t.co/XaPL1AbCm5 pic.twitter.com/mumhuQHDFz
US-Präsident Donald Trump sieht für den Nahen Osten die seltene Chance, Frieden und Stabilität in der ganzen Region zu erreichen. Nach seiner Ankunft in Israel sagte Trump am Montag: "Wir können das nur gemeinsam schaffen. Es gibt keinen anderen Weg." Man wolle an einer Zukunft arbeiten, die Frieden für alle einschließe, sagte Trump. Seine Reise gebe ihm Anlass zur Hoffnung.
Trump und seine Frau Melania waren am Mittag am Flughafen Ben Gurion in der Nähe von Tel Aviv gelandet. Dort wurden sie unter anderem von Staatspräsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßt. Die Begrüßung zwischen den Ehepaaren Rivlin, Netanjahu und Trump war betont herzlich. Trump schüttelte anschließend Ministern und religiösen Würdenträgern die Hand. Mehr dazu lesen Sie hier.
Vom Golf nach Jerusalem: Nach einem milliardenschweren Waffendeal und einer Grundsatzrede zum Islam beginnt US-Präsident Donald Trump seinen ersten Besuch in Israel und den Palästinensergebieten. Er will dort den seit drei Jahren brachliegenden Friedensprozess zwischen beiden Seiten wieder in Gang bringen. Dazu trifft er den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und morgen den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas. Israels Sicherheitskabinett hat unmittelbar vor Trumps Besuch eine Reihe von Erleichterungen für die Palästinenser gebilligt.
US-Präsident Donald Trump hat auch am zweiten Tag seines Besuchs in Saudi-Arabien Waffengeschäfte in den Mittelpunkt seiner Treffen mit arabischen Staatsführern gestellt. Zugleich bemühte er sich darum, die Beziehungen zwischen Washington und der arabischen Welt zu stärken.
Er nahm eine Einladung des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi an, das Land am Nil bald zu besuchen. Mit den Golfstaaten unterzeichneten die USA ein Abkommen zur Überwachung der Finanzströme von Terrorgruppen, wie der TV-Sender Al-Arabija meldete.
Vor dem Gespräch mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, erklärte Trump am Sonntagmorgen nach Angaben von mitreisenden Journalisten: "Eine der Sachen, über die wir diskutieren werden, ist der Kauf von jeder Menge wunderschöner militärischer Ausrüstung, weil das niemand macht wie die Vereinigten Staaten." Für die USA bedeute das "Jobs", für die Region "großartige Sicherheit", sagte Trump weiter.
US-Präsident Donald Trump will an seinem zweiten Besuchtstag in Saudi-Arabien heute eine mit Spannung erwartete Grundsatzrede über seine Vision von einem friedvollen und toleranten Islam halten.
Zugleich will Trump nach US-Medienberichten die Führer arabischer Staaten aufrufen, sich dem Kampf gegen den Terrorismus anzuschließen sowie dem Einfluss des Irans in der Region entgegenzutreten. Trump will nach Angaben des "Wall Street Journal" auch eine Vision der Nahost-Region zeichnen, in der es Frieden zwischen Israel und den Palästinensern sowie den arabischen Ländern gibt.
Trump wird seine Rede am Nachmittag auf einem US-islamischen Gipfel halten. Zu der Veranstaltung sind Dutzende Staatschefs aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika eingeladen worden, unter anderem die Präsidenten von Ägypten, Tunesien, Afghanistan, die Herrscher der Golfstaaten sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.
Der US-Präsident war in der Vergangenheit wiederholt mit anti- islamischen Äußerungen aufgefallen. Das Treffen in Riad soll deshalb auch als Neustart der Beziehungen zur islamischen Welt dienen.
Die USA und Saudi-Arabien haben während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump ein Waffengeschäft in Höhe von rund 110 Milliarden Dollar (knapp 100 Milliarden Euro) abgeschlossen. Es sei der größte einzelne Rüstungsdeal in der US-Geschichte, teilte Regierungssprecher Sean Spicer am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Saudi-Arabien sogar Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den USA kaufen.
Bereits vor der Ankunft Trumps in Riad hatten US-Medien von dem geplanten Waffendeal berichtet. Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf unterrichtete Kreise gemeldet, bei dem Geschäft gehe es unter anderem um Schiffe für die Küstenwache, das Raketenabwehrsystem THAAD zur Verteidigung vor Kurz- und Mittelstreckenraketen, gepanzerte Fahrzeuge, Raketen, Sprengkörper und Munition.
Der von Präsident Donald Trump gefeuerte FBI-Chef James Comey will in einer öffentlichen Sitzung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aussagen. Das teilten die Ausschussvorsitzenden am Freitagabend mit. Die Sitzung soll demnach in dem Zeitraum nach dem 29. Mai, einem Feiertag, stattfinden.
Trump hatte Comey in der vergangenen Woche überraschend entlassen und sieht sich deswegen Vorwürfen ausgesetzt, er habe in die Russland-Untersuchungen eingreifen wollen. Das FBI ermittelt zu möglichen Verstrickungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern Russlands.
Nach einem Bericht der "New York Times" und anderer Medien soll der Präsident Comey gebeten haben, die Ermittlungen gegen Ex-US-Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Trump hatte zunächst verschiedene Gründe für die Entlassung angegeben. Später sagte er in einem Interview, er habe dabei "dieses Russland-Ding" mit im Kopf gehabt.
Mehr lesen Sie hier: Russland-Affäre wirft neuen Schatten auf Reise von Donald Trump
US-Verteidigungsminister James Mattis hat vor einer militärischen Eskalation des Konflikts mit Nordkorea gewarnt. Wenn es im Streit um Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm "eine militärische Lösung" gebe, werde dies "tragisch in einem unglaublichen Ausmaß" sein, sagte Mattis am Freitag bei einer Pressekonferenz im Pentagon.
Daher arbeite die US-Regierung mit den Vereinten Nationen, China, Japan und Südkorea zusammen, "um einen Weg aus dieser Lage zu finden". Mattis fügte hinzu, dass Chinas erhöhter Druck auf Nordkorea offenbar "etwas Wirkung" habe.
Unmittelbar nach dem Abflug von US-Präsident Donald Trump zu seiner ersten Auslandsreise sind in US-Zeitungen neue schwere Vorwürfe gegen ihn laut geworden. Bei einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow in der vergangenen Woche habe der US-Präsident erklärt, der Rauswurf von FBI-Chef James Comey habe Druck aus den Ermittlungen wegen der angeblichen Verstrickungen des Trump-Wahlkampflagers mit Russland genommen, berichtete die "New York Times".
"Ich habe gerade den Chef des FBI gefeuert", sagte Trump der "New York Times" zufolge im Oval Office des Weißen Hauses zu Lawrow und dem russischen US-Botschafter Sergej Kislyak. "Er war verrückt, ein echter Spinner", sagte Trump laut einer Aufzeichnung des Gesprächs, das der Zeitung vorgelesen wurde. "Ich habe wegen Russland einen großen Druck verspürt. Der ist jetzt weg", sagte Trump demnach.
Die "Washington Post" veröffentlichte zeitgleich einen Bericht, wonach bei den Russland-Untersuchungen nun auch ein enger Mitarbeiter Trumps aus dem Weißen Haus als "Person von Interesse" betrachtet werde.
Inmitten wachsender Spannungen im Konflikt mit Nordkorea schicken die USA nach Medienberichten einen zweiten Flugzeugträger zu Patrouillenfahrten in die Gewässer nahe der koreanischen Halbinsel. Die "USS Ronald Reagan" werde sich voraussichtlich gemeinsam mit der "USS Carl Vinson" an Übungen im Westpazifik beteiligen, berichteten am Freitag der US-Sender CNN und die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.
Auf längere Sicht sei geplant, dass die "Ronald Reagan", deren Heimathafen Yokosuka in Japan ist, die "Carl Vinson" in der Region ablöse, berichtete CNN unter Berufung auf Beamte des Pentagons.
Nach neuen Raketentests Nordkoreas hatten die USA Ende April als Demonstration der Stärke zum zweiten Mal in diesem Jahr die "Carl Vinsson" in die Region entsendet. Nach Angaben der US-Marine gibt es seit Jahren Doppeleinsätze von Flugzeugträgern im westlichen Pazifik.
Der wegen Völkermords gesuchte sudanesische Staatschef Omar al-Baschir nimmt nun doch nicht an dem US-arabisch-islamischen Gipfeltreffen am Sonntag in Riad statt. Al-Baschir habe dem saudiarabischen König Salman mitgeteilt, dass er nicht an dem Gipfel teilnehmen könne, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Suna am Freitag. In Riad trifft US-Präsident Donald Trump die Staats- und Regierungschefs von mehr als 50 muslimischen Staaten.
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) sucht al-Baschir mit einem internationalen Haftbefehl. Das Gericht in Den Haag wirft ihm Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur vor. Dort tobt ein Konflikt zwischen der sudanesischen Armee, mit ihr verbündeten Milizen und Rebellen. Dabei wurden nach UN-Angaben seit 2003 schon mehr als 300.000 Menschen getötet.
US-Präsident Donald Trump hat wütend auf die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers zur Russland-Affäre reagiert. Gegen ihn laufe "die größte Hexenjagd auf einen Politiker in der US-Geschichte", schrieb Trump am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Im Kongress wurde die Ernennung des früheren FBI-Chefs Robert Mueller zum externen Ermittler hingegen parteiübergreifend begrüßt.
Trump kritisierte, dass die Einsetzung des Sonderermittlers die Polarisierung des Landes vorantreibe: "Ich denke, es spaltet das Land", sagte er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos im Weißen Haus. Den Verdacht, dass er sich strafbarer Handlungen schuldig gemacht haben könnte, nannte er "total lächerlich".
Die Investoren am deutschen Aktienmarkt sind auch am Donnerstag von den massiven Vorwürfen gegen US-Präsident Donald Trump in die Flucht getrieben worden. Der Dax fiel am späten Vormittag unter die Marke von 12 500 Punkten und notierte zuletzt 1,07 Prozent tiefer bei 12 496,98 Zählern. Zur Wochenmitte hatte er bereits 1,35 Prozent eingebüßt.
Der MDax, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen abbildet, fiel am Donnerstag um 0,84 Prozent auf 24 478,39 Punkte. Für den TecDax ging es um 1,19 Prozent auf 2171,98 Zähler abwärts. Auch die europäischen Börsen gaben nach: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,23 Prozent auf 3540,88 Punkte. (Stand 12 Uhr)
Trump steht wegen Vorwürfen des Geheimnisverrats und des Eingriffs in die Unabhängigkeit der Justiz stark unter Druck. Nun brachte erstmals auch ein Abgeordneter aus seiner republikanischen Partei ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten ins Spiel.
Der Fraktionschef der Republikaner im US-Abgeordnetenhaus, Kevin McCarthy, hat nach einem Bericht der "Washington Post" die Vermutung geäußert, Donald Trumps Wahlkampf werde aus Russland bezahlt. "Es gibt zwei Leute, von denen ich glaube, dass sie von Putin bezahlt werden", sagte McCarthy am 15. Juni 2016. "Trump und Rohrabacher." Dana Rohrabacher ist ein republikanischer Politiker aus Kalifornien, der sich wiederholt positiv über Russland und Präsident Wladimir Putin geäußert hatte.
Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sei damals eingeschritten und habe die Anwesenden eingeschworen, diese Unterhaltung nicht nach draußen dringen zu lassen. Später erklärte Ryan der "Washington Post", McCarthy habe "ganz klar versucht, witzig zu sein".
Kurz bevor McCarthy die möglicherweise explosive Bemerkung gemacht hatte, hatten sowohl er selbst als auch Ryan unabhängig voneinander Unterredungen mit dem ukrainischen Premierminister Wladimir Groisman geführt. Dieser hatte laut "Washington Post" erklärt, dass die Regierung von Wladimir Putin gezielt populistische Politiker finanziert, um demokratische Institutionen in Osteuropa zu untergraben.
Das US-Justizministerium legt die Ermittlungen zur möglichen Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf in unabhängige Hände: Vize-Justizminister Rod Rosenstein ernannte am Mittwoch den früheren Chef der Bundespolizei FBI, Robert Mueller, zum Sonderermittler. Mueller soll fortan die Ermittlungen in der Angelegenheit führen, in der es um mögliche russische Wahlkampfinterventionen zugunsten des Wahlsiegers Donald Trump geht.
Mit der Ernennung eines externen Sonderermittlers wolle er die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Ermittlungen garantieren, begründete Rosenstein die Berufung. "Angesichts der einzigartigen Umstände erfordert es das öffentliche Interesse, dass ich diese Ermittlungen unter die Führung einer Person stelle, die ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von der normalen Hierarchie genießt", erklärte Rosenstein.
Zwar habe er großes Vertrauen in die Unabhängigkeit und Integrität seiner eigenen Ermittler, erklärte der Vizeminister weiter. Er halte einen unabhängigen Sonderermittler dennoch für nötig, "damit das amerikanische Volk volles Vertrauen in die Ergebnisse haben kann". Mehr dazu lesen Sie hier.
Der texanische Abgeordnete Al Green hat in einer Sitzung im Kongress die Amtsenthebung von US-Präsident Donald Trump gefordert. Der Präsident behindere die Justiz, sagte er und betonte: "Der Präsident steht nicht über dem Gesetz". Er sehe die Demokratie in den Vereinigten Staaten in Gefahr, sagte Green, der den Demokraten angehört. Green kritisierte scharf, dass Trump den FBI-Chef James Comey wegen Ermittlungen gegen ihn selbst entlassen hatte. Er fordere die Amtsenthebung nicht aus politischen Gründen, sondern weil er an die Werte des Landes glaube, sagte der Kongressabgeordnete.
Die USA haben ihr Sanktionsregime gegen den Iran neu geordnet. Das Außenministerium in Washington teilte am Mittwoch mit, im Zuge des Atomabkommens mit dem Iran kämen die USA ihrer Verpflichtung nach, weitere Sanktionen zu lockern. Gleichzeitig gab das Finanzministerium die Verhängung neuer Sanktionen im Zuge des iranischen Raketenprogrammes bekannt.
Die neuen Sanktionen richten sich gegen zwei iranische Verteidigungsexperten. Einer habe unter anderem mit dem Verkauf von Sprengstoff die syrische Regierung unterstützt, bei dem anderen handelt es sich um den Direktor eines der iranischen Raketenprogramme.
Der russische Staatschef Wladimir Putin ist bereit, die Notizen einer umstrittenen Unterredung zwischen US-Präsident Donald Trump und Außenminister Sergej Lawrow zu veröffentlichen. "Wenn die US-Regierung das für möglich hält, sind wir bereit, eine Mitschrift des Gesprächs zwischen Trump und Lawrow dem Senat und dem US-Kongress zur Verfügung zu stellen", sagte Putin am Mittwoch in Sotschi vor der Presse.
Trump soll in dem Gespräch vergangene Woche geheime Informationen erwähnt haben. In den USA wird ihm vorgeworfen, damit die Quellen eines ausländischen Geheimdienstes gefährdet zu haben. Putin sagte zu der Kontroverse in den USA, dort entwickele sich "politische Schizophrenie".
Nach Vorwürfen über eine Weitergabe sensibler israelischer Geheimdienstinformationen durch US-Präsident Donald Trump an Russland hat Israel die Stärke des Bündnisses betont. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman schrieb am Mittwoch bei Twitter: "Die Sicherheitsbeziehungen zwischen Israel und unserem größten Verbündeten, den USA, sind tief, bedeutend und beispiellos in ihrem Umfang." Die Beziehung zu den USA stärke Israel auf nie dagewesene Weise. "So ist es gewesen und so wird es weiter sein", schrieb Lieberman.
Die "New York Times" hatte berichtet, Trump habe Russland sensible Informationen über die Pläne von IS-Terroristen weitergegeben. Diese stammten den Angaben zufolge aus israelischen Geheimdienstquellen. Israel wollte sich dazu bislang nicht konkret äußern.
Lesen Sie hierzu auch unseren Kommentar " Donald Trumps Verhalten riecht nach Verrat ".
Niemand weiß, was aus dieser Präsidentschaft werden wird. Keine vier Monate ist sie alt. Vier Jahre sollen es werden. Eigentlich. Donald Trump liegt in diesen Tagen unter selten schwerem Feuer, wie so oft maßgeblich selbst verursacht. "Die Welt wird von einem Kind geführt", titelt die "New York Times". Gefährden die Entlassung des FBI-Direktors, Trumps Ausplaudern von Geheimdiensterkenntnissen, seine Russlandkontakte und das blanke Chaos im Weißen Haus wirklich seine Präsidentschaft?
Seit seinem 114. Tag im Amt kann man sagen: Ja. Vielleicht sogar kurzfristig, langfristig auf jeden Fall.
Sollte Trump tatsächlich FBI-Chef James Comey um eine Einstellung der Russland-Ermittlungen rund um Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn gebeten haben, wie die "New York Times" und später andere Medien berichten, hätte der Präsident ganz klaren Rechtsbruch begangen. Versuch der Behinderung der Justiz. Das hat eine andere Qualität als unbedachte Plauderei. Dann würde es eng.
Mit großem Bedacht nimmt Angus Young, unabhängiger Senator von Maine, am Dienstagabend (Ortszeit) erstmals das Wort "Impeachment" in den Mund. Amtsenthebung.
Allerdings: Die Gravitationskräfte einer US-Präsidentschaft sind immens. In der Geschichte der Vereinigten Staaten gab es nur gegen zwei Präsidenten Amtsenthebungsverfahren. Keines hat im Sinne der Kläger funktioniert. Wenn sie nicht im Amt sterben, machen US-Präsidenten ihre vier Jahre in aller Regel voll. Mindestens. Nur: Wenn in Sachen Trump keine Regeln gelten, sind auch alle historische Ableitungen und Analogien mit Vorsicht zu genießen.
Das Weiße Haus widersprach den Berichten unmittelbar. Trump habe niemals um eine Einstellung jedweder Ermittlungen gebeten, auch nicht gegen Flynn. Der Präsident habe den größten Respekt für die Behörden der Strafverfolgung und für alle Ermittlungen. Es handle sich um keine akkurate Wiedergabe einer Unterredung zwischen Trump und Comey.

 

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Noch ein Abgang: Flugwetter bei Notenstein La Roche

Basil Heeb, Finanzchef und stellvertretender operativer Chef der Privatbank Notenstein La Roche, verlässt die Raiffeisen-Tochter. Der Umstand, dass sein Nachfolger noch nicht feststeht, deutet auf einen unplanmässigen Abgang hin. Seine Funktion als Stellvertreter von Notenstein-Chef Adrian Künzi übernimmt per sofort Christoph Gloor, der Leiter der Geschäftseinheit Private Banking. Ein neuer Finanzchef soll zu gegebener Zeit vorgestellt werden. Bereits im vergangenen Oktober, als die Bank die Bündelung ihres Vermögensverwaltungsgeschäfts und eine Reduktion der Geschäftsleitungsmitglieder von sieben auf fünf bekanntgab, verliessen Ivan Adamovich und Martin Liebi das Haus. Auch Fabian Dori, der damals zum Leiter des Bereichs Offering, Portfolio Management & Advisory Services avanciert war, ist nicht mehr dabei.
Ein Grund für die personelle Fluktuation im Management der Bank liegt auf der Hand: Die 2012 gleichsam über Nacht zur Raiffeisen-Gruppe gestossene Notenstein La Roche hat bisher, allen Anstrengungen zum Trotz, die Erwartungen nicht erfüllt. Mit einem Reingewinn von 17,6 Mio. Fr. steuerte sie 2016 gerade einmal 2,3% zum Raiffeisen-Gruppengewinn bei – bei einer mittelfristigen Zielmarke von 10%. Damit bleibt der Diversifikationseffekt auf der Ertragsseite, der Treiber hinter dem Einstieg von Raiffeisen bei der Privatbank, kaum spürbar.
Neben der ungenügenden Profitabilität macht Notenstein La Roche auch der verhaltene Zufluss neuer Gelder zu schaffen. Ende 2017 verwaltete die Bank Vermögen von 20,3 Mrd. Fr. – und damit weniger als die 22 Mrd. Fr. bei ihrer Übernahme vor gut fünf Jahren. Zwar lagerte die Bank 2014 rund 5Mrd. Fr. in die später an Vontobel verscherbelte Asset-Management-Einheit aus. Aber im Februar 2015 kamen im Gefolge der Akquisition von La Roche neue 6,5 Mrd. Fr. hinzu.
Bis Anfang 2019 will Notenstein den Personalbestand von 500 (Mitte 2016) auf 400 Einheiten senken. Parallel dazu sollen die Erträge um 15% gesteigert werden. Ziel ist es, die Kosten-Ertrags-Relation von jüngst 84,6% auf unter 70% zu drücken. Laut eigenen Angaben ist die Bank auf Zielkurs.

 

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Zu nahe an Pistolenknall: Belgischer Premier in Behandlung

Beim Startschuss für ein 20-Kilometer-Rennen hat Belgiens Premierminister Charles Michel (41) einen Hörschaden erlitten. Der Politiker stand neben Prinzessin Astrid (54) , der Schwester von Belgiens König Philippe (57) , als diese am Sonntagmorgen eine Platzpistole abfeuerte. Michel müsse nun mehrere Arzttermine absolvieren, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Montag.
Die "20 Kilometer von Brüssel" sind ein beliebter Volkslauf, der dieses Jahr zum 38. Mal stattfand. Ungefähr 40.000 Sportler nahmen am Sonntag teil.
(APA/dpa)

 

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Raumfahrt: Ein neuer „Horizont“ für Gerst

Seit Monaten bereitet sich Alexander Gerst intensiv auf seinen zweiten Flug zur Internationalen Raumstation ISS vor. Ende April 2018 wird der deutsche Astronaut vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur zum Vorposten der Menschheit im All starten – und in der zweiten Hälfte seiner Mission „Horizons“ als erster Deutscher das Kommando auf der ISS übernehmen, die in 400 Kilometern Entfernung um die Erde rast.
„Das ist natürlich eine große Ehre für mich, eine große Verantwortung, die ich sehr ernst nehme“, beschrieb der 41-jährige Gerst am Montag im Kölner Astronautenzentrum der Europäischen Weltraumagentur ESA seine Aufgabe als ISS-Kommandant. Dabei gehe es nicht darum, „dass man rumkommandiert, sondern dass man mit einem Team zusammenarbeitet“.
Nach seinem ersten ISS-Flug 2014 soll der promovierte Geophysiker und Vulkanologe auch diesmal sechs Monate auf der Raumstation bleiben. Einer der Höhepunkte seines ersten Forschungsaufenthalts war ein Außeneinsatz an der Raumstation. „Es ist wunderschön, da draußen zu sein", sagte Gerst damals. Nach seiner Rückkehr erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte besonders, dass Gerst in einem Blog seine Erfahrungen aus dem Weltraum mit allen teile.
Der zweite Aufenthalt auf der ISS krönt eine große Raumfahrerkarriere, die im Mai 2009 begann: Damals wählte die ESA Gerst mit fünf weiteren Kandidaten für ihr Astronautenkorps aus – aus 8413 Bewerbern. Für Gerst erfüllte sich ein Kindheitstraum: „Ich war selbst am meisten erstaunt, dass es geklappt hat.“
Wer weiß, was nach der zweiten ISS-Mission noch kommt. Gedanklich war der ledige Gerst schon ganz weit draußen im All. Zu einer möglichen Teilnahme an einer Mondmission sagte er kürzlich, es würde ihn natürlich „besonders faszinieren, am Rande eines Mondkraters zu stehen und diesen zu erforschen“. Im Grunde war er ohnehin schon einmal dort: Sein Großvater, ein Amateurfunker, richtete einst eine Antenne in den Weltraum und ließ den Enkel ins Mikrofon sprechen. Die Radiowellen seien zum Mond gereist und kurz darauf als Echo zurückgekommen. „Für mich als Sechsjährigen war ein Teil von mir auf dem Mond“, sagt Gerst.
Richard Heister (AFP)

 

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Euklid Tsakalotos: Griechischer Finanzminister pocht auf Schuldenerleichterung

Am Ende der Nachtsitzung der Euro-Gruppe vergangene Woche zeigte sich Euklid Tsakalotos noch enttäuscht. Mittlerweile ist der griechische Finanzminister vor allem entnervt ob der Uneinigkeit zwischen einigen europäischen Gläubigern, allen voran Deutschland, und dem Internationalen Währungsfonds IMF. «Es gibt keine Entschuldigung für das Fehlen einer Gesamtvereinbarung, die Griechenlands Wirtschaft so verzweifelt benötigt», stellte Tsakalotos am Montag vor den ausländischen Medien fest.
Bei ihrem Treffen vor einer Woche konnten sich die Finanzminister der 19 Staaten der Euro-Zone mit dem Vertreter des IMF erneut nicht auf eine gemeinsame Position zu Griechenland in der Frage der Schuldenerleichterung einigen. Die Sitzung war mit hohen Erwartungen befrachtet gewesen. Sechs Monate hatten die Verhandlungen zwischen Kreditgebern und Athen über den weiteren Spar- und Reformkurs des Landes gedauert. Die linke Regierung brachte im Eilverfahren ein weiteres Austeritätspaket durchs Parlament. Tsakalotos nennt es ironisch ein «Post-Programm-Programm», weil die Gläubiger seinem Land neue Leistungen noch über die Zeit des im Sommer 2018 auslaufenden Kreditprogramms abgerungen haben. Athen machte damit den Weg frei für die Auszahlung der nächsten Kredittranche, fordert im Gegenzug aber eine Festlegung über die Art und den Zeitrahmen von Massnahmen zur Schuldenerleichterung. Die Euro-Finanzminister wollen einen neuen Anlauf bei ihrem nächsten Treffen am 15. Juni nehmen.
Griechenland brauche Klarheit von den Kreditgebern, um Investoren anzuziehen, sagte Tsakalotos. Er habe bei seinen jüngsten Auslandsreisen viele Unternehmer getroffen, die in Griechenland investieren wollten, gab der Minister der linksgerichteten Regierungspartei an. Die Differenzen zwischen dem IMF und dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble stünden dem entgegen. Eine Vereinbarung zu den Massnahmen für eine Schuldenerleichterung wie Zinsstundungen oder die Streckung von Kreditlaufzeiten sind für Athen zudem Voraussetzung dafür, um künftig Geld an den internationalen Finanzmärkten aufzunehmen. Tsakalotos wünscht eine Rückkehr Griechenlands an die Märkte noch in diesem Jahr; ein erster Versuch könnte im Sommer unternommen werden. Ein anderer wichtiger Schritt sei die Teilnahme seines Landes am Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank. «Es ist nicht sehr sinnvoll, ein Kreditprogramm zu beginnen, wenn das Ziel nicht ist, dieses Programm auch zu beenden», erklärte der Finanzminister mit ironischem Unterton mit Blick auf die Blockadehaltung in der Euro-Gruppe.
Eine griechische Nachrichten-Site hatte auszugsweise ein offenbar authentisches Protokoll der Euro-Gruppen-Sitzung von vergangener Woche veröffentlicht. Darin wurde deutlich, dass der deutsche Finanzminister auf einer engen Auslegung des Beschlusses zur Schuldenerleichterung beharrte, der von der Euro-Gruppe im Mai 2016 getroffen worden war. Damals wurde festgelegt, Massnahmen zur Schuldenerleichterung würden «wenn nötig» nach Ende des laufenden Kreditprogramms im August 2018 umgesetzt. Die Regierung in Athen steht jedoch auf dem Standpunkt, dass kurz- und mittelfristige Massnahmen jetzt ausgesprochen werden müssten, um ein stabiles Umfeld für Griechenland zu schaffen.

 

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Die Ewige Stadt verabschiedet ihren letzten König Francesco Totti

Die Spieler und Betreuer des AS Rom bildeten ein Spalier. 60.000 Zuschauer im Olympiastadion erhoben sich und hielten gelbe und rote Kartons in die Luft, mit seinem Nachnamen und der Nummer 10. Dann tauchte Francesco Totti auf. Langsam durchschritt er das Stadion, die Ehrenrunde, die der Kapitän, begleitet von seiner Frau und seinen drei Kindern, nach dem letzten Spiel für den AS Rom durch sein Stadion drehte, dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Und überall tränenüberströmte Gesichter. Auch Totti musste mehrfach seinen heroisch-traurigen und von Kinomusik untermalten Marsch unterbrechen, so gerührt war er.
Selten, vielleicht noch nie, hat ein Stadion einem Fußballer eine derartige Demonstration der Zuneigung gewährt. Am Sonntagabend nach dem Spiel gegen den CFC Genua endete die Liebesgeschichte zwischen Totti und dem AS Rom. Das heißt, sie endete natürlich nur vorläufig, Totti wird über Jahrzehnte hinweg der Maßstab beim AS Rom bleiben. Ab der kommenden Saison soll sein auf sechs Jahre angelegter Vertrag als Mitglied im Vereinsmanagement in Kraft treten, aber wie schwer den Liebenden die Abnabelung fällt, war im Stadion mit Händen zu greifen.
Totti è la Roma, Totti ist der AS Rom, hatten die Tifosi auf Transparente in der Südkurve gepinselt. Die Frage, auf die noch niemand eine Antwort hat, ist, welche Folgen das Ende dieser Symbiose für beide Seiten hat. Das Tränenmeer im Stadion zeugte von der Bedeutung Tottis für den AS Rom, aber auch von der familiären Zuneigung, die selbst fußballferne Römer dem berühmtesten Kicker der Stadt entgegenbringen. Totti selbst gestand in seiner Abschiedsrede: Ich habe Angst. Seine seit 25 Spielzeiten andauernde Existenz als Galionsfigur des Hauptstadtklubs, aber auch der Stadt insgesamt, ist nun nach einem Spiel plötzlich zu Ende. Dass Totti rechtzeitig das Ende seiner Karriere selbst bestimmt hätte, wäre ein Zeichen kühler Rationalität gewesen, die das Verhältnis des Spielers zu seinem Publikum konterkariert hätte. Totti, der in 786 Spielen für den AS Rom 307 Treffer erzielte, wollte trotz verlockender Angebote aus Mailand oder Madrid nie von zu Hause weg, obwohl er dort wohl wesentlich mehr als eine italienische Meisterschaft (2001) und zwei Pokalsiege (2007,2008) hätte gewinnen können.
I vostri striscioni per Francesco! 👏
Ieri ce n’ erano veramente tantissimi! Abbiamo raccolto alcuni degli striscioni più...
Stattdessen lagen in seinem monumentalen Abgang auch die Züge einer selbst verschuldeten Demütigung. Totti, der 2006 mit Italien Weltmeister wurde, wollte nicht aufhören, obwohl er als 40-Jähriger selbst um seine körperlichen Limits gewusst haben muss. Ich habe gehofft, dass dieser Moment nie eintritt, gestand der Roma-Kapitän. Weil er selbst den Absprung nicht schaffte, wurde es in den letzten Jahren melodramatisch. Trainer Luciano Spalletti, der am Sonntagabend gellende Pfiffe zu hören bekam, setzte den Stürmer nur noch sporadisch ein, manchmal nur wenige Minuten vor Schluss. Eine Geste, die der Spieler und sein Volk als Demütigung empfanden.
Roma-Star Totti vor letztem Match

 

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Syrien: Regierungstruppen übernehmen Kontrolle über fast ganz Damaskus

Im Syrien-Krieg fällt nahezu ganz Damaskus nach Regierungsangaben erstmals seit 2013 wieder unter die Kontrolle der Truppen Präsident Baschar al-Assad. Auf der Grundlage von zuvor ausgehandelten Sicherheitsgarantien gaben die Aufständischen demnach einen nördlichen Teil der syrischen Hauptstadt auf. Im Lauf des Montags hätten mehr als tausend Menschen den Stadtteil Barseh verlassen, teilte Beschr Assaban, der Gouverneur von Damaskus, mit.
Laut dem staatlichen Fernsehen machten sich insgesamt etwa 1.000 Menschen, unter ihnen 455 aufständische Kämpfer, auf den Weg in Rebellengebiete im Norden Syriens. Seit Beginn der Vereinbarungen über die Evakuierung Barsehs verließen rund 2.300 Aufständische das Stadtviertel.
Die Absprachen zwischen den Aufständischen und der Regierung Assad betreffen drei Stadtviertel. Bereits vor der Räumung Barsehs übernahmen die Regierungseinheiten wieder die Kontrolle über die Stadtviertel Kabun und Tischrin.
Die Vereinbarungen sehen eine Kapitulation der Rebellen im Gegenzug für die Zusicherung freien Geleits in andere von der Opposition kontrollierte Gebiete des Landes vor. Bereits in mehreren Fällen hatte die Regierung ein Evakuierungsabkommen angeboten. Nach Darstellung der syrischen Führung sollen sie dazu beitragen, das Blutvergießen in dem seit sechs Jahren tobenden Konflikt zu verringern. Die Opposition sieht in den Abkommen durch Bombardierungen und Belagerungen erzwungene Vertreibungen, für die Vereinten Nationen laufen die Vereinbarungen auf Zwangsumsiedlungen hinaus.
Seit der militärischen Intervention Russlands im September 2015 auf der Seite von Assad geraten dessen bewaffnete Gegner in vielen ihrer Hochburgen in Bedrängnis. Der Syrienkonflikt hatte im Frühjahr 2011 mit zunächst friedlichen Protesten gegen Assad begonnen. Seither wurden mehr als 320.000 Menschen bei den Kämpfen getötet, Millionen Syrer wurden in die Flucht getrieben.

 

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Mutter mit Schlägen ins Gesicht getötet? Staatsanwältin fordert Höchststrafe

Es wird wohl keine einfache Entscheidung für die Richter am Landgericht Augsburg sein, wenn sie nach zehn Verhandlungstagen im Totschlag-Prozess gegen einen 22-jährigen Studenten aus Donauwörth am Dienstagnachmittag um 15 Uhr das Urteil fällen. Hat er seine Mutter mit brutalen Schlägen ins Gesicht umgebracht? Oder überwiegen die Zweifel?
Geht es nach der Staatsanwältin, dann gibt es darauf nur eine Antwort: "Es gibt keinen Zweifel, dass der Angeklagte die Tat begangen hat." Sie forderte nach ihrem Plädoyer die mögliche Höchststrafe von zehn Jahren Haft – allerdings nicht für Totschlag, sondern für Körperverletzung mit Todesfolge. Denn es gebe keine Anzeichen für ein geplantes Tötungsdelikt.
Die junge Juristin sprach von einem "geschlossenen Bild an Indizien, das nur einen Rückschluss zulässt: Der Angeklagte ist der Täter". Ihr Fazit: Der Angeklagte sei nach all den Jahren des schwierigen Zusammenlebens mit der psychisch kranken Mutter stets "hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach einem eigenen, selbstbestimmten Leben und dem starken Verantwortungsbewusstsein gegenüber seiner Mutter" gewesen. Das erneut gebrochene Versprechen von Michaela B., sich professionelle Hilfe zu holen, sei in jenem Moment am 3. August 2016 in der Toilette der Wohnung in der Berger Vorstadt offensichtlich geworden. Die Enttäuschung darüber hätte die heftige Attacke des jungen Mannes gegenüber der 42-Jährigen ausgelöst, sodass er sie mit Schlägen und Tritten so verletzt hat, dass sie an ihrem eigenen Blut erstickt war.
Die Tatsache, dass bei dem Angeklagten keine Blutspuren oder Verletzungen festgestellt worden waren, sind für die Staatsanwaltschaft kein Beleg für die Unschuld des Studenten, der seit zehn Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Wie berichtet, hatte ein Gutachter ausgesagt, dass das beim Täter "nicht zwangsläufig" der Fall sein müsste. "Es gab nur eine Person, die sich mit der Getöteten in der Wohnung aufgehalten hat, und das war der Angeklagte", so die Staatsanwältin. Seine widersprüchlichen Aussagen, wo er zur Tatzeit gewesen sei, hätten nur offenbart, dass er "in zentralen Punkten die Unwahrheit sagt". Und das habe nur einen Grund. "Er ist der Täter."
Die Verteidiger Bernd Scharinger und Florian Engert argumentierten logischerweise ganz anders. "Das Wie, das Warum und auch die Frage, wer Michaela B. getötet hat, ist hier nicht beantwortet worden", sagte Engert in seinem Plädoyer, das Stück für Stück die Darstellung der Staatsanwältin zerpflückte und am Ende den Freispruch seines Mandanten forderte. Vor allem das angeführte Motiv sei "eine reine Hypothese der Staatsanwaltschaft". Es gebe keine belastbaren Tatsachen, die für diese Schlussfolgerungen sprechen. Im Gegenteil: Sein Mandant und das Opfer hätten eine gute Beziehung gepflegt, wie verschiedene Zeugen vor Gericht ausgesagt hatten. Sein Mandant habe ein klar strukturiertes Leben mit Universität, Freundin und finanzieller Sicherheit geführt. "Da gab es keinen Stress, sich der Mutter zu entledigen."
DNA-Spuren auf der Toten seien angesichts der gemeinsamen Nutzung der Wohnung ebenso wenig ein Beweis für die Schuld wie die Tatsache, dass sich der Sohn zum Todeszeitpunkt der Mutter in der Wohnung aufgehalten hatte. "Aus ständiger Anwesenheit kann ja wohl kaum auf eine Täterschaft geschlossen werden", so Engert.
Auch die Persönlichkeit des Donauwörthers spreche gegen eine plötzliche Gewalttat. Die Verteidiger beriefen sich dabei auf das am Vormittag vorgetragene psychiatrische Gutachten des Sachverständigen Richard Gruber. Er hatte den 22-Jährigen als "intelligent, sensibel, fleißig-strebsam und überdurchschnittlich friedfertig" beschrieben. Aufgrund der Aktenlage und des Verhaltens des Angeklagten während der Hauptverhandlung hatte sich Gruber ein Bild von dem BWL-Studenten gemacht. Der hatte ein direktes Gespräch verweigert.
Bernd Scharinger brachte schließlich noch eine Alternative ins Spiel, wie und von wem Michaela B. getötet worden sein könnte. "Vielleicht hat sie am Vorabend eine Bekanntschaft geschlossen und diese mit in die Wohnung gebracht", so der Donauwörther Strafverteidiger.
Welcher Argumentation die Richterschaft unter Vorsitz von Susanne Riedel-Mitterwieser folgen wird, zeigt sich am Dienstagnachmittag. Der Angeklagte wiederholte unter Schluchzen nochmals, dass er seine Mutter nicht umgebracht habe. "Ich möchte wieder für meine Familie und meine Freundin da sein." Und er fügte hinzu: "Ich möchte wissen, warum meine Mutter an diesem Tag sterben musste."

 

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Robuste Entwicklungen in der Euro-Zone: Draghi sieht zu geringen Inflationsdruck

Mario Draghi ist zuversichtlich für die wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone. Dies betonte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) laut Redetext in seinem quartalsweisen Auftritt vor dem Europäischen Parlament in Brüssel. Der wirtschaftliche Ausblick verbessere sich, und die Risiken für die Konjunktur verringerten sich.
Draghi verwies darauf, dass sich der Aufschwung in Bezug auf verschiedene Branchen und Länder verbreitere. Das reale Bruttoinlandprodukt im Euro-Raum ist nun in 16 aufeinanderfolgenden Quartalen gestiegen. Das Wachstum im ersten Quartal betrug auf Jahressicht 1,7%. Damit dürfte die Währungsunion laut Beobachtern sogar leicht über dem theoretisch errechneten Potenzial wachsen. Zudem liegt die Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Niveau seit 2009, und die Stimmung der Konsumenten und Geschäftsleute ist auf einem 6-Jahre-Hoch. Dennoch beklagte Draghi, dass der Inflationsdruck gedämpft bleibe. Vor allem der Lohndruck sei weiter ungenügend, um auf mittlere Sicht eine dauerhafte, selbsttragende Inflation von unter, aber nahe bei 2% zu erreichen.
Damit verpasste es Draghi, seiner Einschätzung über die Lage in der Euro-Zone eine neue Note zu verleihen. Dies war insofern nicht zu erwarten, als die nächste turnusmässige Sitzung der EZB vom 8. Juni nahe ist. In dieser Sitzung erhält der EZB-Rat neue Prognosen der eigenen volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.
An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass Draghi diese Chance nutzen wird, um die Tonlage leicht zu ändern. Dies könnte etwa dadurch geschehen, dass die EZB den Passus aus ihrer Lageeinschätzung streicht, dass sie bereit ist, ihre Geldpolitik noch expansiver als ohnehin schon auszurichten. Für viele Beobachter ist die Krise in Europa weitgehend Geschichte, was sich auch in der Politik der EZB spiegeln sollte.

 

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Nach G7-Gipfel: Sigmar Gabriel spricht den USA die Führungsrolle ab

Es habe sich am Wochenende nicht nur um einen missglückten G7-Gipfel gehandelt. "Das ist leider ein Signal für die Veränderung im Kräfteverhältnis in der Welt", sagte Gabriel nach einem Treffen mit Vertretern internationaler Organisationen zur Flüchtlingskrise. "Der Westen wird gerade etwas kleiner."
"Trumps Reise nach Riad hat ein verheerendes Signal gesendet"
Gabriel sagte, die USA seien ein Land, das "in der Vergangenheit eine Führungsrolle übernommen" habe. Er warf der Regierung Trumps vor allem vor, die Durchsetzung nationaler Interessen über die internationale Ordnung zu stellen. Er kritisierte aber auch die US-Haltung zum Klimaschutz. Für ein verheerendes Zeichen hält Gabriel, dass Trump auf seiner ersten Auslandsreise zuerst nach Saudi-Arabien gereist sei. Dort habe er einen milliardenschweren Waffendeal abgeschlossen und die Menschenrechtslage nicht angesprochen.
Der Vizekanzler sieht wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine stärkere Rolle Europas als notwendige Konsequenz aus der US-Politik. Man müsse mehr für den Zusammenhalt Europas tun. "Nur dann werden wir die Kraft haben weltpolitisch glaubwürdig ein Akteur zu sein", sagte er. "Meine feste Überzeugung ist, dass wir als Europäer stärker werden müssen und alles daran setzen werden, die Vereinigten Staaten von Amerika eines Tages wieder zurückzuholen in diese Idee des Westens."
Gabriel wies darauf hin, dass andere Länder versuchten, das Machtvakuum zu schließen. "Wir erleben gerade, dass dort, wo sich jemand zurückzieht aus internationalen Verträgen, andere eintreten - zum Beispiel China", sagte Gabriel. Das Problem sei aber, dass China versuche, andere Standards zu etablieren.
Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat nach dem enttäuschenden G7-Gipfel alle Demokraten in Europa aufgerufen, US-Präsident Donald Trump seine Grenzen aufzuzeigen. Europa sei der beste Schutz für die Demokratie, für die Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt: "Deshalb ist das Gebot der Stunde, sich diesem Mann mit allem, was wir vertreten, in den Weg zu stellen, übrigens auch seiner fatalen Aufrüstungslogik, die er uns aufzwingen will", sagte Schulz am Montagabend bei einer SPD-Veranstaltung in Berlin.
Gleichzeitig hält die SPD die USA-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für unglaubwürdig. Führende Sozialdemokraten warfen Merkel vor, beim G7-Gipfel vor US-Präsident Donald Trump eingeknickt zu sein. "Es ist keine Kunst, im Bierzelt über Trump zu schimpfen", sagte Generalsekretärin Katarina Barley. Nach den kritischen Worten der Kanzlerin versicherte die Bundesregierung, die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien "ein fester Pfeiler unserer Außen- und Sicherheitspolitik".
Merkel hatte am Sonntag in einer Bierzeltrede in Bayern gesagt: "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei". Sie bezog sich dabei auch auf das konfrontative Verhalten von Trump beim G7-Gipfel in Italien. Die Worte Merkels waren international auf großes Echo gestoßen und nicht zuletzt in den USA teilweise als Wendepunkt der transatlantischen Beziehungen interpretiert worden.
Merkels Sprecher Steffen Seibert versicherte am Montag, die Kanzlerin sei "eine zutiefst überzeugte Transatlantikerin". Er fügte hinzu, Deutschland werde auch "weiter daran arbeiten, diese Beziehungen zu stärken". Gerade deswegen sei es aber "richtig, Differenzen auch ehrlich zu benennen".

 

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Jugendstraftäter: Jeder Vierte wird als Erwachsener rückfällig

Die Jugendkriminalität geht in der Schweiz seit mehreren Jahren zurück. Selbst wenn sich diese positive Entwicklung fortsetzen sollte, wird das Thema wohl weiterhin ein emotionales bleiben. Denn kontroverse Fragen stellen sich: Weshalb gerät ein Mensch schon im zarten Jugendalter auf die schiefe Bahn? Wie soll die Justiz mit ihm umgehen? Und wird er nicht im späteren Leben immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten?
Dieser letzten Frage ist das Bundesamt für Statistik (BfS) im Rahmen einer Studie annäherungsweise nachgegangen. Das Resultat: 25 Prozent der im Jugendalter straffällig gewordenen Personen werden später, das heisst im Alter von 18 bis 23 Jahren, von einem Erwachsenengericht erneut verurteilt. Das BfS hat für seine Analyse in der Jugendstrafurteilsstatistik eine Gruppe von 6649 im Jahr 1992 geborenen Schweizern ausgewählt. Diese hatten als Minderjährige eine oder mehrere Straftaten gegen das Strafgesetzbuch, das Strassenverkehrsgesetz oder das Betäubungsmittelgesetz verübt. 1664 der untersuchten Personen tauchen später in der Strafurteilsstatistik der Erwachsenen wieder auf.
Einige Befunde fallen auf. So werden Knaben nicht nur deutlich häufiger straffällig als Mädchen (sie machen 73 Prozent der verurteilten Jugendlichen aus) , sondern sie begehen auch weitaus häufiger nach Erreichen der Volljährigkeit neue Straftaten. Die männlichen Jugendlichen weisen ein nahezu viermal höheres Risiko für eine erneute Verurteilung im Erwachsenenalter auf als die weiblichen (Rückfallrate von 31 Prozent gegenüber 8 Prozent) .
Wenig überraschend und eindeutig ist der Zusammenhang der Rückfälligkeit mit der Anzahl der Jugendurteile. Je mehr Vorstrafen aus der Jugendzeit eine Person registriert hat, desto häufiger kommt es zu einer erneuten Verurteilung im Erwachsenenalter. Die Rückfallraten betragen 20 Prozent bei einem Urteil, 34 Prozent bei zwei Urteilen, 49 Prozent bei drei Urteilen und nicht weniger als 64 Prozent bei vier oder mehr Urteilen bis 18 Jahre. Zum Teil hängt die Rückfallgefahr auch vom Schweregrad der Straftaten im Jugendalter ab: Wer sich als Minderjähriger lediglich Übertretungen zuschulden kommen lässt, weist später ein Rückfallrisiko von 17 Prozent auf. Wer dagegen ein Vergehen oder Verbrechen begeht, tritt in 29 Prozent der Fälle erneut strafrechtlich in Erscheinung.
Die meisten Verurteilungen von Jugendlichen erfolgen wegen Verstössen gegen das Strafgesetzbuch. Laut der Studie scheint indessen die Rückfallgefahr bei denjenigen Personen höher zu sein, die als Jugendliche wegen Verkehrsdelikten (Strassenverkehrsgesetz) oder wegen Drogendelikten (Betäubungsmittelgesetz) verurteilt wurden. Die Bundesstatistiker weisen allerdings darauf hin, dass in Urteilen wegen Verstössen gegen diese zwei Gesetze häufiger mehrere Straftaten unterschiedlicher Natur genannt sind als bei Verstössen gegen das Strafgesetzbuch. Dies wiederum steht in Beziehung zur Rückfallwahrscheinlichkeit.
In der Regel ist das Risiko einer erneuten Verurteilung umso höher, je kürzer vor dem 18. Geburtstag ein Jugendurteil erfolgte. Jugendliche, die in den letzten zwei Jahren vor der Volljährigkeit verurteilt wurden, werden als Erwachsene besonders häufig wieder verurteilt. Diese Beobachtung wird aber überlagert von den Ergebnissen zum Alter bei der ersten Verurteilung: Hier sind es diejenigen, die in sehr jungen Jahren ein Jugendurteil erhielten, die besonders häufig als Erwachsene erneut straffällig werden.

 

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Helfer unterstützen „ihre“ Afghanen

Von Stefanie Schoene
Ali Reza Khavari soll ausreisen. Er besucht die zehnte Klasse der Waldorfschule. Lieblingsfächer: Deutsch und Sport. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entschied im Mai: Er hatte keine Fluchtgründe und muss binnen 30 Tagen nach Afghanistan.
Dabei lebte er, so lange er denken kann, im Iran. Als Vierjähriger war er mit seinen Eltern aus Afghanistan über die iranische Grenze geflohen. Die Familie gehört zu den schiitischen Hazara, die der Mehrheit der Paschtunen und Taliban in Afghanistan als „Ungläubige“ gelten. Offizielle Papiere erhielten sie in Iran nicht. „Afghanische Flüchtlinge sind dort illegal“, sagt Ali Reza. Die Jungen der afghanischen Familien würden mit 16 als Nachschub für die Assad-Armee in Syrien eingezogen. Die Hauswände der Nachbarn seien mit meterhohen Konterfeis afghanischer Männern plakatiert gewesen – Trauerzeichen für die in Syrien getöteten Söhne. „Meine Eltern wollten nicht, dass ich so ende, und haben mich zur Flucht gedrängt.“ Bitterkeit schwingt in seiner Stimme mit. Sie kämen nach, hieß es. „Aber sie haben mich angelogen.“
Mit dem Schlauchboot durch die Ägäis
16 war er, als er zu Fuß über das Gebirge in die Türkei floh. Nach einer Schlauchbootfahrt durch die Ägäis und Fußmärschen durch die Balkanländer kam er Ende September 2015 in Augsburg an. Der 18-Jährige wohnt in einer betreuten Wohngemeinschaft, brachte eine Ü-Klasse hinter sich und geht seit September in die Waldorfschule. Erzieher will er werden. Doch am 9. Mai kam der Schock: Das Bamf lehnte seinen Asylantrag ab. In dem Schreiben steht, die persönliche Bedrohungslage von Reza sei kein Grund für einen Flüchtlingsschutz. Der Iran sei nicht sein Heimatstaat, sondern sein Aufenthaltsort. Er hätte nach Afghanistan gehen können. Eine persönliche Verfolgung wegen der Religionszugehörigkeit liege nicht vor, weil Ali Reza das Land ja bereits als Kind verlassen habe. Seine Mitschüler traf diese Ablehnung hart. „Der Iran nimmt ihn nicht zurück, weil er dort illegal war. Und dass Afghanistan sicher ist, darf angesichts der Anschläge bezweifelt werden“, sagt Johannes Schmidt. Lucas Heil findet: „Ali Reza gehört zu uns, er ist ein Teil unserer Klasse.“ Die Klasse startete eine Online-Petition, die sie dem bayerischen Parlament und dem deutschen Innenminister zukommen ließen. Wie die Klassenlehrer Werner Korschinsky und Uwe Henken betonen, unterstütze die gesamte Schule die Petition. Ali Reza hat seinerseits Klage gegen den Bescheid eingereicht.
Es herrscht dicke Luft
Auch in den Helferkreisen der Stadt herrscht dicke Luft. „Unsere afghanischen Männer haben flächendeckend eine Ablehnung bekommen“, sagt eine Frau vom Helferkreis Haunstetten. 20 bis 25 Stunden pro Woche investiert sie in die Unterstützung sieben afghanischer Staatsbürger, besorgt Praktika, Arzttermine, überredet zu Schwimmkursen. „Die emotionale Belastung der Männer ist enorm. Und ich spüre weniger Verständnis im deutschen Umfeld als noch 2016. Ärzte und Krankenhäuser erwarten jetzt fast immer einen Dolmetscher. Das bindet bei mir viel Energie.“
Muhammad Ataei und Mohammad Akrami haben ebenfalls eine Ablehnung erhalten. Ataei wohnt in der Hammerschmiede in einer WG mit neun anderen Afghanen. Auch er gehört zu den Hazara. Woran erkennen die Taliban, dass er Schiit ist, und was passiert dann? „Sie werden per Handy informiert, sobald ich in meiner Region auftauche. Sie glauben, ich hätte Geld aus Deutschland, erpressen mich und erschießen mich dann.“ Mohammad Akrami lebt im Bärenkeller. Der 20-Jährige macht eine Friseur-Ausbildung. Seine Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen die Ablehnung wurde abgewiesen, er ist jetzt „geduldet“.
Alle drei Monate ein neuer Antrag
Alle drei Monate muss er eine neue Duldung beantragen. Pervin Turhan, die ihn unterstützt, ermuntert ihn, durchzuhalten. „Es ist sehr dramatisch. Unfassbar, dass der deutsche Innenminister behauptet, nur kriminelle Afghanen würden abgelehnt und abgeschoben. Mohammad ist intelligent, spricht top Deutsch und ist mit Sicherheit nicht kriminell.“

 

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Urteil: Kritischer Arzt Gernot Rainer verliert gegen Stadt

Im Fall des Lungenfacharztes Gernot Rainer wurde am Montag, wie die „Presse“ erfuhr, das schriftliche Urteil an die Anwälte zugestellt. Der Arzt hat demnach den Prozess um Wiedereinstellung verloren. Laut dem Urteil war das Dienstverhältnis nicht auf Umwandlung in ein unbefristetes Dienstverhältnis angelegt.
Rainer hatte die Stadt geklagt, da er das Auslaufen seines Dienstvertrags im Otto-Wagner-Spital als Folge seines Engagements bei der von ihm gegründeten Ärztegewerkschaft Asklepios ansah. Der 38-Jährige hatte nämlich in der Vergangenheit wiederholt öffentlich Kritik an Personal- und Leistungsreduktionen sowie gegen den Willen der Belegschaft eingeführten Schichtdiensten durch den Krankenanstaltenverbund (KAV) geübt.
Rainer hatte Ende 2015 um einen Dauervertrag angesucht, dieser war vom Wiener KAV abgelehnt worden. Im Urteil heißt es nun, dieser sei aus rein sachlichen Gründen, nicht wegen seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit so entschieden worden.
Für Aufsehen hatte Anfang vergangenes Jahres gesorgt, dass Rainer bei der Nicht-Verlängerung seines Vertrages vorgeworfen wurde, dass er sich nicht mit den "Gesamtinteressen der Stadt" und den "Gesamtinteressen der Dienststelle" identifiziere. Abgesehen davon war ihm von seinem Vorgesetzten ein ausgezeichnetes Dienstzeugnis ausgestellt worden.
"Das Urteil ist bedauerlich und ich halte es für nicht richtig. Die Begründung für die Auflösung meines Dienstverhältnisses, nämlich die Verfehlung der 'Gesamtinteressen der Stadt Wien', konnte im ganzen Prozessverlauf nicht geliefert werden. Der Passus wird nunmehr, nach Überprüfung durch die Volksanwaltschaft, in der Form nicht mehr verwendet werden", sagt Rainer im "Presse"-Gespräch. "Auch der Richter begründet, als Arbeitnehmer müsse man sich mit dem Spitalskonzept der Stadt Wien identifizieren. Ein Konzept, das sich laufend geändert hat und grobe Missstände in der Krankenversorgung der Stadt hervorgebracht hat. Die maßgeblich Beteiligten, wie die ehemalige Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely oder der KAV-Generaldirektor Udo Janßen, sind bereits freiwillig gegangen oder wurden von ihren Posten entfernt."
Er werde gegen dieses Urteil berufen. An dieser Stelle nicht aufzugeben, habe "wichtige Signalwirkung für alle Kolleginnen und Kollegen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und ein besseres Gesundheitssystem engagieren".
Rainer betreibt eine Wahlarztordination in Döbling und hat nach seinem Ausscheiden aus dem Otto-Wagner-Spital das Buch "Kampf der Klassenmedizin" geschrieben, das im März dieses Jahres im Brandstätter-Verlag erschienen ist.

 

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Stadt lässt türkische Extremisten tagen

Anhänger der Türkischen Arbeiter- und Bauernbefreiungsarmee (Tikko) haben sich zu einer Gedenkveranstaltung in der Begegnungsstätte Herrenhausen getroffen. Weil die Polizei von der Vermietung der Räumlichkeiten an diese Gruppierung abriet, steht die Verwaltung nun in der Kritik.

 

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Fischer sitzt plötzlich mit Weißem Hai in einem Boot

Ein riesiger Weißer Hai ist vor der Küste Australiens einem Fischer ins Boot gesprungen. "Ich sah verschwommen plötzlich etwas Großes über dem Boot, da traf mich schon die Brustflosse am Unterarm und schlug mich zu Boden", sagte der 73 Jahre alte Fischer Terry Selwood dem Sender ABC über den Vorfall vom Wochenende. Selwood war mit seinem 4,50 Meter langen Kutter allein vor der Küste von Neusüdwales unterwegs, als das 2,70 Meter große Tier hineinsprang.
"Ich war also auf allen Vieren - und er schaut mich an. Und dann begann er zu tanzen und zu zappeln. Ich bin so schnell wie irgend möglich auf den höchsten Punkt des Boots geflüchtet", sagte Selwood.
Der Fischer hat den Hai nach eigenen Worten nicht an einer Angel gehabt. Das Meer sei an dem Tag sehr ruhig gewesen, Beutefische waren nicht in Sicht. Der Vorstoß des Tieres sei ihm unergründlich. In 60 Jahren auf See sei ihm sowas nicht passiert. Der Raubfisch musste mehr als 1,50 Meter hoch springen, um die Kante des Schiffes zu überwinden.

 

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Frankreich: Das Ende des Minderwertigkeitskomplexes?

Ein
neuer Wind weht auf den beiden Seiten des Rheins.
Nach vielen Jahren der politischen Anspannung möchte Frankreich endlich
mit Deutschland eine neue Phase ihrer Beziehung beginnen. Deutschland hat Grund zur Freude. Nicht unbedingt deshalb, weil ein Präsident
gewählt wurde, der den festen Willen zu
Reformen hat – den hatte eigentlich auch Nicolas Sarkozy 2007. Sondern
vielmehr, weil im Gefolge von Emmanuel Macron eine neue Generation von
Politikern an die Macht kommt, die germanophil und germanophon ist. Neben dem
deutschsprachigen Premierminister Édouard
Philippe spricht unter anderem die Verteidigungsministerin Sylvie Goulard fließend Deutsch, und der außenpolitische
Berater des Präsidenten,
Philippe Étienne, war bis vor Kurzem ein sehr beliebter Botschafter in Berlin.
Noch wichtiger ist jedoch, dass diese Frauen und Männer
auch ein anderes Verhältnis zu
Deutschland pflegen – ein Verhältnis,
das nicht mehr durch einen Minderwertigkeitskomplex gekennzeichnet ist.
Macron
und seine Regierung werden in Frankreich deshalb oft spöttisch
" génération
modèle allemand "
genannt – die Generation, die das deutsche Modell bewundert. So hatte Anfang Mai der
damals noch nicht gewählte Präsident
während eines Fernsehduells mit Marine
Le Pen auf deren Vorwurf, dass Frankreich so oder so von einer Frau regiert
werden würde – entweder
von ihr oder von Frau Merkel – mit den Worten reagiert: "Ich
stehe Frau Merkel nicht gegenüber,
ich stehe neben ihr." Macron hat
als einer der wenigen in der französischen
Politik die Flüchtlingspolitik
der Kanzlerin unterstützt und im
letzten Januar an der Berliner Humboldt-Universität
mit großer Selbstverständlichkeit
betont, dass Paris die Verantwortung dafür
trage, im Verhältnis zu
Deutschland wieder Vertrauen herzustellen.
All
diese Aussagen bedeuten nicht, dass Macron den Interessen Frankreichs weniger
Bedeutung zumisst als seine Vorgänger. Oder dass er Konflikte mit Berlin weniger deutlich ansprechen wird. Nur kann er
diese Beziehung in anderem Bewusstsein gestalten. Macron gehört
zu einer Generation, die noch im Kindesalter war, als die Mauer fiel und die
den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg fast ausschließlich aus den
Geschichtsbüchern kennt.
Gleichzeitig ist er alt genug, um noch mit Zeugen dieser Vergangenheit gesprochen
zu haben, und er ist in Nordfrankreich aufgewachsen, einer Region, die vielerorts die schmerzlichen Spuren der zwei Weltkriege aufweist. Er gehört
jener Generation an, die als erste die Vorzüge
eines grenzenlosen Europas mit einer gemeinsamen Währung,
der Freizügigkeit, dem Erasmus-Programm und
vielem anderen genießen konnte.
Daher weiß er das teure Erbe der europäischen
Väter wie Robert Schumann und Konrad
Adenauer zu schätzen.
Nicht
zufällig betitelte die Tageszeitung Le
Monde ihren Leitartikel zwei Tage nach Macrons Wahl: "Paris – Berlin:
der Mythos der Unterwerfung". In
diesem Artikel beklagte sie eine Haltung, man könnte
fast Neurose sagen, die im vergangenen Jahrzehnt einen großen
Teil des öffentlichen und medialen Diskurses in
Frankreich bestimmt hat: die Angst, sich den Deutschen zu unterwerfen. Diese Angst
lässt sich zunächst
mit den tiefen sozialen Rissen und wirtschaftlichen wie identitären
Unsicherheiten der französischen
Gesellschaft erklären. Hinzu
kommen die 1989 grundsätzlich
veränderten Rahmenbedingungen zwischen
Paris und Berlin. Bis zum Mauerfall herrschte ein implizites Gleichgewicht
zwischen beiden Ländern:
Frankreich konnte seine politische Macht nutzen, während
Deutschland sich der Wirtschaft widmete.
Frauen schreiben. In dieser Kolumne abends, um 10 nach 8, montags, mittwochs, freitags, politisch, poetisch, polemisch.
Wir, die Redaktion von 10 nach 8, sind ein vielseitiges und wandelbares Autorinnenkollektiv. Wir finden, dass unsere Gesellschaft mehr weibliche Stimmen in der Öffentlichkeit braucht. Wir denken, dass diese Stimmen divers sein sollten. Wir vertreten keine Ideologie und sind nicht einer Meinung. Aber wir halten Feminismus für wichtig, weil Gerechtigkeit in der Gesellschaft uns alle angeht. Wir möchten uns mit unseren LeserInnen austauschen. Und mit unseren Gastautorinnen.
Hier finden Sie alle Texte, die 10 nach 8 erscheinen.
Die Redaktion von 10 nach 8 besteht aus:
Marion Detjen, Zeithistorikerin Hella Dietz, Soziologin Heike-Melba Fendel, Autorin und Inhaberin der Künstler- und Veranstaltungsagentur Barbarella Entertainment Annett Gröschner, freie Autorin Mascha Jacobs, Journalistin, Herausgeberin der Zeitschrift Pop. Kultur und Kritik Stefanie Lohaus, Journalistin, Herausgeberin des Missy Magazine Lina Muzur, Programmleiterin des Aufbau-Verlags Catherine Newmark, Kulturjournalistin Annika Reich, Schriftstellerin Elisabeth Wellershaus, Journalistin
Der Fall der Mauer, die deutsche
Vereinigung und die Osterweiterung haben zu einem anderen Kräfteverhältnis
geführt: Frankreich musste schmerzlich spüren,
wie sein Einfluss in der Welt und in Europa schwand, während
Deutschlands Bedeutung wuchs. Seit der Eurokrise wirkte die Beziehung noch
asymmetrischer. Deutschland erschien in der Führungsrolle,
Frankreich als Juniorpartner. Der Umgang mit dieser Angst nahm skurrile Züge
an. Entweder schwärmten die
Franzosen so sehr vom deutschen Modell und der Agenda 2010, dass ihnen auch
Gerhard Schröder und Peter
Hartz fast wie Heilige erschienen – was wiederum aus deutscher Sicht sehr merkwürdig
wirkte – oder sie ließen sich auf
billige antideutsche Ressentiments ein.
Für
viele proeuropäische Franzosen
meiner Generation waren die vergangenen zwölf
Jahre, seit Frankreich 2005 mit einem Nein auf das Volksreferendum über
die EU-Verfassung antwortete, eine Zeit der politischen Einsamkeit. Der
Europadiskurs wurde in Frankreich immer rauer, ein sehr großer
Teil des politischen Establishments machte Europa zum Sündenbock,
und als überzeugter Europäer
kam man sich fast naiv oder als Exot vor. Als Französin
in Deutschland, wie die Autorin, war es auch nicht einfach. Jahr für
Jahr schien die Liste der französischen Probleme und Konflikte länger zu werden:
Terrorismus, Wirtschaftskrise, mangelnde Reformen, die Debatte um den Laizismus,
die Banlieues in Aufruhr. Der Fakt, dass Marine Le Pen fast gewählt
worden wäre, ist ein weiterer Punkt in dieser düsteren Reihe.

 

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Trotz Zweifeln: Hannover will die Fußball-EM

Während es anderen Städten zu heikel wird, will die Stadt Hannover weiterhin Spielort der Fußball-EM 2024 werden und hat ihre Bewerbung aufrecht erhalten. Die Ratspolitik unterstützt die Haltung der Stadt. Allerdings dürfe Hannover nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

 

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Das sollten sie nicht verjubeln

Die Recken haben in den letzten drei Saisonspielen eigentlich nur noch ein einziges Ziel: „Einfach wieder ein Spiel gewinnen“, sagt Trainer Jens Bürkle. Denn die Bilanz in 2017 ist katastrophal: 13 Spiele, zwölf Niederlagen, ein Unentschieden. Am Mittwoch (20.15 Uhr) haben die Top-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf aber zumindest den vermeintlich leichtesten Gegner der Liga als Gegner: Es geht auswärts gegen den Letzten HSC Coburg.

 

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Showdown um Beschäftigungsbonus

Wien. Innerhalb der rot-schwarzen (Noch-) Regierungskoalition kündigt sich für morgen, Dienstag, eine Art Offenbarungseid an, ob der ursprünglich vereinbarte Beschäftigungsbonus rechtzeitig mit 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten kann. Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern hat nach Informationen der "Presse" am späten Montagnachmittag ÖVP-Chef und Außenminister Sebastian Kurz zu einer Aussprache zu sich gebeten. Ein Ergebnis dieses Treffens: Die Kanzler-Partei verlangt ultimativ bei der morgigen Ministerratssitzung von der ÖVP eine Entscheidung, ob sie dem schon im Parlament liegenden Beschäftigungsbonus zur Ankurbelung der Wirtschaft nun zustimmt oder nicht.
Es geht dabei immerhin um eine Maßnahme im Ausmaß von zwei Milliarden Euro. Mit diesem Geld sollen Betriebe Erleichterungen bei den Lohnnebenkosten erhalten, wenn sie zusätzlich bestimmte Beschäftigte einstellten.
Zwischen SPÖ und ÖVP tobt bereits seit Wochen eine Auseinandersetzung um den Beschäftigungsbonus, der Ende Jänner mit dem überarbeiteten Regierungsprogramm vereinbart worden ist. Weil jetzt die Zeit immer knapper wird, verlangt die SPÖ nun eine Entscheidung, denn bereits am Freitag dieser Woche sollen entsprechende Richtlinien fixiert werden. Umgekehrt hat allerdings die ÖVP in Person von Vizekanzler und Justizminister Wolfgang Brandstetter ihrerseits beim morgigen Ministerrat Beschlüsse vom Ministerrat verlangt. Diese betreffen Änderungen und Verschärfungen in Fremdenrecht und Sicherheitspolizeigesetz.
Aus den Reihen der ÖVP war noch am Montagabend zu erfahren, dass man der Umsetzung des Beschäftigungsbonus nicht ablehnend gegenüberstehe. Sebastian Kurz habe immer gesagt, "dass er die fertig verhandelten Punkte des Regierungsprogramms umsetzen will, das gilt auch für den Beschäftigungsbonus“, so ein Sprecher des ÖVP-Chefs gegenüber der "Presse". Auch Vizekanzler Brandstetter ließ ausrichten: "Wir stehen zum Beschäftigungsbonus, das war nie in Zweifel. Dieser wird schon am 22. Juni im Wirtschaftsausschuss des Parlaments behandelt und danach im Plenum beschlossen. Ich hoffe, dass wir auch die Umsetzung der Projekte im Sicherheits- und Fremdenrechtsbereich in dieser Form einhalten werden."
(ett)

 

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Deutsch-amerikanisches Verhältnis: Merkels Realpolitik im Umgang mit Trump

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel äussert sich selten voreilig, und zumindest in der Aussenpolitik ist sie bis jetzt ihrem Kurs stets treu geblieben. Wer das in der Aufregung vergessen haben sollte, die um ihren Auftritt im Münchner Bierzelt am Sonntag ausgebrochen war, dem hat am Montag der Regierungssprecher Steffen Seibert nachgeholfen: Der Satz, die Zeiten, in denen sich Deutschland auf andere völlig habe verlassen können, sei ein Stück weit vorbei, stamme von einer zutiefst überzeugten Transatlantikerin. Wenn Merkel vor der CSU sagte, die Europäer müssten ihr Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen, zitierte sie im Übrigen sich selbst. Das hatte sie in ähnlicher Form seit dem Ja zum Brexit und dem Wahlsieg Donald Trumps mehrmals gesagt.
Nach der Europareise des amerikanischen Präsidenten, deren Stationen bei der Nato in Brüssel und am G-7-Gipfel in Sizilien weitherum als zeitweise verstörend empfunden worden waren, war Merkels nüchternes Fazit naheliegend. Es war realpolitisch sinnvoll gewesen, zunächst – wie bei ihrem Besuch in Washington – auszuloten, was sich im direkten Kontakt auf der persönlichen und der politischen Ebene machen lässt. Sich jedoch von dem in Deutschland wie ein Teufel verabscheuten Trump kaum zu distanzieren, wäre im Wahlkampf schlecht angekommen. In München blieb Merkel sich treu und machte damit ihren Standpunkt umso klarer.
Sogar Sozialdemokraten, die längst agieren, als wären sie in der Opposition, fanden lobende Worte über die Auftritte der Kanzlerin bei der Nato in Brüssel und am Sonntag in München. Leicht dürfte ihnen das nicht gefallen sein; in ersten Reaktionen monierten SPD-Politiker, Merkels Erkenntnis über Trump komme sehr spät – als habe sie sich je gegenüber Trump devot verhalten und als wäre Konfrontation ab Tag eins eine politische Strategie gewesen.
Die SPD versucht ihren verstaubten Ruf als «Friedenspartei» seit geraumer Zeit wiederzubeleben – im Verhältnis zu Russland ebenso wie zu den stets mit einer Mischung aus Abscheu und Bewunderung betrachteten USA. Den Anstoss dazu hatte noch Frank-Walter Steinmeier als Aussenminister mit einer Abrüstungsinitiative gegeben. Sein Nachfolger Sigmar Gabriel nahm diese zum Anlass, eine Kampagne gegen die CDU und ihre angeblichen Aufrüstungspläne im Rahmen der angestrebten höheren europäischen Ausgaben für die Nato zu starten. Seither zweifelt die SPD offen die in Wales vereinbarte Annäherung an das Ziel an, bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für die Armee auszugeben. Merkel gilt der Vorwurf, sie sei die Erfüllungsgehilfin Trumps. In Zeitungsartikeln, Interviews und im Wahlprogramm entwirft die Partei das naive Bild einer Spirale der Aufrüstung aus dem Nichts und suggeriert, das habe allein mit Trump zu tun. Russlands Beitrag zur Lage in Europa seit 2014 und seine Rüstungsanstrengungen kommen gar nicht vor.
Unglaubwürdig daran ist nicht nur die unbesehen aus vergangenen Zeiten übernommene sozialdemokratische «Friedenspolitik». Die SPD verstrickt sich mit Blick auf Trumps Amerika auch in Widersprüche. Die Überzeugung, die europäischen Nato-Mitglieder müssten einen höheren Beitrag an die Nordatlantik-Allianz leisten, mag Trump auf eher vulgäre Art kundtun, aber sie entspricht auch den Interessen der Europäer, die sich der amerikanischen Beistandspflichten nicht mehr sicher fühlen. Europa in dieser Hinsicht stärken, aber nicht mehr Geld ausgeben zu wollen, wie das die SPD in wohlfeiler Wahlkampf-Rhetorik vertritt, wirkt inkompetent. Das gilt auch für die Ansicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann, die Vereinigten Staaten seien kein zuverlässiger Partner bei der geheimdienstlichen Zusammenarbeit mehr. Diese müsse überdacht werden. Fachleute schüttelten über so viel Unverstand – Deutschland ist auf den Austausch mit den Amerikanern zwingend angewiesen – am Symposium des Bundesamts für Verfassungsschutz am Montag den Kopf, und der Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maassen und Innenminister Thomas de Maizière betonten explizit, wie wichtig und wie gut die Zusammenarbeit weiterhin sei.

 

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Schutz amtlicher Dokumente: Sieg des obrigkeitlichen Denkens

Fast sechs Jahre lang zog sich die parlamentarische Diskussion um eine Erweiterung der Medienfreiheit hin. Das Resultat ist eine Minireform, die einer blossen Kosmetik gleichkommt. Am Montag hat sich nämlich auch der Ständerat gegen eine Abschaffung des Strafrechtsartikels 293 ausgesprochen, der eine Bestrafung von Journalisten vorsieht, wenn diese Dokumente publizieren, welche eine Behörde als geheim deklariert hat. Der Beschluss der kleinen Kammer fiel im Gegensatz zur vorberatenden Kommission sehr deutlich aus und spiegelt eine tiefsitzende Skepsis gegenüber Medien. Sie basiert auf der wohl auch persönlichen Erfahrung mancher Politiker, dass einige Journalisten den Gehalt von Dokumenten und Informationen, die ihnen zugespielt werden, aufbauschen oder gar sinnentfremdend wiedergeben. Die Mehrheit des Parlaments will die Behörden davor schützen. Deren Entscheidungsfindung soll unbeeinflusst von medialen Störmanövern erfolgen können, so die Argumentation.
Der parlamentarische Beschluss steht im Widerspruch zu dem seit 2006 gültigen Öffentlichkeitsgesetz. Gemäss diesem sollen amtliche Geschäfte öffentlich sein, solange die Privatsphäre Dritter oder die Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet wird. Der nun bekräftigte Geheimnisschutz-Artikel 293 toleriert indessen Willkür: Geheim ist das, was eine Behörde als geheim deklariert hat.
Damit hält das Parlament an einem obrigkeitsstaatlichen Denken fest, dem auch die Journalisten unterworfen werden, die keine Staatsangestellten sind und es auf keinen Fall sein sollen. Faktisch bewahrt man eine Sonderstrafnorm für die Berichterstatter und Rechercheure. Da der (behördliche) Geheimnisverräter kaum zu fassen ist, will man auf die Verkünder der Nachrichten zurückgreifen. Einem freiheitlichen Denken entspricht das nicht. Hier manifestiert sich auch das Wiederaufflackern eines autoritären Zeitgeists.
Gewiss, die Politiker liessen eine Hintertüre offen. Straflosigkeit ist möglich, wenn Gerichte zum Schluss kommen, dass das öffentliche Interesse an einer Publikation grösser ist als das Interesse an einer Geheimhaltung. Dieses Zugeständnis ist indessen nur unwesentlich grösser als jenes im bestehenden Gesetz. Gemäss diesem können die Richter «von jeglicher Strafe absehen», wenn das veröffentlichte behördliche Geheimnis «von geringer Bedeutung ist». Derlei dehnbare Vorgaben schaffen Zufälligkeiten in der Strafverfolgung.
Freilich gibt es auch für Journalisten Grenzen der Informationsfreiheit; nämlich dort, wo die Basis ihrer Freiheit unterhöhlt wird. Publikationen, welche die Unabhängigkeit des Landes gefährden – etwa der Verrat militärischer Geheimnisse –, sind nicht tolerierbar. Zu Recht sieht hier das Strafrecht Sanktionen vor, etwa in den Artikeln 266 und 267. Und in Fällen, wo Publikationen die Privatsphäre von Dritten gefährden, bietet das Persönlichkeitsrecht bereits Schutz. In diesem Sinne hätte man den Geheimnisschutz-Artikel 293 streichen können, ohne wesentliche Interessen des Staats oder von Privaten zu unterminieren. Dies gemäss dem Prinzip: Nur so viele Gesetze erlassen, wie nötig sind. Es ist wieder einmal missachtet worden.

 

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Methadon-Praxis in Neukölln: Arzt und Helfer Chaim Jellinek gestorben

Schillernde Persönlichkeit – sicher, oft ist es eine Phrase. Aber wie das mit Phrasen eben so ist, zuweilen beschreiben sie jemanden doch ganz gut. Chaim Jellinek, 1956 unter anderem Namen geboren, in Wiesbaden aufgewachsen, seit 1977 in Berlin, hat viel gewollt, viel probiert, viel durchgesetzt. Jellinek war Hausbesetzer, Punkrocker, Student, er war Partygänger, Drogengenießer, Drogenskeptiker, er war Arzt, letztlich Sozialarbeiter, Vater, er war Jude, Suchtexperte, Flüchtlingshelfer.
In den Achtzigern war Jellinek in der Kreuzberger Szene aktiv, nahm – so hat er es selbst mal umrissen – allerhand Drogen. Und deshalb wusste er auch um deren Gefahren, die er stets völlig unaufgeregt benannte. Zuletzt arbeitete Jellinek als stadtweit bekannter Suchtmediziner in Neukölln. In der Praxis an der Karl-Marx-Straße wurden jene versorgt, die als Schwerstabhängige woanders nicht gern gesehen sind. Rund 15 Jahre lang behandelte er heroinsüchtige Patienten mit Substituten wie Methadon.
Zuletzt kümmerte sich Jellinek verstärkt um Tilidin-Konsumenten – jenem schmerzstillenden Arzneimittel, das in bestimmten Milieus in Berlin erstaunlich oft missbraucht wird. Als die Flüchtlingskrise in der Hauptstadt ankam, nahmen der Arzt und seine Frau ziemlich bald einen jungen Mann aus Syrien bei sich auf. In den 90ern war Jellinek zum Judentum konvertiert. Der „Jüdischen Allgemeinen“ sagte er: „Wir haben hier eine echte Chance, zu zeigen, was es bedeutet, ein Einwanderungsland zu sein.“
Chaim Jellinek starb am Samstag. Er hinterlässt eine Frau und vier Kinder.

 

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Ikea will als Inkubator Tech-Startups fördern

Beim "Ikea Bootcamp" sollen keine Bücherregale zusammengeschraubt sondern Startups gefördert werden. Gründer können sich beim Möbelkonzern dafür jetzt bewerben.
Möbelriese Ikea sucht mit einem neuen Förderprogramm für Startups nach interessanten Geschäftsideen. Junge Tech-Unternehmen sollen 20.000 Euro Kapital erhalten und von September bis Dezember Zeit im schwedischen Älmhult verbringen, wo sie kostenlose Unterkunft, Arbeitsplätze und erfahrene Mentoren bekommen. Ebenfalls erhalten sie Zugang zu Testlaboren des Möbelkonzerns.
Die Bewerbungsfrist für das " Ikea Bootcamp “, das gemeinsam mit dem Unternehmer-Netzwerk Rainmaking aufgelegt wurde, läuft noch bis zum August. Zehn Startups sollen unter allen Bewerbern ausgesucht werden. Ikea erwarte im Gegenzug keine Anteile an den Startups, bielmehr gehe es um künftige Kooperation. Vielleicht werde Ikea auch „Kunde“ der neuen Firmen, stellt der Konzern in Aussicht.
In Frage kommen dabei Startups verschiedenster Technologie-Bereiche – IoT-Ideen, Big-Data-Tools, AR- und VR-Anwendungen, Chatbots, Material- und Fertigungstechnik oder auch neue Ansätze für Logistik. Auch Startups, die Innovationen rund um Lebensmittel entwickeln, nennt Ikea als mögliche Kandidaten. (axk)

 

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Erste Verurteilung nach Verbot der Zeugen Jehovas in Russland

Erstmals seit dem Verbot der Zeugen Jehovas in Russland im April ist ein Mitglied der Glaubensgemeinschaft verurteilt worden. Ein dänisches Mitglied sei zu zwei Monaten Haft wegen „Extremismus“ verurteilt worden, sagte ein Vertreter der Zeugen Jehovas, Jaroslaw Siwulski, am Montag der Nachrichtenagentur AFP.
Dennis Christensen sei am Donnerstagabend in der Stadt Orel 350 Kilometer südlich von Moskau zusammen mit 50 weiteren Zeugen Jehovas von bewaffneten Vertretern des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB festgenommen worden. Bis auf Christensen seien alle Teilnehmer der Versammlung wieder freigelassen worden.
Am Freitag sei Christensen von einem örtlichen Gericht wegen „Teilnahme an extremistischen Aktivitäten“ schuldig gesprochen und zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sein Anwalt habe Berufung eingelegt. Es sei das erste Mal seit dem Ende der Sowjetunion, dass ein Zeuge Jehovas zu einer Haftstrafe verurteilt worden sei, sagte Siwulski.
Das Oberste Gericht in Moskau hatte die Zeugen Jehovas im April auf Antrag des Justizministeriums verboten. Es berief sich dabei auf ein Gesetz, welches das Verbot „extremistischer Organisationen“ zulässt.
Die Zeugen Jehovas, die bislang 395 Zentren in ganz Russland unterhielten, wurden dort seit 1996 wiederholt beschuldigt, mit aggressiven Methoden Gläubige anzuwerben. Wegen des Vorgehens der Behörden gegen die Religionsgemeinschaft wurde Russland bereits mehrfach vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu Schadenersatzzahlungen verurteilt. Dabei wurde unter anderem auf Verstöße gegen Grundrechte wie Religions-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit verwiesen.
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Diese bayerischen Bräuche gelten nun als Unesco-Kulturerbe

Dreizehn weitere bayerische Bräuche sind nun auch offiziell immaterielles Kulturerbe der Unesco. Der Georgiritt in Traunstein oder die Leonhardifahrt in Bad Tölz gehören dazu. "Immaterielles Kulturerbe prägt Identitäten, stärkt den sozialen Zusammenhalt und fördert den Dialog zwischen gesellschaftlichen Gruppen", sagte Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission, anlässlich der Verleihung der entsprechenden Urkunden am Montag in Berlin.
Die Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei sind seit dem Vorjahr neu im Verzeichnis, außerdem der Zwiefache, eine bayerisch-böhmische Tanzmusik. Auch das Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald, das Wunsiedler Brunnenfest, die Festspiele "Die Kinderzeche" in Dinkelsbühl und "Der Meistertrunk" in Rothenburg ob der Tauber gehören seit 2016 zum Kulturerbe.
Neu im Verzeichnis sind zudem die Friedensfeste in den Gemeinden Sennfeld und Gochsheim, der innerstädtische Erwerbsgemüseanbau in Bamberg und das Feldgeschworenenwesen, bei dem Freiwillige die Einhaltung von Grundbesitzgrenzen überprüfen. Zuletzt gehört seit dem Vorjahr die Osingverlosung zum Kulturerbe. Dabei teilen nach jeweils zehn Jahren Bauern verschiedener Dörfer gemeinschaftlich besessene Äcker der gemeindefreien Fläche Osing in Mittelfranken neu unter sich auf.

 

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Anzeige gegen Polizistin nach Fehlverhalten bei Notruf

Die Anzeige liege seit Montagmorgen vor, sie laute auf Strafvereitelung im Amt, sagt Sebastian Buß, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Prüfung ist bereits abgeschlossen. "Es liegt kein strafrechtlich relevantes Verhalten vor", sagt Buß. Daher werde aufgrund des Sachverhaltes kein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Aus dem Protokoll der Bonner Polizeinotrufzentrale geht hervor, dass die Polizistin den Anruf des Freundes des Opfers zunächst nicht ernst genommen hatte . "Hallo, meine Freundin wird gerade vergewaltigt", hatte der Anrufer am Telefon geflüstert, "von einem Schwarzen". Misstrauisch erkundigte sich die Polizistin: "Und da geht jemand Ihre Freundin an oder wie?" Mit den Worten "Sie wollen mich nicht verarschen, oder?" reagierte sie auf die Aussage des Mannes, der Vergewaltiger habe eine Machete dabei.
Die Beamtin habe nach dem Anruf reagiert und Streifenwagen in die Siegaue geschickt, sagt Buß von der Staatsanwaltschaft. Alles andere, wie der Ton und die Wortwahl der Polizistin, zögen mögliche disziplinarrechtliche Maßnahmen nach sich, "die der Polizei obliegen".
Wie die aussehen könnten, steht indes noch nicht fest. Derzeit prüft die Bonner Polizeibehörde den Vorgang, in den nicht nur die Beamtin, sondern auch ein männlicher Kollege involviert ist. Dieser hatten den zweiten Anruf des Studenten entgegen genommen und ihm die Nummer der Siegburger Polizei genannt mit dem Hinweis, diese sei zuständig, er solle sich dort melden.
Nach Informationen des " General-Anzeigers " müssen die Leitstellen-Beamten mit Konsequenzen rechnen. So wie es aussieht, sollen sie versetzt werden. Ein Polizeisprecher wollte sich nicht zu den Konsequenzen äußern und verwies auf Gespräche, die noch anstehen. Nur so viel: Die Reaktionen seien nicht in Ordnung, die Sprache sei nicht adäquat gewesen.
"Allerdings hätte die Straftat nicht verhindert werden können." Es sei ein schwerwiegender Fehler gewesen. "Wir entschuldigen uns bei den beiden Opfern."

 

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Reanimation am Tennisplatz: Frau rettete zum zweiten Mal ein Leben

Sie reagierten schnell. Der 50-jährige Mann, der sich am Samstag auf der Anlage des TC Gersthofen ein Tennisspiel anschauen wollte, hatte einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten und war kollabiert. Die Menschen um ihn herum handelten richtig. Sie reanimierten den Mann sofort. Als Monika Kindlein bemerkte, dass der 50-Jährige keinen Puls mehr hatte, begann sie mit einer Herzdruckmassage, ihr Sohn beatmete den Mann. Jemand rief den Notarzt, weitere Menschen, darunter mehrere Jugendliche, kamen hinzu und übernahmen die Wiederbelebungsmaßnahmen, als die ersten Helfer erschöpft waren. Sie retten ihm so wohl das Leben.
Eine Ausnahmesituation. Und doch war es nicht das erste Mal, dass sich Monika Kindlein aus Oettingen im Landkreis Donau-Ries in einer vergleichbaren Lage befand. „Die Leute sagen mir schon, du ziehst solche Situationen ja an“, sagt sie. Vor eineinhalb Jahren war sie zusammen mit ihrem Mann Manfred van Rinsum abends in Augsburg gewesen, die beiden waren Essen gegangen. Der 30. Januar 2016 war in der Region ein gefährlicher Tag für Verkehrsteilnehmer: Im Holzwinkel krachte es innerhalb von nur einer Stunde sechs Mal, da sich wegen eines plötzlich eintretenden Temperaturumschwungs eine gefährliche Eisschicht gebildet hatte.
Und auch auf der B2 machte den Autofahrern das Wetter zu schaffen: Es regnete in Strömen, dazu wehte ein heftiger Wind. Als Kindlein und van Rinsum im Auto auf dem Heimweg waren, sahen sie auf Höhe der Abfahrt Nordendorf auf der rechten Fahrbahn einen Motorroller liegen. Genauer: Sie sahen Teile davon. „Ich habe abrupt ausweichen müssen“, sagt van Rinsum. Es war dunkel und regnerisch, „gesehen hat man gar nichts“.
Später hieß es im Polizeibericht, ein 58-jähriger Kradfahrer aus Augsburg sei aufgrund des Regens und des Windes von der Fahrbahn abgekommen, gegen einen Begrenzungspfosten geprallt und habe schwere Beinverletzungen erlitten. Der 58-Jährige von damals ist Karl Eckert - und er sagt heute, die Ersthelfer hätten ihm das Leben gerettet. Er sei zwar nur mit 50 Stundenkilometern unterwegs gewesen, doch die Windböe habe ihn dennoch vom Roller geholt. Ob es tatsächlich ein Begrenzungspfosten war, gegen den er prallte, weiß er nicht, an diesen Abschnitt hat er keine Erinnerung mehr. Was er weiß: „Meine Kniekehle war sofort weg.“
Monika Kindlein und Manfred van Rinsum hielten ihren Wagen an, sie waren die ersten am Unfallort. Sie rief einen Notfallwagen und stellte ein Warndreieck auf, er zog Eckert von der Fahrbahn und kümmerte sich um ihn. Auch andere Autofahrer blieben stehen, boten Decken an. „Wir sind bei ihm geblieben, damit er nicht ohnmächtig wird“, sagt Kindlein. Innerhalb von zehn Minuten kamen die Rettungskräfte. Zehn Minuten, die den Ersthelfern schnell vorkamen und Eckert wie eine Ewigkeit. Mehr als zwei Monate lag er schließlich im Augsburger Klinikum, elf Operationen musste er unter Vollnarkose hinter sich bringen. Heute ist noch eine Taubheit da: am linken Bein, von der Kniescheibe abwärts. Aber er kann gehen. Später rief er beim Notarzt an, um sich zu bedanken.
Zu den Ersthelfern gibt es regelmäßigen Kontakt. Regelmäßig trifft sich Eckert mit van Rinsum und Kindlein. Zuletzt gab es immer mal wieder Berichte, wonach Autofahrer nach Unfällen an Wracks vorbeibrausten, ohne verletzten Menschen zu helfen. In seinem Fall, sagt Eckert, sei das Gegenteil der Fall gewesen: „Die Ersthelfer haben alles richtig gemacht.“
Reanimation am Tennisplatz: Helfer retten 50-Jährigem das Leben
Viele Todesfälle durch Herzstillstand sind vermeidbar

 

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Shout Out Loud: Warum Emily Letts ihre Abtreibung filmte

Schwangerschaftsabbrüche sind ein gesellschaftliches Tabuthema. Kaum eine Frau traut sich, öffentlich über ihre Entscheidung zu sprechen. Bei Emily Letts ist das anders. Letts arbeitete zu dem Zeitpunkt ihrer ungewollten Schwangerschaft selbst als Beraterin im Cherry Hill Women’s Center, einer Einrichtung für Frauengesundheit in New Jersey. „Im Internet kursieren unzählige Falschinformationen zu diesem Thema, auch um die Frauen von einem Abbruch abzuhalten“, erzählt Letts über die Frauen, die damals zu ihr kamen.
Bis heute bekommt Emily Letts massenhaft Droh- und Hassnachrichten. Die Abtreibungsgegner*innen seien ihr egal, erzählt sie, mit ihrem Video wolle sie aufklären und zu einer Entstigmatisierung des Eingriffs beitragen.
In unserer Videoreihe „Shout Out Loud“ porträtieren wir junge Frauen, die mutig mit Tabu-Themen brechen.

 

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Türkei: Kräftemessen im Feigengarten

Incirlik — das klingt auf Türkisch nach
ländlichem Idyll, einem Ort der Harmonie. Der Name des
Nato-Luftwaffenstützpunkts im Südwesten der Türkei bedeutet auf Deutsch Feigengarten, eine Anspielung auf die Obstbäume, die 1951 dem Bau
der Militärbasis weichen mussten.
Das Verhältnis zwischen der Türkei und vielen
ihrer Nato-Verbündeten ist jedoch mittlerweile alles andere als
harmonisch. Incirlik selbst hat sich zum Streitpunkt zwischen der Türkei
und Deutschland entwickelt, nachdem die Regierung in Ankara deutschen
Abgeordneten den Zugang zur Basis zum zweiten Mal verwehrte.
Bundeskanzlerin Angela Merkel drohte daraufhin, die dort stationierten
Bundeswehrsoldaten abzuziehen und etwa nach Jordanien zu
verlegen.
Auch die Beziehungen zu anderen
Nato-Bündnispartnern sind getrübt: Die türkische Luftwaffe
bombardierte in Syrien eine von den USA unterstützte Kurdenmiliz. Die Regierung
blockiert die Teilnahme des Nato-Partnerlandes Österreich an Programmen des Militärbündnisses. Gleichzeitig flirtet
die Türkei offen mit Russland und versucht, russische Raketensysteme zu
erwerben; Präsident Recep Tayyip Erdoğan drohte letztes Jahr gar indirekt, die
Türkei könne dem von Russland und China dominierten Shanghai-Pakt
beitreten.
Die Türkei hat somit als zuverlässiger Partner an Ansehen verloren, aber ganz auf sie verzichten kann die Nato nicht.
Zum einen stellt die Türkei nach den USA das zweitstärkste Militärkontingent des
Bündnisses; zum anderen ist die geopolitische
Lage des Landes äußerst wichtig: Am Schnittpunkt zwischen Europa und Nahost, mit Zugang
zum Mittelmeer und zum Schwarzen Meer.
Von Incirlik aus fliegt die internationale Koalition gegen den
"Islamischen Staat" zudem Einsätze über Syrien.
Die türkische Regierung sieht sich daher am
langen Hebel und unterstreicht ihre Forderungen an Nato-Partner gerne
mit Drohungen, die militärische Zusammenarbeit zu beenden. Im Januar
etwa stellten türkische Minister die Nutzung Incirliks durch die von den USA geleiteten Anti-IS-Koalition infrage — weil die
Koalition nicht beim türkischen Eingriff in Nordsyrien mithalf. Aus gutem Grund: Der
türkische Militäreinsatz richtete sich nicht nur gegen den IS, sondern auch
gegen die Kurdenmiliz YPG, den effektivsten Partner der
Anti-IS-Koalition in Syrien. Die Türkei betrachtet die YPG hingegen als
syrischen Arm der als Terrorgruppe eingestuften Kurdenpartei PKK, die seit Jahrzehnten einen
Guerillakrieg gegen türkische Sicherheitskräfte führt.
Auch im Streit mit Deutschland benutzt die
Türkei die Militärzusammenarbeit als Druckmittel. Etwa 270
Bundeswehrsoldaten sind auf den Luftwaffenstützpunkten in Incirlik und
im nahe gelegenen Konya als Teil der Anti-IS-Koalition
stationiert. Im vergangenen Jahr verweigerte die Regierung in Ankara deutschen
Abgeordneten monatelang die Erlaubnis für Routinebesuche, da der
Bundestag den Massenmord von Armeniern im Osmanischen Reich als
Völkermord anerkannt hatte.

 

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DTV-Damen bleiben auf Aufstiegskurs

Mit diesem Durchmarsch hatten die Tennisdamen des DTV Hannover selbst nicht gerechnet – 8: 1 gegen den TC Moers, einer der ausgewiesenen Konkurrenten um den Wiederaufstieg in die 1. Tennis-Bundesliga, war auch für die Trainer und Betreuer des Teams überraschend: „Es hat sich absolut gelohnt, dass wir ein so gutes Team zusammengetrommelt haben“, sagte Trainer Ingo Kroll zufrieden.

 

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Nach Straßensperrung: Entwarnung in Berlin

Eigentlich sollte nur ein Wagen von der Busspur entfernt werden. Doch der harmlose Vorfall in Berlin-Schöneberg entwickelte sich am Montag zu einem größeren Einsatz - denn auf der Rückbank des Wagens lagen ein Kanister und heraushängende Kabel.
Ein verdächtiges Fahrzeug hat am Montagvormittag in Berlin-Schöneberg einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Wie die Polizei mitteilte, war ein Wagen aufgefallen, auf dessen Rückbank verdächtige Gegenstände lagen. Die Kennzeichen des Fahrzeugs waren als gestohlen gemeldet.
Fotos zeigten später mehrere mit Klebeband umwickelte USB-Buchsen, die teils durch Kabel verbunden waren, sowie einen gelben Benzinkanister.
Nach dem Fund sperrte die Polizei die vielbefahrene Hauptstraße komplett ab und evakuierte Wohnungen sowie eine Kita in der Nähe. Spezialisten der Kriminaltechnik untersuchten das Fahrzeug mithilfe eines ferngesteuerten Sprengroboters. Einsatzkräfte trugen zum Teil Schutzanzüge; 40 Beamte sicherten den Bereich.
Der Roboter, der auch zum Öffnen von Scheiben oder Türen eingesetzt werden kann, holte schließlich die verdächtigen Gegenstände aus dem Wagen. Nach deren Untersuchung gaben die Behörden Entwarnung: Die Drähte gehörten offenbar zu einer selbst gebastelten USB-Ladestation. In dem Kanister befand sich "kein hochexplosives Gemisch" - wie ein Polizeisprecher am Mittag sagte. Nach rbb-Informationen vom Abend enthielt der Kanister Wasser.
Allerdings wurde ein 26 Jahre alter Mann vorübergehend festgenommen. Er sei barfuß auf die Beamten zugekommen, habe sich bei der Polizei als Besitzer des Pkw ausgeben, allerdings widersprüchliche Angaben gemacht, hieß es. Wie Polizeisprecherin Kerstin Ziesmer am Montagabend rbb|24 sagte, waren die Kennzeichen an dem Fahrzeug falsch. Weil auch die Eigentumsverhältnisse ungeklärt seien, sei das Fahrzeug sichergestellt worden. Gegen den Mann werde wegen Urkundenfälschung ermittelt.
Betroffen von der Sperrung war der Abschnitt zwischen Dominicus- und Eisenacher Straße in beide Richtungen, wie die Polizei rbb|24 mitteilte. Die Polizei war ursprünglich wegen verkehrswidrigen Parkens gerufen worden, da das Fahrzeug auf einer Busspur stand. Ob der Einsatz für den verantwortlichen Autofahrer Kosten mit sich bringt, war zunächst unklar.

 

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Transatlantische Beziehungen: Wo Europa sich selbstständig machen kann

Man muss Donald Trump Respekt zollen. Ihm ist gelungen, woran sein Vorgänger Barack Obama gescheitert ist. Trump hat den Europäern endlich verständlich machen können, dass sie sich um ihre Angelegenheiten selbst kümmern müssen. Auch Obama hat das in seinen acht Jahren als US-Präsident eingefordert, freundschaftlicher, sanfter, diplomatischer zwar, aber im Kern war es dieselbe Botschaft: Die USA wollen und können für Europa nicht ewig die Schutzmacht spielen. Europa muss weltpolitisch erwachsen werden. Obama wurde nicht gehört, weil die Europäer nicht hören wollten. Warum sollten sie auch? Sie hatten es doch bequem.
Wann immer die USA einen katastrophalen Fehler machten – wie zum Beispiel den Einmarsch in den Irak im Jahr 2003 –, konnten sich die Europäer, vorneweg die Deutschen, über diese schießwütigen Amerikaner echauffieren. Wenn es mal ernst wurde, wenn man selbst gelähmt war, da freute man sich dann doch über die hochgerüsteten, entschlussfreudigen amerikanischen Freunde. Auf sie war ja Verlass.
Das nun scheint vorbei zu sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das öffentlich eingestanden: "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei. Das habe ich in den letzten Tagen erlebt." Gemeint waren die Treffen mit Trump beim Nato-Gipfel in Brüssel und dem G7-Gipfel im sizilianischen Taormina. Der US-Präsident benahm sich so bockig, rüpelhaft, kompromisslos, so wenig freundschaftlich, dass die sonst so merkelnde Kanzlerin Klartext redete: "Ich kann nur sagen: Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen."
Aber was bedeutet das nun?
Es gibt drei Politikfelder, in denen Europa möglichst schnell Handlungsfähigkeit beweisen muss: Migration, Euro, Verteidigung. Und bei diesen drei Feldern wird Europa – und insbesondere Deutschland – Abschied nehmen müssen von einer ganzen Reihe von Lebenslügen.
Europa muss seine Grenzen unter Kontrolle bringen. Das ist derzeit ganz offensichtlich nicht der Fall. Ein Blick nach Libyen reicht. Hunderte sind in diesem Jahr schon auf dem Weg über das Meer nach Italien ertrunken, über 50.000 sind in den ersten Monaten an Italiens Küsten gelandet. Bis zum Ende des Jahres werden es nach Schätzungen der italienischen Behörden an die 200.000 Menschen sein – und es ist kein Ende in Sicht.
Jeder, der es schafft, nach Europa zu kommen, hat nach geltendem Gesetz das Recht auf eine Einzelfallprüfung seines Asylantrages mit Rekursmöglichkeiten. Angesichts der Zahlen ist es offensichtlich, dass diese Form der Asylpraxis auf Dauer nicht mehr haltbar ist. Das bestehende Asylrecht – und dazu gehört auch die Genfer Flüchtlingskonvention – ist nicht geschaffen worden für die Bedingungen einer anhaltenden Massenwanderung nach Europa.
Das heißt freilich nicht, dass Europa ein Kontinent werden soll, der Schutzbedürftigen keinen Schutz bietet. Es heißt, dass die Grenzen der Schutzbedürftigkeit enger gezogen werden müssen. Es heißt, dass klarer unterschieden werden muss zwischen Asyl und Migration. Gleichzeitig wird Europa mehr Möglichkeiten der legalen Migration anbieten müssen. Das reicht von einer Erhöhung der Zahl sogenannter Kontingentflüchtlinge bis zur Ausstellung von Arbeitsvisa. Zum Grenzschutz gehört auch, dass Menschen ohne Aufenthaltsrecht in ihre Heimatländer zurückgebracht werden müssen. Und zwar in viel größerer Zahl als es heute geschieht. Wenn Europa seine Grenzen kontrollieren will, und das wird es tun müssen, sonst erodiert die Union, muss es Abschied nehmen von dem geliebten Selbstbild, eine "sanfte Weltmacht" zu sein. Hinter der Sanftheit der EU verbarg sich oft genug Unfähigkeit und Ratlosigkeit.
Die Eurokrise ist in der letzten Zeit etwas aus dem Fokus geraten. Das heißt nicht, dass sie beigelegt ist. Sie wird nur von anderen Krisen überdeckt. Doch eine Reform des Euroraums ist dringend, sonst vertieft sich die Spaltung zwischen Nord- und Südeuropa noch weiter. Das gefährdet den Zusammenhalt der gesamten EU.

 

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Xabi Alonso besucht Augsburg

Mit der spanischen Nationalmannschaft wurde Xabier „Xabi“ Alonso Olano einmal Weltmeister und zweimal Europameister, daneben spielte der Fußballstar bei Real Sociedad, dem FC Liverpool, Real Madrid und zuletzt beim FC Bayern München – der Club, mit dem er dreimal Deutscher Meister wurde. Mit dem Saisonende beendete der defensive Mittelfeldspieler auch seine Fußballkarriere und kam nun am Wochenende mit einigen Familienmitgliedern zusammen.
Aber es wurde nicht etwa in München oder Madrid gefeiert, sondern in Augsburg. Die Familie hatte sich im Dorint-Hotel eingemietet und ging im Parkgarten im Wittelsbacher Park essen. „Sie waren nach Augsburg gekommen, weil sie ihre Ruhe haben wollten“, berichtet Gastronom Harry Winderl. Über eineinhalb Stunden wurden die Verwandten des Fußballstars auch nicht erkannt.
Wer Alonso schließlich erkannte, war der Parkgarten-Chefkoch Thorsten Sieger höchstpersönlich. Warum? Nun, der Ex-Bayern-Spieler holte das Essen selber an der Theke ab. Er hatte einmal quer durch die Karte bestellt – von Nürnberger Rostbratwürsteln und Pommes bis zur Bayerischen Brotzeitplatte. Sieger sprach den ehemaligen Fußballspieler auf Spanisch an. „Wir haben uns ganz locker unterhalten. Er hat mir ein Autogramm auf die Speisekarten gegeben“, erzählt Sieger fröhlich.

 

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Journalisten-Gewerkschaftschef Bauer zieht sich 2018 zurück

Franz C. Bauer (64) , seit 2001 Vorsitzender der Journalistengewerkschaft, wird sich kommendes Jahr zurückziehen. Das kündigte er am Montagabend im Rahmen der Verleihung von Vorhofer- und Hochner-Preis an. Sein Vertrag mit der Verlagsgruppe News werde im März enden, "mein Ablaufdatum ist kürzer als das einer Tafel Schokolade", so Bauer.
Viele Entscheidungen, an denen die Gewerkschaft mitwirke, würden weit über nächsten März hinauswirken, sagte er. Sein Nachfolger soll Eike-Clemens Kullmann, derzeit Vizepräsident der Journalistengewerkschaft in der gpa-djp, werden. Dieser werde daher in Zukunft noch stärker in die Führung der Sektion und die KV-Verhandlungen eingebunden, kündigte Bauer an.
(APA)

 

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Kripo ermittelt nach Grillparty wegen Mordversuchs

Nach der Messerattacke auf einen 35-jährigen Mann bei einer Grillparty ermittelt die Kriminalpolizei jetzt wegen versuchten Mordes. Die Tat hatte sich am Samstagabend im Garten eines Hauses in Haunstetten abgespielt. Ein stark betrunkener 32-jähriger Mann ging den Angaben zufolge mit zwei Messern bewaffnet auf sein Opfer zu und stach plötzlich zu. Wie Polizeisprecherin Manuela Ambrosch mitteilt, wird der 35-Jährige weiterhin im Klinikum behandelt. Er erlitt demnach schwerste Verletzungen im Bereich des Kopfs und eines Oberschenkels, schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr. Partygäste hatten ihn nach dem Angriff versorgt, bis ein Notarzt vor Ort eintraf. Der Tatverdächtige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Amtsgerichts hat am Montagnachmittag einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen.
Was war das Motiv?
Zum Motiv für die Bluttat machte die Polizei auch am Montag noch keine Angaben. Womöglich gibt es auch gar kein richtiges Motiv und der Messerstecher war einfach nur wütend. Fest steht laut Kripo: Der Tatverdächtige und das Opfer haben zwar gemeinsam, dass sie aus Rumänien stammen. Sie kannten sich aber den Ermittlungen zufolge bisher nicht. Der Messerstecher war wohl sauer, weil er zu der Party, die ein 53-jähriger Mann für Freunde und Familie gab, gekommen war und dort rausflog, nachdem er sich daneben benommen hatte. Er hatte Gäste – wie es heißt auch Kinder – beleidigt und angepöbelt.
Der Betrunkene ging nach dem Rauswurf erst weg. Gegen 21.30 Uhr kam er aber laut Polizei mit zwei Messern wieder zurück und stach auf den 35-Jährigen, der in einem Gartenstuhl saß, ein. Offen ist, ob er bewusst auf den Mann zuging, der in Rumänien wohnt und nur zu Besuch in Augsburg war. Es erscheint genauso möglich, dass der Tatverdächtige sein Opfer einfach willkürlich ausgesucht hat.
Woe sidn die Messer?
Die Ermittler gehen nach aktuellem Stand jedenfalls davon aus, dass er sein Opfer nicht nur verletzen, sondern töten wollte. Sein Verteidiger Jörg Seubert sagte auf Anfrage, er könne sich derzeit zu den Vorwürfen gegen den 32-Jährigen noch nicht äußern. Der Tatverdächtige war nach der Messerattacke zunächst geflüchtet. Rund zwei Stunden nach Mitternacht griff eine Streife den Verdächtigen, der auch in Haunstetten wohnt, auf. Er war mit einem Fahrrad in der Haunstetter Straße unterwegs. Die Tatwaffen sind indes verschwunden. Wer im Bereich zwischen Haunstetter Straße und Leisenmahd Messer mit weißen Griffen gefunden hat, soll sich deshalb bei den Ermittlern melden.
Hinweistelefon Die Kripo Augsburg ist erreichbar unter 0821/323-3810.

 

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Spice-Girls-Erfinder sucht DICH für seine Band!

Er gibt deutschen Musik-Hoffnungen die Chance ihres Lebens. Erfolgsproduzent Simon Fuller (57) sucht gemeinsam mit BILD den deutschen Star für die neue Weltband Now United. Elf Künstler aus elf verschiedenen Ländern bilden gemeinsam die internationalste Musikgruppe aller Zeiten. Gesucht wird: das größte Musiktalent aus Deutschland!
Simon Fuller aus England gilt als einer der großen Entdecker und Ideengeber der Musikbranche: Er besorgte Madonna den ersten Plattenvertrag.
Er machte in den 90er Jahren die Spice Girls groß. Und er verhalf Amy Winehouse zum Durchbruch.
Heute ist er der Manager von zum Beispiel Victoria und David Beckham.
Simon Fuller steht für große Ideen: 2001 erfand er „Pop Idol“ – die britische Vorlage von „Deutschland sucht den Superstar“. Heute ist es eines der erfolgreichsten Formate der Welt.
Und jetzt will er eine Weltband gründen!
Gemeinsam mit anderen Künstlern aus den USA, China, Mexiko, Südkorea, Russland, Indien, Deutschland, Senegal, Brasilien, Japan und Großbritannien lernt der deutsche Kandidat von den Besten der Musikbranche, spielt auf den größten Musik-Events der Welt und nimmt Musik mit Starproduzenten wie Red One (Lady Gaga) auf. Und auch symbolisch hat diese Band eine große Bedeutung: Sie ist das beste Symbol für Zusammenhalt. Egal aus welchem Land, egal mit welchem Talent.
Simon Fuller zu BILD: „Now United ist für mich ein Herzensprojekt, und ich kümmere mich um jedes Detail. Es ist keine weitere Pop-Gruppe, sondern eher wie ein Sportteam – deshalb elf Mitglieder –, in dem alle zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen, um gemeinsam Erfolg zu haben. Jeder kann bei Now United mitmachen, wenn er Talent, Begeisterung und eine außergewöhnliche Motivation besitzt. Ich möchte die höchsten Standards und eine intensive Konkurrenz um jeden Platz im Team so wie in jedem professionellen Sportteam. Now United wird von außergewöhnlichen Weltklasse-Profis unterstützt, die hoffnungsvollen jungen Talente unterrichten und auf ihrem Weg begleiten werden. Ich freue mich sehr, dass BILD Teil des United-Teams ist.“
Ab heute startet die knallharte Bewerbungsphase bei BILD: Jeder zwischen 16 und 19 Jahren kann bis zum 30. Juni 2017 sein Video auf nowunited.bild.de hochladen und so sein Talent unter Beweis stellen.
Die Besten werden zunächst im „Bootcamp“ von BILD für die finale Auswahl in den USA vorbereitet und dann im Herbst 2017 von BILD und Simon Fuller zur großen Endausscheidung nach Los Angeles geschickt, wo dann für einen der beiden deutschen Bewerber der Traum von Now United wahr wird.
In den kommenden Wochen begleitet BILD in der Zeitung, online und auf dem Snapchat-Kanal den Weg der Bewerber, zeigt ihre Bewerbungsvideos, ihre Camps und ihren ersten Auftritt.
Julian Reichelt, Vorsitzender der BILD Chefredaktionen und Chefredakteur BILD Digital: „Simon Fuller hat als TV-Macher und Manager immer den ersten Schritt in neue Konzepte gewagt, die Millionen Menschen lieben. BILD bietet eine einzigartige Unterhaltung, mit der Now United junge Nutzer über alle Plattformen auf BILD.de, in den sozialen Netzwerken, Web-TV und in BILD erreicht. Wir freuen uns auf viele Bewerbungen neuer herausragender Talente zu Now United, das als erstes rein digitales und internationales Musikprojekt mit Simon Fuller auch ein großartiges Zeichen für globalen Zusammenhalt setzt.“

 

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Enteignung und alternative Fakten: Hitzige Debatte zur Urheberrechtsreform

Verleger sehen sich durch die geplante Urheberrechtsnovelle für die Wissenschaft "teilenteignet", Forscher können die Empörung nicht verstehen und fordern mehr Nutzerfreiheiten. Beide Seiten prallten bei einer Anhörung aufeinander.
Über Kampagnen in und von Zeitungs- und Fachverlagen kocht die Debatte über den Gesetzentwurf, mit dem die Bundesregierung das Urheberrecht "an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft" anpassen will, seit Kurzem hoch. Nun kam es bei einer Anhörung zu der Initiative im Bundestag am Montag zu einem Schlagabtausch zwischen Vertretern der Welt des gedruckten Worts und Wissenschaftlern. Erstere beklagten massive Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell, letzteren ging das Vorhaben nicht weit genug.
"Wir befürchten große Nachteile", betonte Barbara Budich, die in Leverkusen einen kleinen, nach ihr benannten Wissenschaftsverlag mit 14 Mitarbeitern leitet. Der Entwurf erschien ihr wie eine "gesetzliche Teilenteignung". Gerade Lehrbücher, aus denen Ausbilder und Forscher künftig genauso wie bei anderen Werken 15 Prozent kopieren oder in elektronische Semesterapparate einstellen dürfen sollen, gehörten zu den "ressourcenintensivsten Produkten" jenseits von Zeitschriften. Der Markt dafür sei "in den vergangenen zehn Jahren schon um etwa 27 Prozent geschrumpft". Die nun vorgesehene "pauschale Vergütung" im Gegenzug für das Nutzungsrecht könne da "nicht fair" sein.
Studenten gingen heutzutage "sehr modular" vor und gäben sich vielfach mit Auszügen auf Lehrbüchern zufrieden, führte Budich aus. So gebe es bei der geplanten 15-Prozent-Klausel, die laut dem ursprünglichen Ansatz des Bundesjustizministeriums bei 25 Prozent hätte liegen sollen, kaum noch Kaufanreize für sie. Die Verlegerin empfahl, die genutzten Auszüge zumindest seitengenau über die lizenzpflichtige Plattform Semesterapparat.de abzurechnen. Rund 50 Verlage hätten darauf in einem Testlauf über 50.000 Publikationen zur Verfügung gestellt.
Schweres rhetorisches Geschütz fuhr Christian Sprang, Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, auf und löste dabei Stirnrunzeln bei vielen Abgeordneten aus. Er warf den Volksvertretern vor, dass von ihnen offenbar "niemand jemals aus eigener Kraft einen Arbeitsplatz geschaffen" oder ein "existenzielles Gespräch" mit Mitarbeitern geführt habe. Sonst wäre den Parlamentariern sicher klar, dass Investitionen in Kreativität zurückverdient werden müssten. Für Sprang ist der Entwurf "verfassungs- und europarechtswidrig". Die Wissenschaftsfreiheit werde grob verletzt, eine "echte demokratische Beteiligung" habe bisher nicht stattgefunden.
Besonders geschädigt würden laut dem Rechtsanwalt "hochintensive Produkte" wie ein Anatomie-Handbuch von Thieme, das über 3000 Zeichnungen enthalte. Früher hätten Universitätsabteilungen diese jeweils für viel Geld anfertigen lassen müssen. Wenn davon 15 Prozent genutzt werden dürften, "kann man ganze Körperbereiche abdecken". Sprang forderte, dass Verlagsangebote für Lizenzen Vorrang haben müssten, sonst lande der jetzige Schnellschuss rasch vorm Bundesverfassungsgericht. Der Widerstand gegen solche sinnvollen Lösungen komme auch nicht von den Studenten; diese seien "instrumentalisiert" und aufgehetzt worden.
Die aktuelle Diskussion sei "mit Fehlinformationen gespickt" und beziehe sich nur auf einen Teilbereich, hielt die Berliner Juniorprofessorin für Bürgerliches Recht, Katharina de la Durantaye, dagegen. Insbesondere für Zeitungsverlage ändere sich mit dem Vorhaben "nicht so viel". Beim Kopienversand für nicht-kommerzielle Zwecke durch Bibliotheken dürften Artikel schon jetzt in Gänze erfasst werden. Eingriffe in Pressearchive würden nicht gestattet, die Nationalbibliothek dürfe nur eine Alternative dazu schaffen, wenn derlei privaten Dokumentationen nicht bestünden. Dass Lizenzangebote von Verlagen keinen Vorrang haben sollten, sei angemessen, da der einzelne Nutzer solche gar nicht beurteilen könnte und so horrende Preise gefördert würden.
Die Forscherin hatte sich in einem eigenen Vorschlag für eine umfassendere "Wissenschaftsschranke" ähnlich wie andere Experten für eine "vergütungspflichtige Generalklausel" stark gemacht, die auch noch nicht gesetzlich genannte Fallkonstellationen mit größeren Nutzungsfreiheiten etwa für die Plagiatskontrolle von Prüfungsarbeiten einbezogen hätte. Sie schlug vor, die jetzt von der Regierung beschriebenen Einzeltatbestände zumindest noch etwas zu lockern, indem der Gesetzgeber Nutzungen zulasse, die mit den bisher genannten Zwecken vergleichbar seien.
Die Aufregung nicht nachvollziehen konnte auch Rainer Kuhlen vom Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft". Er warf der Verlegerseite vor, Appelle "ohne Rücksicht auf die Fakten und den Wortlaut des Textes" an die Politik zu richten. Die betroffenen Werke seien weitgehend schon durch die öffentliche Hand finanziert, der "sehr zurückhaltende Entwurf" enthalte "an vielen Stellen noch nicht das", was Lehrer, Forscher und Studierende bräuchten. Regeln etwa für die Online-Ausleihe würden auf die lange Bank geschoben.
Der Entwurf erfülle allenfalls die "Mindestanforderung", ergänzte der Innsbrucker Urheberrechtsexperte Leonhard Dobusch. Geschaffen würden "zumindest halbwegs zeitgemäße Bedingungen" etwa für Schulen. Andere Staaten wie Norwegen gingen bei den digitalen Ausleihmöglichkeiten schon viel weiter und stellten teils Volltexte zur Verfügung. Auch laut Christoph Bruch von der Helmholtz-Gemeinschaft, der im Namen der Allianz der Wissenschaftsorganisationen sprach, würde die Initiative die bisherigen verteilten Regeln verständlicher gestalten und so die Rechtssicherheit erhöhen. Ausnahmen für Lehrbücher oder individuelle Nutzungsabrechnungen lehnte er ab, da diese die Lage verschlechterten und nicht praxisgerecht seien. (axk)

 

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Draghi: Lockere Geldpolitik weiter nötig

Draghi macht es weiter spannend: Vor der Zinssitzung im Juni betont er Notwendigkeit einer lockeren Geldpolitik im Euroraum. Experten erwarten, dass die EZB bald etwas an dieser Formulierung ändern könnte.

 

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Warum Hartz IV keine wirkliche Alternative ist

Die aufgeregte Diskussion um die Hartz-IV-Studie des Finanzministeriums entbehrt nicht eines gewissen Unterhaltungswerts. Interessant ist beispielsweise zu sehen, wie sehr SPÖ-Politiker bestrebt sind, die vom Sozialdemokraten (und IG-Metall-Mitglied) Peter Hartz erfundene, vom sozialdemokratischen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeführte und von der aktuellen deutschen Arbeitsministerin, Andrea Nahles (SPD) , immer noch vehement verteidigte deutsche Form der bedarfsorientierten Mindestsicherung als neoliberales Teufelszeug hinzustellen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Schwerer Schlag für Zivilisten: EU verlängert Syrien-Sanktionen

Die EU-Staaten haben ihre Sanktionen gegen die syrische Regierung von Baschar al-Assad um ein weiteres Jahr bis zum 1. Juni 2018 verlängert. Die „Strafmaßnahmen“ werden laut dpa mit dem Vorgehen der Führung des Landes gegen die Zivilbevölkerung begründet. Die Maßnahmen sind sehr weitreichend und haben seit ihrem Inkrafttreten die Wirtschaft in Syrien faktisch lahmgelegt. Die Sanktionen bestehen aus einem Ölembargo und Investitionseinschränkungen. Vermögen der syrischen Zentralbank innerhalb der EU ist eingefroren und es gilt ein Exportverbot für Güter, die zur Überwachung und Unterdrückung der Bevölkerung eingesetzt werden könnten.
Auch drei Minister wurden auf die Liste gesetzt. Es handelt sich um Hischam al-Schaar (Justiz) , Samer al-Chalil (Wirtschaft und Handel) und Salam al-Saffaf (Verwaltung) , wie die dpa erfahren haben will. Damit hat die Europäische Union insgesamt 240 Personen und 67 Körperschaften mit Reiseverboten und Vermögenssperren belegt.
Die Sanktionen haben vor allem eine verheerende Wirkung auf die Zivilbevölkerung. Auf den Tag genau vor einem Jahr hatten sich die Vertreter der christlichen Religion an die EU gewandt und die Aufhebung der Sanktionen erbeten – weil die Sanktionen nicht den Machthabern im Land schaden, sondern der Bevölkerung.
Ein UN-Report hatte vor einigen Monaten aufgezeigt, dass die Sanktionen direkt gegen die Zivilbevölkerug wirken. In einer ausführlichen Analyse kamen die Vereinten Nationen zu dem Schluss, dass die Sanktionen nicht den Eliten in Damaskus schade, sondern der Bevölkerung.
Die UN-Experten erklären die Sanktionen als ein „komplexes Netzwerk ökonomischer Sanktionen, die gegen die Regierung von Syrien sowie gegen bestimmte Einrichtungen und Individuen gerichtet sind, denen Verstöße gegen die Menschenrechte vorgeworfen werden.“ Die Sanktionen und Exportkontrollen der Europäischen Union beinhalten die Einfrierung von Wertanlagen und strenge Einschränkungen der Finanzgeschäfte europäischer Banken in Syrien.
Das Sanktionsprogramm der USA übertrifft jene der EU, schreiben die Vereinten Nationen. Es herrsche ein generelles Exportembargo und scharfe Finanz-Restriktionen. „Aktivitäten von Amerikanern und Nicht-Amerikanern und Organisationen sind mit Verweis auf die US-amerikanische Rechtsprechung beschränkt. Weil die USA Syrien als Staatssponsor des Terrorismus bezeichnet haben, gibt es ein Exportverbot für nahezu alle Waren, die in den USA produziert wurden. Das Verbot schließt außerdem Waren ein, in denen US-Vorprodukte zehn Prozent oder mehr des Gesamtwertes ausmachen.“
Die Vereinten Nationen stellen in ihrem Bericht fest, dass zu bezweifeln ist, dass die Sanktionen ihren beabsichtigten Zweck erfüllen. Zudem wären Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung zwar möglich, würden von den Sanktionsbestimmungen aber massiv erschwert: „Hilfsorganisationen berichten ständig, dass die Art der Verbote, Lizenzen und Exportbestimmungen schwierig zu verstehen sind und häufig einer kostspieligen juristischen Beratung bedürfen und als Hindernis einer schnellen Abwicklung der humanitären Hilfen fungieren.“ Dasselbe gilt für den Wiederaufbau: Baufirmen könnten nicht tätig werden, die Infrastruktur könne nicht wieder hergestellt werden. Auch die Finanzierung von Aufbau-Projekten ist faktisch unmöglich. Damit werden auch jene Regionen gestraft, in denen es gelungen ist, die Kämpfe zu beenden.
Bereits vor einem Jahr hatte Russland angeregt, sich rechtzeitig mit dem Wiederaufbau Syriens zu beschäftigen. Doch auch den Russen sind wegen der Sanktionen die Hände gebunden, vor allem, weil die Banken-Infrastruktur faktisch lahmgelegt ist.
Die Vereinten Nationen kommen zu dem Schluss, dass die Aufrechterhaltung der Sanktionsregime eine wirkungsvolle Hilfe für die Zivilbevölkerung Syriens dauerhaft behindert: „Die kombinierten Effekte der allumfassenden, unilateralen Sanktionen, Sorgen bezüglich des Terrors und die angespannte Sicherheitslage haben immense Hürden für jene geschaffen, die humanitäre Hilfe liefern möchten. (…) In Fällen, in denen Hilfen erlaubt sind, berichten Nichtregierungsorganisationen von signifikanten Verzögerungen bei der Abwicklung von Zahlungen oder der Lieferung von Waren.“
Unter dem Titel „ Basta sanzioni alla Siria e ai Siriani “ forderten die Führer der christlichen Kirchen ein Ende der EU-Sanktionen gegen das syrische Volk. Wir dokumentieren den Appell von 2016, der nichts an Dramatik verloren hat (Übersetzung: Bernd Duschner) :
2011 hat die Europäische Union beschlossen, Wirtschaftssanktionen gegen Syrien zu verhängen. Die EU stellte sie als „Sanktionen gegen Persönlichkeiten des Regimes“ dar. Tatsächlich verhängte sie gegen das ganze Land ein Öl-Embargo, eine Blockade jeglicher Finanztransaktionen und ein Handelsverbot für sehr viele Güter und Produkte. Diese Maßnahmen sind immer noch in Kraft. Dagegen wurde 2012 aufgrund einer schwer verständlichen Entscheidung das Öl-Embargo für die Regionen aufgehoben, die bewaffnete und dschihadistische Opposition kontrolliert. Dadurch sollen offenkundig den sogenannten „revolutionären Kräften und der Opposition“ wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
In diesen 5 Jahren haben die Sanktionen gegen Syrien dazu beigetragen, die syrische Gesellschaft zu zerstören: Sie lieferten sie dem Hunger, Epidemien und Elend aus und arbeiten somit den Milizen von Integralisten und Terroristen, die heute auch in Europa zuschlagen, in die Hand. Die Sanktionen vergrößern die Schäden durch den Krieg, der bereits zu 250.000 Toten, 6 Millionen Vertriebenen und 4 Millionen Flüchtlingen geführt hat.
Die Situation im Syrien-Konflikt ist verzweifelt: Es fehlt an Lebensmitteln, es herrscht eine allgemeine Arbeitslosigkeit, medizinische Behandlungen sind unmöglich geworden, Trinkwasser und Strom sind rationiert. Dazu kommt, dass das Embargo die Syrer, die sich bereits vor dem Krieg im Ausland niedergelassen haben, daran hindert, ihren Verwandten und Familienangehörigen im Heimatland Geld zu überweisen. Selbst Nichtregierungsorganisationen, die Hilfsprogramme durchführen möchten, können ihren Mitarbeitern in Syrien kein Geld schicken. Firmen, Stromwerke, Wasserwerke, und Krankenhäuser sind gezwungen, zu schließen, weil sie keine Ersatzteile und kein Benzin bekommen können.
Heute sehen die Syrer nur eine Möglichkeit für das Überleben ihrer Familien: die Flucht aus ihrem Land. Aber auch diese Lösung stößt auf nicht wenige Schwierigkeiten und führt zu hitzigen Auseinandersetzungen innerhalb der Europäischen Union. Es kann nicht sein, dass die Flucht die einzige Lösung ist, die internationale Gemeinschaft diesen Menschen in ihrer Not noch lässt.
Wir unterstützen deshalb alle Initiativen humanitären Charakters und alle Initiativen für den Frieden von Seiten der internationalen Gemeinschaft, insbesondere die schwierigen Verhandlungen in Genf. In der Erwartung und der Hoffnung, dass sie nach so vielen bitteren Enttäuschungen ein konkretes Ergebnis bringen, fordern wir, dass die Sanktionen, die im tagtäglichen Leben jedes Syrers zu spüren sind, unverzüglich aufgehoben werden. Ohne konkrete Anstrengungen für die Menschen, die heute unter den Folgen des Embargos leiden, kann es nicht zu dem ersehnten Frieden kommen. Die Auswirkungen des Embargos lasten auf dem ganzen Volk.
Das Gerede über die Kriegsflüchtlinge aus Syrien sieht nach purer Heuchelei aus, solange man gleichzeitig, diejenigen, die in Syrien bleiben, weiter aushungert, ihnen die medizinische Versorgung, Trinkwasser, Arbeit, Sicherheit und die elementarsten Rechte verweigert.
Wir wenden uns deshalb an die Abgeordneten und Bürgermeister jedes Landes, damit
die Bürger der Europäischen Union (bis heute absolut unwissend) über die Ungerechtigkeit der Sanktionen gegen Syrien informiert werden und die Sanktionen endlich Gegenstand einer ernsthaften Debatte und entsprechender Beschlüsse werden.
Unterzeichner:
Georges Abou Khazen, Apostolischer Vikar von Aleppo
Pierbattista Pizzaballa, Kustos emeritus des Heiligen Landes
Josef Tobji, Erzbischof der Maroniten von Aleppo
Boutros Marayati, Armenischer Bischof von Aleppo
Die Schwestern der Kongregation des heiligen Josef der Erscheinung des Krankenhauses „Saint Louis“ von Aleppo
Ordensgemeinschaft der Trappistinnen in Syrien
Dr. Nabil Antaki, Arzt in Aleppo von der Ordensgemeinschaft der Gesellschaft Maria
Die Schwestern der Kongregation der immerwährenden Hilfe – Zentrum für Minderjährige und Waise von Marmarita
Pater Firas Loufti, Franziskaner
Jean – Clement Jeanbart, griechisch-orthodoxer Erzbischof von Aleppo
Jacques Behnan Hindo, syrisch-katholischer Bischof von Hassake – Nisibi
Mtanios Haddad, Archimandrit der katholisch-melkitischen Kirche
Hilarion Capucci, emerit. Erzbischof der melkitischen griechisch-kath. Kirche
Ignaz Youssef III Younan, Patriarch der unierten syrisch-kath. Kirche von Antiochien
Georges Masri, Prokurator beim Heiligen Stuhl der syr.isch-kath. Kirche
Gregor III Laham, Patriarch der melkitisch griechisch-kath. Kirche
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BMW-Werke warten weiter auf Teile von Bosch

Ein fehlendes Gussteil bringt die Fließbänder von BMW ins Stocken. Statt Autos zu bauen, machen die Beschäftigten Wartungsarbeiten oder Urlaub. Wie VW im vergangenen Jahr bekommt jetzt auch BMW die extreme Abhängigkeit von einer funktionierenden Lieferkette zu spüren.

 

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Wirtschaftsbeziehungen zu Indien: Markt mit Potenzial - und Problemen

Indiens Premierminister Modi ist zu Besuch in Berlin. Insbesondere die Wirtschaft hofft auf Fortschritte durch die deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Denn Indien ist für deutsche Unternehmen ein wichtiger, aber schwieriger Markt.
Indien ist ein Markt der Superlative: Es hat nach China mit 1,3 Milliarden Menschen die größte Bevölkerung, es gehört zu den dynamischsten Wirtschaftsregionen, schafft hohes Wachstum und verspricht mit seinem Riesenhunger auf "Made in Germany" den deutschen Export weiter anzuheizen - also ein idealer Handelspartner für Deutschland und die EU.
Etwa 1800 deutsche Unternehmen produzieren auf dem Subkontinent. Vor allem DAX-Konzerne engagieren sich: BASF unterhält seit Neuestem ein Entwicklungszentrum in Mumbai, Bosch konstruiert Einspritzsysteme für die Automobilindustrie, Siemens fertigt im Bereich Medizintechnik. Groß einsteigen will auch die Deutsche Post mit Logistiksystemen für den indischen Kontinent. Doch trotz der viel versprechenden Aussichten bleiben deutsche Investitionen weit hinter den Möglichkeiten zurück.
Bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren weckte Premierminister Narendra Modi große Erwartungen, "doch bis jetzt kommen die Handelsbeziehungen einfach nicht recht vom Fleck", beklagt Dirk Matter, Direktor der Deutsch-Indischen Handelskammer in Düsseldorf. Gerade der Mittelstand habe großen Nachholbedarf. Deutschlands Direktinvestitionen dümpeln seit Jahren um den Wert von rund einer Milliarde Dollar pro Jahr. Experten zufolge wäre dabei ein Vielfaches möglich.
Doch für deutsche Unternehmen bleibt Indien ein schwieriger Markt: Wirtschaftsvertreter klagen über zu viel Bürokratie und zu wenig Infrastruktur. Auch bei der Korruptionsbekämpfung tritt das Land dem Bundesverband der Deutschen Industrie zufolge noch immer auf der Stelle. Dabei hat Premierminister Modi schon das Bargeld quasi abgeschafft, indem er im November über Nacht 80 Prozent des Bargelds für ungültig erklärte.
Dennoch halten beide Seiten an ihrem Plan fest: ein europäisch-indisches Freihandelsabkommen. Das scheiterte bisher an zu hohen indischen Einfuhrzöllen - etwa auf französischen Wein - und an strengen EU-Einreise-Regeln gegenüber indischen IT-Spezialisten: Diese sollen zwar hier leben - aber auf indischem Lohnniveau.

 

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Glückwunsch, Internetphänomen! Das GIF wird 30 Jahre alt

Das wohl beliebteste Datenformat des Internets feiert 30. Geburtstag: das GIF.
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Die Abkürzung GIF steht für Graphics Interchange Format (deutsch: Grafik-Austauschformat) . In diesem Dateiformat können Bilder komprimiert abgespeichert werden, ohne dass Informationen verloren gehen. Aus den komprimierten Daten können die Ursprungsdaten verlustfrei wieder hergestellt werden.
Außerdem können in einer GIF-Datei mehrere übereinanderliegende Einzelbilder so abgespeichert werden, dass das menschliche Auge sie als Animation betrachtet.
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Programmierer Steve Wilhite entwickelte das Format. Der US-Onlinedienst CompuServe führte es 1987 als Farbformat ein. Mit dem zuvor benutzten RLE-Format konnten nur Schwarzweißbilder dargestellt werden. Da GIF-Dateien deutlich weniger Speicherplatz benötigten als andere damals genutzte Grafikformate, wurden sie schnell populär. Auch mit langsamen Modems konnten GIF-Dateien in verhältnismäßig kurzer Zeit übertragen werden.
Als beliebtestes Bilddateien-Format hat sich inzwischen JPEG durchgesetzt. Dessen Farbpalette ist nicht nur auf 256 Farben beschränkt, zudem ist die Auflösung höher. GIF konnte sich behaupten, weil es durch die Überlagerung mehrerer Einzelbillder Animationen erlaubt.
Das GIF vereint die geringe Speichergröße eines Bildes und die Eigenschaften eines Videos - als modernes Daumenkino sozusagen. In den vergangenen Jahren erlebten GIF-Dateien ein überraschendes Comeback im Netz, allen voran in Postingforen wie 4chan oder tumblr. Dort werden GIFs gerne als Emoticon-Ersatz genutzt, um Gefühle oder Stimmungen auszudrücken.
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Im Jahr 2012 wurde GIF ins englische Wörterbuch aufgenommen - sowohl als Nomen als auch als Verb. "To gif" bedeutet übersetzt soviel wie "ein GIF erstellen". Der amerikanische Ableger der Oxford University Press wählte GIF im selben Jahr zum Wort des Jahres. Die Begründung der Jury: "Vom Medium für popkulturelle Memes hat sich das GIF zu einem Werkzeug mit ernsthaften Anwendungen in Forschung und Journalismus entwickelt."
Seit Mai 2015 unterstützt auch Facebook GIF, nachdem dies zunächst abgelehnt worden war. Auch über WhatsApp können mittlerweile GIFs versendet werden.
via GIPHY
via GIPHY
Pixelgrafiken im Browser erstellen
GIFs über WhatsApp verschicken - So funktioniert's
Motion Stills: Live-Bilder in GIF umwandeln

 

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Steffen Hofmann, der Hütteldorfer „Fußballgott“

Wien. Es gibt Arbeitsplätze, die man einfach lieben muss. Das Betriebsklima stimmt, Kollegialität wird gelebt, die Gage ist beachtlich, Leistungen werden honoriert und Misserfolge zwar von Pfiffen bzw. medialer Kritik begleitet, doch letztlich ist der Umgang fair. Wenn Steffen Hofmann, 36, über seine Zeit bei Rapid – seit Sonntag gekrönt mit 527 Pflichtspielen und dem Klubrekord –, spricht, merkt man die Emotion, die jedem seiner Worte vorauseilt.
Der Deutsche ist seit 2002, mit wenigen Monaten Auszeit bei 1860 München, in Hütteldorf engagiert. Für Fans avancierte er aufgrund seiner Vorlagen, Flanken und Tore zum „Fußballgott“, für Trainer war er lange der wichtigste Spielgestalter. Auch hatte er großen Anteil an den Meistertiteln 2005 und 2008, mit Hofmann spielte Rapid auch in der Champions League und der Europa League. Eine wichtige Errungenschaft geriet zuletzt sogar in Vergessenheit: Hofmann war 2010 Österreichs Torschützenkönig mit 20 Treffern.
Dass er mit der U-Bahn zum Training fährt, dokumentiert seine Bodenständigkeit, teure Autos oder Luxusgüter sind dem Vater zweier Töchter und eines Sohnes vollkommen fremd. In der Gegenwart wird der mehrmalige Fußballer des Jahres zumeist eingewechselt, er nimmt diesen Umstand gelassen. Die Leitfigur sagt: „Ich weiß, dass ich noch auf dem und abseits des Platzes helfen kann.“
Die Tiefschläge der vergangenen Monate hinterließen Spuren, im Verein herrschte Unruhe, mit dem 2: 1 gegen St. Pölten (SV Ried stieg ab) aber feierte Grünweiß ein versöhnliches Ende der Bundesligasaison. Platz fünf ist allerdings nicht erbaulich, der Coup soll im Cupfinale am Donnerstag (20.30 Uhr, live, ORF eins) gelingen. Besiegt Rapid Titelverteidiger Salzburg, spielt der Klub nächste Saison im Europacup, wären wichtige Einnahmen gerettet. Mit dem ersten Cupsieg seit 1995 würde Hofmann wohl noch eine Saison anhängen.
Obwohl der leidenschaftliche Hobbygolfer zu seiner Zukunft keine Stellungnahme abgeben wollte, wäre es im Fall einer Niederlage nicht verwunderlich, würde er als alleiniger Rekordhalter mit dem 528.
Rapid-Spiel abtreten. „Es hängt nicht von mir ab“, beteuert aber der Regisseur, dessen Vertrag nach Saisonende ausläuft. Über eine mögliche Verlängerung kann er laut Sportgeschäftsführer Fredy Bickel selbst entscheiden – es bleibt also das Ergebnis am Donnerstag abzuwarten.
Die Partie steigt in Klagenfurt, mutet jedoch wie ein Heimspiel an. Über 10.000 Rapid-Anhänger reisen an, Hofmann strahlt. „Rapid ist meine erste große Liebe. Der Klub ist wie ich. Immer alles geben, niemals aufgeben.“ (fin)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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EU-Mitgliedstaaten verschärfen Kfz-Abgastests

Brüssel. Der Skandal rund um manipulierte Dieselausstoßdaten bei Volkswagen zieht Konsequenzen auf EU-Ebene nach sich. Am gestrigen Montag einigten sich die Mitgliedstaaten der EU trotz deutschen Widerstands darauf, die Praxis der Kfz-Untersuchungen innerhalb der Union zu reformieren. Nachdem der deutsche Automobilkonzern in seine Motoren Ausschaltvorrichtungen eingebaut hat, die bei Abgastests der nationalen Behörden die Schadstoffausstöße reduziert haben, soll künftig die EU-Kommission in diesem Bereich Prüfkompetenzen erhalten.
Konkret soll die Brüsseler Behörde das Pouvoir erhalten, Fahrzeuge im Alleingang zu prüfen. Um die Kontrollnetze dichter zu spannen, sollen weiters die nationalen Prüfbehörden einander auf die Finger schauen – um zu vermeiden, dass die Kontrolleure in Mitgliedstaaten, in denen Autos produziert werden, nicht beide Augen zudrücken. Die Kommission wird sich in dieses System einklinken.
Ebenfalls angestrebt ist die Forcierung von Abgastests unter realen Fahrbedingungen – denn Labortests gelten seit Langem als wirklichkeitsfremd. Pro 50.000 neu zugelassenen Pkw soll künftig mindestens ein Fahrzeug einer Prüfung unterzogen werden – und das nicht nur im Labor, sondern auch auf offener Straße. Bei Verstößen soll die EU-Kommission zudem das Recht erhalten, den betroffenen Hersteller mit einer Pönale von bis zu 30.000 Euro pro Fahrzeug zu strafen.
Konsumentenschützer begrüßten gestern zwar den Beschluss, doch er geht ihnen nicht weit genug. So bemängelte etwa die europäische Verbraucherorganisation Beuc in einer Presseaussendung, dass der Rat die Reformvorschläge der Brüsseler Behörde vom vergangenen Jahr verwässert habe – die Kommission hatte nämlich unter anderem gefordert, den finanziellen Verflechtungen zwischen Autokonzernen und Prüflabors ein Ende zu bereiten und unabhängige Prüfinstitute zu errichten. Weiterer Kritikpunkt: Zwar darf die EU-Kommission Umweltsünder strafen, aber nur dann, wenn diese nicht bereits auf nationaler Ebene zur Verantwortung gezogen wurden. Freilich: Eine Mindestpönale wollte der Rat nicht vorgeben. Für Beuc handelt es sich demnach um ein „unausgegorenes Paket, das zu einem Papiertiger zu verkommen droht“.
Noch haben allerdings Kommission und Europaparlament ein Wörtchen mitzureden, denn die Reform muss von allen drei europäischen Institutionen mitgetragen werden. Die Dreierverhandlungen werden nun weitergeführt – und sowohl die Brüsseler Behörde als auch die Europaabgeordneten haben sich ursprünglich für ein ambitioniertes Paket ausgesprochen. (ag./red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Rot-Blau: Tiroler SPÖ fragt Mitglieder

Innsbruck/Wien. Teile der Tiroler SPÖ preschen nun mit einer Mitgliederbefragung über eine mögliche rot-blaue Koalition im Bund vor. Im Bezirk Innsbruck-Land sollen die Mitglieder bereits am 15. Juni dazu befragt werden. „Es ist Zeit, neue Wege zu gehen“, sagte Bezirksparteiobmann Georg Dornauer – er ist auch Stellvertreter von Tirols SPÖ-Chefin, Elisabeth Blanik – der „Tiroler Tageszeitung“. Spätestens im August sollen die Ergebnisse dann in einem Bezirksparteirat diskutiert werden. Generell ist die Tiroler SPÖ auch für eine Mitgliederbefragung auf Bundesebene.
In den anderen SPÖ-Landesorganisationen reagierte man auf das Vorpreschen Tirols zurückhaltend. „Entscheidend ist jetzt, dass wir den Kriterienkatalog fertigstellen, dann werden wir über die weitere Vorgehensweise entscheiden“, so der Landeshauptmann Kärntens, Peter Kaiser. Singulärentscheidungen seien aber nicht das Wahre: „Zu klären wäre so eine Frage etwa in einer Urabstimmung.“ Der Kriterienkatalog der SPÖ sei in seiner Grundstruktur fertig, er soll in den nächsten Monaten vorgelegt werden. Am Wochenende hat Kaiser gemeint, dass der Wind „nicht links bläst, sondern von rechts kommt“. Auch ihm werde der Abschied vom Dogma „Niemals mit der FPÖ“ wehtun, doch das sei „Realismus“, sagte er im „Profil“.
Der steirische SPÖ-Chef, Michael Schickhofer, meinte am Montag: „Zuerst wählen wir, dann verhandeln wir mit allen im Parlament vertretenen Parteien. Über das Ergebnis und das Regierungsprogramm sollen dann alle SPÖ-Mitglieder abstimmen.“
Im Burgenland, wo die SPÖ mit der FPÖ koaliert, ist im Moment keine Mitgliederbefragung geplant. Eine solche sei durchaus vorstellbar, man wolle aber abwarten, sagte Landesgeschäftsführer Christian Dax. Im Burgenland funktioniere Rot-Blau recht gut. Auf Bundesebene würde es auf die handelnden Personen ankommen. Dax verwies auf den Kriterienkatalog. Wenn die FPÖ mit diesem übereinstimme, sei sie ein „potenzieller Partner“.
In Niederösterreich ist laut SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Laimer derzeit keine Mitgliederbefragung geplant. Zuerst brauche es den Kriterienkatalog. Für den Salzburger SPÖ-Chef, Walter Steidl, ist eine Mitgliederbefragung auf Bundesebene „nicht vorrangig“. Sollte sich nach der Wahl im Oktober diese Frage stellen, müssten sich zunächst die Gremien ausführlich damit befassen. Das habe Vorrang vor einer Befragung der Mitglieder. Grundsätzlich kann sich Steidl Rot-Blau aber schon vorstellen.
Die SPÖ-Chefin in Oberösterreich, Birgit Gerstorfer, erinnerte an den Parteitagsbeschluss, wonach die SPÖ nicht mit der FPÖ koalieren dürfe. Sollte man trotzdem verhandeln, müssten die Ergebnisse demokratisch legitimiert werden – also vom Parteitag oder in einer Mitgliederbefragung.
Vorarlbergs SPÖ-Landeschefin, Gabriele Sprickler-Falschlunger, ist zwar „keine Freundin“ von Rot-Blau, würde eine solche Koalition aber akzeptieren, wenn die Mehrheit der SPÖ-Mitglieder dafür ist. Eine Mitgliederbefragung für eine SPÖ-FPÖ-Koalition hielte sie schon deshalb für notwendig, „weil es einen aufrechten Beschluss“ (dagegen; Anm.) gebe. In Vorarlberg werde man aber nicht vorpreschen, so versicherte Sprickler-Falschlunger. Eine Mitgliederbefragung werde es nur in Übereinstimmung mit der Bundespartei geben.
Den stärksten Widerstand gegen eine Zusammenarbeit mit der FPÖ gibt es in Wien. Bürgermeister Michael Häupl verwies mehrmals auf den gültigen Parteitagsbeschluss, der eine Koalition mit der FPÖ ausschließt. (APA)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Aus für letztes EU-Raucherparadies

Prag. Schluss mit lustig für die tschechischen Raucher: Am Mittwoch, dem Internationalen Nichtrauchertag, soll in den Lokalen des Landes frische Luft Einzug halten. Dienstagabend werden drinnen die letzten Zigaretten ausgedrückt.
„Mir wird schlecht, wenn ich an unseren Umsatz denke“, sagt ein Kellner aus dem Prager Restaurant U Rudolfina. „Für viele unserer Stammgäste ist ein Besuch, ohne rauchen zu dürfen, undenkbar, wie wir aus Umfragen wissen.“ Die Leute in Prags beliebtester Entengaststätte U bansethů sehen es gelassener: „Zu uns kommen die Gäste in erster Linie wegen des Essens. Wir haben deshalb schon vor geraumer Zeit komplett auf Nichtraucher umgestellt und keinerlei Einbußen zu beklagen.“
60 Prozent der Wirtshäuser in Tschechien sind wie das U bansethů schon jetzt Nichtraucherzone. Die Meinungen in der Bevölkerung sind gespalten, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Tschechischen Rundfunks ergeben hat: „Danach ist die Anzahl der Befürworter und der Gegner des generellen Rauchverbots etwa gleich groß.“
Die immerhin noch 25 Prozent Raucher in Tschechien, die bisher auf einer europäischen Insel der qualmenden Glückseligkeit gelebt haben, trifft es gleich richtig hart. Das Gesetz macht keinerlei Unterschied zwischen gastronomischen Einrichtungen einerseits und kleinen Spelunken oder teuren Bars andererseits, in denen nur Getränke ausgeschenkt werden.
Zwar ist nicht sicher, ob das Gesetz Bestand haben wird. Eine Gruppe von Senatoren hat vor dem Verfassungsgericht dagegen geklagt. Aufschiebende Wirkung hatte das jedoch nicht. Deshalb werden auch vom ersten Tag der neuen rauchfreien Zeitrechnung Kontrollen größeren Ausmaßes anlaufen. Wer als Raucher erwischt wird, muss bis zu 5000 Kronen löhnen (knapp 200 Euro) . Die Kneipen, die nicht gegen Raucher einschreiten, trifft es noch heftiger: Da werden 150.000 Kronen (5700 Euro) fällig oder gleich zwei Jahre Verbot, das Etablissement zu betreiben.
Ausnahmen vom generellen Rauchverbot gibt es, aber sie sind marginal: So dürfen E-Zigaretten und Wasserpfeifen weiter konsumiert werden. Ausgenommen vom Rauchverbot sind auch Schanigärten. Das ist ein Zugeständnis, das in Städten sicher genutzt werden wird. Auf dem Land stehen die Gasthäuser aber in der Regel direkt an der Straße. Da ist kein Platz für einen Garten. Außerdem hängt die Zustimmung, einen Rauchergarten zu errichten, von den örtlichen Behörden ab. Und sie sind eher dem Nichtrauchergesetz zugeneigt.
Ob das große Ziel der Gesetzesmacher in Erfüllung geht – dass die Zahl der Raucher schlagartig zurückgehen wird –, darf bezweifelt werden. Die Tabakkonzerne jedenfalls sehen dem Verbot gelassen entgegen. Ausschlaggebend für deren Kalkulation ist ein Blick auf die europäischen Nachbarn, die sich schon früher vom blauen Dunst in den Kneipen verabschiedet haben. Im Schnitt war im ersten Jahr ein Einbruch der Verkaufszahlen von nur rund vier Prozent zu beobachten. Ausreißer waren lediglich Spanien, Griechenland, Irland und Portugal, wo die Zahlen um bis zu 20 Prozent einbrachen. Spätestens im zweiten Jahr erreichten Verkauf und Konsum von Tabakprodukten jedoch wieder ihren Ursprungswert.
In Österreich kommt das totale Rauchverbot in der Gastronomie erst in einem Jahr: Ab Mai 2018 sollen die eigens eingerichteten Raucherzimmer in Lokalen Geschichte sein. Auch bei Zeltfesten, in Veranstaltungssälen oder in Vereinslokalen darf dann nicht mehr geraucht werden. Anders als in Tschechien gilt das Verbot auch für Wasserpfeifen und E-Zigaretten. Bei Verstößen drohen den Wirten Strafen bis zu 2000 Euro, den Rauchern bis zu 100 Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Hasspostings: Facebook will nicht löschen

Wien. Mit einem Gesetz mit dem schönen Namen Netzwerkdurchsetzungsgesetz will der deutsche Justizminister Heiko Maas (SPD) bewirken, dass Hass im Netz bald der Vergangenheit angehört. Noch im Juni soll es beschlossen werden. Nun steigt das soziale Netzwerk Facebook auf die Barrikaden. Das Regelwerk sieht nämlich vor, dass offenkundig strafbare Inhalte innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden müssen. In komplexeren Fällen bekommen die sozialen Plattformen dazu sieben Tage Zeit. Verstoßen sie gegen die Löschungsverpflichtung, müssen sie mit Strafen von 50 Mio. Euro rechnen.
Für den US-Konzern ist all das nicht akzeptabel. In einer elfseitigen Stellungnahme, die zuerst dem Magazin „Wirtschaftswoche“ und kurz darauf Bundestagsabgeordneten zugeschickt wurde, erläutert Facebook seine Einwände: Das geplante Gesetz sei ungeeignet, um Phänomene wie Hasspostings zu verhindern. Facebook sieht nicht sich, sondern den Staat in der Pflicht zu handeln: „Der Rechtsstaat darf die eigenen Versäumnisse und die Verantwortung nicht auf private Unternehmen abwälzen. Die Verhinderung und Bekämpfung von Hate Speech und Falschmeldungen ist eine öffentliche Aufgabe, der sich der Staat nicht entziehen darf“, schreibt das Unternehmen weiter.
Es kritisiert auch die Höhe der Bußgelder. „Diese stehe außer Verhältnis zu dem sanktionierten Verhalten.“ Darüber hinaus sei das geplante Gesetz verfassungswidrig, weil es gegen Datenschutzrecht und die Gesetzgebungskompetenzen der Bundesländer bei der Medienregulierung verstoße.
Und geht es nach den Facebook-Lobbyisten besteht für das Gesetz gar kein Bedarf mehr. Der Konzern habe ohnehin schon „eigene effektive Strukturen“ geschaffen, um mit dem Problem der Hate Speech umzugehen und werde „seine Bemühungen intensivieren“.
Während sich Heiko Maas also darum bemüht, strafbare Inhalte und Hasstiraden aus den sozialen Medien zu eliminieren, kämpfte der Fotograf und Blogger Markus Hibbeler bis gestern genau mit gegenteiligem Problem. Hibbeler hatte nämlich einen islamkritischen Text auf Facebook gepostet. Dieser blieb aber nicht lang online, die Plattform löschte ihn nämlich und sperrte Hibbeler für sieben Tage.
Das geht gar nicht, so der Blogger. Er beauftragte Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel, für ihn gegen Facebook zu kämpfen. Der Medienrechtler ist selbst dafür bekannt, gern provokante Texte zu verfassen. Am vergangenen Freitag trudelte jedenfalls schon ein Schreiben in den Facebook-Headquarters in Irland ein. Darin forderte er Facebook auf, binnen Wochenfrist den Beitrag seines Klienten wieder online zu stellen und diesen auch nicht wieder zu löschen. „Handelt Facebook nicht so wie verlangt, klagen wir“, richtete er seinen Gegnern über die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Sonntag aus.
Doch dazu wird es nicht kommen. Facebook reagierte nämlich sehr prompt auf den Anwaltsbrief. Wie Steinhof am Montag die Öffentlichkeit wissen ließ, habe das soziale Netzwerk den Post schon wiederhergestellt und sich sogar für sein Vorgehen bei Hibbeler entschuldigt. Ein Mitarbeiter habe den Beitrag versehentlich gelöscht, nun sei er wieder zu sehen, hieß es seitens Facebook. Rundum zufrieden ist der Medienrechtler über das Ende des Rechtsstreits dennoch nicht. Es sei zwar erfreulich, dass Facebook schnell reagiert habe, „dennoch muss früher oder später gerichtlich geklärt werden, ob das geltende Recht eine Handhabe gegen Sperrungen oder Löschungen bei legitimen Äußerungen hergibt oder der Gesetzgeber tätig werden muss“, so Steinhöfel zur „FAZ“.
Nicht nur Facebook zählt nämlich zu den Kritikern von Maas' Gesetz. Auch Steinhöfel findet – freilich aus ganz anderen Gründen –, das geplante Gesetz habe viele schwere Mängel. (red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Tokio kündigt nach Nordkoreas Raketentest „Folgen“ an

Tokio. Drei Raketentests in etwas mehr als drei Wochen – das stalinistische Regime in Pjöngjang stellt die Geduld seiner Nachbarn mit einer Dauer-Provokationsstrategie auf eine harte Probe. Nachdem Sonntagabend eine nordkoreanische Kurzstreckenrakete erneut in japanischen Gewässern ins Meer gestürzt war, reagierte Japans Premier Abe ungewohnt nervös: Er kündigte gemeinsam mit den USA „konkrete Handlungen“ an, um Nordkorea abzuschrecken.
Was er genau meinte, sagte er nicht. Auch in Washington gab man sich bedeckt. „Wir brauchen mehr diplomatischen Spielraum“, sagte Pentagon-Chef James Mattis. Er machte dabei aber auch deutlich, dass die USA derzeit keine militärischen Schritte gegen Nordkoreas fortschreitendes Atomprogramm erwägen. „Ein Krieg wäre katastrophal. Es würden die schlimmsten Kämpfe drohen, die meisten Menschen je gesehen haben.“
In Washington befürchtet man, dass Pjöngjang bald Langstreckenraketen entwickelt haben könnte, die Atomsprengköpfe in die USA tragen können. Solche Modelle testeten die Nordkoreaner allerdings bisher nicht.
Auch die G7-Staaten hatten bei ihrem Treffen im sizilianischen Taormina am Samstag die Lösung des Nordkorea-Problems zur„Top-Priorität“ erklärt. Der Handlungsspielraum der Alliierten ist allerdings begrenzt, da sich Pjöngjang bisher nicht einmal durch die harten internationalen Strafmaßnahmen hat abschrecken lassen.
US-Präsident Donald Trump spielte denn auch den Ball indirekt China zu, Nordkoreas wichtigstem Verbündeten: „Nordkorea hat sich gegenüber seinem Nachbarn China respektlos gezeigt – wo sich doch China so sehr [um eine Lösung] bemüht!“, twitterte er. Die USA versuchen derzeit, die Chinesen davon zu überzeugen, noch schärferen UN-Sanktionen gegen Nordkorea zuzustimmen. Offenbar fordert die US-Regierung auch Sanktionen gegen Länder, die gegen die UN-Regelungen verstoßen. Betroffen wären davon vor allem China und Russland.
Dementsprechend zurückhaltend regierten denn auch die beiden UN-Vetomächte auf den neuen Test der Nordkoreaner. Russland und China verurteilten zwar die neue Provokation, riefen aber alle Seiten zur Zurückhaltung auf.
Laut Experten will Nordkorea mit seiner Dauerprovokation direkte Gespräche und einen diplomatischen Kompromiss erpressen. Sowohl Washington als auch Peking sowie Seoul haben einen Dialog zuletzt auch als möglichen Ausweg aus der Krise nicht ausgeschlossen. Dass nun in Südkorea ein in Nordkorea-Fragen gemäßigter Präsident an der Macht ist, dürfte Nordkoreas Hoffnungen auf neue Verhandlungen stärken. Die USA wollen angesichts der anhaltenden Spannungen am Dienstag ihr Raketenabwehrsystem testen. (ag., red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Türkei: Ließ Erdoğan Putschisten gewähren?

Istanbul. Wenn es nach der türkischen Regierung geht, gibt es keine Zweifel: Der Putschversuch des vergangenen Sommers wurde auf Befehl des Predigers Fethullah Gülen ausgeführt, doch der Plan scheiterte am beherzten Widerstand von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und vieler Bürger. Fast ein Jahr nach der Putschnacht vom 15. Juli kommen aber neue Fragen auf: Aussagen eines Geheimdienstinformanten und mutmaßlicher Putschisten legen nahe, dass Ankara frühzeitig über die Putschpläne informiert war, den Umsturzversuch aber nicht verhindert hat.
Ex-Brigadegeneral Erhan Caha ist sicher, dass in der Putschnacht nichts ohne Wissen der Regierung geschehen ist. Der Umsturzversuch sei „laut den Plänen, Informationen und unter der Kontrolle des Generalstabschefs, der Kommandeure der Teilstreitkräfte und des Geheimdienstchefs abgelaufen“, sagte Caha vor einigen Tagen. Wenn die Offiziere der Armee rechtzeitig gewarnt worden wären, hätte das Blutvergießen (250 Tote) verhindert werden können.
Caha steht als mutmaßlicher Putschbeteiligter vor Gericht, wo ihm lebenslange Haft droht; möglicherweise will er sich mit seinen Aussagen nur selbst schützen. Doch Caha steht mit seinen Zweifeln nicht allein da.
In türkischen Medien wurde ein weiterer angeklagter Offizier mit der Frage zitiert, warum die Behörden keine ballistische Untersuchung der angeblich von den Putschisten verschossenen Munition vorgelegt hätten. Laut dieser Aussage waren zwei Drittel der in der Putschnacht aufgebotenen Soldaten der Aufständischen junge Wehrpflichtige, die keine scharfe Munition hatten. Wer also hat geschossen? Das fragt auch Michael Rubin von der Denkfabrik AEI in Washington. Der Erdoğan-Kritiker weist darauf hin, dass nach offizieller Darstellung eine Kommandoeinheit der Aufrührer in der Putschnacht per Hubschrauber in den Urlaubsort Marmaris geflogen ist, um Erdoğan festzunehmen. Rubin fragt, warum die Behörden den Hubschrauber fliegen ließen, obwohl zu dieser Zeit längst ein Flugverbot bestand. Als die Aufrührer in Marmaris ankamen, war Erdoğan längst fort.
Angebliche Geständnisse mutmaßlicher Putschisten erscheinen in einem neuen Licht. So erklärte Levent Türkkan, ein unter Putschverdacht verhafteter Ex-Adjutant von Armeechef Hulusi Akar, vor Gericht, seine Aussagen seien ihm unter Folter abgepresst worden. Unbestritten ist, dass der türkische Geheimdienstchef, Hakan Fidan, und Generalstabschef Akar spätestens am Nachmittag des 15. Juli über den bevorstehenden Putschversuch informiert waren.
Medienberichten zufolge meldete sich am frühen Nachmittag des 15. Juli ein Hubschrauberpilot und früherer Gülen-Anhänger in der Zentrale des Geheimdienstes MIT mit dem Verdacht, dass es Putschpläne gebe. Kurz darauf kamen MIT-Chef Fidan und Generalstabschef Akar zu einer längeren Unterredung zusammen und trennten sich erst eine halbe Stunde, bevor die Putschisten am Abend losschlugen.
Schon am Tag vor dem Umsturzversuch sollen Geheimdienst- und Armeechef lang miteinander gesprochen haben. Laut einem parlamentarischen Untersuchungsbericht erfuhren die Umstürzler, dass der MIT eingeweiht war, und zogen den Beginn des Aufstandes um sechs Stunden vor – auf 21 Uhr am 15. Juli. Ex-General Caha und andere fragen sich, warum MIT und Armee nicht einschritten, sondern den Beginn des Aufstandes abwarteten.
Auch westliche Geheimdienste folgen der Darstellung der Erdoğan-Regierung nicht. BND-Chef Bruno Kahl nannte den Putsch einen „willkommenen Vorwand“ für Erdoğan, mit innenpolitischen Gegnern abzurechnen. Versuche Ankaras, die westlichen Verbündeten von der Täterschaft der Gülen-Bewegung zu überzeugen, seien nicht überzeugend.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Der Sandplatzkönig, zurück auf seinem Thron

Paris, 6. Juni 2005. Die Tenniswelt erlebt bei den French Open, dem wichtigsten Sandplatzturnier des Jahres, ein sportliches Erdbeben. Anders ist es nicht zu erklären, dass ein zwei Tage zuvor 19 Jahre alt gewordener Spanier namens Rafael Nadal die Siegertrophäe stemmt. Er versetzt Fans, Gegner und Medien ins Staunen, denn der Teenager wirkt auf dem Tennisplatz wie eine Naturgewalt. Nie zuvor hat ein Spieler den Ball mit derart viel Kraft geschlagen, seine Schläge mit so viel Topspin, also Rotation, versehen. Von einem Wunderkind ist die Rede, der künftigen Nummer eins.
Sämtliche Prophezeiungen sollten eintreten, der Mallorquiner brach reihenweise Rekorde, speziell auf Sand. Dabei spielte Rafael Nadal nicht nur Tennis, er kämpfte es, zermürbte seine Konkurrenten auf der roten Asche regelrecht.
Von April 2005 bis Mai 2007 gewann er auf seinem Lieblingsbelag 81 Spiele in Folge – erst im Finale von Hamburg riss die Erfolgsserie gegen Roger Federer. Diese Niederlage ist eine von bislang nur 35 Sandplatzniederlagen auf der Tour – die Erfolge überwiegen, es sind bis dato 365. Noch eindrucksvoller liest sich die Bilanz bei den French Open mit 72: 2 Siegen. Im Stade Roland Garros musste sich Nadal bei zwölf Teilnahmen bislang einzig Robin Söderling (2009) und Novak Djoković (2015) beugen, 2016 zertrümmerte eine Handgelenksverletzung die Ambitionen vom zehnten Triumph am Bois de Boulogne.
Dieser Tage nimmt Nadal abermals Anlauf zu „La Decima“, also Titel Nummer zehn. Turniersiege in Monte Carlo, Barcelona und Madrid machen den Linkshänder unausweichlich zum Topfavoriten, nur ein einziges Mal (Bilanz 17: 1) verließ er Europas Sandplätze heuer gesenkten Hauptes: Im Rom-Viertelfinale erwies sich der groß aufspielende Dominic Thiem als unüberwindbare Hürde, nachdem Nadal den sieben Jahre jüngeren Österreicher zuvor in zwei Finals bezwungen hatte. Dass Nadal aber nochmals zu dieser Dominanz finden, den Nimbus der Unbesiegbarkeit zurückgewinnen konnte, daran hatte eigentlich kaum noch jemand geglaubt.
Nach seinem bislang letzten Paris-Coup 2014 verlor Nadal rasant an Strahlkraft. Immer öfters streikte der Körper, das linke Handgelenk bereitete zusehends Sorgen. Der Spanier lebt wie kein zweiter Profi von seiner Physis, und weil das Vertrauen in diese fortan fehlte, Nadal oftmals nur unter Schmerzen trainieren konnte, litt folglich die Form. Auch das Spiel des 14-fachen Grand-Slam-Siegers wirkte plötzlich überholt, nicht mehr zeitgemäß. Speziell gegen seinen über Jahre härtesten Widersacher, Novak Djoković, wurde ein Stillstand augenscheinlich. Der Serbe hatte Nadal in den direkten Duellen über zwei Jahre dominiert, in sieben Matches keinen einzigen Satz verloren.
Als der Iberer die Vorsaison aufgrund der anhaltenden Handgelenksprobleme frühzeitig beendete und das Jahr nur auf Rang neun abschloss, zweifelten nicht wenige an der Rückkehr des Matadors. Doch er fand während seiner Absenz zurück zu alter körperlicher Stärke, adaptierte sein Spiel, das er nun bedeutend offensiver interpretiert, phasenweise auch am Netz forciert.
Speziell der jüngste Sieg gegen Djoković in Madrid dürfte mental Großes bewirkt haben. „Ich bin einfach dankbar, dass ich wieder dieses gute Tennis spielen kann – ohne gesundheitliche Probleme, ohne Zweifel und Sorgen“, erklärte Nadal in Paris. Seine Titelmission startete der 30-Jährige jedenfalls eindrucksvoll. Den Franzosen Benoît Paire besiegte er 6: 1,6: 4,6: 1.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Currentzis in Russland: Musik unter Wasser und bei Sonnenaufgang

Teodor Currentzis gilt als der „angesagteste“, manche sagen „gehypteste“ Dirigent unserer Zeit. Man nennt ihn „extravaganten Feuerkopf“ oder „detailversessenen Fanatiker“ oder gleich „Genie“. Im Sommer wird er in Salzburg im Jahr eins der Ära Hinterhäuser Mozarts Requiem und „La Clemenza di Tito“ dirigieren, in der nächsten Saison gilt ihm im Konzerthaus wieder ein eigener Zyklus, und sein Name ist der einzige, den der designierte Staatsoperndirektor, Bogdan Roščić, bezüglich einer zukünftigen Zusammenarbeit bisher genannt hat. Seit 2011 ist der 45-jährige Grieche künstlerischer Leiter der Oper in Perm, wo er auch alljährlich das – zumindest in Russland sehr renommierte – Diaghilev-Festival veranstaltet. Grund genug also, die Millionenstadt im Uralvorland (sagen Sie nie Sibirien, sonst regen sich die Einheimischen unheimlich auf!) zu besuchen, um Currentzis in seinem ureigensten Biotop zu erleben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Europas Stahlbranche ruft um Hilfe

Berlin/Brüssel. Die europäische Stahlindustrie hat wegen der geplanten Reform des Emissionsrechtehandels in der EU vor dem Verlust von Standorten und Arbeitsplätzen gewarnt. In einem offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs der EU baten 76 Konzern- und Verbandschefs am Montag um Hilfe. Unterzeichnet wurde der Brief unter anderem von Vertretern von Voestalpine, Arcelor Mittal, Thyssen Krupp sowie Branchenverbänden. „Sie können verhindern, dass die Branche mit hohen Kosten belastet wird, die Investitionen hemmen und das Risiko von Arbeitsplatzverlusten oder Werkschließungen in der EU erhöhen“, schrieben die Unterzeichner.
Der EU-Emissionsrechtehandel müsse so gestaltet werden, dass er den Klimaschutz angehe „und gleichzeitig die europäische Stahlindustrie und die Millionen mit ihr verbundenen Arbeitsplätze erhält“. Am Dienstag finden dazu Verhandlungen statt.
In der EU werden Verschmutzungszertifikate seit 2005 in einem gemeinsamen System gehandelt. Dadurch sollte ein finanzieller Anreiz für Unternehmen geschaffen werden, die klimaschädlichen Gase so weit wie möglich zu reduzieren. Umweltschützer kritisieren das System aber als unwirksam.
Das EU-Parlament hat Mitte Februar vorgeschlagen, dass zwischen 2021 und 2030 die zur Verfügung stehenden Zertifikate für Stromerzeuger und Industrie jährlich um 2,2 Prozent gekürzt werden. Gleichzeitig sollen überschüssige Emissionspapiere vom Markt genommen werden. Branchen wie die Zement- und Stahlindustrie sollen aber weiter kostenlose Zertifikate erhalten.
Die Regierungen gingen bei ihrer Einigung nicht ganz so weit. Sollte die Reform „ohne einige der vom Europäischen Parlament eingebrachten Verbesserungsvorschläge“ verabschiedet werden, drohe der Stahlindustrie bis 2030 eine Verknappung der Zertifikate um rund 35 Prozent, warnten die Konzern- und Verbandschefs. (APA)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Hau das Haus: Wurms Vorführung der Wut

An der großen Fensterwand des 21er-Hauses hinaus zum Skulpturengarten prangt fett ein pinkfarbener Spritzer. Was wie ein Farbanschlag auf die ganz in gedämpften Tönen gehaltene neue Erwin-Wurm-Ausstellung im Inneren wirkt, ist ein echter Franz West. Ein Überbleibsel aus der West-Kollaborationen-Ausstellung, die zuvor hier in der Haupthalle gastierte. Was Erwin Wurm „gar nicht stört“, kommentierte er bei der Pressekonferenz am Montag gelassen, „der soll nur weiter spritzen“. Schließlich ist neben dem 2012 verstorbenen West er der zurzeit international bekannteste österreichische Künstler. Und der rosa Spritzer markiert durchaus eine, wenn auch unbeabsichtigte, Verortung in der Kunstgeschichte.
Denn in der neuen Wurm-Ausstellung geht es um Wut und Zerstörung, um Abreaktion und Handarbeit, was eine ewige Tradition hat, nicht zuletzt in der Wiener Avantgarde. Hier haben die Aktionisten schon die Freud'sche „Abreaktion“ auf die Kunst bezogen und nach dem Krieg die Bilder zerstört. Es ging ihnen um Aggressionsabbau, darum, das Innerste nach außen zu kehren, womit sie sich 1966 beim legendären „Destruction in Art Symposium“ in London in bester Gesellschaft befanden, wo Klaviere zertrümmert wurden und Gustav Metzger seine „Auto-Destruction“ vorführte, bei der Chemikalien automatisch die Leinwand zersetzten. Was Franz West ironisch-wörtlich nahm und 2001 im MAK tatsächlich mit einer lila Gießkanne auf einen Maserati stieg, um diesen, inklusive des ganzen etwas pathetischen Destruktionseifers, mit rosa Lack durch Lächerlichkeit ebenfalls zu „zerstören“.
Wurm verband diese beiden Stränge – die Entblößung der Peinlichkeit des öffentlichen Wutausbruchs sowie die momentane Befreiung durch die Abreaktion. 2012 begann er seine Demolition Art, auf historisierenden Schwarz-Weiß-Fotos sieht man diese erste Aktion festgehalten, bei der er auf das rohe Tonmodell eines Hauses eintritt, sich draufsetzt, es mit ganzer Körperkraft versucht zu zerdellen. Er wollte wieder selbst anpacken an seiner Kunst, die damals von einem Werkstattbetrieb ausgeführt wurde, während Wurm selbst vor allem mit der Planung und Organisation einer beeindruckenden Karriere auf dem internationalen Markt beansprucht war. Also begann er, Häuser, Möbel, Alltagsdinge wie Mobiltelefone, Plastikflaschen, Uhren aus Ton zu demolieren und dann in Aluminium, Bronze, Eisen, Kunstharz abgießen zu lassen; dieser Werkgruppe der „Performative Sculptures“ ist jetzt die 21er-Haus-Halle gewidmet. Er würde das gern als Abschluss einer Trilogie gesehen haben, so Wurm am Montag – nach den bereits eröffneten Teilen im Kunsthaus Graz und bei der Biennale Venedig, wo die „Wortskulpturen“ nur im Kopf des Betrachters und die „One Minute Sculptures“ nur mit tatsächlichem Körpereinsatz der Betrachter entstehen können.
Selbst draufhauen im 21er-Haus ist dagegen nicht so erwünscht, das hat schon der Künstler erledigt mit seiner selbstironischen Hinterfragung des Geniestreichs, der ikonisierten, authentischen Künstlerhandschrift. Nein, gefragt ist hier die Empathie des Betrachters, um die Skulptur gewordenen Künstleremotionen nachempfinden zu können, was in Kombination mit den derart behandelten Gegenständen teilweise blendend nachvollziehbar ist, wie bei der nervösen Zerwühlung einer (mittlerweile veralteten) Handy-Tastatur. Besonders brutal in ihrer „Automatisierung“ aber wirken die Zerstörungen der Objekte, die Wurm Tarantino-„Death Proof“-mäßig mit dem Auto überfahren hat, man sieht noch die Reifenspuren.
Die Geschichte des Reifenabdrucks in der Kunst wäre einmal eine eigene Ausstellung wert, genauso wie eine über den im Vergleich zu Erwin Wurm wenig präsenten, in etwa gleich alten österreichischen Bildhauer Hans Kupelwieser aussteht, bei dem es einige interessante Parallelen zu Wurm gäbe: Konzentriert sich doch auch er auf die Erweiterung des Skulpturbegriffs, allerdings weniger ins Performative wie Wurm als ins Fotografische. Von Kupelwieser stammt auch der prominenteste Wiener Reifenabdruck, zu finden an einer Galeriewand in der Dorotheergasse – ein Aluminiumabguss von 1988.
Österreicher waren bei der Autokunst immer ganz vorn dabei: Stammt zwar der allererste in die Kunstgeschichte eingegangene „Automobile Tire Print“ vom US-Künstler Robert Rauschenberg, der 1953 den Komponisten John Cage dazu anhielt, mit seinem Ford über einen langen Streifen Papier zu fahren, hat nur ein Jahr später schon in Österreich Oswald Oberhuber das Ganze skulptural gedacht – und einen Gipsabdruck von einer Autoreifenspur genommen. Der übrigens vor gut einem Jahr ebenfalls hier im 21er-Haus zu sehen war, in der Oberhuber-Retrospektive von Alfred Weidinger, der gemeinsam mit Severin Dünser jetzt auch Wurms „Performative Skulpturen“ kuratierte.
Geöffnet: 2. Juni–10. Sept., Mi., 11–21 h, Do–So, 11–18 h.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Cevapcici-Festival: 30.000 statt 5000 kamen

Wien. Dass durch Facebook Feiern aus dem Ruder laufen können, ist mittlerweile bekannt. Wir erinnern uns an Geburtstagsfeste in Deutschland oder den USA, wo statt ein paar Freunden plötzlich Tausende Menschen vor der Tür der Gastgeber standen. Einladungen lassen sich über die Plattform halt doch nur schwer planen.
Nicht wenig gestaunt haben die Veranstalter des Cevapcici-Festivals, das am Sonntag im Donaupark in Wien stattgefunden hat („Die Presse“ berichtete) . Anstatt der 5000 Menschen, die sich für das Fest angesagt hatten, standen über den Tag verteilt 30.000 Menschen vor Ort und wollten verköstigt werden.
Da war freilich etwas schiefgegangen. Bis zu einer Stunde standen die Besucher in der prallen Sonne an, um eine Portion Cevapcici zu bekommen. Andere verließen das Fest ob der Massen schnell wieder. „Meine kleine Tochter hat fast einen Sonnenstich vom vielen Warten bekommen. Nie wieder Cevapcicifest“, schrieb eine Besucherin auf Facebook, wo andere das Fest zwar lobten, viele aber ihrem Ärger Luft machten.
Die Veranstalter, die Gruppe Volxfest, gelobten Besserung: „Mit einem Gewaltakt haben wir es geschafft, 20.000 Menschen gut und 5000 notdürftig zu versorgen. 5000 Menschen haben sich an den Cevapcici-Schlangen nicht anstellen wollen und bei den anderen Angeboten nicht zugreifen wollen. Von diesen 5000 gibt es jetzt Saures auf Facebook. Zu Recht, wie ich finde“, entschuldigt sich Ali Saeidi von Volxfest in einem Post. Man habe sich sehr bemüht und werde es im kommenden Jahr besser machen, sagt er auch zur „Presse“. Tatsächlich hat das am Tag davor (Samstag) ebenfalls von Volxfest organisierte Gulaschfestival reibungsloser funktioniert. Wohl auch, weil mit 10.000 über den Tag verteilten Besuchern deutlich weniger Menschen kamen.
Für das kommende Jahr planen Saeidi und seine zwei Kollegen, die beiden Festivals jedenfalls zu vergrößern – und zu vereinen: Gleich vier Tage, von 7. bis 10. Juni 2018, soll dieses Donauparkfest dann stattfinden. Weitere Programmpunkte sind in Planung.
Essen und Trinken mit eigenen Veranstaltungen zu feiern, ist in diesem Sommer in Wien wieder beliebt. Am Freitag, dem 14. Juli, findet etwa im Karlsgarten am Karlsplatz wieder das Cocktailfestival Liquid Market statt. (win)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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EU: Konzerne werden ihre Steuern offenlegen müssen

Brüssel. Im Europaparlament fällt am Dienstag eine Entscheidung, die weitreichende Folgen für die politische Debatte um das Für und Wider der steuerlichen Bevorzugung international tätiger Konzerne haben wird. Mit dem Beschluss des Wirtschaftsausschusses des Parlaments rückt nämlich die Pflicht für große Unternehmen näher, ihre jährlichen Ertragssteuern zu veröffentlichen.
Jedes Unternehmen, das seinen Hauptsitz in einem Mitgliedstaat der Union hat und einen Nettojahresumsatz von mehr als 750 Millionen Euro erzielt, soll einen solchen jährlichen Bericht erstellen, der in einem von jedermann einsehbaren Internetregister von der Kommission vermerkt wird. Die von dieser Pflicht erfassten Unternehmen müssen, wenn sie in mehreren Staaten tätig sind, für jeden davon einen gesonderten Bericht über die dort geleisteten Ertragssteuern vorlegen. Das gilt auch für die Steueroasen, also jene Länder, die in Fragen der Steuertransparenz nicht ausreichend mit der Union zusammenarbeiten.
„Um die öffentliche Kontrolle und die globale Transparenz von Unternehmen zu stärken“, sollten „multinationale Unternehmen einschlägige Informationen für alle Länder weltweit, in denen sie tätig sind, offenlegen, damit Steuern dort bezahlt werden, wo die Gewinne tatsächlich erwirtschaftet werden“, schreiben die beiden für die Erarbeitung dieses Gesetzesvorschlages zuständigen Abgeordneten, Evelyn Regner von der SPÖ und ihr belgischer Fraktionskollege Hugues Bayet, in ihren erläuternden Bemerkungen.
Mit diesem Entwurf einer Novelle der Bilanzrichtlinie wird das Parlament im Herbst in die Verhandlungen mit den nationalen Regierungen treten. Sie sollen schnell zum Abschluss kommen; aus dem Parlament heißt es auf Anfrage der „Presse“, idealerweise sollte die neue Pflicht zur Steuertransparenz schon im nächsten Jahr gelten.
Das Parlament drängt schon seit 2011 auf diese Reform, doch erst die Enthüllungen über fragwürdige Steuerprivilegien für multinationale Riesen wie Starbucks oder Amazon und die grenzwertige Ausnutzung von Steueroasen in der Karibik und anderswo durch zahlreiche Firmen haben der Forderung nach Transparenz Rückenwind verliehen.
Was vor drei Jahren mit den „Luxleaks“ begann, also den Enthüllungen über vorteilhafte geheime Abkommen zwischen Konzernen und der luxemburgischen Regierung, setzte sich im vorigen Jahr mit den „Panama Papers“ über das dortige Geschäft mit Briefkastenfirmen fort und fand jüngst mit den „Malta Files“ über die Steuerumgehungsmöglichkeiten auf der kleinen Mittelmeerinsel neuerlichen Aufschlag. Das Thema der Steuertransparenz hat die Präsidentschaft von Jean-Claude Juncker an der Spitze der Kommission gleich von Beginn an stark beeinträchtigt. Juncker hatte als Luxemburgs Finanzminister und Ministerpräsident seit 1989 viele dieser Spezialabkommen mit Konzernen verhandelt. Einige Stunden nach dem Beschluss über die Pflicht zur Steuertransparenz wird Juncker am Dienstag im Untersuchungsausschuss des Parlaments zu seinem damaligen Tun befragt.
Die öffentliche Empörung über die steuerliche Privilegierung großer Unternehmen hat für breite ideologische Einigkeit in der Schaffung der Offenlegungspflicht gesorgt. Abgesehen von kleineren Streitpunkten – unter anderem der Frage, ob der Rest der Welt in den Jahresberichten nach Ländern aufgeschlüsselt oder in einem dargestellt werden soll – stellen sich auch die Christdemokraten hinter diesen Vorstoß, wenn auch mit Vorbehalt: „Die Berichtspflicht löst das Problem der Steuerschlupflöcher noch nicht. Aber durch die Offenlegungspflicht wird Druck erzeugt. Wenn sichtbar wird, dass manche Firmen vor allem im Land A arbeiten, aber Steuer vor allem im Land B zahlen, dann wird klar, wo man im Kampf gegen die Steuervermeidung ansetzen muss“, teilte Othmar Karas, Leiter der ÖVP-Delegation, am Montag mit.
Wie die Regierungen den Text aus dem Parlament zu ändern versuchen werden, ist offen. Einen Vorgeschmack darauf, wie gering das Problembewusstsein mancherorts sein dürfte, gab vorige Woche Maltas Finanzminister, Edward Scicluna, in Brüssel. Auf die Frage eines Journalisten, was er zum Bericht über 70.000 maltesische Briefkastenfirmen sage, reagierte er empört: Das sei ein Gerücht, um sein Land zu schädigen: Es gebe nämlich nur 50.000 solcher Firmen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Notenbank-Tagung: Gutes Bargeld, schlechte Bitcoins

Wien. Einen Kampf gegen das Bargeld? Den gibt es nicht, findet Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) . „Manche Politiker setzen sich gern in Szene als Kämpfer gegen diese imaginäre Bedrohung“, sagte Drozda am Montag anlässlich der Volkswirtschaftlichen Tagung der Nationalbank. „Wir in der Regierung haben keine Absicht, das Bargeld wegzunehmen“, so Drozda, der in Vertretung von Kanzler Christian Kern gekommen war. „Wir werden Bargeld für die absehbare Zukunft weiter verwenden.“
Tatsächlich ist Österreich eines der wenigen Länder, in dem keine generellen Obergrenzen für die Nutzung von Bargeld bestehen. Solche Einschränkungen des Bargeldverkehrs hat Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) bisher immer abgelehnt. Der neue Wirtschaftsminister, Harald Mahrer (ÖVP) , wollte ein „Bekenntnis zum Bargeld“ sogar in der Verfassung verankert wissen. Mit Drozdas Aussagen ist der Streit ums Bargeld jetzt in den Wirren des Wahlkampfs angekommen.
Das Bargeld ist mit gewaltigem Abstand die beliebteste Zahlungsmethode in Österreich. Wer sich mit jenen Ökonomen, Banken und Technologiefirmen gemein macht, die das Bargeld einschränken wollen, begeht hierzulande politischen Selbstmord. Auch OeNB-Chef Ewald Nowotny hat sich bereits mehrmals zum Bargeld als Zahlungsmittel bekannt und war auch innerhalb der EZB einer der Gegner der Abschaffung des 500-Euro-Scheins, die vergangenes Jahr beschlossen wurde.
Nowotny hat ein anderes Problem im Auge: Bitcoin. Er bekräftigte am Montag seine Kritik an dieser Kryptowährung, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Bitcoin war überhaupt eines der zentralen Themen der Konferenz, auf der die „Zukunft des Finanzssystems“ erörtert wurde. Allerdings meist in einem negativen Sinne. Fazit: Die Notenbanker sehen die Zukunft des Finanzsystems nicht in einer dezentral organisierten Währung, die keine Notenbanker braucht. Im Gegenteil: Bitcoin sei „nicht ungefährlich, weil es zu einer Bubble kommen kann“, so Nowotny.
Das könnte sogar zu einer „Verunsicherung des gesamten Geldsystems führen, obwohl Bitcoin damit gar nichts zu tun hat“, sagte Nowotny. „Psychologisch ist das ein bisschen wie die Tulpenblase in den Niederlanden“, zieht der OeNB-Chef Parallelen zwischen der Bitcoin-Begeisterung und dieser ersten großen Spekulationsblase. Die Alternative? Mehrere Notenbanken arbeiten inzwischen an eigenen Digitalwährungen auf Basis der Blockchain – also jener Technologie, die auch Bitcoin zugrunde liegt. Auch das sei „kein Ersatz für Bargeld“, sagte Nowotny. „Aber es kann eine relevante Ergänzung sein. Ein von Notenbanken und dem öffentlichen Sektor kontrolliertes System, das nicht intransparent ist wie etwa Bitcoin.“
Aber gerade bei diesem Punkt halten die Befürworter von Kryptowährungen wie Bitcoin dagegen: Denn dank der Blockchain, in der jede Transaktion öffentlich zugänglich gespeichert wird, sei Bitcoin eben durchaus transparent. Gleichzeitig aber auch anonym, weil die öffentlich sichtbaren Transaktionen zwar konkreten „Wallets“ zuzuordnen sind – die Besitzer dieser Konten aber anonym bleiben können.
Bitcoin ist freilich aktuell ein großer Hype. Und Nowotnys Warnung vor einer Blase ist gut begründet. Es gibt zwar inzwischen mehr als 700 weitere Kryptowährungen, insgesamt stecken aber nur knapp 70 Mrd. Dollar in diesem Sektor. Dennoch: Die Technologie ist nicht mehr wegzudenken. Und dass die Notenbanken inzwischen an ihren eigenen Bitcoin-Alternativen arbeiten, ist ein guter Hinweis darauf. Fast sieht es so aus, als würde man langsam nervös werden ob der neuen Konkurrenz.
Nowotny sieht das aber anders: „Der Erfolg von Bitcoin macht uns nicht nervös. Notenbanken denken langfristig. Aber wir sehen neue technologische Entwicklungen – und mit diesen muss man sich beschäftigen.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Abschreiben gegen das Vergessen

Der Verfasser der Mahnung war zwar noch höflich, aber doch auch schon leicht ungehalten. Wie ausgemacht, solle der Empfänger seines Briefes doch endlich eine Weinrechnung bezahlen: Zwei Doppelkrüge um 60 Denare, vier Einzelkrüge um je 20 und ein Knidisches Maß um 35. Die Summe mache also 175 Denare aus. Er solle auch schrieben, wenn die Sache erledigt sei. Dieser Brief endet mit dem Wunsch nach langer „Gesundheit im Herrn“.
Es handelt sich also um eine Mahnung unter Christen. Die Anrede, der Text und der abschließende Gruß muten beinahe modern an, doch diese in Altgriechisch verfasste Geschäftskorrespondenz eines gewissen Asklepios an den Assistenten des Strategen in Kynopolis stammt aus dem späten 3. Jahrhundert nach Christus. Sie ist eines der ältesten Dokumente der Ausstellung „Handschriften und Papyri. Wege des Wissens“, die in der Österreichischen Nationalbibliothek im Papyrusmuseum zu sehen ist.
Die Schau ist nur auf wenige Vitrinen mit mehr als 50 Exponaten beschränkt. Doch vor allem in Verbindung mit dem Katalog wird sie zum Pflichtprogramm für jeden Philologen. Diese Spezialabteilung der ÖNB besitzt einen selbst international einmaligen, riesigen Bestand an Papyri, die vom Team des Direktors der Sammlung, Bernhard Palme, erforscht werden. Jede Sonderausstellung ist zugleich auch ein Einblick in den Status quo der Forschung. Diesmal aber wird zudem interdisziplinär gearbeitet, mit Experten der Handschriftensammlung.
Das Ergebnis ist ein differenzierter Überblick, wie Texte in der Antike und im Mittelalter vor Erfindung des Buchdrucks tradiert und bewahrt wurden, wie die alten Klassiker überlebten. Es war eine mühevolle Handarbeit: „Drei Finger schreiben, und der ganze Körper plagt sich“, klagte einer der Kopisten. Als der Papyrus im Mittelalter vom Pergament abgelöst wurde, gab es in den Klöstern eine noch strengere Auslese. Die aufwendig präparierten Tierhäute, auf denen geschrieben wurde, waren teuer, oft wurde altes Material, dessen Text man als nicht mehr notwendig empfand, abgeschabt oder gewaschen und neu beschrieben. Heidnische Texte hatten geringe Überlebenschancen. Wenige Prozente nur. (Moderne Technik kann jedoch auf diesen Palimpsesten die darunterliegende Schrift oft sichtbar machen.)
Besonders schlimm waren die Bedingungen für lateinische und griechische Klassiker nach der Völkerwanderung bis ins 8. Jahrhundert. Oft überdauerte nur ein einziges Exemplar selbst berühmter Autoren die Zeiten, etwa vom Naturforscher Plinius oder dem Philosophen Lukrez. Aus den Jahren 400 bis 800 sind weniger als 2000 Bücher oder Buchfragmente überliefert. Mit der Karolingischen Renaissance änderten sich die Bedingungen in Europa jedoch. Aus dem 9. Jahrhundert sind gut 7500 Bücher vorhanden, viele qualitativ hervorragend, mit verbessertem Layout, neuen Standards in der Rechtschreibung, leichter lesbarer Schrift.
Die Highlights der Schau, die neun Forscher, vor allem von Unis aus England, den USA sowie aus Wien betreut haben: „De trinitate“ des Hilarius von Poitiers aus dem 6. Jahrhundert, der einzige nahezu vollständige Papyrus-Kodex in Österreich. Die Wiener Livius-Handschrift, ein Fragment aus dem 5. Jahrhundert, das aus 193 feinen Pergamentblättern besteht. (Wahrscheinlich wurde es von einem angelsächsischen Missionar nach einer Romreise über die Alpen gebracht.) Drei Privatbriefe an einen Römer namens Macedo. Die Papyrusschrift wurde in Ägypten kurz vor Christi Geburt verfasst. Beinahe so alt sind Papyri zur „Ilias“, genauso spektakulär sind auch rund 1600 Jahre alte Pergamente – aus den „Historiae“ des Sallust und von Plinius Secundus: Dessen „Naturalis historia“ wurde in Streifen geschnitten, um ein anderes Buch zu verstärken. Nur so hat dieser Text die Jahrhunderte überdauert.
Bis 14. Jänner 2018 ist „Handschriften und Papyri“ zu sehen: Heldenplatz 1. Der Katalog (Phoibos Verlag, 168 Seiten, 29 €) wurde von Kuratorin Daniela E. Mairhofer, Bernhard Palme und Danuta Shanzer herausgegeben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2017)

 

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Mord in Schillerstraße: Polizei nimmt 15-Jährigen fest

Im Fall des getöteten 64-Jährigen, dessen Leiche nach einem Wohnungsbrand in der Ulmer Schillerstraße gefunden worden war, hat die Polizei am Wochenende einen 15-Jährigen im Raum Ulm verhaftet. Das teilten die Staatsanwaltschaft Ulm und das Polizeipräsidium am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit.
Gegen den Jugendlichen richtet sich demnach der dringende Tatverdacht, das 64-jährige Opfer in dessen Wohnung mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Wie erst jetzt bekannt wurde, erließ der zuständige Bereitschaftsrichter des Amtsgerichts Ulm auf Antrag der Staatsanwaltschaft bereits am Samstag Haftbefehl. Der 15-Jährige wurde in einer Justizvollzugseinrichtung untergebracht.
Wie berichtet, starb der 64-Jährige durch massive Gewalteinwirkung und den daraus resultierenden Blutverlust. Seine Leiche hatten Löschkräfte der Ulmer Feuerwehr nach einem Brand im Obergeschoss des Hauses am Ulmer Bahnhof am Dienstagabend gefunden.
Der 15-jährige Tatverdächtige hat nach Polizeiangaben im Zuge der Vernehmungen bereits zugegeben, auf den Mann eingestochen und anschließend den Brand im Mehrfamilienhaus gelegt zu haben. Danach war er geflüchtet. Wie uns die Polizei mitteilte, waren die Fahnder dem Verdächtigen nach „zahlreichen“ Zeugenhinweisen und umfangreichen Recherchen auf die Spur gekommen. Die derzeitigen Erkenntnisse untermauerten zudem die bisherige Vermutung der Polizei, dass der Jugendliche keine Mittäter hatte.
Die Tatwaffe liegt der Polizei nach eigenen Angaben vor. Weitere Einzelheiten, beispielsweise ob das Messer aus der Wohnung des Opfers stammt, nennt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, ebenso wenig Details zum Verhältnis zwischen Täter und Opfer. Die beiden dürften sich aber wohl am Ulmer Bahnhof kennengelernt haben, wie die Polizei am Montag auf Nachfrage sagte: Der 15-Jährige, der aus Baden-Württemberg stammt und keinen festen Wohnsitz hat, habe sich oft dort aufgehalten. Der 64-Jährige lebte in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, habe dort regelmäßig Gaststätten besucht.
Die Polizei ordnet dem 15-Jährigen weitere Straftaten zu: Demnach soll er unter anderem vor etwa einer Woche ein Wohnhaus in Beimerstetten (Alb-Donau-Kreis) in Brand gesetzt haben. Das Feuer soll er im Treppenhaus gelegt haben. Es war frühzeitig entdeckt worden, weshalb niemand verletzt wurde. Der Polizei zufolge habe der Brand allerdings das Potenzial gehabt, „gefährlich zu werden“. Zudem habe der Jugendliche – ebenfalls in Beimerstetten – eine Baustellentoilette angezündet.

 

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Nach Mord an acht Menschen: Lincoln-Schütze hatte wohl Familie im Visier

Kurz nacheinander sterben im ländlichen Lincoln acht Menschen: Der Schütze sucht sie nachts in ihren Häusern auf - und schießt sie nieder. Nun kommen Details der Mordserie ans Licht. Offenbar hatte es der mutmaßliche Täter auf die Familie seiner Frau abgesehen.
Nach den tödlichen Schüssen auf acht Menschen im US-Bundesstaat Mississippi muss sich ein 35-Jähriger wegen achtfachen Mordes verantworten. Berichten lokaler Medien zufolge hatte der Mann es am Sonntag darauf angelegt, von der Polizei erschossen zu werden. Der sogenannte "Suicide by cop", der absichtliche Tod durch Polizeikugeln während eines Verbrechens, ist in den USA keine Seltenheit. "Ich verdiene es nicht zu leben, nicht nach dem, was ich getan habe", zitierte die Zeitung "The Clarion-Ledger" den Mann.
Der 35-Jährige hatte in der Nacht zu Sonntag in zwei Orten im ländlichen Bezirk Lincoln acht Menschen in drei Häusern erschossen. Vier Frauen, zwei Jugendliche und zwei Männer, darunter ein 36-jähriger Polizist, starben bei dem Amoklauf, dem offenbar ein Familienstreit vorausgegangen war. Unter den Opfern sollen dem Medienbericht zufolge auch die Schwiegermutter und die Schwägerin des mutmaßlichen Schützen sowie weitere Familienmitglieder sein.
Bei seiner Festnahme hatte der Mann einem Reporter erklärt, er habe die Morde aus "Liebe zu seiner Frau und seinen Kindern" begangen. Die genauen Hintergründe der Tat sind bisher aber unklar. Der Lokalzeitung sagte der mutmaßliche Schütze, er sei am Tatabend zum Haus seiner Frau gefahren, um mit ihr über die Kinder zu sprechen. Nach Angaben des Schwiegervaters hatte sich das Paar wenige Wochen zuvor getrennt. Als die beiden in Streit geriet, riefen die Nachbarn schließlich die Polizei.
Ein herbeigerufener Streifenpolizist versuchte demnach noch, den Streit zu schlichten - doch vergeblich. Offenbar eröffnete der Täter in diesem Moment das Feuer. Die Leiche des 36-jährigen Beamten wurde später neben drei toten Familienmitgliedern im ersten Haus gefunden. "Es hat ihn das Leben gekostet. Es tut mir leid", soll der mutmaßliche Täter bei seiner Verhaftung zum Mord an dem Polizisten erklärt haben.
In welcher Beziehung der Schütze mit den beiden Jungs stand, deren Leichen in zweiten Haus gefunden wurden, ist bisher nicht bekannt. Auch die Identität der beiden letzten Opfer im dritten Haus ist unklar. "Jedes Mordopfer hatte eine Verbindung zu ihm - abgesehen von dem Polizisten", sagte ein Mitglied der örtlichen Kirche der Nachrichtenagentur Associated Press. Der mutmaßliche Schütze soll evangelisch sein.
Derzeit liegt der 35-Jährige mit einer Schusswunde am Arm im Krankenhaus. Wer auf ihn geschossen hat, ist noch immer unklar. In Lincoln leben nur rund 34.000 Menschen. Die Gemeinde Bogue Chitto, wo der Täter seine Mordserie startete, hat nur rund 530 Einwohner. Der Schock über die Tat sitzt bei vielen tief. Der Polizeichef von Lincoln würdigte derweil den erschossenen Kollegen als Helden. "Für mich starb er als Held, weil er seinen Job gemacht hat", sagte er dem "The Clarion-Ledger".
Quelle: n-tv.de

 

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Gibt’s bei der Arbeit Hitzefrei?

Aus der Schule kennt das jeder: Steigen die Temperaturen richtig an, gibt es Hitzefrei. Wenn das Thermometer um die 30 Grad Celsius zeigt, dürfen die Kinder nach Hause oder es wird wenigstens verkürzter Unterricht angeboten.
Doch wie verhält es sich bei Arbeitnehmern? Gibt es auch für sie eine Temperaturmarke, die Arbeit unzumutbar macht? Muss der Chef seine Angestellten nach Hause schicken, wenn es im Büro zu heiß wird?
BILD kennt die Antwort.
Einen generellen Anspruch auf Hitzefrei gibt es für Arbeitnehmer nicht.
► Wenn allerdings die Lufttemperatur im Raum 35 Grad überschreitet, kann der Arbeitnehmer bei gesundheitlichen Problemen die Arbeit verweigern, wenn der Arbeitgeber die vorgegebenen technischen und organisatorischen Maßnahmen nicht ergreift.
Den Nachweis von gesundheitlichen Beeinträchtigungen muss der Arbeitnehmer durch ein ärztliches Attest führen.
Achtung: Dass man wegen der hohen Temperaturen im Arbeitsraum gesundheitlich beeinträchtigt wird, muss jeweils bewiesen werden.
Legt der Arbeitnehmer aus diesem Grund die Arbeit nieder, ohne den entsprechenden Nachweis zu erbringen, riskiert er eine Abmahnung, unter Umständen sogar eine fristlose Kündigung.
Ein Arbeitgeber hat eine arbeitsvertragliche Fürsorgepflicht.
Wenn die Lufttemperatur in Arbeitsräumen und auch die Außentemperatur über 26 Grad liegt, soll der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten ergreifen.
In den Technischen Regeln für Arbeitsstätten werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:
✔ effektive Steuerung des Sonnenschutzes ✔ effektive Steuerung der Lüftungseinrichtungen ✔ Reduzierung der inneren thermischen Lasten ✔ Lüftung in den frühen Morgenstunden ✔ Nutzung von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung ✔ Lockerung der Bekleidungsregelungen ✔ Bereitstellung geeigneter Getränke wie Trinkwasser
Achtung: Ab 30 Grad wird aus dem Soll ein Muss! Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, durch die beschriebenen Maßnahmen die Wärmebelastung zu mindern.
Info: Wenn die Lufttemperatur in Räumen 35 Grad überschreitet, sind diese als Arbeitsraum nicht mehr geeignet.

 

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Nach Rauswurf durch Apple: Entwickler-Tool Dash zurück im App Store

Die beliebte App, die API-Dokumentationen offline verfügbar macht, lässt sich nun wieder aus dem App Store herunterladen – kostenlos. Apple hatte den Account des Entwicklers vor gut einem halben Jahr wegen angeblich “betrügerischer Bewertungen” gesperrt.
Die iOS-Version des populären Entwickler-Tools Dash ist zurück im App Store – ein gutes halbes Jahr nach dem Rauswurf durch Apple. Die iPhone- und iPad-App, die API-Dokumentationen für Apples vier Betriebssysteme offline zugänglich macht, lässt sich nun “komplett kostenlos” herunterladen, wie der Entwickler mitteilte. Die zuvor direkte Installation der quelloffenen App sei “nicht gerade nutzerfreundlich” gewesen, deshalb habe er viele Anfragen erhalten, diese doch wieder über den App Store bereitzustellen.
Apple hatte den Account des Entwicklers Bogdan Popescu, der als Kapeli firmiert, im vergangenen Oktober plötzlich gesperrt – und die angebotenen Apps damit zugleich aus dem App Store sowie Mac App Store geworfen. Als Grund nannte der Konzern anschließend “betrügerische Bewertungen und Rezensionen”. Der Dash-Entwickler wies den Vorwurf zurück, räumte damals aber ein, einen zweiten Developer-Account für eine Familienangehörige mit seiner Kreditkarte angelegt zu haben. Apple erachtete die Benutzerkonten deshalb offenbar als verknüpft und sperrte beide – ein Einigungsversuch zwischen dem iPhone-Konzern und dem Entwickler scheiterte .
Popescu hat nun wieder einen neuen privaten Entwickler-Account angelegt, um Dash darüber in den App Store zurückzubringen, beides habe Apple problemlos zugelassen. Die Veröffentlichung der App soll auch vermeiden, dass andere Anbieter die quelloffene App Dash kopieren und unter eigenem Namen im App Store veröffentlichen, so Popescu. Er habe regelmäßig gegen Klone vorgehen müssen, die Apple gewöhnlich auch schnell entfernt habe.
Die Mac-Version von Dash, die im vergangenen Oktober ebenfalls von Apple rausgeworfen wurde, bietet Popescu seitdem selbst auf der eigenen Webseite an. Daran soll sich offenbar auch nichts ändern, eine Rückkehr in den Mac App Store scheint nicht geplant. (lbe)


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